Durchs liebliche Püttlachtal zur Ruine Hollenberg

Wandern mit Hund in der Fränkischen Schweiz

Das Obere Püttlachtal.

Schon lange wollte ich mal wieder ins Püttlachtal. Die nahegelegene Burgruine Hollenberg hatten wir auch noch nicht gesehen und so ging es am Mittwoch, den 12.08.2020 in die Fränkische Schweiz.

Da es ziemlich heiß werden sollte, starteten wir um halb 10 am Parkplatz, was jedoch nur bedingt geholfen hat. Denn es wurde immer wärmer und wärmer und wir freuten uns über jedes Schattenplätzchen, das wir entlang des Weges finden konnten, aber dazu gleich mehr.

Kurzinfo zur Tour:

  • Gesamtlänge in Kilometer: 14,8
  • Höhenmeter gesamt: 300
  • Besonderheiten/Schwierigkeiten: festes Schuhwerk empfehlenswert; Trittsicherheit erforderlich; nicht kinderwagen-/hundebuggygeeignet; Rundwanderweg; Aufstieg auf den Turm (Himmelsleiter) erfordert Schwindelfreiheit; kurzer Abschnitt durch ein Naturschutzgebiet (Leinenpflicht!); Vorsicht bei Nässe! – der Abstieg vom Sängerhäuschen nach Pottenstein ist ziemlich steil und verläuft über einen schmalen Pfad am Hang entlang; Wasserstellen für Hunde gibt es nur an der Püttlach, deshalb bitte genug Wasser mitnehmen; wer auf die Himmelsleiter will, muss über Gittertreppen nach oben; um zum Eingang der Zwergenhöhle zu gelangen ist etwas Kraxelei notwendig; Taschen- oder Stirnlampe für die Zwergenhöhle nicht vergessen; Wegearten: Wald- und Wiesenpfade, Schotterwege, Asphalt, Forststraßen
  • Einkehrmöglichkeiten: Elbergsberg, Pottenstein, Bergstation Hollenberg (Öffnungszeiten beachten!)
  • Frequentierung: mittel (bis zu 25 Personen außerhalb Ortschaften und fernab der Hotspots)
  • Highlights: Himmelsleiter; Sängerhäuschen; Oberes Püttlachtal; Ruine Hollenberg; Zwergenhöhle; 
  • Varianten: Tour kann auch umgekehrt gelaufen werden; wer will kann auch direkt in Pottenstein starten und einfach nur entlang der Püttlach laufen (und auf der anderen Bachseite zurück); vom Parkplatz bei Elbersberg aus lassen sich mehrere Wanderungen starten;
  • Start: Wanderparkplatz an der Kapelle; Kapellenweg, 91278 Pottenstein – Elbersberg
  • Ziel: = Start

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Start in Elbersberg

Wie schon erwähnt, starteten wir schon etwas früher als sonst (ja, ich weiß, für einige ist das immer noch spät ?). Am Parkplatz tummelten sich nur zwei Wohnmobile und so wechselte ich nur schnell meine Schuhe und schon gings los.

Zuerst wandern wir über einen breiten Schotterweg, der eigentlich ein Fahrradweg ist, nach links. Nach ein paar Meter entdeckte ich ein Schild auf dem steht „kein Wanderweg“. Da dieses Schild jedoch schon fast im Dschungel der umherstehenden Pflanzen verschwindet, hab ich so getan, als hätte ich es nicht gesehen. Radfahrer waren ohnehin keine unterwegs.

Wir liefen weiter und waren schon jetzt froh, dass wir ab und an ein Fleckchen Schatten erhaschen konnten. Es war bereits sehr warm. Eigentlich wollte ich testen, ob sich die Tour genauso gut für heiße Tage eignet, wie unsere Wanderung im Ilztal, aber das tut sie nicht. Wählt hierfür also lieber einen etwas kühleren Tag aus.

Himmelsleiter Pottenstein

Nach etwa einer halben Stunde erreichen wir die Himmelsleiter. Von dem 37 Meter hohen Aussichtsturm hat man eine wahnsinnige Aussicht, aber mir reichte diese schon nach der Hälfte. Ich bekam weiche Knie – danke liebe Höhenangst – und so ging es wieder nach unten.

Die Himmelsleiter bei Pottenstein.

Wir folgen dem Weg weiter zum Labyrinth. Wobei es sich hierbei um einige Steine auf dem bzw. im Boden handelt. Also nicht so ein typisches Labyrinth, wie man sich das vielleicht vorstellt.

Nach dem Labyrinth geht es über einen Wiesenpfad weiter. Auch hier erspähe ich ein Schild mit der Aufschrift „kein Wanderweg“. Da hier aber vor uns garantiert schon andere Personen gelaufen sind, gehen wir weiter. Alternativ kann man auch bis zum Schullandheim weitergehen und dann rechts.

Das Dohlenloch, welches ich ursprünglich mit eingeplant hatte, haben wir nicht gefunden, da hier tatsächlich kein erkennbarer Weg vorhanden war. Also ging es weiter in Richtung Hohe Warte.

Wir folgen einem Pfad über einen Trockenhang (Naturschutzgebiet), ein Schild weist auf freilaufende Ziegen und das Anleinen von Hunden hin (die wir allerdings nicht gesehen haben) und haben von hier aus einen schönen Blick auf die Burg Pottenstein. Den Aussichtspunkt am Ende des Weges ließen wir allerdings buchstäblich links liegen, denn hier tummelten sich für meinen Geschmack zu viele Leute. Stattdessen folgen wir einem Pfad durch den Wald leicht bergab.

Blick zur Burg Pottenstein (rechts).

Das Sängerhäuschen

Hoch oben über Pottenstein, mit tollem Ausblick tront das, eigentlich unspektakuläre Sängerhäuschen. Eine kleine Holzhütte, mit Bänken und einem Tisch im Inneren.

Das Sängerhäuschen bei Pottenstein.

Der Abstieg nach Pottenstein erfolgt über einen schmalen Pfad, welcher obendrein noch rutschig und etwas steil ist. Ich bin heilfroh, als wir endlich unten sind. Ab jetzt geht es entlang der Püttlach.

Hier geht steil hinunter.

Das Obere Püttlachtal

Freya scheint auch froh zu sein, allerdings wohl eher, weil sie sich endlich abkühlen kann. Wir folgen dem Bach stromaufwärts und gelangen auf einen schmalen Pfad. Hier geht es mal direkt am Wasser entlang, mal etwas oberhalb.

Endlich Wasser.

Bei einem Steg überqueren wir die Püttlach und folgen nun, immernoch stromaufwärts, dem breiten Schotterweg. Der, aus dem Wasser aufsteigende Nebel ist einfach nur der Wahnsinn.

Es geht an einem Kneippbecken vorbei und wir folgen noch einige hundert Meter dem breiten Forstweg, bis dieser zu einem schmalen Pfad wechselt. Wir sind ganz allein und ich komme mir vor wie in einem Märchen.

Was für eine tolle Stimmung im Püttlachtal.
Wo sind die Hobbits?
Hier fühlt man sich fast wie im Dschungel.

Nach rund 7,5 Kilometer überqueren wir erneut den Bach, laufen links und wandern nun wieder auf einem breiten Forstweg weiter. Bevor es anschließend den Berg hinauf geht (hier folgen wir der Markierung des Fränkischen Gebirgswegs) darf Freya nochmal baden.

Noch ein kurzes Bad in der Püttlach, bevor es bergauf geht.

Nun geht es bergauf. Endlich oben angekommen, stehen wir am Waldrand. Es ist heiß – richtig heiß. Wir müssen ca. 250 Meter durch die pralle Sonne, bis wir wieder am Waldrand ankommen, also los. Etwa bei der Hälfte der Strecke, die uns vorkommt, als müssten wir durch die Wüste laufen, wartet ein Baum auf uns und sogar eine Bank. Also kurze Pause im Schatten und weiter gehts.

Kurze Pause im Schatten.

Von nun an wandern wir wieder im Wald. Zuerst am Waldrand links. Dann kurz rechts bis wir auf einen anderen Forstweg kommen und hier wieder links, dann wieder rechts, durch Felsen hindurch und schon stehen wir vor der Bergstation Hollenberg. Diese hat heute leider geschlossen, aber das stört uns nicht. Ich habe ja stets immer eine kleine Brotzeit und natürlich Wasser für Freya dabei. Nach unserer Stärkung geht es dann auch schon wieder weiter.

Bergstation Hollenberg.

Burgruine Hollenberg

Ich überlege, ob wir aufgrund der Hitze wirklich den Abstecher hoch zur Burgruine Hollenberg nehmen sollen. Aber wenn wir schon mal hier sind, dann gehört es eben dazu. Also hoch die Treppen und oben angekommen bietet sich uns ein wunderschöner Blick über die Fränkische Schweiz. Es hat sich gelohnt.

Ein kurzer Plausch mit einem wandernden Ehepaar und dann geht es auch schnell wieder, der Markierung des Fränkischen Gebirgswegs folgend, in den etwas kühleren Wald.

Die Zwergenhöhle

Entlang unserer Wanderung zeigt ein Schild in Richtung Felsen – „Zwergenhöhle“ steht darauf.

Ich liebe Höhlen ja total, aber als wir dann so vor den Felsen und Wurzeln standen, war ich mir nicht mehr sicher, ob ich diese Höhle wirklich sehen wollte. Ach was soll´s, dachte ich mir und schon ging es mit Hilfe meiner Hände nach oben. Freya ist ja ein richtiger Kraxelhund und so war sie schon vor mir oben.

Hier geht es hoch zum Eingang der Zwergenhöhle.
Freya ist schon oben bei der Zwergenhöhle.

Der Eingang zur Zwergenhöhle ist riesig, so gar nicht für Zwerge gemacht. Ich bin zu faul, um die Stirnlampe aus dem Rucksack zu holen, weshalb wir nicht ganz nach innen gegangen sind. Außerdem bin ich immer ein kleiner Angsthase, wenn ich alleine in Höhlen bin…

Eingang zur Zwergenhöhle.
In der Zwergenhöhle.

Um wieder auf den Weg zu gelangen, setzte ich erneut Hände und Füße ein. Der Abstecher und die Kraxelei haben sich wirklich gelohnt. Es geht weiter bergab, uns kommen ein paar Mountainbiker entgegen und wir kommen noch am Kühloch (auch bekannt als Gnomenbrünnlein) vorbei.

Gnomenbrünnlein.

Danach geht es rechts l weiter, bis wir dann nach links der Beschilderung Richtung Elbersberg folgen. Eine kaum erkennbare Ruine besichtigen wir nur kurz.

Wer will kann nun dem Kreuzweg folgen, oder wie wir, einen Abstecher nach rechts und dann nach wieder nach links machen. Die beiden Wege führen dann wieder zusammen. Nun geht es nochmal ohne Schatten weiter. 200 Meter vor unserem Ziel legen wir eine erneute kurze Pause an einem Teich ein. Hier gibt es zwei Bänke und Schatten. Jetzt schafften wir auch die letzten Meter noch bis zum Auto.

Letzte Pause, bevor es zum Auto geht.

Inklusive Pausen und fotografieren waren wir 5 Stunden und 15 Minuten unterwegs, wobei die reine Gehzeit ca. 3,5 Stunden betrug.

Fazit zur Tour:

Die Route ist wirklich toll und bringt auch einen gewissen Abenteuerfaktor mit sich. Es gibt einige Highlights, welche auch einzeln begangen werden können. Für heiße Tage ist sie nur bedingt geeignet, da es auch längere Abschnitte gibt, wo man weder Wasser noch Schatten hat. Die Wege sind gut begehbar, aber nicht kinderwagen- oder hundebuggygeeignet. Das Püttlachtal ist immer einen Ausflug wert, auch wenn man nicht die komplette Wanderung laufen will oder kann. Wir kommen auf jeden Fall noch öfter hierher.

Weitere Bilder:

Blick in die Ferne bei Elbersberg.
Auf gehts zur Himmelsleiter.
Freya hat da weniger Probleme als ich.
Aussicht von der Himmelsleiter.
Pfad zum Sängerhäuschen.
Aussicht vom Sängerhäuschen.
Felsen über Pottenstein.
Nochmal ein bisschen Dschungelfeeling.
Malerisches Püttlachtal.
Kletterfelsen im Püttlachtal.
Einfach traumhaft.
Es sah in „echt“ noch viel schöner aus.
Ein Teil unserer Route verläuft auf dem Fränkischen Gebirgsweg.
Bergstation Hollenberg – heute leider geschlossen.
Bei der Ruine Hollenberg.
Gleich geschafft.
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