Von der Kindinger Klause zum Felsentor Unteremmendorf – Wandern im Altmühltal

Eine Tour im Naturpark Altmühltal – für Archäologie-Fans, Höhlenbegeisterte und Naturfreunde.

Eine Tour im Naturpark Altmühltal, bei welcher sowohl Archäologie-Fans, wie auch Höhlenbegeisterte und Naturfreunde voll und ganz auf „ihre Kosten kommen“. Schöne Ausblicke, abwechslungsreiche Wege sowie dunkle Höhlen warten auf dieser Tour. Wer auf dem 200 Kilometer langen Altmühltal Panoramaweg wandert, kann sich ebenfalls dieser Naturjuwelen erfreuen, denn der Altmühltal Panoramaweg führt hier entlang.

Hinweis: Beitrag enthält unbezahlte Werbung
Start und Ziel der Tour ist ein kleiner Parkplatz neben der Straße, zwischen Kinding und Kipfenberg. Die Markierungen sind hier super.

Infos zur Tour:

  • Gesamtlänge: (je nach Variante) ca. 9 – 11 Kilometer*
  • Höhenmeter: 200*
  • Besonderheiten/Schwierigkeiten: festes Schuhwerk; Rundtour; nicht kinderwagengeeignet; wenige Treppenstufen – jedoch keine Gittertreppen; Östliches Schneiderloch (Höhle am Felsentor) kann nur über eine Leiter erreicht werden (geübte Hunde können sicherlich mit etwas Hilfe seitlich hoch, haben wir aber nicht gemacht); Taschenlampe oder Stirnlampe nicht vergessen; Wegarten => breite (Forst- oder Wiesen)Wege, Pfade, Hohlwege, Treppen, Asphalt; Wegmarkierungen Altmühltal Panoramaweg und Burgenweg Kinding (gut ausgeschildert); Einkehrmöglichkeiten in Unteremmendorf und Kinding (Öffnungszeiten beachten); Landschaftsschutzgebiet; genug Wasser für den Hund mitnehmen => keine Trinkmöglichkeiten außer am Bach in Unteremmendorf und je nach Variante, abschnittsweise an der Altmühl; wegen des Fledermausschutzes sollten Höhlen vom 01. Oktober bis 31. März nicht begangen werden
  • Highlights: Kindinger Klause (auch Binnleitenhöhle genannt), Felsentor, Östliches Schneiderloch
  • Varianten: Tour kann auch umgekehrt gegangen werden (der Aufstieg von Unteremmendorf zum Felsentor ist jedoch steiler, als von der Kindinger Klause); Rückweg kann identisch mit dem Hinweg sein; Rückweg kann am Waldrand entlang erfolgen (empfohlen an heißen Tagen); Rückweg kann entlang der Altmühl erfolgen (nicht geeignet für heiße Tage => kein Schatten und nur wenig Möglichkeiten, um an die Altmühl zu kommen);
  • Start: kleiner Parkplatz an der Straße von Kinding Richtung Kipfenberg, etwa 300 Meter ab der Brücke
  • Ziel: = Start

(*Daten stammen aus Komoot)

Auf geht´s

Unsere Tour startete am 18. September 2019 um 13:15 Uhr am o.g. Parkplatz. Wir wanderten wieder in Begleitung, denn so macht es gleich doppelt so viel Spaß.

Steht man am Parkplatz und blickt Richtung Hügel, folgt man dem geteerten Weg bergauf (nicht der Hauptstraße Richtung Kipfenberg folgen). An der Scheune befindet sich bereits der erste Wegweiser mit der Aufschrift „Klause“.

An der kleinen Kapelle (eher ein Bildstock) an der Weggabelung folgten wir dem Weg geradeaus. Es geht auf einem steilen Waldpfad weiter (auch hier finden wir den Wegweiser „Klause“), bis wir nach etwa 300 Meter die Kindinger Klause erreichten.

Hier geht es geradeaus in den Wald.
Aufstieg zur Kindinger Klause.

Kindinger Klause

Die Kindinger Klause wird auch Binnleitenhöhle genannt. Es handelt sich bei dieser Höhle um ein Felsdach, welches 10 Meter breit, 3,5 Meter hoch und 7 Meter tief ist. Nach links zweigt ein 10 Meter langer Gang ab, über welchen man wieder ins Freie gelangt.

Die Höhle hat bereits unseren Vorfahren jahrtausendelang Unterschlupf gewährt, was Grabungen und Funde belegen. Der spektaluärste Fund ist wohl ein Teil eines Mammutknochens.

Naturpark Altmühltal
Und da ist sie, die Kindinger Klause. Dieser Ort wirkt imposant und irgendwie geheimnisvoll. Erst wenn man direkt davor und im Inneren der Höhle war, bemerkt man die wahre Größe.

Nachdem wir die Kindinger Klause dann auch ein zweites Mal erkundet hatten 😉 (Sonnenbrille in der Höhle vergessen) ging es ein kurzes Stück zurück, bis wir dann weiter dem Weg bergauf folgten und auf einen Forstweg kamen.

Durch den Buchenwald geht es weiter nach oben.

Die Markierung zeigt nach links, ein Blick auf die Karte zeigte auch, dass wir nach links müssen, also gingen wir auch links.

Hügelgräber

Nach etwa 700 Meter erreichten wir einen kleinen netten Picknickplatz (Mülleimer vorhanden) an den Hügelgräbern. Diese Hügelgräber stammen vermutlich auch von den damaligen Bewohnern der Kindinger Klause.

Steinmännchen auf einem der Hügelgräber.

Wir folgten weiter geradeaus dem Forstweg und auch der Hinweis, dass durch Rückearbeiten der Wegzustand schlecht sei, schreckte uns nicht ab (wenn es vorher geregnet hat, kann es allerdings durchaus eine matschige Angelegenheit werden).

Bei vorangegangenem Regen kann der Weg durchaus sehr matschig sein.

Der Forstweg ändert sich in einen Waldpfad – klasse, das ist genau unser Ding. Auch die Vegetation ändert sich. Der lichte Buchenwald wechselt zu Fichten und Gestrüpp.

Der lichte Buchenwald wechselt zu Fichten und Kiefern…
…und ein wenig Gestrüpp. Der Weg ist dennoch gut begehbar. (Hier musste ich dann doch ein bisschen an Abschnitte des Goldsteigs im Bayerischen Wald denken).

Immer folgend der Beschilderung des Altmühltal Panoramawegs und des Burgenwegs Kinding, gelangen wir über Pfade und einen Wiesenweg an die Straße, welche Irlahüll mit Unteremmendorf verbindet. Diese überqueren wir um wieder einem breiten, geschotterten Forstweg zu folgen. Bei nächster Gelegenheit biegen wir jedoch schon wieder links auf einen weichen Waldpfad ab.

Wegweiser auf der anderen Seite der Straße. Wir folgen in Richtung Unteremmendorf/Beilngries.

Die Aussicht des Herrn – Panoramablicke ins Altmühltal

Wir genießen die Aussicht des Herrn – von hier aus hat man wirklich einen fantastischen Ausblick über das Altmühltal – schweift der Blick nach rechts, sieht man Unteremmendorf, den Kratzmühlsee und Beilngries im Hintergrund, sieht man nach links blickt man nach Kinding. Auch Gleitschirmflieger konnten wir einige beobachten. Nach einer kurzen Rast auf der Bank ging es dann auch schon weiter.

Blick nach rechts von der „Aussicht des Herrn“.
Ausblick nach links von der „Aussicht des Herrn“.
Gleitschirmflieger im Altmühltal.

Erholt ging es weiter in Richtung Felsentor. Oberhalb befinden sich zwei Bänke mit einem Tisch, weil es aber ziemlich „frisch“ war, wollten wir im Schatten keine weitere Rast einlegen.

Saufelsen – gefunden oder nicht?

Wir waren schon fast am Abstieg zum Felsentor – aber was ist da? Saufelsen ca. 200 Meter – wir folgtem der Markierung zum Saufelsen und entdeckten tatsächlich nach rund 170 Meter einen kleinen, unerreichbaren (zumindest mit Hund und Rucksack) Höhleneingang in einem Felsen. Ist das der Saufelsen? – Wir wissen es nicht, denn leider war er nicht beschriftet. Also zurück zur Treppe, welche uns hinab zum Felsentor bringt.

Ein kleiner Höhleneingang – ist das der Saufelsen oder nicht?
Die Treppe hinab zum Felsentor. Wer möchte, kann auch dem Pfad rechts folgen – hier gelangt man nochmals zu einer traumhaften Aussicht (vorsicht, Absturzgefahr – nicht mit einem Geländer o.ä. gesichert) – man muss jedoch wieder zurück zur Treppe.

Felsentor und Östliches Schneiderloch

Das Felsentor bei Unteremmendorf, auch Burgstall „Torfelsen“ genannt, ist natürlich entstanden und war früher vermutlich der Eingang zu einer Burg.

Unterhalb des Felsentors, im Fels selbst, befindet sich eine 25 Meter lange Höhle, welche mit einer Taschenlampe begangen werden kann und mit in die damalige Burganlage einbezogen war.

Naturpark Altmühltal
Das Felsentor. Auch Burgstall „Torfelsen“ genannt, natürlich entstanden und als Burganlageneingang genutzt.
In der Höhle, welche sich im Fels beim Felsentor befindet.
Der Höhleneingang kann über eine Leiter erreicht werden.

Nachdem wir unsere Höhlenleidenschaft gestillt und unsere geplanten Highlights erreicht hatten, ging es an die Planung des Rückwegs. Hierfür stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung.

Rückweg

Variante 1: Man nimmt den selben Weg, wie zuvor (das machen wir aber nur sehr, sehr selten – deshalb war diese Variante nichts für uns).

Variante 2: (empfohlen, wenn es sehr heiß ist, da man hier noch ein wenig Schatten hat) Diese Variante verläuft entlang des Waldrands. Ist man in Unteremmendorf angekommen, biegt man vor der Kirche links ab und folgt dem Weg, bis man wieder an der Kapelle angelangt (oder man biegt vorher einmal nach rechts ab und gelangt auf den unteren Weg).

Variante 3: Weil es nicht mehr so heiß war und wir unbedingt noch die Sonne genießen wollten, wählten wir Variante 3. Dieser Weg verläuft (mit mal mehr, mal weniger Abstand) parallel zur Altmühl. Wir liefen also an der Kirche vorbei, um bei nächster Gelegenheit links abzubiegen und hielten uns dann rechts.

Badepause in der Altmühl.

Nach einer ausgiebigen Badepause für die Hunde, blieben wir auf diesem Weg, bis wir um 17:30 Uhr wieder am Auto ankamen.

Insgesamt waren wir also 4 Stunden und 15 Minuten unterwegs, bei einer reinen Gehzeit von 2 Stunden und 45 Minuten. (Durch unsere kurze Doppelstrecke zur Kindinger Klause und dem Abstecher Richtung Saufelsen haben sich die Höhenmeter auf 240 Meter summiert).

Hier gibts noch ein paar Impressionen für euch:

Vor der Höhle beim Felsentor – zwei brav wartende Hunde.
Im hinteren Teil der Kindinger Klause.
Gruppenfoto in der Kindinger Klause – vielen Dank, an meine Begleitung, dass ich das Bild verwenden darf.
Blick aus der Kindinger Klause.
Burgfräulein und Burgherr? – vielen Dank für die tolle Begleitung und dass ich das Bild verwenden darf.
Freya und ich im Felsentor. Bis bald ihr Lieben!

„Hirschbacher Höhlenrundweg“ – Kombination Weg # 2 und # 3

Für Abenteuerlustige und Höhlenliebhaber!

Die Hunde hatten mindestens genauso viel Spaß.
Hinweis: Beitrag enthält unbezahlte Werbung

Die Höhlen im Hirschbachtal waren mir nicht mehr ganz neu, denn wir sind bereits im Mai 2018 eine Tour dort gegangen. Aber wie es so ist, vergisst man einige Eindrücke schnell und so wollte ich unbedingt nochmal diese Wege laufen. Der Plan war ein wenig anders als die Umsetzung, aber vermutlich war es so sogar besser. Alle Infos zur Tour gibts im nachfolgenden Beitrag.

Infos zur Tour:

  • Gesamtlänge: 12,9
  • Höhenmeter: 520 bergauf, 530 bergab
  • Besonderheiten/Schwierigkeiten: Rundtour; festes Schuhwerk; Trittsicherheit erforderlich; keine Wasserstellen für Hunde (genügend Wasser mitnehmen), außer am Gasthof Goldener Hirsch in Hirschbach; manche Höhlen müssen kriechend erforscht oder begangen werden (ältere Kleidung); Taschen- oder Stirnlampe nicht vergessen; nicht kinderwagengeeignet; eher für größere Kinder geeignet; Einkehrmöglichkeit Gasthof Goldener Hirsch (Öffnungszeiten beachten); bei Schnee könnte die Tour gefährlich rutschig werden; Fledermausschutz beachten – Höhlen vom 01. Oktober bis 31. März nicht begehen; Naturschutzgebiet (!)
  • Highlights: Schmiedberghöhle, Prellstein, Frankenkammer, Schlossberg-Durchgangshöhle, Brünnlesloch, Dürnberghöhle(n), Bodenberghöhle, Aussichtspunkt am „Himmel“
  • Start: Wanderparkplatz im Reichental in Hirschbach (nahe Gasthof Goldener Hirsch)
  • Ziel: = Start

(Daten stammen aus Komoot)

Am Parkplatz findet man eine große Tafel.

Der gesamte Hirschbacher Höhlenrundweg hat eine Länge von etwa 20 Kilometer. Da wir an jenem 11. September 2019 mit Begleitung wanderten und uns die 20 Kilometer etwas zu lang waren, entschieden wir uns für eine kürzere Variante.

Markierung „weiße 3 auf grünem Untergrund“

Wir starteten um 9:30 Uhr am Parkplatz. Zuerst ging es zurück Richtung Ortsmitte. Unser Weg sollte die # 3 werden. Wegmarkierung weiße 3 mit grünem Untergrund.

Wir folgten dem Bach etwa 100 Meter stromaufwärts und überquerten bei der Fußgängerampel die Straße. Weiter geradeaus, ging es an Häusern vorbei (etwas steil) nach oben. Zwischen einer Garage und einem Haus hindurch, führt der Weg über einen Pfad am Waldrand entlang.

Ein schöner Pfad am Waldrand entlang.

Nach rund 200 Meter zweigt die 3 nach rechts ab. Über einen steilen, laubbedeckten Hang und einige rutschige Wurzeln ging es nach oben zur Schmiedberghöhle (Beitragsbild: Sicht aus der Schmiedberghöhle). Der Regen der letzten Tage machte den Abstieg genauso interessant, aber wir kamen alle Vier unbeschadet wieder auf deWeg am Waldrand, welchem wir nach rechts folgten.

Über einen steilen Hang geht es nach oben zur Schmiedberghöhle.
Die Schmiedberghöhle.

Als wir auf einen Fahrweg trafen, ging unser Weg über ein paar Wurzeln links weiter. Wir blieben auf dem Weg mit der 3, hatten aber wohl eine Markierung übersehen. Zum Glück lief die App Komoot im Hintergrund mit, sodass wir nach ein paar hundert Meter umgekehrt hatten, denn die Cäciliengrotte liegt weiter links. Leider haben wir, trotz intensiver Suche, die Cäciliengrotte nicht gefunden, aber wir kommen mit Sicherheit nochmal.

Der weitere Wegverlauf führt uns zum Prellstein. Mit ein bisschen Kletter-Geschick kann man sich bestimmt nach oben arbeiten. Da wir aber ja die Hunde dabei hatten und ich den Aufstieg nicht kenne, war mir das Risiko zu groß. Wir blieben lieber unten und machten eine kurze Pause auf der Bank gegenüber.

Der Prellstein.
Freya wäre ja am liebsten auf den Prellstein, aber das war mir dann doch etwas zu gefährlich.

Nun ging es links an der Bergwachthütte vorbei und bei der nächsten Abzweigung links zur Frankenkammer. Alleine der Name ist schon klasse, aber die Location ist auch prima, um ein paar Schnappschüsse zu machen. Die Frankenkammer ist ein Ende des Höhenglücksteigs – einem Klettersteig – und im Inneren befinden sich Auf- bzw. Abstiegmöglichkeiten zum/vom Steig.

Da gehts zur Frankenkammer – Ja, da!

Weiter bergauf geht es über Wurzeln und Felsen zum Aussichtspunkt bei einem anderen Ende des Höhenglücksteigs. Die Aussicht ist traumhaft und hat uns scheinbar so „betüdelt“, dass wir gleich ein weiteres Mal den falschen Weg gegangen waren.

Von hier oben hat man eine tolle Aussicht.
Da mussten die beiden unbedingt auch mal schauen.

Während wir der Meinung waren, wir müssten einen Teil des Weges zurück, bemerkte ich erst bei einem weiteren Blick auf mein Handy, dass der Weg rechts neben dem Aussichtspunkt weiter geht. Also wieder zurück und rechts vorbei.

Es ging bergab. Wir gelangten auf einen Schotterweg und wir folgten diesem Weg (# 3) vorbei an Maisfeldern, bis wir bei einem (hässlichen) Sendemast wieder auf einen schmalen Pfad kamen und irgendwann auf eine (wenig befahrene) Teerstraße gelangten.

Kleine Abkürzung

Hier hielten wir uns rechts, damit wir bei nächster Gelegenheit wieder links gehen konnten und vor einer Weggabelung standen. Die 3 zeigt hier den linken Weg an. Da auf der Karte aber ersichtlich war, dass es sich nur um eine Schlaufe handelt und der Weg danach sowieso hier weitergeht, entschieden wir uns gleich für den rechten. Nach einem kurzen Stück auf dem Feldweg geht es wieder rechts auf einen Waldpfad.

Unser nächstes Ziel war das Schlossberg-Felsentor und die Schlossberg-Durchgangshöhle. Die beiden liegen direkt nebeneinander und so begutachteten wir zuerst das Felsentor und setzten unseren Weg durch die Schlossberg-Durchgangshöhle fort. Große Personen müssen hier schon ziemlich den Kopf einziehen und auch wir machten es uns fast unseren Hunden nach und „liefen auf allen Vieren“ durch die Höhle (was aber durchaus Spaß gemacht hat :-)). Wer nicht durch die Höhle gehen möchte, kann diese selbstverständlich auch umgehen. Der Spaßfaktor der gesamten Tour sinkt jedoch erheblich ;-).

Links der Eingang in die Schlossberghöhle, rechts das Schlossberg-Felsentor.
Auf dem Weg durch die Schlossberg-Durchgangshöhle.
Eher krabbelnd geht es durch die Schlossberg-Durchgangshöhle. Ein absolutes Highlight.

Obwohl man aufgrund der vielen Blätter den Pfad manchmal nur erahnen kann, kamen wir dank der guten Wegmarkierung nicht mehr vom richtigen Weg ab.

Über eine Wiese kamen wir auf die Straße bei Hauseck, welcher wir kurz folgten Straße um dann wieder rechts in den Wald zu gehen.

Eine Wegmarkierung führt zum Brünnlesloch. Keine Durchgangshöhle, aber dennoch interessant. Diese Höhle scheint für Fledermäuse ein wichtiger Winterplatz zu sein, denn es befindet sich ein Hinweisschild am Eingang der Höhle zum Thema Fledermausschutz. Dieser gilt ab dem 01. Oktober und endet am 31. März. Da wir uns noch außerhalb diesen Zeitraums befanden, holten wir die Stirnlampen aus dem Rucksack und schauten uns ein wenig im Inneren der Höhle um.

Der Eingang zum Brünnlesloch.
Der erste Flattermann ist schon ins Brünnlesloch eingezogen. Wenn auch keine Fledermaus.

Das Brünnlesloch war ganz nett, aber viel abenteuerlicher war für uns der Weg durch die Dürnberghöhle(n). Genauer gesagt führt der Weg durch EINE der Dürnberghöhlen und hier mussten wir sogar unsere Rucksäcke abnehmen, um hindurch zu passen. Sehr große oder auch sehr korpulente Personen sollten vielleicht wirklich lieber den Weg um die Höhlen nutzen, aber für uns war es Abenteuer pur. Wir brauchten zwar keine Stirnlampen, weil der Ausgang nicht weit ist, aber es hat richtig Spaß gemacht.

Durchs Brünnlesloch. Nix für Leute mit Platzangst. Aufrecht laufen? Fehlanzeige.
Unsere Begleitung schlängelt sich durch die Dürnberghöhle.

Auf der anderen Seite befindet sich noch eine kleine Höhle. Diese ähnelt mehr einem Felsvorsprung. Hier scheinen wohl schon einige ein Lager aufgebaut zu haben, denn es ist ein Hinweis angebracht, dass ein weiteres Lagerfeuer zur Anzeige gebracht wird. Wirklich schade, dass sich manche Leute nicht an Regeln und Gesetze halten können – denn Wildcampen ist in Deutschland verboten und außerdem herrscht gerade nach solch langer Trockenheit wie in den letzten Jahren akute Waldbrandgefahr.

Noch völlig „hin und weg“ von den Dürnberghöhlen führte uns der Weg steil hinauf. Es ging zur Bodenberghöhle.

Fast geschafft – gleich erreichen wir die Bodenberghöhle.

Wer diese Höhle betreten möchte, der braucht ein wenig Kraxelgeschick, denn der Eingang liegt etwa 3 Meter hoch im Fels. Während einer von uns bei den Hunden blieb, erkundete der andere die Höhle. Da meine Stirnlampe im Rucksack war, schaute ich mir nur den vorderen Teil an, während meine Wanderbegleitung auch etwas weiter hinter die Felsbrocken ging. Sehr beeindruckend.

Der Weg hinter den Felsbrocken führt weiter, wohin genau wissen wir aber nicht.
Wer ins Innere der Bodenberghöhle möchte, sollte ein paar Kletterkünste in der Hinterhand haben. Der Eingang liegt ca. 3 Meter hoch im Fels.

Obwohl der Weg hier eigentlich entlang der Felsen weitergeht, entschieden wir uns, auf den Hauptweg abzusteigen und dann unseren Weg fortzusetzen. Ich bin den Weg entlang der Felsen 2018 gegangen und war froh, dass ich Freya bei Chriss am Hauptweg gelassen hatte. Ohne Hund JA – mit Hund NEIN.

Wechsel auf die weiße 2 auf grünem Untergrund

Unser Weg wäre noch etwas weiter geplant gewesen, aber wir mussten uns langsam auf den Rückweg machen. Also wechselten wir kurze Zeit nach der Bodenberghöhle auf die Wegmarkierung 2. Eine weiße 2 mit grünem Untergrund.

Vorbei an schönen Felsen ging es weiter zum Aussichtspunkt am „Himmel„, welcher oberhalb des Höhenglücksteigs liegt und nach kurzer Rast ging es weiter.

Was für eine Fernsicht am Himmel!

Wir kamen nochmal an der Frankenkammer und am Prellstein vorbei und folgten dem selben Weg wie zu Beginn unserer Tour – die Cäciliengrotte haben wir wieder nicht gefunden – nahmen den Abstieg dann jedoch über den Schotterweg.

Fast geschafft.

Bei den Häusern angekommen, ging es wieder nach unten (ich hatte schon fast die Hasen in einem Garten vergessen, aber Freya nicht ;-)) zur Straße. Am Bächlein beim Gasthaus Goldener Hirsch konnten sich die beiden Hunde noch die Füße abkühlen, sodass wir dann kurz nach 15:30 Uhr wieder am Parkplatz waren.

Die reine Gehzeit betrug 3 Stunden und 16 Minuten. Auf den ersten 10 Kilometern waren wir völlig allein auf dem Weg, später haben wir dann ein paar wenige Wanderer und Klettersteig-Geher getroffen. Die Wege sind abwechslungsreich und führen über verschiedene Wegarten.

Da bei dieser Tour die Wegbeschreibung echt schwierig ist, gibts anbei eine Übersichtskarte.

Höhlenrundwanderweg
Quelle: https://www.hirschbachtal.de/Wanderparadies/Hohlenrundweg/hohlenrundweg.html

Und hier (https://www.hirschbachtal.de/Wanderparadies/Hoehlenweg.pdf) kann man sich noch den Flyer über den Hirschbacher Höhlenrundweg als PDF herunterladen.

Seid ihr auch so höhlenverrückt? Ich liebe sie abgöttisch, da man dort jede Menge Abenteuer erleben kann. Allerdings bin ich ein ziemlicher Angsthase und freue mich natürlich umso mehr, dass das mit unserer Begleitung wieder einmal geklappt hat. Dankeschön :-*

Felsen neben der Schmiedberghöhle.
Das Schlossberg-Felsentor.
Abwechslungsreiche Wege.
Mein Seelenhund.
Trittsicherheit erforderlich – die Wege führen auch über Wurzeln und Steine.

Bis bald!

Filze und Schachten – Traumtour im Bayerischen Wald

Eine absolut zu empfehlende Tour für alle Wanderbegeisterten – egal ob MIT oder OHNE Hund!

Das Zwieselter Filz.
Hinweis: Beitrag enthält unbezahlte WErbung

Aufgrund dessen, dass wir so viel unterwegs sind und wir schon so viel gesehen haben, gibt es Touren, welche ich zwar schön finde, aber so geflasht wie diese hier, hat mich schon lange (wenn das überhaupt schon einmal der Fall war) keine Wanderung mehr. Selbst jetzt, während ich diesen Beitrag hier tippe, bin ich noch „hin und weg“. Aber fangen wir von vorn an.

Der Plan war, eine längere Tour über 20 Kilometer zu laufen. Und zwar geplant und nicht wie bei unseren mehrtägigen Touren, wo meine Tourenplanung etwas „daneben“ lag. Außerdem sollte es eine Rundtour sein und natürlich auch ein paar Highlights bieten.

Nachdem ich etwas recherchiert hatte, stieß ich auf eine ähnliche Tour, welche ich mithilfe von Komoot noch ein wenig ausgeweitet und aufgepeppt hatte. Am 04. September 2019 um 10 Uhr starteten wir dann unsere Traumtour.

Abwechslungsreiche Wege warten auf dieser Tour.

Infos zur Tour:

  • Gesamtlänge: 22,2 Kilometer
  • Höhenmeter: 580
  • Besonderheiten/Schwierigkeiten: Rundtour; gutes Schuhwerk; Trittsicherheit erforderlich (Wege schmal, wurzlig und steinig); gute Kondition erforderlich; nicht kinderwagengeeignet; viele Wasserstellen für Hunde (ob das jedoch im Hochsommer mit der Trockenheit auch so ist, weiß ich nicht); eher nicht für heiße Tage geeignet, da man viel in der Sonne läuft; Leinenpflicht und Wegegebot (Nationalpark); keine Einkehrmöglichkeiten (zumindest hab ich keine gesehen); Tour kann auch umgekehrt begangen werden, ich empfehle sie jedoch in angegebener Reihenfolge;
  • Highlights: Lindberger Schachten (oder auch Lindbergschachten), Hirschbachschwelle, Zwieselter Filz, Kohlschachten, Latschensee, Hochschachten, Almschachten, Verlorener Schachten
  • Start: Parkplatz an der Trinkwassertalsperre Frauenau
  • Ziel: Parkplatz an der Trinkwassertalsperre Frauenau (der Parkplatz wird auch gern als Übernachtungsplatz genutzt. Zelten ist allerdings verboten. Wohnmobile/Minicamper/Wohnwägen werden wohl geduldet).

(Tourdaten stammen aus Komoot. Dass man am Parkplatz übernachten kann, weiß ich aus der App Park4Night).

Jetzt aber Los!

Wir starteten also um 10 Uhr mit unserer Tour. Vorbei am Toilettenhäuschen (also es ist eigentlich schon eher ein Haus) geht es über eine nette Holzbrücke über den kleine Regen und schon jetzt erwartete uns der erste Aufstieg. Über 500 Meter geht es durch den Wald nach oben und ich komme das erste Mal ins Schwitzen.

Wir landeten auf einem Schotterweg. Hier war gerade eine Frau mit ihrer Fellnase dabei, den richtigen Weg zu suchen – da ich aber mit Komoot unterwegs war, konnten wir einfach unseren Weg nach links fortsetzen (die zwei kamen uns später im Filz entgegen). Bei nächster Gelegenheit führte der Weg zu unserer Rechten weiter und wir verließen den Schotterweg. Ein leicht verwachsener Waldweg, aber immer noch kein Pfad, brachte uns auf den (wieder einmal) geschotterten Radweg, welchem wir geradeaus folgten. Außer zwei Radfahrer, die Dame mit ihrem Hund und ein paar Wanderer am Parkplatz, habe ich bisher niemanden getroffen und so machte sogar der Radweg Spaß zu laufen.

Der Radweg – da aber kaum jemand unterwegs war, war es kein Problem hier zu laufen.

Vorbei an blühendem Springkraut (ich liebe diesen Duft) und ein paar Rindern – alle eingezäunt – gingen wir in Buchenau nach rechts und folgten den Schildern der Rundwege.

Das tolle Wetter, die neugierigen Kühe, das duftende Springkraut und die wenigen Leute machten selbst diesen Weg zum Erlebnis.
Gleich mehrere verschiedene Rassen haben wir gesehen.

Ab jetzt wechselt der Weg wieder in den Wald und die Wege werden mit der Zeit schmaler, bis wir auf die Straßenkreuzung Hochschachten-/Auwaldstraße treffen. Kurz orientieren und ein Blick auf die Karte… Ah ja. Da geht ein Weg paralell zur Hochschachtenstraße nach oben.

An der Kreuzung Hochschachten-/Auwaldstraße.

Diesem Weg folgen wir (auch wenn er Dank der vorangegangenen Forstarbeiten nicht so toll ist) und queren die Pommerbachstraße und anschließend die Steinschachtenstraße (wobei „Straße“ hier etwas übertrieben ist, es sind geschotterte Waldwege). Zwischen der Steinschachtenstraße und dem Lindbergschachten liegt ein steiler Anstieg mit wenig Schatten und ich war froh, dass wir diese Tour nicht (wie ursprüngich geplant am Sonntag) bei 30 Grad gemacht haben.

Kein wirklich schöner Anblick, aber aktuell gibt es schon wieder ein Käferproblem, weshalb die Forstarbeiten teils nötig sind.
Die letzten Meter bis zum ersten Schachten.

Bühne frei für den Lindberger Schachten!

Nach einer erneuten Überquerung der Hochschachtenstraße und einem etwas steinigen Weg, ging es durch einen Buchenwaldabschnitt zum Lindberger Schachten (auch Lindbergschachten genannt).

Der Lindberger Schachten.
Freya im Heidelbeerensträucher-Meer.
Tafel am Lindbergschachten (Lindberger Schachten).

Der Anblick raubte mir fast den Atem. Nichtsahnend steht man vor einer offenen (Weide)Fläche, während man vorher kilometerweit durch Wälder gestapft ist.

Schachten (singul.) bezeichnet meist vom Menschen geschaffene Lichtungen in hoch gelegenen Wäldern fernab von Siedlungen, welche als Weideflächen in der Vergangenheit genutzt wurden und teilweise noch heute beweidet werden. Die hutangerartigen Wiesen befinden sich überwiegend auf Kuppen, Sattellagen und Hochplateus im Böhmerwald, Bayerischen Wald, Sauerland, Bergischen Land und im südlichen Frankenjura. Diese insulären Mittelgebirgshutungen stellen historische Kulturlandschaftselemente dar.

https://de.wikipedia.org/wiki/Schachten

Als ich meinen Mund vor Staunen wieder zubekommen habe, führten wir unseren Weg über den Unteren Gruftsteig (auch ein Teil des Goldsteigs) zur Hirschbachschwelle fort. Typisch „Goldsteig“ geht es über schmale Pfade, mit ein paar Wurzeln, Steinen und Felsen durch abwechslungsreiche Buchenwälder, aber auch käfergeschädigte Waldabschnitte. Ich muss gestehen, beides hat für mich seinen Reiz. Vor allem zu sehen, wie sich die Natur erholt, ist für mich sehr spannend und faszinierend.

Auf dem Weg zur Hirschbachschwelle.
Typisch Goldsteig – verwuchert und steinig sind die Pfade.
Was für ein abwechslungsreicher Steig.
Aus einem Buchenwald wird ein Abschnitt voller Baumleichen. Aber ein kleiner Bach lässt diesen Abschnitt wie eine Oase aussehen und das Grün dominiert inmitten der grauen abgestorbenen Bäume.

Hirschbachschwelle – Badezeit für Freya

Der Untere Gruftsteig bringt uns auf die Kiesseigenstraße. Von hier aus könnte man auch weiter zum Polednik. Aber wir biegen bei nächster Gelegenheit rechts ab und erreichen somit rasch unser zweites Ziel – die Hirschbachschwelle. Für Freya die Zeit um sich abzukühlen (anschließend ging es gleich wieder an die Leine), für mich eine kurze Rast und ein bisschen was zu essen.

Was für ein schöner Ort. Natur und Ruhe pur an der Hirschbachschwelle.
Pause an der Hirschbachschwelle.

Gestärkt und nach kurzer Rast schulterte ich wieder den Rucksack. Schließlich haben wir noch nicht einmal die Hälfte der Tour geschafft.

Also folgten wir dem Weg am See vorbei und hätten fast die Abzweigung nach links, direkt hinter dem See übersehen. Da müssen wir also weiter.

Noch ein letzter Blick auf den kleinen See und dann geht es weiter.

Hätte hier nicht in den 1990ern der Borkenkäfer gewütet, wäre an dieser Stelle vermutlich ein Wald mit hohen Fichten. Aber jetzt stehen und liegen hier die Baumleichen und Schatten gibt es kaum bzw. überhaupt nicht.

Übrigens befinden wir uns hier paralell zum Grenzsteig nach Tschechien. Eine tolle Gegend ist das hier.

Auf dem Weg zum Zwieselter Filz. Schatten? Fehlanzeige.

Über Bohlenstege durchs Zwieselter Filz

Als absoluter Moor-Liebhaber freute ich mich ganz besonders auf die Strecke durchs Zwieselter Filz.

Filze = Regenmoore, auch ombrotrophe Moore oder Hochmoore genannt, sind mineralsalzarme, saure und nasse Lebensräume mit einer an diese extremen Bedingungen angepassten Flora und Fauna. Regenmoore werden im Gegensatz zu Niedermooren ausschließlich aus Niederschlägen (Ombrotrophie) und durch aus der Luft eingetragene Mineralsalze versorgt und stellen damit einen speziellen hydrologischen, ökologischen und entwicklungsgeschichtlichen Moortyp dar, bei dessen Jahrhunderte bis Jahrtausende währendem Wachstum Torfmoose als Torfbildner eine entscheidende Rolle spielen.
Regenmoore sind durch Torfabbau und Mineralsalzeinträge aus der Umgebung (Landwirtschaft, Industrie) stark gefährdet. Lebende und noch wachsende Regenmoore gibt es heute kaum noch. Die letzten großen Regenmoorgebiete befinden sich in Westsibirien und Kanada.

https://de.wikipedia.org/wiki/Regenmoor
Im Zwieselter Filz.

An die 2 Kilometer führt uns der Bretterweg (Vorsicht! Teilweise sind die Abstände zwischen den Bohlen so groß, dass die Hunde mit ihren Pfoten durchrutschen können. Das erfordert etwas Konzentration bei den Fellnasen) durch die Moor-Landschaft. Mooraugen, Heide, abgestorbene querliegende Bäume… Was für den einen gruselig wirkt, ist für mich „Faszination pur“.

Was ist denn da? Freya hatte eine kleine Eidechse entdeckt.
Moorauge.
Ein etwas größerer „See“ im Zwieselter Filz.

Vom Zwieselter Filz geht es, diesmal wieder über weichen Boden, zum Kohlschachten. Hier sind mir (ausnahmsweise) zu viele Leute (obwohl 5 jetzt nicht wirklich viele sind, aber ich wollte meine Ruhe ;-)) und so setzen wir unseren Weg gleich wieder auf Brettern fort. Ein weiterer Holzweg führt vom Hauptweg nach links. Man erreicht nach ein paar Metern den Latschensee (welcher auf den Fotos viel größer aussieht, als er ist, aber schön ist es hier trotzdem).

Der Weg zum Kohlschachten.
Wie in der Steppe sieht es am Kohlschachten aus.
Der Latschensee.

Da auch hier eine Familie vor Ort war, gabs ein paar Schnappschüsse und einen Schluck Moorwasser für Freya (trinken eure Hunde das auch so gern?) und schon gings weiter.

Halbzeit und eine Pause am Hochschachten

Die Hälfte der Strecke (11 Km) war geschafft und so langsam grummelten unsere Mägen. Ein geeigneter Pausenplatz musste her. Weil der Picknickplatz am Hochschachten bereits besetzt war und ich keine Lust auf Konversation hatte, suchten wir uns ein schattiges Plätzchen unter 2 großen Fichten und machten hier unsere (wieder mal kurze) Mittagspause. Wir waren so gut versteckt, dass uns andere Wanderer nicht einmal bemerkt hatten :-).

Blick über den Hochschachten zu einem Gipfel. Welcher? – Das weiß ich leider nicht genau.
Update 13. September: Dank der Hilfe einer lieben Blog-Leserin(vielen Dank) weiß ich nun – es ist der
Große Arber,
welcher hier über die Baumkronen tront!!!
Und nochmal der Hochschachten. Hier erkennt man deutlich, dass es sich um (frühere) Weideflächen handelt.

Erst als wir weiter in Richtung Almschachten gelaufen sind, sah ich eine Bank am Abzweig zum Hochschachten (eigentlich dachte ich, dass dies bereits der Hochschachten ist, aber vielleicht gibt es dort nochmal einen besseren Aussichtspunkt. Ich habe keine Ahnung). Den Weg nach oben ersparte ich uns aber und wir liefen gleich weiter zum Almschachten. Ein schmaler Pfad führt kurz durch dichte Heide und wechselt dann wieder in einen lichten Buchenwald.

Pilze auf dem Weg zum Almschachten.
Auf dem Weg zum Almschachten.
Buchenwald in Richtung Almschachten. Abwechslungsreicher könnten die Wege kaum sein.

Der Almschachten

Einer schöner als der andere. Ich hätte nie gedacht, dass Schachten eine solch magische Anziehungskraft auf mich ausüben können. Aber sie tun es. Diese Orte scheinen wie ein Magnet zu sein. Am Almschachten befindet sich eine kleine Schutzhütte, welche wir aber nicht betreten hatten, denn ich wollte weiter. Wir hatten noch knapp 9 Kilometer vor uns. Zum Glück waren aber die Höhenmeter (fast) geschafft.

Zwischen dem Alm- und dem Verlorenen Schachten trafen wir auf ein älteres Ehepaar. Mittlerweile war ich mehr in Redelaune und nach einem ausgiebigen Plausch über die Gegend ging es weiter.

Der Almschachten.
Eine kleine Hütte am Almschachten.
Blick zum Stausee auf dem Weg zum Verlorenen Schachten.

Noch ein kurzer Anstieg zum Verlorenen Schachten

Ich hatte mir ernsthaft überlegt, den Verlorenen Schachten wegzulassen, aber dann hätte ich die schöne Hütte verpasst und außerdem auch nur ein paar Meter gespart. Also ging es über einen Wiesenweg zum Verlorenen Schachten.

Auf dem Weg zum Verlorenen Schachten.
Riecht Freya etwa schon den nahenden Bach?
Endlich Wasser – und natürlich wieder eine Abkühlung.
Die Hütte am verlorenen Schachten. Ich habe gelesen, dass man diese wohl auch mieten kann, ob es stimmt? Das weiß ich leider nicht, lässt sich aber mit Sicherheit herausfinden.
Nette Sitzgruppe bei der Hütte am Verlorenen Schachten.

Fast geschafft – die letzten Kilometer

Ziemlich verwachsen und kaum erkennbar ist der Weg bis zum Waldrand. Hier führt ein kleiner Pfad durch den Wald und wir gelangen auf den Weg, welchen wir gegangen wären, wenn wir nicht zum Schachten gelaufen wären.

Von hier aus führt uns der Weg, teils steil bergab, über den Judenweg zur Schachtenstraße, weiter auf eine Teerstraße.

Hier meinte Komoot, wir sollen links hinauf. Ich wollte nicht mehr bergauf laufen und entschied mich für den unteren Weg. Weil dies jedoch ein beliebter Weg für Radfahrer ist, biegen wir bei nächster Gelegenheit nach links auf einen Wanderweg ab.

Die Teerstraße ist fast schon angenehm, nach den ganzen Wurzeln und Stegen. Außerdem sind wir bereits knapp 19 Kilometer gelaufen und kommen hier schnell voran.

Spätestens beim nächsten Wegweiser dachte ich mir dann „da hättest du ja gleich die Teerstraße hoch laufen können“, denn jetzt mussten wir über den schmalen Wanderweg nach oben…

Neben uns der Alte Triftkanal (dieser führt kein Wasser), geht es vorbei an einem kleinen Wasserfall (Wasserfall ist schon ein bisschen übertrieben ;-)) und über ein paar Wurzeln ging es, glücklicherweise neben der „Radl-Straße“, zur Talsperre hinab. Von hier aus waren es nur noch 900 Meter. Gleich nach der Straße folgten wir rechts den Stufen hinab und über einen Weg gelangten wir zu einer weiteren Teerstraße. Hier sind wir kurz 5 Meter in die falsche Richtung und haben dann aber gleich den (noch steileren) Abstieg zum Parkplatz entdeckt.

Links der alte Triftkanal – rechts der wurzlige Weg. Die letzten Kilometer sind nochmal etwas anspruchsvoll.
Wasserfall.
Blick zum Stausee. Fast geschafft.
Die Bank nutzten wir nicht mehr.
Geschafft! Die Holzbrücke über den Kleinen Regen war unser Start der 22 Kilometer langen Tour.

Wir erreichten um 17:30 Uhr das Auto und waren mit Pausen ziemlich genau 7,5 Stunden unterwegs. Die reine Gehzeit lag bei 5 Stunden und 15 Minuten.

Mehr Abwechslung gibt es wohl kaum

Die gesamte Tour ist so abwechslungsreich, dass es einem, trotz der 22 Kilometer, nicht zu lange erscheint – oder es geht euch wie mir. Ich hatte den Eindruck, wochenlang unterwegs gewesen zu sein, aber nicht weil es so langwierig war, sondern weil ich so viele Eindrücke gesammelt hatte.

Eine gute Grundkondition und gewisse Trittsicherheit sind jedoch Voraussetzung, um diesen Weg zu meistern. Weil man nicht nur Buchenwälder, sondern eben auch die käfergeschädigten Flächen durchläuft und dadurch wenig Schatten hat, sollte man diese Tour an etwas kühleren Tagen gehen.

Wir waren fast allein unterwegs, aber die wenigen Leute, welche wir unterwegs getroffen haben, waren alle sehr freundlich.

Noch ein paar Impressionen:

Hier gehts zum Latschensee.
Ein toller Abschnitt durchs Filz.
Wälzen muss sein.
Wuzeln.
Am Goldsteig.
Tafel Kohlschachten.
Tafel Hochschachten.
Tafel Almschachten.
Der Verlorene Schachten.
Bald haben wir es geschafft.
Auf dem Goldsteig Richtung Hirschbachschwelle.
Steiler Aufstieg in Richtung Lindberger Schachten.
Hier kann man auch auf den Polednik wandern.
Wollgras.
Erklärung Latschenfilz.
Baumpilz 😉
Bis bald 🙂

Durch die Oswaldhöhle zum Quackenschloss – Wandern mit Hund in der Fränkischen Schweiz

Taschenlampe nicht vergessen! 😉

Unsere Sonntagstour (01. September 2019) führte uns durch das Wanderparadies Fränkische Schweiz. Genauer gesagt ging es zum Quackenschloss. Auf dem Weg dorthin gab es so einiges zu entdecken.

Wir waren bei dieser Tour nicht alleine unterwegs und so verabredeten wir uns für 9 Uhr am Treffpunkt… Was ich bei der Planung nicht gesehen hatte, war der Marathon rund um Muggendorf und Gößweinstein, weshalb wir unseren Treffpunkt kurzfristig zum Bahnhof Muggendorf auslagerten und auch die Uhrzeit verspätete sich (dank einiger Umleitungen) ein paar Minuten.

Infos zur Tour:

  • Gesamtlänge: 10 Kilometer
  • Höhenmeter: 410 bergauf, 420 bergab
  • Besonderheiten/Schwierigkeiten: gutes Schuhwerk; keine Wasserstellen, außer an der Wiesent; Treppen (nicht kinderwagengeeignet); Gittertreppen (wer den Aussichtsturm besteigen möchte); Höhlendurchgang 1,60 m durch die Oswaldhöhle (Wanderweg führt durch die Höhle – Taschenlampe ratsam); Wundershöhle (Eingang ist ein kleines Loch, durch das man hindurchkriechen muss – wir sind nicht hinein); Aussichtsfelsen Adlerstein – steile Treppe (definitiv nicht für alle Hunde geeignet); Vorsicht bei Nässe – Rutschgefahr auf einigen Pfaden); Einkehrmöglichkeiten in Muggendorf vorhanden; Rundtour
  • Start: Bahnhof Muggendorf – Am Bahnhof, 91346 Wiesenttal
  • Ziel: Bahnhof Muggendorf

(Daten stammen aus Komoot)

Wanderwege rund um Muggendorf. Wir hielten uns hauptsächlich an den gelben Kreis.

Wir starteten also um halb 10 mit unserer Tour und zu Fuß konnten wir über die Brücke der Wiesent und problemlos die, für Autos gesperrte, B470 queren. Von der Forchheimer Straße sind wir dann rechts in den Marktplatz abgebogen und an einer Mauer unterhalb der Kirche „begegneten“ wir schon dem ersten Wegweiser.

Wir hielten uns Links, bogen in die Straße Lindenberg ab und von hier aus ging es weiter den Dooser Berg hinauf, wo wir in der Kurve dann in einen Waldweg wechselten und der Beschilderung zum Mehlbeerensteig folgten.

Nach einem kurzen, aber knackigen Anstieg über ein paar Stufen erreichten wir einen schönen Aussichtspunkt.

Wunderschöne Sichts ins Wiesenttal.

Den Mehlbeerensteig „ließen wir links – ähm rechts liegen“ und entschieden uns für den linken Weg in Richtung Oswaldhöhle. Wer nicht durch die Höhle gehen kann oder möchte, der sollte an dieser Stelle die anderen Wege nutzen.

Die maximale Höhe der Höhle beträgt 160 cm. Um nirgendwo dran zu stoßen, hatte ich extra noch meine Stirnlampe dabei.

Höhlenforscher – Eine Taschen- oder Stirnlampe bringt gewisse Vorteile mit sich

Der Wanderweg verläuft DURCH die Oswaldhöhle. Hier heißt es für größere Personen „Kopf einziehen“, denn die maximale Höhe beträgt 1,60 Meter. Außerdem sollte zum Schutz der Fledermäuse auf eine Begehung in den Wintermonaten (etwa Oktober – Ende März/Anfang April) verzichtet werden.

Noch ein kurzer Blick nach draußen und dann wird es dunkel.

Wer mit einer Taschen- oder Stirnlampe ausgestattet ist, der kann sich im Inneren der Höhle etwas umsehen. Es ist wirklich faszinierend, auch wenn es keine Besonderheiten, wie Stalagniten oder ähnliches gibt. Dazu weht einem immer ein leichtes Lüftchen um die Nase, denn der Ausgang ist nicht weit.

In der Oswaldhöhle.
Im inneren der Oswaldhöhle.
Auch auf der anderen Seite der Höhle befindet sich der Hinweis.
Links der Eingang zur Wundershöhle.

Direkt neben dem Ausgang der Oswaldhöhle befindet sich der (unscheinbare) Eingang zur Wundershöhle. Wer diese Höhle betreten möchte, der muss sich zuerst durch eine schmale Öffnung, kriechend, hindurch „quetschen“. Auf dieses Abenteuer hatten wir jedoch verzichtet ;-), denn wir hatten noch ein bisschen was vor uns.

Hoch hinaus

Der weitere Weg führte uns, linkerhand durch abwechslungsreiche Wälder zum Aussichtsturm Hohes Kreuz oberhalb des Hohlen Bergs.

Hier machten wir, obwohl wir gerade erst 2 Kilometer geschafft hatten, die erste Rast. Eine schöne Bank hat förmlich dazu eingeladen.

Nach unserer kleinen Pause wartete der Aufstieg auf den Aussichtsturm. Vier Gittertreppen warteten auf uns, aber die Hunde machten das super. Für mich wäre es vor 3 Jahren undenkbar gewesen, diesen Turm zu besteigen. Treppen durch die man hindurchsehen kann und dann noch diese Höhe – das war für meine Höhenangst nichts. Aber so langsam wird es besser und die Aussicht von dort oben ist einfach sagenhaft.

Der Aussichtsturm „Hohes Kreuz“.

Den Turm ließen wir hinter uns und über einen breiten aber steilen Abstieg gelangten wir auf einen Pfad in Richtung Quackenschloss.

Der Weg verlief abwechslungsreich. Während im Wald einige Felsen aus dem Waldboden ragten, standen wir im nächsten Moment vor einer großen Wiese.

Zwei Mountainbiker kamen entgegen, blieben aber auf dem breiten Forstweg, während wir auf einen kleinen Pfad nach rechts abgebogen sind. Nach etwa 5 Kilometer erreichten wir das Quackenschloss.

Das Quackenschloss.

Die kleine Höhle (eigentlich ähnelt es mehr einem Felsentor) hat auch eine eigene Sage…

Die Sage des Quackenschlosses.

Wir begutachteten das Quackenschloss von innen, aber der Weg nach oben interessierte uns ebenfalls und so konnten wir vom Aussichtspunkt oberhalb des Quackenschlosses noch eine top Fernsicht genießen. Eine zweite, jetzt aber etwas längere Pause, machten wir genau an dieser Stelle. Einfach nur schön.

Auf gehts zur schönen Aussicht.
Freya hoch oben. Oberhalb des Quackenschloss.
Ein schöner Ort, für unsere zweite Pause.

Steiler Aufstieg zum Adlerstein

Als wir wieder auf dem Weg waren, entschieden wir uns, den Adlerstein noch zu „erwandern“ und dann den Rückweg anzutreten. Also folgten wir dem Wanderweg weiter. Mitten aus dem Nichts tauchen zwei große Felsen auf. Der Adlerstein kann über eine STEILE Treppe (nichts für „Jederhund“) bestiegen werden. Freya wollte unbedingt nach oben und so kraxelten wir beide nach oben. Mit ein bisschen Hilfe und Schieben schaffte sie es auch. Allerdings sollte man hier direkt hinter seinem Hund laufen, da ein „nach hinten Kippen“ jederzeit möglich wäre.

Auf dem Weg zum Adlerstein.
Und da soll ich jetzt wieder runter?

Oben angekommen staunten 4 weitere Personen nicht schlecht. Für sie war es faszinierend, dass Freya diese Treppen überhaupt hochgekommen ist. Da unsere Begleitung unten wartete, gabs nur einen kurzen Knipser und schon machten wir uns wieder an die Treppe. Die 4 Wanderer standen oben am Geländer und schauten zu, wie Freya die Treppe hinabstieg. Wir verabschiedeten uns und setzten unsere Wanderung fort.

Über einen Schotterweg gelangten wir zu einer Teerstraße, wo wir links gingen. Aber bereits nach etwa 200 Meter ging es wieder auf einen Waldweg. Breiter als ein Pfad, aber angenehm zu laufen. Nach rund einem Kilometer, ein paar Eichhörnchen und drei Rehe, welche die Hunde schon weit vorher gerochen hatten, erreichten wir den Weg, den wir vorher schon einmal gegangen waren. Da wir allerdings nicht den völlig gleichen Rückweg antreten wollten, entschieden wir uns dann für den Abstieg zur Wiesent. Es war warm und die Hunde hatten sich definitv eine Abkühlung verdient.

Weil die beiden völlig aufgedreht waren, als sie die Rehe flitzen sahen, musste eine kurze „Sitz-Pause“ für die zwei eingelegt werden. Beide Hunde waren während der kompletten Wanderung angeleint und so konnten wir alle unbeschadet unseren Wegen folgen.
Die Wiesent.

Über einen steilen Weg ging es nach unten. Wir überquerten die B470 und nachdem die Hunde ihre Abkühlung bekommen hatten, ging es über die Brücke und die Bahngleise auf einen Schotterweg. Dieser Weg ist Teil eines Lehrpfads.

Bei nächster Gelegenheit querten wir wieder auf die andere Seite der Straße und da durch den Marathon die Bundesstraße gesperrt war, konnten wir ohne Probleme auf dem Radweg (es sind ja alle auf der Straße gefahren) unsere Tour bis zum Bahnhof fortsetzen. Um 14:30 Uhr erreichten wir nach vielen tollen Eindrücken und einer super Wanderung dann wieder unseren Ausgangspunkt.

Höhlenhund.
Auf dem Weg zum Quackenschloss.
Baumpilze.
Bis zum nächsten Mal.

Vielen Dank an unsere tolle Begleitung :-), von welcher ich auch einige Bilder für den Beitrag verwenden durfte.