Auf dem „Adolf-Hackner-Weg“ in Greding – Wandern im Altmühltal

Rundwanderweg Nr. 10

Hinweis: Beitrag enthält unbezahlte Werbung
Wegmarkierung bei unserem Einstieg in den Adolf-Hackner-Weg.

„Wandern vor der Haustür“

Das war am 24. September 2019 unser Motto.

Ich hatte keine Lust, mit dem Auto irgendwohin zu fahren und da wir in und um Greding einige Wanderwege haben, entschied ich mich diesmal für den Adolf-Hackner-Weg – Rundwanderweg Nr. 10.

Gelesen hatte ich von ihm schon viel. Teilstücke sind wir auf unseren „normalen“ Gassirunden auch bereits gegangen, aber eben nie den kompletten Weg an einem Stück.

Infos zur Tour:

  • Gesamtlänge: 12 Kilometer*
  • Höhenmeter: 240*
  • Besonderheiten/Schwierigkeiten: festes Schuhwerk da der Weg auch über Wiesen führt; Rundtour; überwiegend kinderwagengeeignet (Wurzelweg zu den Sinterterrassen sowie Weg über die Wacholderheiden etwas schwierig, aber mit einem guten Buggy machbar); Wegarten => breite (Forst- oder Wiesen)Wege, Pfade, wenige Treppenstufen – jedoch keine Gittertreppen, Asphalt; Wegmarkierung grüne 10 auf gelbem Untergrund (gut ausgeschildert); mehrere Einkehrmöglichkeiten in Greding (Öffnungszeiten beachten); an heißen Tagen genug Wasser für den Hund mitnehmen => je nach Witterung können Bäche ausgetrocknet sein (Gewässer entlang der Route: Agbach, kleines Rinnsal am Weg bei den Fischweihern, Kaisinger Brunnenbach, Schwarzach, Mühlbach); ein paar Mal müssen Straßen gequert werden; zahlreiche Sitzmöglichkeiten; Leinenpflicht bei den Sinterterrassen; zu unserer Zeit (unter der Woche) kaum frequentiert
  • Highlights: Sinterterrassen im Kaisinger Tal
  • Varianten: Tour kann auch umgekehrt gegangen werden; Abkürzungen möglich (alle 2 bis 4 Kilometer kann man zurück zum Marktplatz gehen);
  • Start: der Adolf-Hackner-Weg kann an mehreren Stellen gestartet werden. Wer mit dem Auto anreist, startet am besten am großen Altstadtparkplatz am Hallenbad in Greding (kostenlos)
  • Ziel: = Start

(* Daten stammen aus Komoot)

Natur entlang des Adolf-Hackner-Weg.

Wandern vor der Haustür

Ein Einstieg in den Adolf-Hackner-Weg befindet sich nur 400 Meter von unserer Haustür entfernt. Also schnürte ich um 10:45 Uhr meine Wanderstiefel und los gings zum Startpunkt nahe des Spielplatzes Im Mühltal.

Weil aber vermutlich die meisten mit dem Auto kommen, gehe ich mit euch die Tour vom Startpunkt am Altstadtparkplatz los. Da es eine Rundtour ist, ändert sich nicht viel. Weitere Parkmöglichkeiten finden sich an der Straße von Greding Richtung Landerzhofen, bzw. am Lehrpfad im Kaisinger Tal oder bei der St. Martin Kirche (Bergstraße).

Wir sind die Tour im Uhrzeigersinn gelaufen (unsere Empfehlung), da es einen knackigen Anstieg gibt. Ich laufe einfach lieber bergab ;-).

Der Weg ist in beide Richtungen sehr gut beschildert, sodass man sich auch ohne Komoot, Outdooractive oder GPS nicht verlaufen kann.

Zahlreiche Markierungen weisen Wanderer darauf hin, dass man richtig ist.

Dann mal los

Am Altstadtparkplatz überqueren wir zuerst einmal die Hauptstraße und folgen nach links dem Fußgängerweg. Das Wasserrad, den Kinderspielplatz und den Zeidlerturm lassen wir hinter uns, um am Stadttor geradeaus die Straße zu queren.

Wasserrad am Kinderspielplatz.
Und sogar ein Insektenhotel befindet sich in der Rosenschar am Zeidlerturm.

Wir folgen dem Hühnerweg in Richtung St. Martin Basilika. (Bis hier gibt es schon 2 Bänke und noch weitere Sitzmöglichkeiten beim Zeidlerturm und am Spielplatz ;-)). Am Parkplatz der Kirche halten wir uns links, überqueren die Bergstraße und wandern über einen Pfad, welcher teils serpentinenartig nach oben und durch eine Wacholderheide verläuft, auf eine Hochfläche. Hier hat man einen grandiosen Blick über Greding. (Auch auf diesem Teilstück haben wir ca. 6 Bänke entdeckt).

Tipp für Kinderwagen und/oder Hundebuggy: der Bergstraße auf dem Gehweg bis zum nächsten Markierungspunkt folgen und dann die Wanderung auf dem Weg fortsetzen => der Pfad über die Wacholderheide ist ziemlich schmal.

Dieser Baum hat mich fasziniert. Er ist in der Mitte hohl. Irgendetwas – vermutlich ein Blitz – muss ihn gespalten haben. Dennoch hat er überlebt.
Ein schmaler Pfad führt serpentinenartig nach oben.
Herrliche Fernsicht.

Über einen Wiesenweg geht es ein Stück bergab. Wir folgen eine kurze Strecke bergauf der Bergstraße, überqueren sie erneut und halten uns Richtung Bildstöckl (hier gibt es wieder 3 Bänke und auf dem Weg dorthin auch eine).

Der weitere Wegverlauf bietet immer wieder Blicke nach Greding.

Auf gehts zum Bildstock.

Das Agbachtal

Nach einem kurzen aber steilen Abstieg geht es an Fischweihern und einem Mini-Mini-Wasserfall vorbei ins Agbachtal.

Das Agbachtal ist eines der ältesten Biberreviere im Landkreis. Aber auch Fuchs, Dachs, Reh und Hase leben in diesem idyllischen Tal.

Hier halten wir uns gern auf.

Ob bei diesem Mini-Mini-Wasserfall wohl irgendwann eine Steinerne Rinne entsteht?
Links bahnt sich ein Rinnsal den Weg.
Das Agbachtal.

Ein Stück bergauf geht es erneut über einen Wiesenweg – mit Wacholder geziert – zur Straße in Richtung Landerzhofen, um dem Forstweg auf der gegenüberliegenden Straßenseite zu folgen.

Auch den kommenden Teil der Strecke bin ich schon öfter gelaufen, aber heute hatte er etwas von einem Märchenwald.

Es haben nur noch Trolle und Elfen gefehlt.

Links kommt eine Quelle aus dem Berg und läuft über den Weg. Auch hier war ich schon mehrmals, aber heute war es ganz besonders. Ich wollte mir die Quelle einmal genauer ansehen und was ist da? – Ich bin ziemlich erschrocken als dieser kleine Freund hier

Feuersalamander an der Quelle.

auf einmal neben mir war. Feuersalamander sind sehr seltene Tiere geworden und natürlich freut es mich umso mehr, dass auch bei uns in Greding noch oder wieder ein solches Tier ein Zuhause hat. Möge er ein langes Leben haben.

Nachdem wir mindestens 3 weitere Bänke hinter uns ließen und ein paar schöne Blicke ins Tal erhascht hatten, ging es erneut über eine Straße in Richtung Sinterterrrassen im Kaisinger Tal.

Schilder am Parkplatz zum Kaisinger Tal.

Eigentlich verläuft der Weg im Kaisinger Tal nicht direkt an den Sinterterrassen vorbei, ein Abstecher ist dennoch drin. Wer nicht gerade mit Kinderwagen oder Hundebuggy unterwegs ist, sollte hierfür den Wurzelweg wählen.

Bei den Sinterterrassen im Kaisinger Tal.
Im oberen Bereich haben die Kalktuff-Kaskaden noch ein bisschen Wasser…
…aber bereits ab der Hälfte liegen sie trocken.

Sinterstufen, auch Sinterterrassen sind Ablagerungen von porösem Kalktuff oder dicht geschichtetem Kalksinter in einem Bach oder fließenden Gewässer und bilden sich im Gegensatz zu Tropfsteinen relativ schnell. Größere Sinterstufen sind beispielsweise im Gebiet der Plitvicer Seen oder in Pamukkale vorhanden.
An ins Wasser gefallenen Ästen, Steinen und Zweigen bilden sich zuerst kleine Ablagerungen und über die Zeit dann immer größere Barrieren im Bachlauf. Diese Barrieren entwickeln sich im Laufe der Zeit zu kleineren Becken, die sich als Sinterstufen markieren und das Wasser kaskadenartig aufstauen. Die Stufen sind meist Bildungen innerhalb des Quartär.

Weitere Sinterstufen gibt es u.a. beim „Hohen Brunnen“ in Berching, bei der „Lillachquelle“ bei Weißenohe oder auch an der „Marienklause“ bei Beilngries.

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Sinterstufen

Wir verlassen das Kaisinger Tal und kommen an Entsorgungscontainern vorbei. Hier ein kleiner Tipp: den oberen Weg wählen, da unten immer sehr viele Scherben am Boden liegen.

Tipp: Links/oben vorbei, um nicht in Scherben zu treten.

Nach den Container halten wir uns links und kommen zu einem weiteren Biberrevier.

Weiteres Biberrevier in Greding.

Auf gehts zu den nächsten 2 Bänken, von welchen aus wir über eine Wiese Richtung Straße kommen. Die Aussicht ist zwar toll, der Lärm der A9 allerdings nicht. Deshalb gehts schnell weiter hinunter zur Schwarzach.

Schöne Bank, aber der Verkehrslärm der A9 bewegte uns zum Weiterlaufen.

Entlang der Schwarzach verläuft ein Fisch-Lehrpfad. Freya fand aber die Abkühlung (obwohl es wirklich nicht heiß war) in der Schwarzach viel besser.

Bauch kühlen in der Schwarzach.
Die lange Trockenheit im Sommer macht sich auch hier bemerkbar.

Am Sportplatz vorbei, kommen wir wieder zurück zum Ausgangspunkt.

Fast am Ziel gibt es noch eine Info-Tafel zum Fisch-Lehrpfad.

Während wir bei strahlendem Sonnenschein gestartet sind, wurde das Wetter gegen 13 Uhr immer bewölkter. Dennoch kamen wir trockenen Fußes nach Hause.

Insgesamt waren wir 5 Stunden unterwegs, die reine Gehzeit betrug 3 Stunden. Auf den 12 Kilometern haben wir kaum jemanden getroffen. An den Wochenenden bei schönem Wetter ist hier allerdings mehr los.

Habt ihr auch einen Wanderweg vor eurer Haustür? Und falls ja – seid ihr diesen schon gegangen? Ich freue mich auf euren Kommentar. Bis bald!

Noch ein paar Impressionen für euch:

Auf dem Weg ins Agbachtal.
Hier fließt die Quelle über den Weg. Ja genau die, wo der Feuersalamander war.
Auf dem Adolf-Hackner-Weg.
Info-Tafel am Lehrpfad im Kaisinger Tal.
Auf dem Weg zu den Sinterterrassen. Leine nicht vergessen!
Bei den Sinterterrassen. Hier ist meistens schon wenig Wasser, aber so trocken hab ich es noch nie gesehen.
Bis bald ihr Lieben.

Der „Jägersteig“ bei Dollnstein

Eine Tour im Naturwaldreservat Beixenhart. Für abenteuerlustige und trittsichere Wanderer!

Für alpines Feeling und Action ist gesorgt.

Für mich ist der Jägersteig bei Dollnstein eine besondere Tour. Ich bin ein absoluter Fan von ansprungsvollen Wanderungen und der Jägersteig lässt mein „Kraxler-Herz“ höher schlagen.

Infos zur Tour:

  • Gesamtlänge: 6,15 km
  • Höhenmeter: 110
  • Besonderheiten/Schwierigkeiten: es gibt auf dem gesamten Jägersteig kein Wasser – man sollte also ausreichend zu trinken mitnehmen (auch für den Hund), Rundtour, Vorsicht bei Nässe – dann lieber nicht gehen, nicht geeignet für kleine Kinder, Trittsicherheit erforderlich, keine Einkehrmöglichkeit, eine Leiter – diese ist aber ziemlich flach (kleine Hunde können getragen werden, große Hunde am besten unterstützen)
  • Start: Parkplatz am Groppenhofer Weiher, von Dollnstein Richtung Ried auf der linken Seite
  • Koordinaten: Geographisch: 48.855047, 11.078646
  • Ziel: = Start

(Daten stammen aus der Komoot-App).

Die Tour beginnt am „Parkplatz Groppenhofer Weiher“, auch bekannt als „Rieder Weiher“ oder als „Wanderparkplatz Jägersteig“ – Achtung, im Weiher, am Spielplatz und auf der Liegewiese beim Weiher sind keine Hunde erlaubt!

Wir überqueren die Straße und noch einen Radweg (Vorsicht!) und halten uns geradeaus. Zuerst geht es ein kurzes Stück die Forststraße entlang, bis wir nach knapp 400 Meter rechts in den Jägersteig einsteigen. Beim ersten Mal, als ich den Jägersteig gegangen bin, hatten wir den Einstieg übersehen und sind dann erst im Zwischeneinstieg nach oben. Diesmal war er besser zu erkennen.

Eine Tafel markiert den Einstieg in den Jägersteig.

Der Jägersteig ist mit seinen 110 Höhenmetern eher unspektakulär – denkt man, aber es gibt kurze und knackige Anstiege, welche teilweise vollen Körpereinsatz erfordern.

Der Einstieg verläuft allerdings gemäßigt und erinnert eher an einen Spaziergang.

Man läuft auf einem schmalen Pfad durch den Buchenwald – die Steigung ist mäßig. Immer wieder ragen Felsen aus dem Waldboden heraus. Genau mein Geschmack.

Felsen wechseln sich mit Buchen ab.

Wir trotten den Pfad entlang und gelangen nach dem ersten Kilometer zu der ersten „Hürde“. Jetzt bin ich gespannt – Freya kennt noch keine Leitern. Während sie mit Gittertreppen kein Problem hat, war das neu. Aber auch diese Hürde meisterte sie souverän.

Leiter am Jägersteig.

Die Leiter ist geschafft. Nach ein paar Metern kann man hier den Abstieg vom Jägersteig antreten. Der einzige Zwischenausstieg, bevor man den ganzen Weg laufen muss.

Die Hinweisschilder für den Zwischenabstieg kann man eigentlich nicht übersehen.

Wir bleiben aber auf dem Steig und nun geht es doch etwas weiter nach oben. Aber der Anstieg ist halb so wild und erfordert noch keinen vollen Einsatz. Zuerst rechts hoch, dann links – schon sind wir oben und folgen weiterhin dem schmalen Weg durch den (teils sehr lichten) Wald.

Ab jetzt wird der Weg etwas schwieriger. Es folgen Passagen, die vollen Körpereinsatz fordern. Mit Hilfe von Händen, Füßen und Drahtseilen kommt aber jede Stelle gut hinauf oder herunter.

Freya geht es viel zu langsam, sie wartet aber geduldig, bis ihr Herrchen unten ist.
Und wieder muss sie warten… Was die sich wohl denkt?!
Zugegeben, ohne Freya an der Leine war es einfacher, dort runter zu kommen.
Und hier ist dann auch noch eine von mehreren seilgesicherten Passagen…

Nach der ganzen Kletterei erreichen wir das Felsentor Beixenhart (bei Kilometer 3,3 vom Start). Pause ist angesagt und so gibt es hier für alle eine Brotzeit. Doch es ist ziemlich „zugig“ hier, was uns nach dem kurzen Aufenthalt zum Weiterlaufen bewegt.

Freya und ich vor dem Felsentor Beixenhart.

Nach einem kurzen Abstieg geht es dann zurück auf den Forstweg. Ich sags euch, es ist beinahe schon angenehm, wieder „normalen“ Boden unter den Füßen zu haben…

Nun geht es die letzten 3 km ziemlich gemütlich zurück zum Auto.

Schöne Ausblicke hat man am Jägersteig immer wieder mal.
Freya ist da schon etwas flotter unten.
Arme Freya. Sie muss immer warten – ob es hoch oder runter geht.
Der Weg ist nicht sehr breit, dennoch kann man Personen und anderen Hunden gut ausweichen.
Geschafft! Der Rückweg verläuft gemäßigt auf einem ebenen Forstweg.

Wer dem Pfad folgt, der kann sich nicht verlaufen. Da es nicht viele Möglichkeiten gibt um abzubiegen, bedarf es bei dieser Route keine großen Wegbeschreibungen.

Die Tour ist zwar für unsere Verhältnisse mit 6 km nicht lange, aber aufgrund der kleinen Klettereinlagen doch ziemlich anstrengend. Spaß macht die Runde trotzdem und ich kann sie jedem empfehlen, der gerne etwas mehr Abenteuer bei seinen Routen hat.

Wart ihr auch schon auf dem Jägersteig bei Dollnstein? Wie hat es euch gefallen?