„Hirschbacher Höhlenrundweg“ – Kombination Weg # 2 und # 3

Für Abenteuerlustige und Höhlenliebhaber!

Die Hunde hatten mindestens genauso viel Spaß.
Hinweis: Beitrag enthält unbezahlte Werbung

Die Höhlen im Hirschbachtal waren mir nicht mehr ganz neu, denn wir sind bereits im Mai 2018 eine Tour dort gegangen. Aber wie es so ist, vergisst man einige Eindrücke schnell und so wollte ich unbedingt nochmal diese Wege laufen. Der Plan war ein wenig anders als die Umsetzung, aber vermutlich war es so sogar besser. Alle Infos zur Tour gibts im nachfolgenden Beitrag.

Infos zur Tour:

  • Gesamtlänge: 12,9
  • Höhenmeter: 520 bergauf, 530 bergab
  • Besonderheiten/Schwierigkeiten: Rundtour; festes Schuhwerk; Trittsicherheit erforderlich; keine Wasserstellen für Hunde (genügend Wasser mitnehmen), außer am Gasthof Goldener Hirsch in Hirschbach; manche Höhlen müssen kriechend erforscht oder begangen werden (ältere Kleidung); Taschen- oder Stirnlampe nicht vergessen; nicht kinderwagengeeignet; eher für größere Kinder geeignet; Einkehrmöglichkeit Gasthof Goldener Hirsch (Öffnungszeiten beachten); bei Schnee könnte die Tour gefährlich rutschig werden; Fledermausschutz beachten – Höhlen vom 01. Oktober bis 31. März nicht begehen; Naturschutzgebiet (!)
  • Highlights: Schmiedberghöhle, Prellstein, Frankenkammer, Schlossberg-Durchgangshöhle, Brünnlesloch, Dürnberghöhle(n), Bodenberghöhle, Aussichtspunkt am „Himmel“
  • Start: Wanderparkplatz im Reichental in Hirschbach (nahe Gasthof Goldener Hirsch)
  • Ziel: = Start

(Daten stammen aus Komoot)

Am Parkplatz findet man eine große Tafel.

Der gesamte Hirschbacher Höhlenrundweg hat eine Länge von etwa 20 Kilometer. Da wir an jenem 11. September 2019 mit Begleitung wanderten und uns die 20 Kilometer etwas zu lang waren, entschieden wir uns für eine kürzere Variante.

Markierung „weiße 3 auf grünem Untergrund“

Wir starteten um 9:30 Uhr am Parkplatz. Zuerst ging es zurück Richtung Ortsmitte. Unser Weg sollte die # 3 werden. Wegmarkierung weiße 3 mit grünem Untergrund.

Wir folgten dem Bach etwa 100 Meter stromaufwärts und überquerten bei der Fußgängerampel die Straße. Weiter geradeaus, ging es an Häusern vorbei (etwas steil) nach oben. Zwischen einer Garage und einem Haus hindurch, führt der Weg über einen Pfad am Waldrand entlang.

Ein schöner Pfad am Waldrand entlang.

Nach rund 200 Meter zweigt die 3 nach rechts ab. Über einen steilen, laubbedeckten Hang und einige rutschige Wurzeln ging es nach oben zur Schmiedberghöhle (Beitragsbild: Sicht aus der Schmiedberghöhle). Der Regen der letzten Tage machte den Abstieg genauso interessant, aber wir kamen alle Vier unbeschadet wieder auf deWeg am Waldrand, welchem wir nach rechts folgten.

Über einen steilen Hang geht es nach oben zur Schmiedberghöhle.
Die Schmiedberghöhle.

Als wir auf einen Fahrweg trafen, ging unser Weg über ein paar Wurzeln links weiter. Wir blieben auf dem Weg mit der 3, hatten aber wohl eine Markierung übersehen. Zum Glück lief die App Komoot im Hintergrund mit, sodass wir nach ein paar hundert Meter umgekehrt hatten, denn die Cäciliengrotte liegt weiter links. Leider haben wir, trotz intensiver Suche, die Cäciliengrotte nicht gefunden, aber wir kommen mit Sicherheit nochmal.

Der weitere Wegverlauf führt uns zum Prellstein. Mit ein bisschen Kletter-Geschick kann man sich bestimmt nach oben arbeiten. Da wir aber ja die Hunde dabei hatten und ich den Aufstieg nicht kenne, war mir das Risiko zu groß. Wir blieben lieber unten und machten eine kurze Pause auf der Bank gegenüber.

Der Prellstein.
Freya wäre ja am liebsten auf den Prellstein, aber das war mir dann doch etwas zu gefährlich.

Nun ging es links an der Bergwachthütte vorbei und bei der nächsten Abzweigung links zur Frankenkammer. Alleine der Name ist schon klasse, aber die Location ist auch prima, um ein paar Schnappschüsse zu machen. Die Frankenkammer ist ein Ende des Höhenglücksteigs – einem Klettersteig – und im Inneren befinden sich Auf- bzw. Abstiegmöglichkeiten zum/vom Steig.

Da gehts zur Frankenkammer – Ja, da!

Weiter bergauf geht es über Wurzeln und Felsen zum Aussichtspunkt bei einem anderen Ende des Höhenglücksteigs. Die Aussicht ist traumhaft und hat uns scheinbar so „betüdelt“, dass wir gleich ein weiteres Mal den falschen Weg gegangen waren.

Von hier oben hat man eine tolle Aussicht.
Da mussten die beiden unbedingt auch mal schauen.

Während wir der Meinung waren, wir müssten einen Teil des Weges zurück, bemerkte ich erst bei einem weiteren Blick auf mein Handy, dass der Weg rechts neben dem Aussichtspunkt weiter geht. Also wieder zurück und rechts vorbei.

Es ging bergab. Wir gelangten auf einen Schotterweg und wir folgten diesem Weg (# 3) vorbei an Maisfeldern, bis wir bei einem (hässlichen) Sendemast wieder auf einen schmalen Pfad kamen und irgendwann auf eine (wenig befahrene) Teerstraße gelangten.

Kleine Abkürzung

Hier hielten wir uns rechts, damit wir bei nächster Gelegenheit wieder links gehen konnten und vor einer Weggabelung standen. Die 3 zeigt hier den linken Weg an. Da auf der Karte aber ersichtlich war, dass es sich nur um eine Schlaufe handelt und der Weg danach sowieso hier weitergeht, entschieden wir uns gleich für den rechten. Nach einem kurzen Stück auf dem Feldweg geht es wieder rechts auf einen Waldpfad.

Unser nächstes Ziel war das Schlossberg-Felsentor und die Schlossberg-Durchgangshöhle. Die beiden liegen direkt nebeneinander und so begutachteten wir zuerst das Felsentor und setzten unseren Weg durch die Schlossberg-Durchgangshöhle fort. Große Personen müssen hier schon ziemlich den Kopf einziehen und auch wir machten es uns fast unseren Hunden nach und „liefen auf allen Vieren“ durch die Höhle (was aber durchaus Spaß gemacht hat :-)). Wer nicht durch die Höhle gehen möchte, kann diese selbstverständlich auch umgehen. Der Spaßfaktor der gesamten Tour sinkt jedoch erheblich ;-).

Links der Eingang in die Schlossberghöhle, rechts das Schlossberg-Felsentor.
Auf dem Weg durch die Schlossberg-Durchgangshöhle.
Eher krabbelnd geht es durch die Schlossberg-Durchgangshöhle. Ein absolutes Highlight.

Obwohl man aufgrund der vielen Blätter den Pfad manchmal nur erahnen kann, kamen wir dank der guten Wegmarkierung nicht mehr vom richtigen Weg ab.

Über eine Wiese kamen wir auf die Straße bei Hauseck, welcher wir kurz folgten Straße um dann wieder rechts in den Wald zu gehen.

Eine Wegmarkierung führt zum Brünnlesloch. Keine Durchgangshöhle, aber dennoch interessant. Diese Höhle scheint für Fledermäuse ein wichtiger Winterplatz zu sein, denn es befindet sich ein Hinweisschild am Eingang der Höhle zum Thema Fledermausschutz. Dieser gilt ab dem 01. Oktober und endet am 31. März. Da wir uns noch außerhalb diesen Zeitraums befanden, holten wir die Stirnlampen aus dem Rucksack und schauten uns ein wenig im Inneren der Höhle um.

Der Eingang zum Brünnlesloch.
Der erste Flattermann ist schon ins Brünnlesloch eingezogen. Wenn auch keine Fledermaus.

Das Brünnlesloch war ganz nett, aber viel abenteuerlicher war für uns der Weg durch die Dürnberghöhle(n). Genauer gesagt führt der Weg durch EINE der Dürnberghöhlen und hier mussten wir sogar unsere Rucksäcke abnehmen, um hindurch zu passen. Sehr große oder auch sehr korpulente Personen sollten vielleicht wirklich lieber den Weg um die Höhlen nutzen, aber für uns war es Abenteuer pur. Wir brauchten zwar keine Stirnlampen, weil der Ausgang nicht weit ist, aber es hat richtig Spaß gemacht.

Durchs Brünnlesloch. Nix für Leute mit Platzangst. Aufrecht laufen? Fehlanzeige.
Unsere Begleitung schlängelt sich durch die Dürnberghöhle.

Auf der anderen Seite befindet sich noch eine kleine Höhle. Diese ähnelt mehr einem Felsvorsprung. Hier scheinen wohl schon einige ein Lager aufgebaut zu haben, denn es ist ein Hinweis angebracht, dass ein weiteres Lagerfeuer zur Anzeige gebracht wird. Wirklich schade, dass sich manche Leute nicht an Regeln und Gesetze halten können – denn Wildcampen ist in Deutschland verboten und außerdem herrscht gerade nach solch langer Trockenheit wie in den letzten Jahren akute Waldbrandgefahr.

Noch völlig „hin und weg“ von den Dürnberghöhlen führte uns der Weg steil hinauf. Es ging zur Bodenberghöhle.

Fast geschafft – gleich erreichen wir die Bodenberghöhle.

Wer diese Höhle betreten möchte, der braucht ein wenig Kraxelgeschick, denn der Eingang liegt etwa 3 Meter hoch im Fels. Während einer von uns bei den Hunden blieb, erkundete der andere die Höhle. Da meine Stirnlampe im Rucksack war, schaute ich mir nur den vorderen Teil an, während meine Wanderbegleitung auch etwas weiter hinter die Felsbrocken ging. Sehr beeindruckend.

Der Weg hinter den Felsbrocken führt weiter, wohin genau wissen wir aber nicht.
Wer ins Innere der Bodenberghöhle möchte, sollte ein paar Kletterkünste in der Hinterhand haben. Der Eingang liegt ca. 3 Meter hoch im Fels.

Obwohl der Weg hier eigentlich entlang der Felsen weitergeht, entschieden wir uns, auf den Hauptweg abzusteigen und dann unseren Weg fortzusetzen. Ich bin den Weg entlang der Felsen 2018 gegangen und war froh, dass ich Freya bei Chriss am Hauptweg gelassen hatte. Ohne Hund JA – mit Hund NEIN.

Wechsel auf die weiße 2 auf grünem Untergrund

Unser Weg wäre noch etwas weiter geplant gewesen, aber wir mussten uns langsam auf den Rückweg machen. Also wechselten wir kurze Zeit nach der Bodenberghöhle auf die Wegmarkierung 2. Eine weiße 2 mit grünem Untergrund.

Vorbei an schönen Felsen ging es weiter zum Aussichtspunkt am „Himmel„, welcher oberhalb des Höhenglücksteigs liegt und nach kurzer Rast ging es weiter.

Was für eine Fernsicht am Himmel!

Wir kamen nochmal an der Frankenkammer und am Prellstein vorbei und folgten dem selben Weg wie zu Beginn unserer Tour – die Cäciliengrotte haben wir wieder nicht gefunden – nahmen den Abstieg dann jedoch über den Schotterweg.

Fast geschafft.

Bei den Häusern angekommen, ging es wieder nach unten (ich hatte schon fast die Hasen in einem Garten vergessen, aber Freya nicht ;-)) zur Straße. Am Bächlein beim Gasthaus Goldener Hirsch konnten sich die beiden Hunde noch die Füße abkühlen, sodass wir dann kurz nach 15:30 Uhr wieder am Parkplatz waren.

Die reine Gehzeit betrug 3 Stunden und 16 Minuten. Auf den ersten 10 Kilometern waren wir völlig allein auf dem Weg, später haben wir dann ein paar wenige Wanderer und Klettersteig-Geher getroffen. Die Wege sind abwechslungsreich und führen über verschiedene Wegarten.

Da bei dieser Tour die Wegbeschreibung echt schwierig ist, gibts anbei eine Übersichtskarte.

Höhlenrundwanderweg
Quelle: https://www.hirschbachtal.de/Wanderparadies/Hohlenrundweg/hohlenrundweg.html

Und hier (https://www.hirschbachtal.de/Wanderparadies/Hoehlenweg.pdf) kann man sich noch den Flyer über den Hirschbacher Höhlenrundweg als PDF herunterladen.

Seid ihr auch so höhlenverrückt? Ich liebe sie abgöttisch, da man dort jede Menge Abenteuer erleben kann. Allerdings bin ich ein ziemlicher Angsthase und freue mich natürlich umso mehr, dass das mit unserer Begleitung wieder einmal geklappt hat. Dankeschön :-*

Felsen neben der Schmiedberghöhle.
Das Schlossberg-Felsentor.
Abwechslungsreiche Wege.
Mein Seelenhund.
Trittsicherheit erforderlich – die Wege führen auch über Wurzeln und Steine.

Bis bald!