Tierische Gefahren – „Die Wilden“

Wolf, Bär, Wildschwein und Co.

HINWEIS: BEITRAG ENTHÄLT UNBEZAHLTE WERBUNG
Bild: eigene Aufnahme
So entspannt, wie im Wildpark Hundshaupten, sind sicher nicht alle Wildtiere, welche man auf einer Wanderung treffen kann.

Wer wandern geht, bewegt sich meistens mitten in der Natur. Und die Natur ist das Zuhause zahlreicher „wilden“ Tiere. Nicht alle dieser Wilden sind gefährlich für uns, aber bei manchen Genossen kann ein Aufeinandertreffen durchaus unangenehm werden, vor allem wenn man einen Hund mit sich führt.

Von welchen Tieren spreche ich? Was kann passieren und vor allem, wie kann ich ein Aufeinandertreffen vermeiden und wie verhalte ich mich, wenn es doch einmal passiert? Diese Fragen behandle ich in diesem Beitrag.

Bild: Carola Heinelt
Der Wolf – naher Verwandter unserer Haushunde. Dennoch kann eine Begegnung mit Hund zu Problemen führen.

Welche „tierischen“ Gefahren gibt es beim Wandern (mit Hund)?

In diesem Artikel geht es um Wildtiere, welche man durchaus in den Wäldern Europas und auch mittlerweile in Deutschland antreffen kann. In Kürze folgt dann auch ein weiterer Beitrag, in welchem es dann um weitere „Tierische Gefahren“ geht.

Die Tiere, welche man in der Natur antrifft, richten sich selbstverständlich nach der Region, in der man unterwegs ist. In Deutschland und vor allem in Bayern, wird man eher selten auf einen Elch oder einen Bären treffen – Bruno wurde ja vor einiger Zeit erlegt und verweilt nun im Museum – aber nicht jeder wandert nur in Deutschland und niemand kann ausschließen, dass sich nicht doch mal wieder ein Tier in die Region „verirrt“.

Natürlich gibt es auch noch Löwen, Tiger, Pumas und andere „gefährliche Tiere“, aber in diesem Artikel beschränke ich mich auf die „Wilden“, welche in Europa angetroffen werden könn(t)en.

Der Wisent

Bild: Carola Heinelt
Wisente sind mit den Kühen verwandt.

Wisente sind in Europa sehr selten. Sie gelten als streng geschützt und wurden in Deutschland vor 250 Jahren ausgerottet. Aber im Rothaargebirge gibt es ein Projekt, bei welchem die Tiere ausgewildert wurden. Ebenso in Teilen der Slowakei und Rumänien. Hier besteht also durchaus die Möglichkeit, dass man einer ganzen Herde gegenübersteht.

In Polen gibt es gleich mehrere freilebende Wisent-Populationen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass ein Tier nochmal die Oder durchschwimmt, wie bereits vor ein paar Jahren der Fall war.

Welche Gefahr stellt ein Wisent für Mensch und Hund dar und wie verhalte ich mich richtig?

Wisente, welche nicht an Menschen gewöhnt sind, sind sehr scheue Tiere. Sie zu Gesicht zu bekommen, ist meist sehr schwierig. Ein Aufeinandertreffen ist dennoch nicht ganz ausgeschlossen. Werden die Tiere von einem Wanderer im Wald überrascht, flüchten sie. Vor allem Herden mit Jungtieren sind sehr scheu. Können die Tiere jedoch nicht weitgenug flüchten, weil ihnen der Weg versperrt wird, reagieren besonders Bullen während der Brunft und jungtierführende Kühe aggressiv.

Schüttelt ein Wisent seinen Kopf, bewegt den Schwanz heftig und scharrt am Boden, dann sollte man sich langsam entfernen, während man das Tier/die Herde auf jeden Fall im Blick behält, da ein Angriff nicht mehr ausgeschlossen werden kann.

Hunde werden, anders als bei Kühen, oft ignoriert. Aber – Ausnahmen bestätigen die Regel. Darauf verlassen würde ich mich nicht. Ich rate hier dazu, den Hund anzuleinen, sich ruhig zu verhalten und ebenfalls, mit Blick auf die Tiere, das Revier weiträumig zu umgehen. Der Hund könnte auf die Hörner genommen oder zertrampelt werden.

Der Elch

Elche sind in Deutschland immer häufiger anzutreffen, vor allem in Brandenburg und im ehemaligen Ostpreußen, aber auch in Bayerischen Wald werden immer wieder Tiere gesichtet. In Tschechien, Polen, Schweden und Norwegen – welches durchaus beliebte Wander-Länder sind, lassen sich sogar größere Populationen finden. Elche trifft man meistens in schwergängigem Gelände an, jedoch eher selten auf freien Flächen. Sie sind Einzelgänger – einer ganzen Herde zu begegnen ist also ziemlich unwahrscheinlich.

Bild: Carola Heinelt
Eine Elchkuh mit drei Kälbern. In freier Natur sollte man hier äußerst vorsichtig sein.
Welche Gefahr stellt ein Elch für Mensch und Hund dar und wie verhalte ich mich richtig?

Elche weichen dem Menschen für gewöhnlich aus. Aber gerade während der Brunft sind die Tiere sehr leicht erregbar. Man sollte großen Abstand halten und sie nicht bedrängen, auch der Hund sollte angeleint und ruhig sein.

Vor allem eine Elchkuh mit Kälbern versteht keinen Spaß, wenn es um ihren Nachwuchs geht. Wölfe sind natürliche Feinde der jungen Kälber und die Mütter verteidigen ihren Nachwuchs – auch gegen Hunde.

Ein Hufschlag eines Elchs trifft sehr schnell und mit ziemlicher Wucht und kann sowohl für uns Menschen wie auch für den Hund tödlich sein. Kommt einem ein Elch entgegen, signalisiert er damit seine Angriffsbereitschaft. Es kann auch sein, dass ein Elch von hinten angreift und einen niedertrampelt.

Greift ein Elch an, wird dazu geraten, sich zu einer Kugel zu formen und den Kopf zu schützen. Aufstehen sollte man erst, wenn der Elch sich weitgenug zurückgezogen hat. Wer die Möglichkeit hat, sollte sich schnellstmöglich zurückziehen oder sich hinter etwas verstecken, sodass der Elch einen nicht mehr sehen kann.

Der Wolf

Bild: eigene Aufnahme
Ein Wolfsrüde im Wildpark Gondorf.

150 Jahre lang war der Wolf in Deutschland ausgerottet. Seit dem Jahr 2000 ist er auch bei uns wieder Zuhause. Wölfe sind sehr vorsichtige Tiere und einen zu Gesicht zu bekommen, ist gar nicht so einfach. Aber die Sichtungen und das Aufeinandertreffen häufen sich mit zunehmender Population. In einigen Ländern waren die Tiere nie fort. In Bayern siedeln sie sich in letzter Zeit gebietsweise neu an. Um einem Wolf zu begegnen, muss man sich nicht fernab der Wanderwege bewegen. Sie nutzen auch unsere Feld- und Waldwege. Wie verhalte ich mich, wenn ich einem Wolf beim Wandern begegne und was mache ich mit meinem Hund?

Welche Gefahr stellt ein Wolf für Mensch und Hund dar und wie verhalte ich mich richtig?

Der Mensch fällt nicht in das Beuteschema eines Wolfs. Wenn also ein Angriff stattfindet, dann nicht, weil der Wolf Hunger hat. Und auch bei direkten, überraschten Begegnungen stürzen sich Wölfe nicht gleich auf ihr Gegenüber, sondern beobachten und entfernen sich langsam. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte sich groß machen und in die Hände klatschen.

Bild: eigene Aufnahme
Ob die Wölfin im Eifelpark Gondorf Freya beobachtet hat? Wir wissen es nicht genau, aber auch Freya war sehr interessiert, hatte aber auch ein klein wenig Respekt.

Der eigene Vierbeiner sollte angeleint sein und nahe bei sich gehalten werden. Hunde gelten oft als Revier-Eindringlinge und es kommt immer wieder vor, dass vor allem freilaufende Jagdhunde von Wölfen getötet werden.

Zusammenfassend: Hund an die (kurze) Leine und nahe bei sich behalten, sich groß machen und in die Hände klatschen oder anderweitig bemerkbar machen. Manchmal hilft auch ein Stock oder ähnliches, um etwas mehr Distanz zu gewinnen. Keine hastigen Bewegungen und mit Blick auf das Tier langsam von der Stelle entfernen.

Auch ein Pfefferspray kann helfen, jedoch sollte man aufpassen, da auch die eigenen Augen und die Nase des Hundes darauf reagieren.

Der (Braun)Bär

Bären sind in Deutschland und vor allem bei uns in Bayern nicht das Tier, das man überall antrifft. 2006 „verirrte“ sich ein Bruno zu uns und verweilt seit diesem Besuch im Museum. Es gibt jedoch Wanderregionen, wo man durchaus auf einen Braunbären treffen kann.

Bild: eigene Aufnahme
Meister Petz im Eifelpark Gondorf. Ich finde, er sieht ganz niedlich aus, aber in freier Wildbahn auf ihn zu treffen… Naja, da hätte ich doch ziemlich Respekt.

Sie gelten als Allesfresser, ernähren sich aber hauptsächlich von Pflanzen und Menschen gehören nicht zu ihrer Beute, dennoch kann so ein Bärentreffen ziemlich unangenehm enden. Sowohl für die Fellnase, wie auch für uns Menschen. In Österreich lebt eine kleine Population und in den Alpen gibt es vereinzelt durchwandernde Tiere, ansonsten finden sich Braunbären heutzutage im italienischen Trentino, in Slowenien, Rumänien (Karpaten) aber auch in Finnland, Schweden und Norwegen.

Welche Gefahr stellt ein Braunbär für Mensch und Hund dar und wie verhalte ich mich richtig?

Wie bei (fast) allen genannten Wildtieren, ist ein Aufeinandertreffen mit einem Bären eher gering. Für gewöhnlich flüchten sie schon lange bevor wir auch nur erahnen, dass sich dort ein Bär aufhält. Allerdings können Mütter mit ihren Jungen, mit fressen beschäftigte oder verletzte Tiere durchaus zur Gefahr werden.

Ein Prankenhieb eines Braunbären kann tödlich enden. Auch ein Biss oder Kratzer, mit den bis zu 8 cm langen Krallen, führt zu erheblichen, zum Teil lebensbedrohlichen Verletzungen.

Da ich mich mit Bären nicht so gut auskenne, hier zwei Links.

Gute Verhaltensregeln im Bärengebiet gibt’s hier

und hier fürs Wandern mit Hund

Der Luchs

Bild: eigene Aufnahme
„Schau mir in die Augen Baby“ – oder denkt sich dieser schöne Luchs gerade etwas anderes?!

Luchse sind zwar immer noch sehr selten, jedoch streifen sie mittlerweile u. a. wieder im Harz, Fichtelgebirge, Rothaargebirge, Spessart, Bayerischen Wald und Böhmerwald durch die Wälder. Auch im Jura und in den Alpen siedeln sie sich wieder an. Luchse gehören zu den größten Raubtieren Europas.

Einem Luchs zu begegnen ist also sehr gering, auch weil sie sehr scheue Tiere sind und einen meist schon bemerken und flüchten, bevor man überhaupt in die Nähe kommt. Dennoch kann es immer passieren, dass vor allem freilaufende Hunde einem Luchs mit seiner Beute zu Nahe kommt. Hier können die knapp 25 kg schweren Großkatzen durchaus zur Gefahr für den Hund werden.

Welche Gefahr stellt ein Luchs für Mensch und Hund dar und wie verhalte ich mich richtig?

Auch wenn die Wahrscheinlichkeit sehr gering ist – wer unterwegs auf einen Luchs trifft, sollte seinen Hund sofort zu sich rufen und ihn anleinen und sich langsam zurückziehen.

Ist der eigene Vierbeiner bereits mit dem Luchs in einer Rangelei, so sollte man keineswegs dazwischengehen, sondern durch Werfen verschiedener Gegenstände und Rufen versuchen, die beiden auseinanderzubringen.

Eventuelle Biss- und Kratzspuren sollten sofort von einem Tierarzt behandelt werden. Ein nötiger Impfschutz ist Pflicht und sollte bei Bedarf unverzüglich aufgefrischt werden.

Bild: eigene Aufnahme
Mit diesen Pranken kann ein Luchs ordentlich zuschlagen und die Krallen sind der Größe angepasst – Biss- und Kratzspuren sollten unbedingt von einem (Tier)Arzt untersucht werden.

Das Wildschwein

Wildschweine sind häufig anzutreffende Zeitgenossen. Besonders in den letzten Jahren haben sie sich stark vermehrt und sind mittlerweile eigentlich überall zuhause. Um auf Wildschweine zu treffen, muss man sich nicht fernab der Zivilisation bewegen. Unfälle mit den „wilden Sauen“ sind ein um ein Vielfaches höher, als mit einem Wolf oder einem anderen Wildtier. Das mag zum einen an der höheren Populationsdichte liegen, zum anderen aber auch daran, dass die Tiere weniger Scheu sind, als Wolf, Luchs oder Bär.

Bild: eigene Aufnahme
Dieses Wildschwein im Wildpark Mehlmeisel macht einen sehr entspannten Eindruck.
Welche Gefahr stellt ein Wildschwein für Mensch und Hund dar und wie verhalte ich mich richtig?

Auch Wildschweine sind keine aggressiven Wald-Rambos, aber vor allem bei falschem Verhalten kommt es immer wieder zu Unfällen. Die Tiere haben viel Kraft und sehr lange, messerscharfe Eckzähne. Es kommt immer wieder vor, dass Wildschweine Menschen und auch Hunde angreifen und diese Angriffe nicht immer glimpflich ausgehen.

Bild: Carola Heinelt
Hier erkennt man ziemlich gut, die großen Eckzähne mancher Wildschweine.
Mit ihren Zähnen können sie schwere Verletzungen verursachen.

Gerade in der Dämmerung und nachts sind die allesfressenden Wildschweine aktiv. Wer also einem Aufeinandertreffen geringere Chancen bieten will, der sollte seine Wanderung auf den Tag verlegen.

Aber es gibt für nichts eine Garantie. Damit man nicht doch auf eine ruhende Rotte, womöglich mit Frischlingen trifft, gelten folgende einfache Regeln:

  • Der Hund sollte angeleint sein
  • Auf den Wegen bleiben
  • Sich am besten etwas lauter durch den Wald bewegen, damit die Tiere einen früh genug hören können, um zu flüchten

Vor allem Bachen, also weibliche Wildschweine, mit Jungen und Keiler – so werden die männlichen Wildschweine genannt – können aggressiv gegenüber Störungen durch Menschen und vor allem durch Hunde sein.

Wie man sich am besten verhält, wenn man auf Wildschweine trifft, ist in diesem Bericht sehr gut beschrieben, deshalb schreibe ich nichts weiter dazu.

Ich persönlich habe tatsächlich mehr Bedenken davor, einer Wildsau gegenüberzustehen, als einem Wolf oder einem anderen Wildtier.

Der Rothirsch

Bild: eigene Aufnahme
Ein imposanter Rothirsch – der für seine Art ziemlich weiß ist – im Wildpark Mehlmeisel.

Rothirsche sind nicht überall anzutreffen – vor allem in Deutschland gibt es Regionen, in denen kein Rotwild zu finden ist. In Deutschland gibt es nämlich Gesetze, die das Rotwildvorkommen und deren Gebiete regeln.

Dennoch sind Rothirsche unter anderem im Mittelgebirge, in den Alpen und im Alpenvorland vertreten. In Ländern wie Rumänien, Tschechien, Ungarn und Polen gibt es größere Bestände.

Rothirsche zählen nicht zu den Raubtieren, sondern sind Pflanzenfresser. Sie können dennoch ein Gewicht von bis zu 220 kg und einer Schulterhöhe an die 150 cm.

Sie leben in Rudeln und sind standorttreu.

Welche Gefahr stellt ein Rothirsch für Mensch und Hund dar und wie verhalte ich mich richtig?

Dass ein Rothirsch einen Menschen attackiert ist beinahe ausgeschlossen. Dennoch kann es passieren, dass die Tiere sich auf der Flucht vor etwas befinden oder man sie aus Versehen aufschreckt und sie somit in Panik rennen. Das hat z. B. im Naturpark Soonwald (Hunsrück) schon dazu geführt, dass eine Frau mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden musste.

Ein Rothirsch erwischte die Frau mit den Hufen im Gesicht und an der Schulter. Sie befanden sich vermutlich auf der Flucht vor einem Hund.

In Frankreich hat ein Jäger einen Hirsch vermutlich erschreckt, welcher daraufhin aufgesprungen ist und den Jäger über den Haufen gerannt hat.

Während der Brunft kommt es vor allem in Tierparks ab und an zu Unfällen mit den Tieren. Sie sind während dieser Zeit „mit besonderer Vorsicht zu genießen“, nicht nur im Wildpark.

Bild: eigene Aufnahme
Diese Aufnahme ist uns im Wildpark Hundshaupten gelungen. Bevor er so posierte, übersprang er einfach einen 1,50 m hohen Zaun.

Auch ein Hirschgeweih kann schwere Verletzungen hervorrufen. Die Enden sind besonders spitz und so kann ein Rothirsch einen ziemlich unsanft aufs Geweih nehmen. Auch Hunde können so in Gefahr kommen, wobei sie ebenso mit den Hufen geschlagen werden können. Es gibt auch ein Video, in dem ein Hirsch mit seinen Hufen einen Jäger regelrecht „verprügelt“.  

Verhaltensregeln sind auch hier, dass man sich auf den Wegen bewegen soll, den Hund nicht unbeaufsichtigt durch den Wald rennen lässt und sich am besten bemerkbar macht, sowie die Wanderung in den Tag verlegt.

Der (Alpen)Steinbock

Bild: eigene Aufnahme
Die Hörner eines Steinbocks können bis zu einem Meter lang werden.

Zugegeben – Steinböcke sind noch weniger verbreitet, wie der Rothirsch, aber gerade in den Alpen gibt es wieder ein paar Populationen. Auch in Südtirol, Tirol und auch in Bayern gibt es wieder Steinböcke. Die Tiere verfügen über Hörner, die bis zu einem Meter lang werden können und die Böcke erreichen ein Gewicht von rund 100 kg.

Anzutreffen sind die Tiere, meist in Herden, in höheren Gebirgslagen.

Ein Steinbock wird größer als eine Gämse und auch seine Hörner sind um einiges größer als deren Gehörn. Steinböcke sind nicht allzu scheu, aber auch hier gibt es Unterschiede.

Welche Gefahr stellt ein Steinbock für Mensch und Hund dar und wie verhalte ich mich richtig?

Steinböcke können in einem Hund einen natürlichen Beutegreifer erkennen, wodurch sich ein Angriff nicht ausschließen lässt. Deshalb gilt es, bei Steinböcken den Hund anzuleinen und bei sich zu behalten. Im Berchtesgadener Nationalpark kam es bereits zu einem Vorfall, wo der Hund der Auslöser für einen Angriff war. Zuerst wurde der Hund attackiert. Als dieser zu seinem Herrchen lief, wurde auch der Mann umgestoßen.

Dass ein Steinbock auch mit seinen Hörnern schwere Verletzungen verursachen kann, ist bei der Größe der Hörner nicht verwunderlich.

Wer einen einzelnen Steinbock oder eine ganze Herde erblickt, sollte darauf achten, dass man genügend Abstand zu den Tieren hält und auch der Hund nicht zu den Tieren läuft und/oder diese aufscheucht.

Bild: eigene Aufnahme
Noch ziemlich jung, dafür schon sehr neugierig, war dieser Steinbock.
Obwohl wir in einem Wildpark waren, wo die Tiere sowohl Mensch wie auch Hund gewöhnt sind, wurde es mir doch leicht mulmig, weil er direkt auf Freya und mich zulief.

Die Kreuzotter/Aspisviper

Vor allem in Deutschland gibt es nur zwei Giftschlangen und zwar die Kreuzotter und die Aspisviper. Eine Kreuzotter kann bis zu 80 cm lang werden – eine Aspisviper bis zu 90 cm.

Die Kreuzotter fühlt sich auf den Ostseeinseln Rügen und Hiddensee am wohlsten. Aber auch in Moor- und Heidelandschaften, sowie in alpinen Regionen ist sie zu finden. Wir wurden bei einer Tour um den Eibsee von einer netten Spaziergängerin gewarnt, dass sich gerade um die kleinen Seen rund um den Eibsee einige Kreuzottern aufhalten.

Die Aspisviper ist nur im südlichen Schwarzwald zu finden, jedoch auch in den Ländern Spanien, Slowenien, Frankreich, Italien und der Schweiz zuhause.

Bild: Uwe Pleschke
Eine Kreuzotter beim Sonnenbad.
Welche Gefahr stellt eine Kreuzotter/Aspisviper für Mensch und Hund dar und wie verhalte ich mich richtig?

Die beiden Schlangenarten sind natürlich keine Biester, welche lauernd darauf warten, dass sie endlich einen Menschen oder einen Hund beißen können.

Das Gift einer Kreuzotter ist zwar giftiger als das einer Diamant-Klapperschlange, aber die Kreuzotter hat weniger Vorrat davon. Kreuzottern beißen selten und sind scheue Tiere. Nur wenn man sie reizt, auf sie tritt oder anfasst, beißt sie zu. Deshalb sollte man am besten vor dem Hund laufen, die Augen offenhalten und aufpassen, wo man hintritt.

Das Gift der Aspisviper ist ähnlich dem der Kreuzotter. Eine Aspisviper ringelt sich zuerst zusammen, bevor sie angreift. Wer sie überrascht oder bedrängt, muss damit rechnen, dass auch sie zubeißt. Meist flieht sie aber bereits bei der geringsten Störung.

Und was, wenn man trotz aller Vorsicht doch gebissen wird?

Dann sollte man nach dem Biss das betroffene Körperteil ruhigstellen und sich um einen Arzt oder ein Krankenhaus kümmern. Der Biss kann für Kinder oder kranke und alte Personen tödlich sein. Meist bildet sich aber nur eine schmerzhafte Schwellung. Auch allergische Reaktionen können auftreten, mit denen ähnlich wie bei Bienengift, nicht zu spaßen ist.  

Auch für den Hund kann so ein Biss tödlich sein, vor allem, wenn nicht bekannt ist, dass der Hund gebissen wurde. Wie schnell sich das Gift ausbreitet und wie schwer die Vergiftung ist, hängt vom Gewicht, alter und gesundheitlichem Zustand des Vierbeiners ab. Besonders Stellen wie der Kopf-Schnauzen-Bereich und der Pfoten-Beine-Bauch-Bereich sind Schlangenbiss-gefährdete Bereiche.

Um sich selbst vor Schlangenbissen zu schützen, sollte man auf festes, geschlossenes Schuhwerk achten. Auch feste Gamaschen helfen.

Beim Hund hilft meistens nur, dass man vorausläuft und man den Weg im Auge hat. Dabei sollte der Hund nicht mehrere Meter neben einem gehen, sondern den gleichen Weg benutzen, wie sein Besitzer.

Bild: Uwe Pleschke
Gut getarnt, liegt die Kreuzotter im Gebüsch. Hunde sollten nicht zu weit neben dem Weg schnuppern.

Nach all den großen Tieren, sollte man natürlich auch kleinere Tiere, wie Wespen, Bienen, Hornissen, Zecken und verschiedene Mücken- und Spinnenarten nicht außer Acht lassen, aber diese hier alle aufzuzählen, würde vermutlich den Rahmen dieses Beitrags sprengen.

Auch Quallen und viele andere Tiere in Gewässern, können auf Wanderungen zur Gefahr werden. Ich finde, es kommt wirklich darauf an, wo man unterwegs ist (ich rate jedem, sich vor Antritt der Wanderung Infos über die Flora und Fauna der Route und der Region einzuholen), wie man sich verhält und vor allem, wie man auf seinen Hund achtet. Wer sich achtsam und respektvoll in der Natur bewegt, der kann Unfälle mit Wildtieren zwar nie ganz verhindern, aber zumindest reduzieren.

Um das Alles nochmal etwas Revue passieren zu lassen, gibts hier noch ein paar…

Allgemeine Tipps, zu den „Wilden Tieren“ beim Wandern:

  • Vor Antritt der Wanderung Infos zu Fauna einholen
  • Sich ruhig etwas lauter bewegen (singen, sprechen), so können die Tiere einen früh genug wahrnehmen
  • Eventuell ein Glöckchen an Schuh oder Rucksack befestigen
  • Auf den Wegen bleiben
  • Keine Wildtiere füttern (Lebensmittel und Müll gut verpacken, wenn das nicht möglich ist, nicht direkt in der Nähe des Nachtlagers lagern oder hoch oben an einem Baum mit Seil)
  • Bekannte Rückzugsorte der Tiere meiden
  • Den Hund an der Leine führen (je nach Region/Ortschaft auch Pflicht) und nicht unbeaufsichtigt lassen