2 Tage „Ilztal“ – unterwegs mit Kajak, Rucksack, Zelt und Hund

Die Ilz.
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Ab und zu werde ich gefragt, wie ich das mit dem Auto mache, wenn ich paddeln gehe. Schließlich sind die wenigsten Bootswandertouren Rundwege. In solchen Situationen ist Chriss dann immer da. Er holt uns am Ziel der Tour ab und bringt uns wieder zum Ausgangspunkt.

Bei dieser Tour verbinden Freya und ich eine Wanderung mit einer Paddeltour, um selbst wieder zum Auto zu gelangen. Während die Wanderung am ersten Tag ein voller Erfolg war, entpuppte sich die Kajak-Tour-Idee am zweiten Tag als – sagen wir mal – kleiner Horror-Trip ;-).

Idee, Planung, Vorbereitung

Die Idee:

Mir kam der Gedanke, eine Bootstour mit einer Wanderung zu kombinieren.

Die Schwarze Perle, wie die Ilz genannt wird, hat es mir bereits 2015 bei einem kurzen Campingurlaub angetan und ich war der Meinung, dass das Ilztal für diese Kombination aus Wanderung und Paddeltour ideal wäre…

Die Ilz, auch Schwarze Perle genannt.

Die Planung:

Die Planung bestand aus dem Üblichen. Den Campingplatz Schrottenbaummühle https://www.schrottenbaummuehle.de/camping.html anfragen, eine Packliste erstellen, den Wetterbericht checken (was mit das Schwierigste war, weil der sich im 5-Minuten-Takt änderte) und natürlich die Routen planen.

Die Wanderung habe ich mit Komoot geplant, die Kajaktour mit der Canua-App. Die Pegel hatte ich mit der River-App gecheckt, was nicht so ideal war, aber dazu komme ich später.

Vorbereitung:

Zur Vorbereitung gehörte:

  • fehlende Ausrüstung sowie Lebensmittel besorgen
  • Ausrüstung checken
  • packen
  • alle Akkus aufladen

Da ich ja mittlerweile schon etwas geübter bin, lief die Vorbereitung etwas schneller und ruhiger ab, als bei den ersten Touren :-).

Genug Bla Bla…

Das Zelt steht, dann kann es weitergehen.

Zuerst sind wir morgens am Campingplatz vorbei. Dort habe ich uns angemeldet, Kermit am Baum angekettet und das Zelt aufgebaut (somit konnten wir den Abend genießen). Anschließend noch das Auto komplett ausgeräumt – außer meinen Rucksack – der blieb drin – und dann ging es mit dem Auto zum Startpunkt unserer Wanderungknapp 20 Kilometer flussabwärts – zum Parkplatz an der Oberilzmühle.

Hier startete unsere Wanderung an Land.

Tag 1: Eine lange Wanderung steht uns bevor

Übersichtskarte am Startpunkt unserer knapp 20 Kilometer langen Wanderung.

Etwas später als gedacht, starteten wir gegen 12 Uhr am Wanderparkplatz der Oberilzmühle.

Nach kurzer Gehzeit erreichten wir bereits den Ilz-Stausee, entschieden uns für den Weg am rechten Ufer und gelangten auf den Ilztalwanderweg.

Blick auf den Stausee.
Ilztalwanderweg

Der Ilztalwanderweg führt uns (beinahe) ausschließlich über weiche Waldpfade. Doch ab und kommen wir auch ans Ufer der Ilz und durchwandern ein blumengesäumtes Ufer und können die Sonnenstrahlen genießen. Und Freya kühlt sich in der Ilz ab.

Ein wunderschöner Uferpfad.
Erste Abkühlung für Freya.
Eine Bank für Sonnenhungrige.

Unsere Pause fällt nur kurz aus, denn wir haben noch einige Kilometer vor uns. Ich wollte bis spätestens 18 Uhr wieder auf dem Campingplatz sein. Sollten wir das schaffen?

Nachdem wir den Pfad durch die Blumen verlassen hatten, ging es über eine kurze Steigung in den Wald. Die Ilz begleitete uns im Tal aber weiter.

Ein kleiner Wasserfall im Wald.

Im Bayerischen Wald sind aktuell einige Forstarbeiten zugange, welche auch im Ilztal nicht komplett spurlos stattfinden. Und so müssen auch manche Wegmarkierungen erstmal gefunden werden…

Manchmal liegen die Wegmarkierungen einfach am Boden…
…ein anderes Mal stehen sie direkt auf einem Baum.

Wir kamen zügig voran, erreichten nach etwa zwei Stunden die Ortschaft Fischhaus (7 Kilometer geschafft) und nach knapp 4 Stunden und 13 geschafften Kilometern, wechselten wir in Kalteneck die Uferseite und somit auf den Goldsteig. Von nun hatten wir noch gute 6 Kilometer bis zur Schrottenbaummühle vor uns.

Unterwegs hatten wir noch den Peilstein „bestiegen“ (beim Abstieg endete der Weg dann auf einmal auf den Gleisen der Ilztalbahn, wir haben den richtigen Weg aber gleich wieder gefunden) und kurz vor Kalteneck mussten wir unsere Route kurz verlassen, um Forstarbeitern nicht in die Quere zu kommen. Nachdem wir uns durch Gestrüpp gekämpft und eine kleine Kletterpassage eingelegt hatten, kamen wir schließlich wieder auf den Wanderweg.

Dann gehen wir halt anders herum.
„Spiderman“-Feeling. Auf allen Vieren sind wir (auch ich) hochgekraxelt um den Forstarbeitern nicht in die Quere zu kommen.

Wieder auf dem richtigen Weg gings weiter. Wie bereits geschrieben, querten wir in Kalteneck eine Brücke und liefen nun auf der linken Seite der Ilz weiter. Ein Teilstück des Goldsteigs (welchen Chriss ja so liebt 😉 ) war nun unser Begleiter.

Ab Kalteneck bzw. auch schon ab Fischhaus wurde der Pegel der Ilz flussaufwärts gefährlich niedrig. Einige Felsbrocken ragten aus dem Wasser. Dennoch war ich der Meinung, dass das mit Kermit überhaupt kein Problem sein sollte und wir den morgigen Tag definitiv auf dem Wasser verbringen würden…

Niedriger Wasserstand – schlecht für Kermit, gut für Freya, um ihre Füße zu kühlen.

Nach 4,5 Stunden legten wir an einer kleinen Hütte eine kurze Pause ein.

Eine kleine Hütte zwischen Kalteneck und der Schrottenbaummühle entlang des Goldsteigs.
Im Inneren befinden sich Bänke und ein Tisch – ein optimaler Platz für eine kurze Pause bei Regen.

Und schon ging es weiter. Wir lagen so gut in der Zeit, dass mein Ehrgeiz geweckt war, die Tour unter 6 Stunden zu schaffen.

Wir erreichten den Poststeg, welchen wir überquerten. Nun waren wir wieder rechts der Ilz.

Während der gesamten Tour haben wir bis Kalteneck kaum Leute getroffen, aber jetzt kamen uns einige Jogger und Spaziergänger entgegen. Es musste also nicht mehr weit bis zum Campingplatz sein.

Der Poststeg – aktuell die einzige Möglichkeit, um zwischen Kalteneck und der Schrottenbaummühle über die Ilz zu kommen.

Etwa 2 km nach dem Poststeg erreichten wir die Schrottenbaummühle und hatten für die 19,7 Kilometer 5 Stunden und 18 Minuten benötigt, Pausen inklusive. Ein guter Schnitt für uns und so kehrten wir erst einmal im Gasthaus ein und gönnten uns eine Stärkung nach unserer Wanderung.

Anschließend ging ich duschen, noch eine Pipi-Runde mit Freya und nach einem ausgiebigen Plausch mit dem Wirt ging es dann ins Zelt.

Auch jetzt hatte ich noch keine Zweifel und war voller Vorfreude auf unsere Kajak-Tour am nächsten Tag…

Zusammenfassung Wanderung Tag 1:

Für die 19,7 Kilometer waren wir insgesamt 5 Stunden und 18 Minuten unterwegs, davon waren 4 Stunden und 22 Minuten reine Gehzeit.

Die Höhenunterschiede betrugen 410 Meter bergauf und 370 Meter bergab, wobei die Anstiege keinesfalls steil waren.

Der Weg war sehr abwechslungsreich und verlief größtenteils über Waldpfade fernab jeglichen Verkehrs (Radfahren meistens verboten), aber auch Straßen, Wiesen und Ortschaften wurden gequert.

Die Ilz ist nie weit weg (wenn man nicht gerade sowieso direkt daneben läuft) und bietet vor allem für den Vierbeiner genügend Wasser.

Der Ilztalwanderweg hat uns nicht das letzte Mal gesehen.

Tag 2: Nie wieder!

Die Nacht verlief ohne Probleme, auch wenn Freya anfangs ziemlich „unentspannt“ war, da unsere Nachbarn ein Lagerfeuer hatten und sie tierische Angst vorm Knacken des brennenden Holzes hatte.

Nachdem die Morgenroutine erledigt war, machte ich mich ans Packen und „sattelte“ Kermit. Es war noch ziemlich kühl und so gab es bis ca. 11 Uhr noch einen netten Plausch mit einem Zeltnachbarn, bis wir dann endlich los sind. Direkt hinterm Zelt ging es in die Ilz.

Bereits die ersten Meter waren nicht gerade der Hit. Die Ilz führte weniger Wasser als die River-App anzeigte (wo der Pegel von 40 cm gemessen wurde? – keine Ahnung, auf jeden Fall nicht hier) und so „kollidierten wir mit einigen Felsbrocken“ und „strandeten“ oft. Ich war nur damit beschäftigt, uns irgendwie über die Steine zu bringen.

Bei Niedrigwasser macht das wirklich keinen Spaß.

Erster Stop: Poststeg. Die ersten Kilometer bis zum Poststeg waren für meinen Geschmack genug (spätestens jetzt wusste ich schon, warum es keinerlei Infos zu dieser Tour gibt, sondern erst ab Fischhaus). Ich entschied mich dazu, Kermit ein Stück an Land zu ziehen. Zum Glück hatte ich den Bootswagen eingepackt.

Also versuchte ich irgendwie, das Boot aus dem Wasser zu bekommen und zog es über das Ufer auf den Weg. Aufgeladen auf den Bootswagen ging es weiter. Eigentlich wollte ich nicht wieder auf die andere Seite, aber ein Blick auf die Karte (da waren wir schon ein paar hundert Meter gelaufen) verriet mir, dass wir uns von der Ilz entfernen würden… Umkehren und ab über den Poststeg (ich war genervt).

Der Poststeg ist ohne sperriges 236 cm langes Boot definitiv einfacher zu laufen. Immer wieder blieb ich mit den Reifen vom Wagen am Geländer hängen. Und dann kam da noch eine kleine, ziemlich schmale Brücke über einen Graben (na super). An dieser Stelle „Vielen Dank an den aufmerksamen Radfahrer, der mir hier geholfen hat, das Boot über den Steg zu tragen!„.

Vom Vortag wusste ich, dass der Weg bis Kalteneck immerhin angenehm zu laufen und ohne große Steigungen war. Also lagen nun ca. 4 Kilometer Fußweg vor uns und ich kam mir wie eine ausgebrochene Irre aus der Anstalt vor. Bekleidet mit Bikini und Badelatschen und einem Boot im Schlepptau, lief ich den Wanderweg lang. Was müssen sich nur die Leute gedacht haben?!

Meine Euphorie war längst Geschichte. Aber kurz vor Kalteneck versuchte ich mein Glück erneut und setzte das Boot ins Wasser. Aber auch hier war ich mehr am Ziehen, als am Paddeln.

Der Wasserpegel ist schlichtweg zu niedrig und die Felsbrocken unter Wasser bremsen ganz schön.

Nachdem wir die Schinderei bis Fischhaus geschafft hatten, wurde der Wasserstand sichtlich besser und die Ilz ruhier. Endlich geschafft!!! Jetzt kann der Paddelspaß beginnen – dachte ich.

Bootsanlegestelle bei Fischhaus. Ab hier hat die Ilz endlich mehr Wasser.

Der Fluß hatte zwar mehr Wasser, dafür aber weniger Strömung. Die Tatsache, dass ich das Boot bereits schon einige Kilometer hinter mir hergezogen hatte, machte sich auch in meinen Armen bemerkbar. Aber egal. Ich wollte die Tour durchziehen. Bis zum Ende.

Die Ilz wurde breiter, ruhiger und tiefer. Ich kam teilweise an den selben Stellen vorbei, welche ich am Vortag zu Fuß gegangen war und so langsam kam meine Motivation zurück, obwohl ich mehr Pausen einlegen musste, als bei unserer Wanderung.

Die Brücke bei Fischhaus von der Ilz aus fotografiert…
…und am Vortag vom Ufer aus.

Gemütlich paddelte ich weiter und erhoffte mir, dass nach der nächsten Kurve (diesen Gedanken hatte ich viel zu oft) das Stauwehr des Sees zu sehen ist…

Volle Kraft voraus!

Aber es kam und kam nicht. Meine Arme wurden immer müder und schmerzten sehr. Jede geeignete Stelle am Ufer nutze ich, um die Streckenlänge zu checken und eine kurze Rast einzulegen. Meine Nerven lagen blank und Freya war mittlerweile auch nicht mehr so fit.

Freya – genervt oder müde? Ich tippe auf das erste, denn laufen ging wunderbar.

Als ich nicht mehr konnte, weil meine Arme bereits zu krampfen begonnen hatten, stieg ich am Steg bei der Mausmühle aus. Unsere Fahrt auf der Ilz sollte hier ihr Ende finden und mein nächstes Martyrium beginnen…

Eine Familie half mir, Kermit an Land zu ziehen und auf den Bootswagen zu wuchten. „Danke!

Ich brauchte eine kurze Pause, musste meine Nerven und mich sammeln und zog Kermit den Hang hinauf. Dort traf ich auf ein junges Pärchen, welches mit Komoot wanderte. Weil mein Handyempfang miserabel war und mein Internet gleich dreimal, fragte ich sie, ob ich einen Blick auf die Karte werfen könnte (Danke). Ab hier hatte ich zwei Möglichkeiten. Entweder ich folgte dem Goldsteig, welcher sich aber bereits nach den ersten Metern als „unmachbar“ herausstellte, oder ich nehme den Weg, den ich dann auch gegangen bin (eigentlich genauso unmachbar, aber das merkte ich erst später).

Ich tat Buße. Mit Boot 3 Kilometern über Wurzeln und durch den Wald!

Ein Boot gehört ins Wasser und nicht auf einen Waldpfad!!! Das bemerkte ich auch, aber es war zu spät.

Sollte ich Chriss anrufen und mich abholen lassen?“ – Guter Witz, er kommt mit dem Auto gar nicht hierher. Außerdem wollte ich diese Tour endlich durchziehen und nicht auf den letzten (Kilo)Metern versagen.

„Sollte ich Kermit stehen lassen und ohne ihn das Auto holen?“ – genauso dämliche Idee, ich komm ja auch nicht mit dem Auto hierher.

Ich habe Kermit also knapp 3 Kilometer quer durch den Wald gezogen. Dabei hatte ich nur meine Badelatschen an, welche absolut nicht für eine Wanderung und schon gar nicht auf solchen Wegen, geeignet sind. Ich war einem Heulkrampf nahe und alles tat mir weh.

Endlich, endlich, endlich erreichte ich das Wehr. Jetzt musste ich nur noch dem Weg folgen… und Kermit irgendwie durch den 90 Grad-Winkel am Ende des Weges bringen (ich habe ihn dann etwas übers Geländer geschoben, denn sonst wäre ich nicht um die Kurve gekommen) und die letzten Meter bis zum Auto waren dann auch schnell geschafft.

Hätte ich noch die Kraft gehabt, dann hätte ich vermutlich einen Freudentanz vorgeführt. Aber so packte ich alles ins Auto, fuhr nochmal beim Campingplatz vorbei um mich zu verabschieden und fuhr nach Hause.

Endlich erreichten wir das Wehr des Stausees.

Zusammenfassung Kajak-Tour Tag 2:

Wie lange die gesamte Strecke war, kann ich euch gar nicht mehr genau sagen. Die reine Wasserstrecke wäre auf 17,3 Kilometer gekommen, da wir aber sehr viel an Land gelaufen sind, tippe auf 20 Kilometer (+) insgesamt. (Sollte ich die Route finden, dann gibts hier noch ein Update).

Die Ilz ist oberhalb von Fischhaus mit einem Kajak (egal ob Sit-on-Top oder Wildwasser) kaum befahrbar. Die langen Trockenperioden in diesem Jahr haben hier sicherlich auch ihren Beitrag geleistet.

Ab Fischhaus gibt es noch vereinzelt ein paar Passagen mit Niedrigwasser, aber wenn diese überwunden sind, wird die Ilz zum Paddelfluß – meine Erfahrung: erst ab Fischhaus mit dem Boot (und die Moral von der Geschicht: Wenn du keine Infos zu deiner geplanten Tour findest, dann mache sie auch nicht!).

Lange Strecken mit Badelatschen zu laufen ist mega besch… und kann ich niemandem raten. Auch ein Boot quer durch den Wald zu ziehen macht wirklich keinen Spaß!

Fazit zur gesamten Tour inklusive Campingplatz:

Nun, das gesamte Fazit fällt besser aus, als das Fazit für die Kajak-Tour.

Der Weg durchs Ilztal ist atemberaubend schön und abwechslungsreich. Das Ilztal hat uns nicht zum letzten Mal gesehen, denn bereits jetzt plane ich schon meine nächsten Routen. Ich kann dieses Naturjuwel nur jedem ans Herz legen, der gerne seine Ruhe hat und dem Rauschen der Ilz lauschen möchte. Jedoch (!) macht das dann lieber zu Fuß.

Die Wege sind gut beschildert – trotz Forstarbeiten – und gut begehbar, jedoch nicht kinderwagen- oder hundebuggytauglich (zu viele Wurzeln und Treppen).

Der Weg übers Wasser ist beschwerlich und macht nur wenig Spaß.

Und noch ein paar Worte zum Campingplatz.

Den Campingplatz Schrottenbaummühle habe ich hiermit bereits zum zweiten Mal besucht (was schon ein klein wenig für sich spricht. Ich fahre nämlich kein zweites Mal irgenwohin, wo es mir nicht gefallen hat ;-)).

Zuerst einmal sind Hunde hier willkommen. Wie auf jedem Campingplatz sollte die Leinenpflicht aber beachtet werden (ich mag es nämlich auch nicht, wenn ein fremder Hund frei auf dem Platz herumläuft).

Der Platz ist sauber, ebenso wie die Sanitäranlagen. Die Ilz fließt direkt am Campingplatz vorbei (bzw. durch), was gerade im Sommer für eine schöne Abkühlung sorgt (Mückenspray vorausgesetzt).

Am (extra angelegten) Zeltplatz gibt es mehrere Lagerfeuerstellen – das Holz dafür kann beim Wirt gekauft werden. Romantik pur, wenn man nicht gerade so einen Angsthasen hat, wie Freya ist.

Das Essen im Gasthaus war sehr, sehr lecker und die Speisekarte bietet für jeden was.

Die Nacht auf dem Campingplatz hat uns 8 Euro gekostet (kleines Zelt, 1 Hund, 1 Person), Duschen und WC inklusive. Das Auto hatten wir ja an der Oberilzmühle.

Der einzige Nachteil (für manche vielleicht auch ein Vorteil) ist der fehlende Handyempfang. Dieser zieht sich aber durch einen Großteil des Ilztals und ist nicht nur auf den Campingplatz bezogen. Wer freundlich fragt, kann jedoch das Gast-WLAN nutzen (Empfang allerdings ausschließlich vor dem Gasthaus).

Danke:

Vielen Dank an den Campingplatz Schrottenbaummühle.

Vielen Dank an die vielen Unbekannten, die mir mit dem Kajak geholfen haben oder mich einen Blick auf die Wanderkarte werfen ließen.

Vielen Dank an Chriss, der sich wieder einmal als „Trail-Angel“ angeboten hat.

Vielen Dank an meine Freunde, die mit mir mitgefiebert und mich aufmunternd während dem Horror-Trip am 2. Tag begleitet haben.

Und natürlich vielen Dank an meine Leser dieses Blogs und meine Fans (sowohl bei Facebook, wie auch bei Instagram).

Neben einem Reh (zu schnell für die Kamera) und einigen Eichhörnchen haben wir auch diesen Frosch gesehen.
Wunderschöne wilde Pfade…
Aber auch Straßen gehören bei 20 Kilometer irgendwo dazu.
„Über sieben Brücken musst du gehen“ – ich glaube, es waren mehr als sieben.
Wir sind auch einen Teil des Via Nova gelaufen.
Manchmal gibts keine Brücke.
An Tag 2 kamen wir auch an der kleinen Fuchshöhle vorbei.
Die Ilztalbahn fährt nur Samstag und Sonntag.
Das Hundeverbotsschild am Ilz-Stausee haben wir erst gesehen, als wir schon einmal über die komplette Badewiese gegangen waren…

Habt ihr auch schon so einen Trip hinter euch? Schreibt mir doch eure Erfahrung einfach als Kommentar unter den Beitrag und wir machen uns in der Zwischenzeit auf zu neuen Abenteuern! Bis bald.

Eine Seefahrt, die ist lustig – eine Seefahrt die ist schön…

…oder doch nicht?

Mit Freya und Kermit paddeln auf dem Bodensee.
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Freya und ich waren am Sonntag (11.08.19) auf dem Bodensee paddeln.

Wie es ist, nicht auf einem Fluss, sondern auf einem riesigen See, mit einem winzigen Kajak unterwegs zu sein, das möchte ich euch hier erzählen. Außerdem gibt es eine wichtige Info für Hundebesitzer.

Kurzurlaub am Bodensee

Wir (ja, Chriss war auch dabei) waren für ein paar Tage mit unserem Wohnwagen auf dem Gebhardshof in Wallhausen. Der Hof liegt nur etwa 250 Meter vom Bodensee entfernt und so hatten wir natürlich Kermit und Elliot (zwei Sit-on-Top Kajaks) dabei. Während Elliot im Schatten unter den Obstbäumen faulenzen durfte, musste Kermit mit Freya und mir ins Wasser.

Hunde verboten

Vom Parkplatz geht es über einen Weg am Strandbad entlang. Die Hundeverbots-Schilder rund ums Bad beunruhigten mich etwas, da sich dort (zwar am Ende, aber innerhalb) auch die Anlegestelle befindet. Und auch bei diesem Eingang gibt es dieses Schild!

Chriss versicherte mir, dass es überhaupt kein Problem wäre, mit Freya durch das Strandbad zur Anlegestelle gehen. Schließlich hätte er sich am Abend zuvor noch erkundigt… Und so bin ich mit meinem mulmigen Gefühl und Freya an der ganz kurzen Leine hinter Chriss und Kermit hinterher gegangen.

Am See angekommen, legte ich Freya direkt neben mir ab (ich wollte in keinster Weise irgendwie bemerkt werden) und wir arbeiteten sofort daran, Kermit startklar zu machen.

Die Badegäste direkt neben uns, hat es nicht gestört, dass ein Hund (ruhig liegend, nicht bellend oder in irgendeiner Weise störend) geduldig darauf wartete, dass ihr Frauchen (also ich) endlich das Kajak ins Wasser schubste und sie freudig hineinspringen konnte, ABER

… irgendein anderer Badegast, welcher weit weit weg war, schien sich gestört zu fühlen und so kam auch schon der Bademeister zu uns.

Er fragte im ruhigen Ton, ob wir mit dem Hund aufs Boot wollen und wir antworteten beinahe im Chor: „Ja, so ist der Plan“. Auf das „Okay, denn eigentlich sind hier am Strand Hunde verboten“ antwortete Chriss nur, dass er gefragt hätte (wen er gefragt hat weiß ich bis heute nicht) und es okay sei und von mir kam nur ein mürrisches „Wir sind gleich weg!“.

Der Bademeister wünschte uns viel Spaß und ging wieder.

Eine Möwe zeigt uns den Weg.

Nichts wie weg

Bereits jetzt war ich sichtlich genervt, schob mein Kajak ins Wasser, „platzierte“ Freya und mich darin und suchte den Weg in die Weiten des Bodensees. Zumindest hatten die Badegäste, welche neben uns waren, sichtlich Freude daran, einen Hund im Boot zu sehen und wünschten uns viel Spaß und einen schönen Tag. Ich werde sie vermutlich nie vergessen, wieso? Dazu komme ich später.

Die ersten Meter waren super. Zuerst mussten wir um den, für Festboote gesperrten, Schwimmerbereich paddeln. Alles kein Problem. Es war am frühen Vormittag und der Wind hielt sich in Grenzen. Somit war der Wellengang angenehm und die Paddelei lief super…

…bis der erste Motorboot-Macho meinte, er müsste mit seinem Motorboot und gefühlten 250 Sachen über den See brettern.

Wir waren gerade auf Höhe des Hafens, wo ich sowieso ein ungutes Gefühl hatte. Schließlich fahren hier Boote ein und aus, die teils 100 Mal größer sind als mein Kermit. Ich hatte ein bisschen Bedenken, dass uns jemand übersehen könnte.

Wellen, Wellen, Wellen

Der Gedanke war allerdings vom einen auf den anderen Moment Nebensache, denn der Macho mit seinem Motorboot erzeugte ziemliche Wellen, welche, wie ich merken musste, in Ufernähe ziemlich hoch werden können (deshalb fällt auch die Bilderreihe eher rar aus). Ich lernte allerdings auch dazu, dass sie im tieferen Wasser, fernab vom Ufer, kaum spürbar sind.

Nachdem ich uns heil aus den Wellen befreit hatte, ging es weiter Richtung Marienschlucht. Das sollte eigentlich das Ziel unserer Tour sein, ist sie doch nur 3 Kilometer entfernt. Ich war im Glauben, dass 3 Kilometer auf dem See mindestens genauso einfach sind, wie auf einem Fluss.

Die Marienschlucht ist seit einem tragischen Erdrutsch mit Todesfolge gesperrt und kann nicht begangen werden!

Auf dem Weg zur Marienschlucht.
Karibikfeeling pur, dank türkisfarbenem Wasser.

Selbsterkenntnis ist der beste Weg zur Besserung

Bereits auf dem Hinweg musste ich mehrere Pausen am Ufer einlegen, da ich zum einen ziemlich von den Motorbooten und deren Wellengang genervt war, Freya war auch ziemlich angespannt, was ich an ihrem Zittern gemerkt habe und zum anderen meine Arme nicht mehr konnten.

Hatte ich die Tour etwa falsch eingeschätzt?

Nach etwa 1,5 Kilometer gestand ich mir ein, dass wir die restlichen 1,5 Kilometer UND den Rückweg nicht schaffen würden. Ich drehte um. Damit sich Freya ein wenig beruhigen und vor allem abkühlen konnte, legten wir einen Stop am Ufer ein. Während die großen Motor- und Segelboote nicht bis ans Ufer konnten und ihre Anker mehr Richtung See warfen, konnten wir mit unserem kleinen Kajak direkt an den „Strand“.

Als wäre Freya froh gewesen, endlich wieder an Land zu sein, wurde sich zuerst ausgiebig gewälzt.

Laaaaand!!!

Anschließend legte sie einige Schwimmrunden mit ihrer neuen Schwimmweste ein und wie man im Video sehen kann, kommt sie sehr gut damit zurecht. Ich habe sogar den Eindruck gehabt, als wüsste sie genau, dass sie damit länger und besser schwimmen kann, denn normalerweise schwimmt sie nicht so weit hinaus.

Beinahe „abgesoffen“ – Turbulenzen auf dem Rückweg

Ich wartete die Wellenfront ab. Mittlerweile rasten immer mehr Motorboote über den See und die Wellen waren für mein kleines Kajak etwas zu viel. Als gerade kein Raser in Sicht war, paddelte ich so schnell wie möglich in Richtung Seemitte um vom wellenanfälligen Ufer wegzukommen.

Die Aussicht vom Bodensee aus ist herrlich und die Farbe des Wassers wechselt von türkis zu dunkelblau. Manchmal sieht es aus, als wäre eine Klippe unter Wasser. Einfach wunderschön. Wir haben viele Fische gesehen, natürlich auch einige Enten und eine Möwe (im Altmühltal sieht man Möwen eher selten ;-), weshalb ich mich tierisch gefreut habe).

Die türkise Farbe, welche der Bodensee stellenweise hat, ist wirklich der Wahnsinn.

Ausstieg mit Hindernissen

Erschöpft, durchgeschaukelt und mit einem, ziemlich voll Wasser gelaufenen Boot (die Wellen der Fähre waren dann doch zu viel) waren wir nur noch wenige Meter von der Anlegestelle entfernt. Chriss wartete bereits mit dem Bootswagen am Ufer, da brüllte eine Frau aus dem Wasser „Da würde ich mit dem Hund nicht rausgehen. Da sind Hunde verboten und da regen sich die Leute auf!“. Meinen Einwand, dass ich dort aber anlegen MUSS, wollte sie nicht hören und beharrte auf ihre Aussage.

Da wusste Freya noch nicht, dass unsere Tour noch etwas ausgiebiger werden sollte…

Was mach ich denn jetzt?

Sollte ich den Ärger riskieren oder lieber doch eine andere Stelle suchen?

Ich entschied mich für das Zweite. Und so rief ich Chriss zu, dass ich eine andere Stelle suchen würde, weil sich hier schon die ersten Badegäste aufregen. Die Gäste vom Morgen standen gerade im See und meinten nur, dass sie sich nicht aufregen würden und wir gern hier an Land gehen könnten. (Ich finde es nach wie vor lustig, dass sie scheinbar von sich, auf die anderen ca. 200 Gäste im Bad geschlossen haben.) Sie waren sichtlich enttäuscht, als ich weiterpaddelte.

Auf dem Weg zum nächsten Strand musste ich feststellen, dass mir das Wasser bis zum Hals ähm zur Hüfte stand. Kurzerhand steuerte ich in Richtung Schilf, wo ich eine Kiesbank entdeckte (ja ich weiß, es ist verboten) damit ich das Wasser ablassen konnte. Wir wären sonst vermutlich untergegangen.

Endlich geschafft!

Erschöpft und erleichtert gleichzeitig erreichten wir den Strand des Campingplatzes Klausenhorn. Und siehe da, auch hier sind Hunde verboten.

Ich drückte Chriss schnell die Leine von Freya in die Hand und sagte ihm, er solle sie so schnell wie möglich „aus der Schusslinie“ bringen. Gleich lief er mit ihr zum Weg. Natürlich war auch hier scheinbar schon eine Dame am Luftholen und wollte wohl etwas zum Hundeverbot sagen, da entdeckte sie die T-Shirt-Aufschrift der Wasserwacht und meinte nur „ach, ein Rettungshund, na dann“.

Ich hiefte Kermit auf den Bootswagen und machte mich ebenfalls auf den Weg. Froh, endlich wieder am Auto zu sein, war unsere Seefahrt hiermit beendet.

Fazit:

Die Aussicht vom See ist herrlich und auch die Uferabschnitte laden förmlich zu einer Rast ein.

Aber leider überschatten die negativen Eindrücke, das schöne Erlebnis.

Ich weiß nicht, wie es an anderen Stellen rund um den See ist, aber eine Anlegestelle in ein Strandbad zu legen, bei welchem Hundeverbot herrscht, finde ich total bekloppt. Hier ist der Ärger mit Badegästen vorprogrammiert, auch wenn es Ausnahmen gibt (wie ich sie ja angetroffen habe).

Auch der zweite Strand war offiziell nicht mit Hund möglich und hätte Chriss nicht Dienst mit der Wasserwacht gehabt, wären auch hier Diskussionen entstanden.

Ich habe zwar bei einem Gespräch am nächsten Morgen mit der DLRG und dem Bademeister erfahren, dass es wohl einen (inoffiziellen) Hundestrand hinter dem Strandbad Klausenhorn gibt, wo wir auch problemlos anlanden hätten können, aber so weit hätten wir es nicht mehr geschafft.

Wir bleiben in Zukunft auf kleinen Flüssen wie unsere Altmühl. Dort gibt es keine nervigen Motorboot-Machos, welche dafür sorgen, dass mein Kermit beinahe absäuft und es ist an (fast) jeder Stelle möglich, mit Hund ein- und auszusteigen.

Schwimmen ist ihr dann wohl doch lieber, als das Geschaukel im Boot.
Frisch gebadet geht es zurück.
Hundepfoten unter Wasser.
Strandbad Wallhausen, Achtung Hundeverbot!
Es sieht aus, als wäre eine Klippe unter Wasser.
In Ufernähe sollte auf Felsen unter Wasser geachtet werden.

„Tausche Wanderstiefel gegen Wasserschuhe“ – unsere erste Bootswanderung auf der Altmühl

Von Walting nach Böhming

Ja, ihr habt richtig gelesen. Ich habe für eine ganz spezielle Wanderung meine Wanderstiefel gegen Wasserschuhe getauscht (grins).

Kapitän Freya an Bord von „Kermit“ – unserem neuen Kajak.
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Unsere erste Bootswanderung mit dem eigenen Kajak. Was macht man wohl sonst, bei 35 Grad im Schatten?!

Ich bin nun seit dem 23. Juli 19 stolze Besitzerin eines Kajaks.

Lange habe ich nach einem Sit on Top Kajak gesucht, aber irgendwie war nie das richtige dabei. Schließlich soll es genügend Platz bieten, damit Freya und ich damit über die „See schippern“ können, jedoch muss es INS Auto passen und allzu schwer darf es auch nicht sein, da ich ja alleine damit unterwegs bin und „das Teil“ ab und an auch tragen muss.

Die Temperaturen passten am 24. Juli, genau genommen geht es fast nicht besser. und der richtige Fluss ist quasi vor der Haustür. Ich nehme euch mit auf unsere erste gemeinsame Bootswanderung auf einen der langsamsten Flüsse Deutschlands – der Altmühl – von Walting nach Böhming.

Übersichtskarte bei Arnsberg.

Infos zur Tour:

  • Gesamtlänge: 14,94 km
  • Höhenmeter: entfallen
  • Besonderheiten/Schwierigkeiten: der Einstieg bzw. die Treppen an der Anlegestelle in Walting ist/sind ziemlich steil; stellenweise ist etwas wenig Wasser in der Altmühl (bedingt durch die lange Trockenheit); Strecke OHNE Wehr (Einstieg unterhalb des Wehrs; nächstes Wehr kommt bei der Kratzmühle), mehrere Rastmöglichkeiten in Form von Gaststätten (bitte Öffnungszeiten beachten), Bootsratsplätzen und Kiesbänken;
  • Start: Anlegestelle Walting
  • Koordinaten (Start): 48°54’34.99“N 11°18’13.82“E
  • Ziel: Bootsrastplatz Böhming
  • Koordinaten (Ziel): 48°56’55.7″N 11°21’59.2″E

Aufgezeichnet wurde die Tour mit der Canua-App

Und so sieht die Aufzeichnung bei Canua aus. (Bilder: Screenshots aus der App)

Am Abend zuvor habe ich bereits alles im Auto verstaut, sodass wir um 10 Uhr am Startpunkt waren. Zuerst einmal musste alles wieder ausgepackt werden, was einfacher war, als das gedacht. Dann ging es daran, das Kajak ins Wasser zu bekommen. Die Anlegestelle ist hier ziemlich weit unten und ich habe zuerst daran gedacht, das Boot zu tragen. Da der Hang ziemlich steil ist, die Treppen nicht gerade sonderlich breit und 16 Kg bei schlechter Sicht auf die Stufen nicht gerade vorteilhaft sind, habe ich mich dazu entschieden, es am Rand der Treppe Richtung Wasser zu ziehen.

Das Ufer ist ziemlich steinig, weshalb man aufpassen sollte, dass man das Boot nicht direkt auf einen Stein auflegt. Aber auch das hat gut geklappt.

Freya konnte es kaum erwarten und mit dem Kommando „Hopp“ saß sie auch schon im Boot. Dann kam der lustigere Teil. Ich musste ja schließlich auch noch hinein. Zum Glück ist „Kermit“ sehr kippstabil und so hüpfte ich (eher unelegant) „an Deck“. Die richtige Sitzposition gefunden, Paddel in die Hände – und los gehts!

Die ersten Meter waren herrlich! Genüßlich paddelte ich vor mich hin. Es war noch niemand unterwegs und ich hatte die gesamte Altmühl für mich alleine. Die Eindrücke, welche sich AUF dem Wasser einem bieten sind ganz anders, als beim Wandern zu Fuß. Bis…

Uferpflanzen. In Wirklichkeit sehen sie noch viel schöner aus.

…Tja, bis meine Augen angefangen haben zu tränen. Ich hab kaum noch was gesehen, so haben sie gebrannt. Irgendetwas „fliegt“ wohl im Moment und so wurde gleich die erste „Raststelle“ angefahren.

Eine tolle Kiesbank kurz nach dem Start bei Walting bietet einen genialen Rastplatz.
Und Freya nutzte die Pause für eine Schwimmrunde. Abkühlung ist auch, oder vor allem (?) beim Paddeln wichtig.

Nachdem ich mir das Handtuch aus meinem Drybag geholt und die Augen ausgewischt habe, gings weiter. (Die tränenden Augen hatten sich dann, Gott sei Dank, erledigt).

Freya lag entspannt auf „ihrem Platz“ und selbst vorbeischwimmende Enten brachten sie nicht aus der Ruhe (sie findet Enten eigentlich super toll, falls ihr wisst, was ich meine).

Schwimmkurs mit der ganzen Familie.

Gemütlich paddelten wir weiter. Und wenn ich gemütlich schreibe, dann meine ich das auch so. Unser Tempo glich nämlich dem einer Schnecke mit Krückstock.

Direkt an der Altmühl entlang gibt es sogar ein paar Gaststätten, welche man (mehr oder weniger) direkt ansteuern kann.

Einkehrmöglichkeiten gibt es viele entlang der Altmühl. Bitte beachtet die Öffnungszeiten.

Der wenige Regen der letzten Wochen macht sich auch im Altmühltal bemerkbar und obwohl der Wasserstand der Altmühl reguliert wird, führt sie aktuell stellenweise sehr wenig Wasser. Wer dann mehr mit der Aussicht und sich selber beschäftigt ist, muss darauf achten, dass die idyllische Ruhe nicht durch ein „krchchchchch…“ gestört wird, was zu einer abrupten Vollbremsung führt. Die heimischen Altmühl-Kiesbänke lauern nämlich unter der Wasseroberfläche und warten nur darauf, ein Boot anzuspringen 😉

Nachdem wir „Opfer“ einer solchen Altmühl-Kiesbank wurden, mussten wir Kirmet aus ihren Klauen befreien und ein Stück im Wasser LAUFEN. Vermutlich kommt daher der Begriff „Bootswandern“…

Wegweiser unter Wasser – wo sich viele sichtbare Unterwasserpflanzen befinden, ist das Wasser erfahrungsgemäß nicht sehr tief.
Erfrischt gings weiter.

Bereits bei Gungolding kam dann der nächste Stop. Kurz vor einer Brücke ist der Wasserstand sehr niedrig und die Kiesbänke verwandeln sich in kleinere Felsen, weshalb wir auch hier Kermit „an die Leine nahmen“ und erstmal zu Fuß weitergingen.

Wo gehts denn da hin?

Den Rastplatz bei Gungolding ließen wir aus, grüßten aber freundlich eine Gruppe Radfahrer, welche dort verblüfft und begeistert waren, wie entspannt Freya im Boot lag.

Freya fand es richtig cool, nicht laufen zu müssen…

Die Gungoldinger Wacholderheide ließen wir hinter uns und peilten Arnsberg an. Und nachdem wir ja sehr langsam unterwegs waren und die Sonne an diesem Tag einfach viel zu viel Kraft hatte, machten wir hier unsere nächste und letzte Pause. Geplant war am Anfang bis Kinding zu paddeln. Aber es war zu heiß und so langsam ahnte ich, wie sich der Muskelkater in den Armen am nächsten Tag einstellen sollte.

Am Bootsrastplatz setzten wir uns in den Schatten und blieben dort einige Zeit. Das tat gut.

Da, gleich hinter der Brücke wartet die nächste Pause…
Blick zur Burg Arnsberg.
Bootsrastplatz Arnsberg.

Nach der schattigen Rast lassen wir bald die Arnsberger Leite hinter uns und erreichen nach knapp 15 Kilometern und über 5 Stunden den Rastplatz in Böhming.

Blick zur Arnsberger Leite. Ganz in der Nähe befinden sich 3 super Steige zum Wandern.

In Böhming angekommen, stieg ich aus dem Boot und auch Freya nutzte gleich wieder die Gelegenheit sich abzukühlen. Während ich Kirmet an Land zog, entdeckte ein rastender Bootswanderer eine (ca. 50 cm große) Wasserschlange – omg. Bevor Freya sie entdeckte war sie verschwunden.

Ich suchte uns ein schattiges Plätzchen unter einem Baum und dort warteten wir auf unser „Taxi“. An dieser Stelle nochmals Vielen Dank an meinen Freund, der uns hier eingesammelt und wieder zum Auto gebracht hat. Das ist nämlich, wie ich finde, der einzige Nachteil am Bootswandern – Rundwanderungen gestalten sich sehr, sehr schwierig.

Im Schatten warten wir darauf, dass wir abgeholt werden.

Und wie war nun unsere erste Bootswanderung?

Unser Fazit lautet:

Das war definitv nicht unsere letzte Bootswanderung!!! Man „entdeckt“ die Welt mit anderen Augen und teilweise neu. Alle Paddler die wir getroffen haben, sind freundlich und grüßen – wie bei einer Wanderung zu Fuß auch – und für viele scheint es ein absolutes Highlight zu sein, dass auch Hunde (in meinem Fall eben Freya) ein Abenteuer in Form einer Bootswanderung genießen.

Freya nutzte wirklich jede Gelegenheit, um im Wasser zu planschen und Gelegenheiten gibt es bei solch einer Tour viele. Selbst Riesenkröten, Fische von 2 cm bis zu einem halben Meter und XXL-Schwärme von Libellen hielten sie nicht davon ab.

Obwohl die Altmühl sehr langsam fließt, merkte ich jedoch schnell, dass das Fotografieren auf dem Wasser gar nicht so einfach ist. Während man zu Fuß einfach an Ort und Stelle stehen bleibt, hat man hier u. a. „Problemchen“ wie ein „sich drehendes Boot“ oder „Strömung im falschen Moment“. Ich werde auf jeden Fall weiter üben und meine Olympus Tough TG-5 hat mir auch einige (meist unfreiwillige) Tauchgänge problemlos verziehen.

Sonnencreme nicht vergessen!

Habt ihr Lust bekommen, das auch einmal mit eurem Hund auszuprobieren oder seid ihr schon Profis? Auf der Homepage des Naturpark Altmühltal gibt es viele Infos über Bootswanderungen im Altmühltal und ich erzähle euch gern in weiteren Beiträgen von unseren Touren und meinen Erfahrungen rund ums Thema „Bootswandern mit Hund“.

Wie? Die nächste Tour dauert noch???

Wenn euch unsere Bootswanderung gefallen hat, dann hinterlasst doch einen Kommentar. Ich freue mich über euer Feedback.