Filze und Schachten – Traumtour im Bayerischen Wald

Eine absolut zu empfehlende Tour für alle Wanderbegeisterten – egal ob MIT oder OHNE Hund!

Das Zwieselter Filz.
Hinweis: Beitrag enthält unbezahlte WErbung

Aufgrund dessen, dass wir so viel unterwegs sind und wir schon so viel gesehen haben, gibt es Touren, welche ich zwar schön finde, aber so geflasht wie diese hier, hat mich schon lange (wenn das überhaupt schon einmal der Fall war) keine Wanderung mehr. Selbst jetzt, während ich diesen Beitrag hier tippe, bin ich noch „hin und weg“. Aber fangen wir von vorn an.

Der Plan war, eine längere Tour über 20 Kilometer zu laufen. Und zwar geplant und nicht wie bei unseren mehrtägigen Touren, wo meine Tourenplanung etwas „daneben“ lag. Außerdem sollte es eine Rundtour sein und natürlich auch ein paar Highlights bieten.

Nachdem ich etwas recherchiert hatte, stieß ich auf eine ähnliche Tour, welche ich mithilfe von Komoot noch ein wenig ausgeweitet und aufgepeppt hatte. Am 04. September 2019 um 10 Uhr starteten wir dann unsere Traumtour.

Abwechslungsreiche Wege warten auf dieser Tour.

Infos zur Tour:

  • Gesamtlänge: 22,2 Kilometer
  • Höhenmeter: 580
  • Besonderheiten/Schwierigkeiten: Rundtour; gutes Schuhwerk; Trittsicherheit erforderlich (Wege schmal, wurzlig und steinig); gute Kondition erforderlich; nicht kinderwagengeeignet; viele Wasserstellen für Hunde (ob das jedoch im Hochsommer mit der Trockenheit auch so ist, weiß ich nicht); eher nicht für heiße Tage geeignet, da man viel in der Sonne läuft; Leinenpflicht und Wegegebot (Nationalpark); keine Einkehrmöglichkeiten (zumindest hab ich keine gesehen); Tour kann auch umgekehrt begangen werden, ich empfehle sie jedoch in angegebener Reihenfolge;
  • Highlights: Lindberger Schachten (oder auch Lindbergschachten), Hirschbachschwelle, Zwieselter Filz, Kohlschachten, Latschensee, Hochschachten, Almschachten, Verlorener Schachten
  • Start: Parkplatz an der Trinkwassertalsperre Frauenau
  • Ziel: Parkplatz an der Trinkwassertalsperre Frauenau (der Parkplatz wird auch gern als Übernachtungsplatz genutzt. Zelten ist allerdings verboten. Wohnmobile/Minicamper/Wohnwägen werden wohl geduldet).

(Tourdaten stammen aus Komoot. Dass man am Parkplatz übernachten kann, weiß ich aus der App Park4Night).

Jetzt aber Los!

Wir starteten also um 10 Uhr mit unserer Tour. Vorbei am Toilettenhäuschen (also es ist eigentlich schon eher ein Haus) geht es über eine nette Holzbrücke über den kleine Regen und schon jetzt erwartete uns der erste Aufstieg. Über 500 Meter geht es durch den Wald nach oben und ich komme das erste Mal ins Schwitzen.

Wir landeten auf einem Schotterweg. Hier war gerade eine Frau mit ihrer Fellnase dabei, den richtigen Weg zu suchen – da ich aber mit Komoot unterwegs war, konnten wir einfach unseren Weg nach links fortsetzen (die zwei kamen uns später im Filz entgegen). Bei nächster Gelegenheit führte der Weg zu unserer Rechten weiter und wir verließen den Schotterweg. Ein leicht verwachsener Waldweg, aber immer noch kein Pfad, brachte uns auf den (wieder einmal) geschotterten Radweg, welchem wir geradeaus folgten. Außer zwei Radfahrer, die Dame mit ihrem Hund und ein paar Wanderer am Parkplatz, habe ich bisher niemanden getroffen und so machte sogar der Radweg Spaß zu laufen.

Der Radweg – da aber kaum jemand unterwegs war, war es kein Problem hier zu laufen.

Vorbei an blühendem Springkraut (ich liebe diesen Duft) und ein paar Rindern – alle eingezäunt – gingen wir in Buchenau nach rechts und folgten den Schildern der Rundwege.

Das tolle Wetter, die neugierigen Kühe, das duftende Springkraut und die wenigen Leute machten selbst diesen Weg zum Erlebnis.
Gleich mehrere verschiedene Rassen haben wir gesehen.

Ab jetzt wechselt der Weg wieder in den Wald und die Wege werden mit der Zeit schmaler, bis wir auf die Straßenkreuzung Hochschachten-/Auwaldstraße treffen. Kurz orientieren und ein Blick auf die Karte… Ah ja. Da geht ein Weg paralell zur Hochschachtenstraße nach oben.

An der Kreuzung Hochschachten-/Auwaldstraße.

Diesem Weg folgen wir (auch wenn er Dank der vorangegangenen Forstarbeiten nicht so toll ist) und queren die Pommerbachstraße und anschließend die Steinschachtenstraße (wobei „Straße“ hier etwas übertrieben ist, es sind geschotterte Waldwege). Zwischen der Steinschachtenstraße und dem Lindbergschachten liegt ein steiler Anstieg mit wenig Schatten und ich war froh, dass wir diese Tour nicht (wie ursprüngich geplant am Sonntag) bei 30 Grad gemacht haben.

Kein wirklich schöner Anblick, aber aktuell gibt es schon wieder ein Käferproblem, weshalb die Forstarbeiten teils nötig sind.
Die letzten Meter bis zum ersten Schachten.

Bühne frei für den Lindberger Schachten!

Nach einer erneuten Überquerung der Hochschachtenstraße und einem etwas steinigen Weg, ging es durch einen Buchenwaldabschnitt zum Lindberger Schachten (auch Lindbergschachten genannt).

Der Lindberger Schachten.
Freya im Heidelbeerensträucher-Meer.
Tafel am Lindbergschachten (Lindberger Schachten).

Der Anblick raubte mir fast den Atem. Nichtsahnend steht man vor einer offenen (Weide)Fläche, während man vorher kilometerweit durch Wälder gestapft ist.

Schachten (singul.) bezeichnet meist vom Menschen geschaffene Lichtungen in hoch gelegenen Wäldern fernab von Siedlungen, welche als Weideflächen in der Vergangenheit genutzt wurden und teilweise noch heute beweidet werden. Die hutangerartigen Wiesen befinden sich überwiegend auf Kuppen, Sattellagen und Hochplateus im Böhmerwald, Bayerischen Wald, Sauerland, Bergischen Land und im südlichen Frankenjura. Diese insulären Mittelgebirgshutungen stellen historische Kulturlandschaftselemente dar.

https://de.wikipedia.org/wiki/Schachten

Als ich meinen Mund vor Staunen wieder zubekommen habe, führten wir unseren Weg über den Unteren Gruftsteig (auch ein Teil des Goldsteigs) zur Hirschbachschwelle fort. Typisch „Goldsteig“ geht es über schmale Pfade, mit ein paar Wurzeln, Steinen und Felsen durch abwechslungsreiche Buchenwälder, aber auch käfergeschädigte Waldabschnitte. Ich muss gestehen, beides hat für mich seinen Reiz. Vor allem zu sehen, wie sich die Natur erholt, ist für mich sehr spannend und faszinierend.

Auf dem Weg zur Hirschbachschwelle.
Typisch Goldsteig – verwuchert und steinig sind die Pfade.
Was für ein abwechslungsreicher Steig.
Aus einem Buchenwald wird ein Abschnitt voller Baumleichen. Aber ein kleiner Bach lässt diesen Abschnitt wie eine Oase aussehen und das Grün dominiert inmitten der grauen abgestorbenen Bäume.

Hirschbachschwelle – Badezeit für Freya

Der Untere Gruftsteig bringt uns auf die Kiesseigenstraße. Von hier aus könnte man auch weiter zum Polednik. Aber wir biegen bei nächster Gelegenheit rechts ab und erreichen somit rasch unser zweites Ziel – die Hirschbachschwelle. Für Freya die Zeit um sich abzukühlen (anschließend ging es gleich wieder an die Leine), für mich eine kurze Rast und ein bisschen was zu essen.

Was für ein schöner Ort. Natur und Ruhe pur an der Hirschbachschwelle.
Pause an der Hirschbachschwelle.

Gestärkt und nach kurzer Rast schulterte ich wieder den Rucksack. Schließlich haben wir noch nicht einmal die Hälfte der Tour geschafft.

Also folgten wir dem Weg am See vorbei und hätten fast die Abzweigung nach links, direkt hinter dem See übersehen. Da müssen wir also weiter.

Noch ein letzter Blick auf den kleinen See und dann geht es weiter.

Hätte hier nicht in den 1990ern der Borkenkäfer gewütet, wäre an dieser Stelle vermutlich ein Wald mit hohen Fichten. Aber jetzt stehen und liegen hier die Baumleichen und Schatten gibt es kaum bzw. überhaupt nicht.

Übrigens befinden wir uns hier paralell zum Grenzsteig nach Tschechien. Eine tolle Gegend ist das hier.

Auf dem Weg zum Zwieselter Filz. Schatten? Fehlanzeige.

Über Bohlenstege durchs Zwieselter Filz

Als absoluter Moor-Liebhaber freute ich mich ganz besonders auf die Strecke durchs Zwieselter Filz.

Filze = Regenmoore, auch ombrotrophe Moore oder Hochmoore genannt, sind mineralsalzarme, saure und nasse Lebensräume mit einer an diese extremen Bedingungen angepassten Flora und Fauna. Regenmoore werden im Gegensatz zu Niedermooren ausschließlich aus Niederschlägen (Ombrotrophie) und durch aus der Luft eingetragene Mineralsalze versorgt und stellen damit einen speziellen hydrologischen, ökologischen und entwicklungsgeschichtlichen Moortyp dar, bei dessen Jahrhunderte bis Jahrtausende währendem Wachstum Torfmoose als Torfbildner eine entscheidende Rolle spielen.
Regenmoore sind durch Torfabbau und Mineralsalzeinträge aus der Umgebung (Landwirtschaft, Industrie) stark gefährdet. Lebende und noch wachsende Regenmoore gibt es heute kaum noch. Die letzten großen Regenmoorgebiete befinden sich in Westsibirien und Kanada.

https://de.wikipedia.org/wiki/Regenmoor
Im Zwieselter Filz.

An die 2 Kilometer führt uns der Bretterweg (Vorsicht! Teilweise sind die Abstände zwischen den Bohlen so groß, dass die Hunde mit ihren Pfoten durchrutschen können. Das erfordert etwas Konzentration bei den Fellnasen) durch die Moor-Landschaft. Mooraugen, Heide, abgestorbene querliegende Bäume… Was für den einen gruselig wirkt, ist für mich „Faszination pur“.

Was ist denn da? Freya hatte eine kleine Eidechse entdeckt.
Moorauge.
Ein etwas größerer „See“ im Zwieselter Filz.

Vom Zwieselter Filz geht es, diesmal wieder über weichen Boden, zum Kohlschachten. Hier sind mir (ausnahmsweise) zu viele Leute (obwohl 5 jetzt nicht wirklich viele sind, aber ich wollte meine Ruhe ;-)) und so setzen wir unseren Weg gleich wieder auf Brettern fort. Ein weiterer Holzweg führt vom Hauptweg nach links. Man erreicht nach ein paar Metern den Latschensee (welcher auf den Fotos viel größer aussieht, als er ist, aber schön ist es hier trotzdem).

Der Weg zum Kohlschachten.
Wie in der Steppe sieht es am Kohlschachten aus.
Der Latschensee.

Da auch hier eine Familie vor Ort war, gabs ein paar Schnappschüsse und einen Schluck Moorwasser für Freya (trinken eure Hunde das auch so gern?) und schon gings weiter.

Halbzeit und eine Pause am Hochschachten

Die Hälfte der Strecke (11 Km) war geschafft und so langsam grummelten unsere Mägen. Ein geeigneter Pausenplatz musste her. Weil der Picknickplatz am Hochschachten bereits besetzt war und ich keine Lust auf Konversation hatte, suchten wir uns ein schattiges Plätzchen unter 2 großen Fichten und machten hier unsere (wieder mal kurze) Mittagspause. Wir waren so gut versteckt, dass uns andere Wanderer nicht einmal bemerkt hatten :-).

Blick über den Hochschachten zu einem Gipfel. Welcher? – Das weiß ich leider nicht genau.
Update 13. September: Dank der Hilfe einer lieben Blog-Leserin(vielen Dank) weiß ich nun – es ist der
Große Arber,
welcher hier über die Baumkronen tront!!!
Und nochmal der Hochschachten. Hier erkennt man deutlich, dass es sich um (frühere) Weideflächen handelt.

Erst als wir weiter in Richtung Almschachten gelaufen sind, sah ich eine Bank am Abzweig zum Hochschachten (eigentlich dachte ich, dass dies bereits der Hochschachten ist, aber vielleicht gibt es dort nochmal einen besseren Aussichtspunkt. Ich habe keine Ahnung). Den Weg nach oben ersparte ich uns aber und wir liefen gleich weiter zum Almschachten. Ein schmaler Pfad führt kurz durch dichte Heide und wechselt dann wieder in einen lichten Buchenwald.

Pilze auf dem Weg zum Almschachten.
Auf dem Weg zum Almschachten.
Buchenwald in Richtung Almschachten. Abwechslungsreicher könnten die Wege kaum sein.

Der Almschachten

Einer schöner als der andere. Ich hätte nie gedacht, dass Schachten eine solch magische Anziehungskraft auf mich ausüben können. Aber sie tun es. Diese Orte scheinen wie ein Magnet zu sein. Am Almschachten befindet sich eine kleine Schutzhütte, welche wir aber nicht betreten hatten, denn ich wollte weiter. Wir hatten noch knapp 9 Kilometer vor uns. Zum Glück waren aber die Höhenmeter (fast) geschafft.

Zwischen dem Alm- und dem Verlorenen Schachten trafen wir auf ein älteres Ehepaar. Mittlerweile war ich mehr in Redelaune und nach einem ausgiebigen Plausch über die Gegend ging es weiter.

Der Almschachten.
Eine kleine Hütte am Almschachten.
Blick zum Stausee auf dem Weg zum Verlorenen Schachten.

Noch ein kurzer Anstieg zum Verlorenen Schachten

Ich hatte mir ernsthaft überlegt, den Verlorenen Schachten wegzulassen, aber dann hätte ich die schöne Hütte verpasst und außerdem auch nur ein paar Meter gespart. Also ging es über einen Wiesenweg zum Verlorenen Schachten.

Auf dem Weg zum Verlorenen Schachten.
Riecht Freya etwa schon den nahenden Bach?
Endlich Wasser – und natürlich wieder eine Abkühlung.
Die Hütte am verlorenen Schachten. Ich habe gelesen, dass man diese wohl auch mieten kann, ob es stimmt? Das weiß ich leider nicht, lässt sich aber mit Sicherheit herausfinden.
Nette Sitzgruppe bei der Hütte am Verlorenen Schachten.

Fast geschafft – die letzten Kilometer

Ziemlich verwachsen und kaum erkennbar ist der Weg bis zum Waldrand. Hier führt ein kleiner Pfad durch den Wald und wir gelangen auf den Weg, welchen wir gegangen wären, wenn wir nicht zum Schachten gelaufen wären.

Von hier aus führt uns der Weg, teils steil bergab, über den Judenweg zur Schachtenstraße, weiter auf eine Teerstraße.

Hier meinte Komoot, wir sollen links hinauf. Ich wollte nicht mehr bergauf laufen und entschied mich für den unteren Weg. Weil dies jedoch ein beliebter Weg für Radfahrer ist, biegen wir bei nächster Gelegenheit nach links auf einen Wanderweg ab.

Die Teerstraße ist fast schon angenehm, nach den ganzen Wurzeln und Stegen. Außerdem sind wir bereits knapp 19 Kilometer gelaufen und kommen hier schnell voran.

Spätestens beim nächsten Wegweiser dachte ich mir dann „da hättest du ja gleich die Teerstraße hoch laufen können“, denn jetzt mussten wir über den schmalen Wanderweg nach oben…

Neben uns der Alte Triftkanal (dieser führt kein Wasser), geht es vorbei an einem kleinen Wasserfall (Wasserfall ist schon ein bisschen übertrieben ;-)) und über ein paar Wurzeln ging es, glücklicherweise neben der „Radl-Straße“, zur Talsperre hinab. Von hier aus waren es nur noch 900 Meter. Gleich nach der Straße folgten wir rechts den Stufen hinab und über einen Weg gelangten wir zu einer weiteren Teerstraße. Hier sind wir kurz 5 Meter in die falsche Richtung und haben dann aber gleich den (noch steileren) Abstieg zum Parkplatz entdeckt.

Links der alte Triftkanal – rechts der wurzlige Weg. Die letzten Kilometer sind nochmal etwas anspruchsvoll.
Wasserfall.
Blick zum Stausee. Fast geschafft.
Die Bank nutzten wir nicht mehr.
Geschafft! Die Holzbrücke über den Kleinen Regen war unser Start der 22 Kilometer langen Tour.

Wir erreichten um 17:30 Uhr das Auto und waren mit Pausen ziemlich genau 7,5 Stunden unterwegs. Die reine Gehzeit lag bei 5 Stunden und 15 Minuten.

Mehr Abwechslung gibt es wohl kaum

Die gesamte Tour ist so abwechslungsreich, dass es einem, trotz der 22 Kilometer, nicht zu lange erscheint – oder es geht euch wie mir. Ich hatte den Eindruck, wochenlang unterwegs gewesen zu sein, aber nicht weil es so langwierig war, sondern weil ich so viele Eindrücke gesammelt hatte.

Eine gute Grundkondition und gewisse Trittsicherheit sind jedoch Voraussetzung, um diesen Weg zu meistern. Weil man nicht nur Buchenwälder, sondern eben auch die käfergeschädigten Flächen durchläuft und dadurch wenig Schatten hat, sollte man diese Tour an etwas kühleren Tagen gehen.

Wir waren fast allein unterwegs, aber die wenigen Leute, welche wir unterwegs getroffen haben, waren alle sehr freundlich.

Noch ein paar Impressionen:

Hier gehts zum Latschensee.
Ein toller Abschnitt durchs Filz.
Wälzen muss sein.
Wuzeln.
Am Goldsteig.
Tafel Kohlschachten.
Tafel Hochschachten.
Tafel Almschachten.
Der Verlorene Schachten.
Bald haben wir es geschafft.
Auf dem Goldsteig Richtung Hirschbachschwelle.
Steiler Aufstieg in Richtung Lindberger Schachten.
Hier kann man auch auf den Polednik wandern.
Wollgras.
Erklärung Latschenfilz.
Baumpilz 😉
Bis bald 🙂

12-Gipfel-Tour im Fichtelgebirge

HINWEIS: BEITRAG ENTHÄLT UNBEZAHLTE WERBUNG

3 Tage, 12 Gipfel, 60 km und 1770 Höhenmeter – zu Fuß…

…und dann kam es, wie es kommen musste…

Start unserer Tour: Der Parkplatz des Felsenlabyrinths Luisenburg.
Unsere ersten Schritte auf unserer 12-Gipfel-Tour im Fichtelgebirge.

Unterwegs im Fichtelgebirge – mit Hund, Rucksack und Zelt!

Schon etwas länger träumte ich davon… Die 12-Gipfel-Tour im Fichtelgebirge. Ich stöbere ja immer wieder auf verschiedenen Outdorr-Seiten und suche nach neuen Routen. Dabei lege ich mich nur ungern auf eine bestimmte Länge oder Zeit fest. Und so stieß ich auf der Seite des Deutschen Alpenvereins auf die 12-Gipfel-Tour. Der DAV berichtet auf seiner Seite von der Route – „klingt nach einem Abenteuer„, dachte ich mir. Bis ich gelesen habe, dass die Herrschaften die Tour an einem Tag gelaufen sind…

An einem Tag? Das ist verrückt„, sagte ich leise zu mir selbst. Das würde weder Freya, noch ich schaffen. Aber die Tour ging mir nicht mehr aus dem Kopf und ich tüfftelte an einer anderen Lösung…

Die Planung

Dass wir die 12 Gipfel nicht an einem Tag schaffen würde, war ja klar. Aber ich wollte die Tour unbedingt machen. Das Fichtelgebirge hat es mir schon länger „angetan“, obwohl ich immer der Meinung war, an die Alpen kommt nichts dran. Ja, Meinungen ändern sich…

Ich tüftelte an der Routenplanung. Zuerst wollte ich die selbe Strecke gehen, wie vom DAV beschrieben. Da allerdings das Wetter anders plante als ich, habe ich die Tour umgekehrt. Was erfreulicherweise dazu führte, dass steile Aufstiege jetzt zu Abstiegen wurden. Yippie! Für die Planung der einzelnen Touren habe ich Komoot verwendet.

Das Abenteuer „12-Gipfel-Tour im Fichtelgebirge“ soll 3 Tage dauern. Wildcampen ist in Deutschland verboten und da wir uns (fast) ausschließlich in Schutzgebieten (Naturschutzgebiet, Landschaftsschutzgebiet etc.) aufhalten werden, plante ich die 2 Nächte auf Campingplätzen zu verbringen.

Unser Zelt haben wir für die erste Nacht auf dem Campingplatz Fichtelsee aufgeschlagen.

Ich bin kein großer Fan von Zugfahrten, was vermutlich daran liegt, dass ich es schlichtweg schon nicht fertig bringe, an einem Automaten die richtige Fahrkarte zu kaufen. Busfahrten sind mit Hund auch nicht immer problemlos. Deshalb musste auch geplant werden, wie ich vom Ziel wieder zu meinem Auto am Startpunkt kommen sollte.

Hier kommt mein Freund ins Spiel. Er hat sich sofort bereit erklärt, uns am Ende abzuholen und wieder zum Auto zu fahren. Außerdem ist er auch unser „Joker“, falls wir unterwegs Probleme haben sollten.

Vorfreude ist die schönste Freude!

Morgens erst einmal einen Schluck warmen Tee. Dafür braucht es nicht mal viel Ausrüstung.

Zur Planung gehört auch eine Packliste anzufertigen. Da wir schon länger auf keiner Mehr-Tages-Tour mehr waren, musste ich zuerst die Ausrüstung aufstocken. Jede freie Minute wurde genutzt, um Gewichtsangaben, Preise und Bewertungen zu vergleichen. Schließlich wollte ich nicht zu viel Geld ausgeben, aber auch nicht unnötig Gewicht schleppen. Nach etwa zweieinhalb Monaten hatte ich die komplette Ausrüstung zusammen.

Welche Dinge ich auf unserer 12-Gipfel-Tour dabei hatte, könnt ihr euch unter Packliste für unsere 12-Gipfel-Tour im Fichtelgebirge anschauen.

Bei der Packliste ergaben sich, dank der Wettervorhersage, ein paar Änderungen.

Die lange Laufleggings (230 Gramm) wurde durch eine bequemere, leichtere Leggins (120 Gramm) ersetzt. Diese kann ich nachts auch zum Schlafen anziehen. Aufgrund der, vorausgesagten, niedrigen Temperaturen habe ich mich für einen Liner in den Schlafsack entschieden (263 Gramm). Socken und Unterwäsche wurden durch leichtere Kleidung ersetzt (Ersparnis 108 Gramm). Und um noch etwas mehr Platz zu bekommen und weil ich sowieso nur ein bisschen Wasser warm machen werde, hab ich mich für einen kleineren Topf entschieden und den Teller weggelassen (Ersparnis 268 Gramm).

Das Gesamtgewicht des Rucksacks betrug inklusive Essen, Getränke und allem anderen dann 16,3 Kg. Natürlich wurde das Hundefutter und die Kosmetikartikel etwas weniger und der Rucksack somit ein bisschen leichter. Aber nicht wirklich viel.

Die letzten Vorbereitungen

Die letzten Vorbereitungen bestanden daraus:

  • die Touren offline speichern
  • die Campingplätze informieren/buchen
  • den Rucksack packen
  • die letzten benötigten Sachen besorgen
  • sämtliche Akkus aufladen, damit wir mit vollen Akkus starten können

Die Etappen

Die einzelnen Etappen zu planen, war nicht wild. Welche Gipfel bestiegen werden, war ja auf der Seite des DAV zu finden. Ich musste die Reihenfolge nur anders herum planen.

Für die erste Etappe sind der Burgsteinfelsen, Großer Haberstein, die Große Kösseine, Hohe Matze und Platte geplant.

Am zweiten Tag soll es auf den Ochsenkopf, Nußhardt, Schneeberg und zum Rudolfstein gehen.

Tag Nummer 3 bringt uns zum Großen Waldstein, zur Burg Epprechtstein und weiter auf den Großen Kornberg.

Nun, nachdem der Juni einen herrlichen Start in den Sommer versprach und Pfingsten vor der Tür stand, habe ich mich dazu entschlossen, es an jenem Wochenende zu versuchen (08.06.19 – 10.06.19).

Endlich gehts los!

Den Abend davor konnte ich meine Freude kaum noch bändigen. Die Nacht war dementsprechend kurz. Mir gingen noch so viele Dinge durch den Kopf. „Habe ich alles nötige dabei?““Bin ich mir sicher, dass ich das machen will?““Was mache ich, wenn wir die Tour nicht schaffen? Ist das nicht peinlich?“ Egal, ich schob alle Zweifel beiseite und so ging es Samstag, morgens um halb 8, los zum Startpunkt

Die erste Route:
Der Aufstieg zum Burgsteinfelsen.
Ausblick vom Burgsteinfelsen.
Und Freya lässt ihre Blicke in die andere Richtung schweifen…
Wie? Auf dem Burgsteinfelsen gab es nie eine Burg?!

Um halb 10 schnürte ich meine Wanderstiefel, packte den Rucksack auf den Rücken und los gings. Aufgeregt nahm ich die ersten Meter. Vom Parkplatz in Luisenburg (gebührenpflichtig, ich bezahlte für zwei Nächte 6 €) ging es über den Burgsteinfelsen zum Großen Haberstein. Das Wetter war noch nicht so super und die Aussicht dementsprechend etwas getrübt. Aber es war ein herrliches Gefühl, die ersten beiden Gipfel geschafft zu haben. Am Burgsteinfelsen geht es über Gittertreppen nach oben zum Aussichtspunkt. Für Freya kein Problem. Am großen Haberstein steigt man über steile Holztreppen zur Plattform empor. Auch kein Problem. Der Wind war allerdings ziemlich frisch und so ging es schnell wieder hinunter.

Hinauf zur Aussichtsplattform auf dem Großen Haberstein.
Und wieder hinab…

Während wir noch eine kurze Rast am Picknickplatz machten, kamen drei Herren hinzu. Wir unterhielten uns nett und da jene auch auf dem Weg zur Großen Kösseine waren, hatte ich bereits nach wenigen Kilometern meine erste Begleitung auf der Tour. „Super, das ist ja cool. Gleich am Anfang hat man jemanden zum Quatschen“, dachte ich mir. Ich freute mich richtig darüber. Am Kösseinehaus angekommen, nahmen wir zu viert an einem Tisch platz. Essen in Gesellschaft – genau mein Geschmack. Ich entschied mich für ein Kinderschnitzel mit Pommes und ein Cola-Mix-Getränk. Für beides bezahlte ich 8,70 €.

Gar nicht mal so übel… Der Blick vom Aussichtsturm der Großen Kösseine. Und die Sonne ließ sich auch langsam blicken.
Auf dem Weg von der Kösseine zur Hohen Matze gibt es einen kleine Brunnen.

Nach leckerem Essen, guter Gesellschaft und der erfolgreichen Besteigung des Aussichtsturms auf dem Kösseinegipfel, ging es zuerst einmal wieder bergab. Wir ließen die Kösseine hinter uns und machten uns an den Anstieg zur Hohen Matze. Hier steht ein wunderschönes Kreuz am Gipfel und von der Bank aus können wir nochmal unseren vorherigen Gipfel, die Große Kösseine begutachten. „Da waren wir also schon oben? Nicht schlecht.“ Euphorie machte sich breit. Wir hatten mit der Hohen Matze bereits den vierten Gipfel erreicht und einer wartete noch auf uns, bevor wir zu unserem Etappenziel gelangen sollten.

Mit dem Gipfel der Großen Kösseine im Rücken, geht es weiter Richtung Hohe Matze.
Da waren wir schon oben? – Blick vom Picknickplatz an der Hohen Matze zur Großen Kösseine.
Die Stimmung am Gipfelkreuz der Hohen Matze war einfach nur genial.

Von der Hohen Matze ging es weiter auf den Plattengipfel. Mir kam der Weg bekannt vor, aber woher? – Natürlich. Plötzlich stand ich bei der Abzweigung zur Girgelhöhle. Diese ließen wir aber aus. War es doch beim letzten Mal schon eine ziemliche Tortur, diese mit dem schweren Rucksack bei unserer Probetour zu „durchklettern“. Auch den Abstecher zum Prinzenfelsen sparten wir uns. Der Aufstieg zum Plattengipfel fiel mir diesmal ein wenig leichter (wahrscheinlich weil ich wusste, dass er nicht ganz so heftig ist, wie ich beim ersten Mal dachte), Freya jedoch nicht… Sie war müde und hat sich irgendwann einfach hingelegt. Pause war angesagt. Während unserer Pause kam ein Jogger (oder Trailrunner, oder was auch immer) vorbei, welchen wir auf unserer letzten Tour hier schon getroffen haben. Die Welt ist so klein.

Sitzstreik!!! – Nach ein paar Minuten hatte sie wieder genug Energie, für den restlichen Aufstieg.

Irgendwann war Freya bereit, die letzten Meter anzutreten und so erreichten wir unseren fünften Gipfel für heute. Ein tolles Gefühl war das. Das Wetter hatte sich gebessert und bei strahlendem Sonnenschein schweiften unsere Blicke über das Blockmeer des Plattengipfels. Geschafft!!! Jetzt nur noch der Abstieg zu unserem Übernachtungsplatz, dem Campingplatz Fichtelsee. Der Fichtelsee ist ein kleiner, aber sehr schöner Moorsee. Hier gibt es Auerhähne, eine Biberfamilie und allerhand seltene Pflanzen und Tiere. Ein Ort, der zum Verweilen einlädt.

Wir wurden freundlich begrüßt und uns wurde der Platz gezeigt, an welchem wir unser Zelt aufschlagen konnten. Für den Campingplatz am Fichtelsee bezahlte ich für 1 Nacht, 1 Zelt, 1 Person, 1 Hund und WLAN 16,40 €. Duschen inklusive und morgens kommt ein Bäcker, bei welchem es Semmeln und frische Eier zu kaufen gibt. Der Platz war sauber, ebenso die Sanitäranlagen. Es gibt eine Hundedusche und mir machte es wirklich den Eindruck, dass unsere Vierbeiner auf dem Platz Willkommen sind.

Ein schönes Plätzchen am Plattengipfel.
Freya mitten im Blockmeer der Platte. (Titelbild)
Eine traumhafte Aussicht und Granitblöcke ohne Ende – Plattengipfel.
  • Start: Parkplatz Luisenburg
  • Ziel: Campingplatz am Fichtelsee
  • Gipfel: 5 =>Burgstein, Großer Haberstein, Kösseine, Hohe Matze, Platte
  • Kilometer: 19,7
  • Höhenmeter: 730 Bergauf – 640 Bergab
  • Dauer und Gehzeit: wir starteten um 09:30 Uhr und kamen um 18:10 am Campingplatz an, die reine Gehzeit betrug 4 Std. und 49 Min.
Geschafft.
Unser Ziel für die erste Etappe – der Fichtelsee mit Blick auf den Schneeberg.
Das Biber ABC am Fichtelsee.
Die zweite Etappe:

Nach einer kühlen (6 Grad), aber ruhigen Nacht, startete der Tag zuerst mit einer warmen Tasse Tee. Freya bekam ihr Frühstück und ich ging duschen. Anschließend schnell noch das Zelt zusammenpacken und los gings.

Um 04:18 Uhr war die Nacht erst einmal vorbei. Trotzdem sind wir nochmal eingeschlafen und haben uns dann warm gekuschelt.

Die zweite Etappe unserer 12-Gipfel-Tour startete am Campingplatz Fichtelsee. Den See ließen wir aber hinter uns, denn es ging auf den Gipfel des bekannten Ochsenkopf. Oben angekommen, verspürte ich schon ein leichtes Hungergefühl. Ich hatte die Qual der Wahl. Endlich das mitgenommene Essen kochen, oder mir etwas vom Kiosk gönnen?! – Ich entschied mich für die zweite Option. Und so gab es eine Kinder-Currywurst mit Pommes und wieder ein Cola-Mix-Getränk. Für beides bezahlte ich 8,90 €.

Auf dem Weg zum Ochsenkopfgipfel.
Die Naabquelle auf dem Weg zum Ochsenkopf.
Sendemast am Ochsenkopf.

Der Tag war bereits jetzt um einiges wärmer und sonniger, als gestern. So nutzte ich die Gelegenheit und testete das Solarpanel. Während des doch recht kurzen Aufenthalts schaffte es dank praller Sonneneinstrahlung, die Powerbank knapp zur Hälfte zu laden. Das sollte mir noch zugute kommen, wie sich später herausstellte…

Nachdem ich alles wieder im Rucksack verstaut und Freya ihr Nickerchen abgeschlossen hatte, ging es weiter zum Gipfel des Nußhardt. Eigentlich wollte ich Freya nicht wieder den Aufstieg über die Gittertreppen zumuten und hatte ihr ein schattiges Plätzchen direkt unterhalb des Gipfels ausgesucht. Hier trafen wir auf ein Paar, welches wir beim Kösseinehaus schon getroffen haben. Die Welt ist noch viel kleiner (schmunzel).

Freya wollte sich es aber nicht nehmen lassen, ebenfalls den Gipfel des Nußhardts zu besteigen und so packte ich Hund und Rucksack und gemeinsam ging es nach oben. Von hier hat man eine herrliche Sicht auf weite Teile des Naturparks Fichtelgebirge und den Fichtelsee. Aber wir mussten weiter. Es warteten noch einige Kilometer auf uns.

Freya und ich auf dem Gipfel des Nußhardts.
Das Kreuz auf dem Nußhardt ist wirklich niedlich – etwas entfernt ist auch der Fichtelsee zu erkennen.
Die Kuhlen auf dem Nußhardt nutzte Freya gleich als Hundekörbchen.

Den Nußhardt ließen wir hinter uns und über steinige Waldwege geht es weiter zum Schneeberg. Mit seinen 1051 m ist er der höchste Berg im Fichtelgebirge. Man nennt ihn auch „Das Dach Frankens“. Den Aussichtsturm haben wir uns „gespart“. Stattdessen führte ich ein nettes Gespräch mit zwei Mountainbikern. Freya hat währenddessen tief und fest geschlafen. Sie bekam nicht mal mit, als ich den Rucksack wieder auf den Rücken gepackt habe um weiterzulaufen. „Ohweia, das kenne ich gar nicht von ihr“, war mein Gedanke.

Der Aussichtsturm „Backöfele“ am Gipfel des Schneebergs.
Tafel am Schneeberg.

Der letzte Aufstieg war mit dem Schneeberg getan. Von nun an gings bergab. Und zwar nicht nur mit den Höhenmetern…

Mein linker Knöchel hatte bereits beim Aufstieg zum Nußhardt Probleme gemacht. Er schmerzte. Ich dachte mir nichts, schließlich hatte ich diese Schmerzen gestern auch und heute Morgen, nachdem ich die ersten Meter gegangen war, waren sie verschwunden. Aber sie wurden immer schlimmer. Jeder Schritt wurde zur Qual. Bergab noch viel mehr, als bergauf. „Na komm, die paar Kilometer schaffst du auch noch“, redete ich mir ein.

Wir erreichten den Rudolfstein. Unser letzter Gipfel für die heutige Etappe. Aber die Stufen zur Aussichtskanzel schafften wir beide nicht mehr. Wir waren am Ende unserer Kräfte. Freya war nur noch müde und legte sich sofort bei jeder Gelegenheit hin und mein Knöchel schmerzte und schmerzte.

Der Rudolfstein. Unser letzter Gipfel vorerst.
Den Aufstieg zur Aussichtswarte haben wir nicht mehr geschafft – aber beim nächsten Mal klappt es bestimmt.

Hier waren wir also. Gipfel Nr. 9 unserer 12-Gipfel-Tour und vorerst auch der LETZTE. Ich habe hier für uns beschlossen, die Tour abzubrechen. Es hatte keinen Sinn. Der Wetterbericht für Montag versprach nichts Gutes. Regen und Gewitter sollten aufziehen. Freya war am Ende ihrer Kräfte und ich mit meinen Schmerzen… – das wollte ich uns nicht zumuten. Ich sagte Zuhause Bescheid, dass mein Freund uns bitte abholt.

Mit letzter Kraft und den letzten Prozenten des Handyakkus (der übrigens nur die letzten Meter dank des Solarpanels durchgehalten hat) schleppten wir uns bis Weißenstadt. Der Campingplatz am Weißenstädter See wäre unser zweites Nachtlager gewesen.

  • Start: Campingplatz Fichtelsee
  • Ziel: Friedhofskirche in Weißenstadt (eigentliches Ziel: Campingplatz am Weißenstädter See)
  • Gipfel: 4 => Ochsenkopf, Nußhardt, Schneeberg, Rudolfstein
  • Kilometer: 21,1
  • Höhenmeter: 640 Bergauf, 770 Bergab
  • Dauer und Gehzeit: wir starteten um 08:45 Uhr am Campingplatz Fichtelsee und kamen um 17:20 Uhr an der Friedhofskirche in Weißenstadt an, die reine Gehzeit betrug 5 Std. und 6 Min.
Tag 3 – oder wie ich es nenne „Der letzte Schritt“:
Unsere dritte Etappe der 12-Gipfel-Tour hätte folgendermaßen ausgesehen:

Die letzte, aber auch längste Etappe kommt an Tag 3. Die schlimmsten Anstiege haben sich durch die umgekehrte Route in Abstiege verwandelt. Auch nicht schlecht.

Unsere letzte Tour startet am Campingplatz Weißenstädter See. Von hier geht es hinauf zum Großen Waldstein und führt uns weiter zur Burgruine Epprechtstein. Die Burg Epprechtstein hat eine lange Geschichte, welche bis ins 11. Jahrhundert zurück reicht. Seit 1553 liegt die ehemalige Burg in Ruinen.

Wir befinden uns auf dem letzten Aufstieg und wandern weiter auf den Großen Kornberg. Der letzte Abstieg der 12-Gipfel-Tour führt uns dann zum Parkplatz unterhalb des Kornberggipfels und somit haben wir unsere Tour geschafft – „Der letzte Schritt“ ist wäre getan gewesen.

  • Start: Campingplatz Weißenstädter See
  • Ziel: Parkplatz Kornberg
  • Gipfel: 3 => Großer Waldstein, Burg Epprechtstein, Großer Kornberg
  • Kilometer: 22,1
  • Höhenmeter: 630 Bergauf, 420 Bergab

(Ich habe die Touren mit Komoot geplant und aufgezeichnet. Bei den Angaben handelt es sich um die Daten der genannten App.)

Wie ist es uns unterwegs ergangen?

Ja, wie ist es uns auf der Tour ergangen? Eigentlich gut. Es lief, wie ich es geplant hatte – mit der Ausnahme, dass wir die Tour frühzeitig abbrechen mussten. Das war zwar sehr schade, aber ich bin ehrlich gesagt, mit einem lachenden und einem weinenden Auge im Auto auf dem Heimweg gesessen.

Wir verabschieden uns vorerst von der 12-Gipfel-Tour mit einem lachenden und einem weinenden Auge!

Das lachende Auge steht dafür, dass wir trotz allem

9 Gipfel, 40,2 Kilometer und 1370 Höhenmeter

geschafft haben.

Wir haben auf den beiden Etappen oft unseren „inneren Schweinehund“ überwunden. Die Höhenmeter, die 6 Grad Nachts, die Sonne und Wärme am zweiten Tag haben uns teils ganz schön „in die Knie gezwungen“. Aber auch das haben wir geschafft.

Das gemeinsame Zelten hat Freya und mich nochmals ein Stück weiter zusammengebracht. Wir sind sowieso ein Dreamteam, wenn es ums Wandern geht, aber das war nochmal eine andere Erfahrung. Ich hatte Bedenken, dass Freya Probleme machen könnte, wenn sie alleine im Zelt warten muss. Aber sie hat mich (wieder einmal) eines Besseren belehrt.

„Danke meine Maus, du bist der beste (Wander)Hund der Welt!!!“

Der beste Hund der Welt – FREYA!

Das weinende Auge steht natürlich dafür, dass wir die Tour vorzeitig beendet haben/beenden mussten.

Dass wir die Tour abgebrochen haben, war allerdings eine gute Entscheidung, wie sich herausstellte. Als wir am nächsten Tag das Auto geholt haben, sah das Wetter keineswegs gut aus. Es war drückend schwül und hatte 30 Grad. Allein das wäre für Freya wohl zu viel gewesen. Zum Abend hin kamen noch Gewitter und Sturmböen dazu. Da es die längste Etappe gewesen wäre, hätten wir es vermutlich nicht vor dem Unwetter zum Ende der Tour geschafft und unser Motto lautet bei jeder Wanderung

„Sicherheit steht an oberster Stelle!“

Bei Gewitter und Sturm sollte niemand wandern gehen. Und kommt man doch unerwartet in solch eine Situation, ist es ratsam, sich einen geeigneten Unterschlupf zu suchen und schnellstmöglich von irgendwelchen Graten und Gipfeln hinabzusteigen.

Was würde ich ändern?

Nun ja, was würde ich ändern? Was kann ich Zukunft besser machen?

Zuerst habe ich gemerkt, dass Freya nicht so fit ist, wie ich dachte. Klar, wir gehen viel zusammen wandern und unsere Strecken sind selten unter 10 Kilometer. Aber mehrere Tage hintereinander und dazu noch wenig Schlaf, scheinen für sie noch etwas „to much“ zu sein. Hier bedarf es etwas Training.

Den Wasservorrat auffüllen, überall wo es möglich ist. Ich hatte mich zu sehr darauf verlassen, dass bestimmt auf den nächsten Metern irgendwo Wasser ist. Der Vorrat wurde auf unserer zweiten Etappe tatsächlich etwas knapp. Deshalb werde ich in Zukunft unseren Vorrat überall auffüllen, wo es möglich ist. Die kleinen Bächlein waren teils ausgetrocknet. Aber wir haben es mit dem letzten Tropfen rechtzeitig geschafft.

Endlich Abkühlung am See bei Karches.

Ich werde auf jeden Fall meinen Rucksack-Inhalt überarbeiten. Die 16,3 Kilo waren zwar gerade noch auszuhalten, aber Lebensmittel brauche ich wohl nicht so viel. Ich war entweder zu faul oder zu kaputt, mir etwas zu „kochen“. Wenn es auf unseren Routen bewirtschaftete Hütten gibt, werde ich diese auch in Anspruch nehmen. Spart zumindest etwas Gewicht und auf jeden Fall Platz im Rucksack. Ansonsten war ich mit meiner Packliste ziemlich zufrieden.

Investitionen in neue Ausrüstung. Ich brauche vermutlich neue Schuhe. Die Schmerzen am Knöchel kamen zu 99 % von meinen Wanderschuhen. Hier werde ich mich umschauen müssen. Die Isomatte war okay, hat mir aber für den verhältnismäßigen geringen Komfort zu viel Gewicht. Der Rest war (vorerst) völlig okay und ausreichend.

Wir kommen wieder!!!

Die Landschaft, die Felsen, die netten Leute unterwegs – einfach alles hat mich begeistert. Deshalb

würde ich die Tour jederzeit wieder gehen und ich werde sie auch nochmal gehen! Mit besserer Vorbereitung und dann auch mit allen 12 Gipfeln unserer „12-Gipfel-Tour im Fichtelgebirge“!

12-Gipfel-Tour – Wir kommen wieder! Freut euch auf den nächsten Bericht.

Habt ihr auch schon eine Tour abgebrochen? Wie es euch dabei ergangen? Wie sieht eure Planung aus, wenn ihr mehrere Tage mit Hund und Zelt unterwegs seid? Wir freuen uns auf eure Kommentare.

Danke:

Danke an meinen Freund, der uns sehr kurzfristig einen Tag früher als geplant, von unsere Tour abgeholt hat.

Danke an alle Freunde, die mich bei meinen Entscheidungen unterstützt und gestärkt haben.

Danke an alle Fans, die uns während der Tour auf Facebook und Instagram begleitet haben und dies hoffentlich auch weiterhin tun (zwinker).

Danke an den Campingplatz Fichtelsee, der uns trotz den Pfingsttagen und einem vollen Campingplatz, für die Nacht so herzlich aufgenommen hat.

Danke an den Campingplatz am Weißenstädter See, für den meine kurzfristige Stornierung kein Problem darstellte.