Wanderung zu den Rißlochfällen

„Bei der Hitze gehst du wandern? Bist du verrückt?“

Mit solchen oder ähnlichen Worten werde ich konfrontiert, wenn ich sage, dass ich morgen wandern gehe… Und ja, ich gehe dann wirklich wandern, denn für genau solche Tage habe ich

„Coole“ Touren für heiße Tage!“

Die Wanderung zu den Rißlochfällen – auch Riesloch oder Rießloch – führt uns nach Bodenmais im Bayerischen Wald und ist besonders für heiße Tage geeignet.

Soviel schon Mal vorweg: Der Weg geht durch schattige Wälder und zahlreiche Bademöglichkeiten für die Fellnasen bieten die nötige Abkühlung. Bei solch einer Hitze genau die richtige Tour.

Infos zur Tour:

  • Gesamtlänge: 6,04 km
  • Höhenmeter: 320
  • Besonderheiten/Schwierigkeiten: gutes Schuhwerk und Trittsicherheit von Vorteil (es waren tatsächlich auch welche mit Flip-Flops unterwegs – ich hätte aber nicht tauschen wollen); Wasser für die Vierbeiner gibt es genug, jedoch ist ein kurzes Teilstück nicht direkt am Bach; schöne Wasserfälle; überwiegend schattig; Tour kann verlängert werden (kleiner Arber, großer Arber, Chamer Hütte), Naturschutzgebiet (Leine nicht vergessen); auf der direkten Route gibt es keine Einkehrmöglichkeit, nicht Kinderwagengeeignet
  • Start: kostenloser Wanderparkplatz Rißlochfälle, Rißlochweg (die vorherigen Parkplätze sind teils gebührenpflichtig)
  • Koordinaten: Geographisch: 49.0800636, 13.1101612
  • Ziel: = Start

(Daten stammen aus der Komoot App)

Nachdem ich bei der Parkplatzsuche zuerst dachte, ich sei falsch (es geht nämlich an allen Häusern vorbei in Richtung Wald), entdeckte ich dann doch den Parkplatz. Bereits hier fließt der Riesbach entlang.

Also schnell die Schuhe geschnürt, den Rucksack geschultert und schon gehts los.

Hinweisschild am Parkplatz.

Der Wegverlauf

Wir starten am Parkplatz und folgen einer geschotterten Forststraße leicht bergauf. Der Riesbach fließt zu unserer Linken, ist aber aufgrund eines Hangs nicht wirklich zu erreichen. Das ändert sich aber nach knapp 500 Meter.

Hier geht es noch nicht ins kühle Nass. Aber gleich.

Ein Hinweisschild weist den Weg. Links geht es über den Steinigen Weg weiter am Bach entlang, „klingt gut, den nehmen wir“. Der rechte Weg wird unser Rückweg.

Wegweiser an der Gabelung. Wir gehen links weiter.

Nach kurzer Zeit merken wir, wieso der Weg „Steiniger Weg“ genannt wird. Es wird richtig felsig, aber Freya nimmt gleich ihr erstes Bad, denn hier kommt man gut ins Wasser.

Gutes Schuhwerk und Trittsicherheit sind hier von Vorteil.
Endlich kommt man ins Wasser.

Nach einer kurzen Erfrischungspause geht es weiter. Schließlich warten noch ein paar Kilometer auf uns. 1,3 Km nach dem Start am Parkplatz erreichen wir den ersten Wasserfall an der Unteren Wasserstube. Er ist wunderschön und eine Bank bietet sich für eine Rast an (Bänke gibts auf der Route immer wieder).

Der Wasserfall bei der Unteren Wasserstube.

Vom unteren Wasserfall geht es weiter über einen steilen Anstieg durch die Rieslochschlucht. Der Anstieg bietet einem eine super Aussicht auf den Wasserfall. Von oben sieht er fast noch imposanter aus.

Die schöne Schlucht lassen wir hinter uns und folgen weiter dem steinigen Pfad. Obwohl hier Personen mit Sandalen und Flip-Flops unterwegs waren, würde ich dies niemandem raten. Ich war sehr glücklich darüber, dass ich mich für meine festen und wasserdichten Wanderschuhe entschieden habe.

Der Weg wird etwas gerader und wir überqueren eine kleine Brücke. Badezeit!!! Hier kommt man wieder super ans Wasser.

Nachdem wir die Brücke überquert haben (1,6 km) und Freya ein Bad genommen hat, gehen wir ein kurzes Stück rechts vom Bach weiter und kommen zu einer weiteren Abzweigung. Hier biegen wir links ab.

Der Weg wird wieder etwas felsiger und…

…nasser. Ein richtiger kleiner Bach fließt uns entgegen. Der Schwellbach ist es aber nicht. Dieser ist nämlich rechts von uns. Freya genießt es, mit den Pfoten im Wasser zu tapsen und meine neuen Schuhe werden gleich mal auf ihre Dichtigkeit geprüft.

Ein kleiner Bach fließt direkt über den Weg.
Links im Bild der Schwellbach, rechts der etwas nasse Weg.

Nun verlassen wir den Waldpfad (bis hier sind es 3 Km) und kommen auf eine geschotterte Forststraße. Wir halten uns rechts und folgen ein Stück der Arberhochstraße. Aufgrund des breiten Wegs ist es hier nicht schattig.

Die 500 Meter in der Sonne sind schnell geschafft und beim Unterstand des Arberbachs legen wir eine kleine Pause sein. Hier können die Vierbeiner wieder gut ans/ins Wasser.

Der Wegweiser führt uns wieder in den Wald. Ist das angenehm. Rechts der Bach und schattenspendende Bäume. Herrlich. Aber auch wieder ein felsiger Weg – also nichts für einen „normalen“ Kinderwagen. Wer hier gehen möchte, sollte einen geländegängigen Kinderwagen haben oder eine Kraxe nehmen.

Wenn ihr VOR diesem Schild steht, dann müsst ihr links. Kommt ihr vom Waldpfad hoch, dann rechts.
Kurz nach dem Unterstand geht es rechts in den Wald.
Auch der Rückweg ist ziemlich steinig.

Nachdem der Weg fast wie eine Acht verläuft, kommen wir wieder an der Brücke vorbei. Wir bleiben aber auf dieser Seite und laufen weiter bergab. Natürlich gibts erst wieder eine Badepause.

Hier kommen wir an einen weiteren großen Wasserfall, den Rieslochwasserfall. Er stürzt sich, meiner Meinung nach, fast noch imposanter in die Tiefe.

Der Rieslochwasserfall. Nicht so hoch wie der Wasserfall an der Unteren Stube, aber den Verlauf finde ich fast noch schöner.

Vorbei an ein paar großen Felsen kommen wir wieder an der Weggabelung an (nun seid ihr schon 5,5 Km gegangen), wo wir am Anfang der Tour links den Steinigen Weg genommen haben. Die letzten Meter bis zum Parkplatz verlaufen auf der selben Forststraße wie die ersten Meter.

Die Wege sind gut beschildert und man kann sich eigentlich nicht verlaufen. Wer eine größere Tour machen möchte, kann weiter zum Kleinen/Großen Arber oder dem Kleinen Arbersee gehen, aber für heiße Tage empfehle ich die kurze Tour mit 6 Kilometer.

Eine super Tour für heiße Tage, die ich auf jeden Fall empfehlen kann.

Wasser und Wald – was will man an heißen Tagen mehr?
Auch kleine Wasserfälle begleiten uns.
Ein abenteuerlicher Weg – gute Schuhe sind empfehlenswert. Dennoch fühlt man sich wie in einer Oase.
Füße kühlen im Bach.
Nun ja, das mit dem „in die Kamera schauen“ müssen wir noch etwas üben.

Obwohl wir die Wanderung unter der Woche gemacht haben, war verhältnismäßig viel los. Ich denke, dass die Rieslochfälle am Wochenende sehr gut besucht sind.

Wart ihr auch schon bei den Rieslochfällen? Wie hat es euch gefallen?

Der „Jägersteig“ bei Dollnstein

Eine Tour im Naturwaldreservat Beixenhart. Für abenteuerlustige und trittsichere Wanderer!

Für alpines Feeling und Action ist gesorgt.

Für mich ist der Jägersteig bei Dollnstein eine besondere Tour. Ich bin ein absoluter Fan von ansprungsvollen Wanderungen und der Jägersteig lässt mein „Kraxler-Herz“ höher schlagen.

Infos zur Tour:

  • Gesamtlänge: 6,15 km
  • Höhenmeter: 110
  • Besonderheiten/Schwierigkeiten: es gibt auf dem gesamten Jägersteig kein Wasser – man sollte also ausreichend zu trinken mitnehmen (auch für den Hund), Rundtour, Vorsicht bei Nässe – dann lieber nicht gehen, nicht geeignet für kleine Kinder, Trittsicherheit erforderlich, keine Einkehrmöglichkeit, eine Leiter – diese ist aber ziemlich flach (kleine Hunde können getragen werden, große Hunde am besten unterstützen)
  • Start: Parkplatz am Groppenhofer Weiher, von Dollnstein Richtung Ried auf der linken Seite
  • Koordinaten: Geographisch: 48.855047, 11.078646
  • Ziel: = Start

(Daten stammen aus der Komoot-App).

Die Tour beginnt am „Parkplatz Groppenhofer Weiher“, auch bekannt als „Rieder Weiher“ oder als „Wanderparkplatz Jägersteig“ – Achtung, im Weiher, am Spielplatz und auf der Liegewiese beim Weiher sind keine Hunde erlaubt!

Wir überqueren die Straße und noch einen Radweg (Vorsicht!) und halten uns geradeaus. Zuerst geht es ein kurzes Stück die Forststraße entlang, bis wir nach knapp 400 Meter rechts in den Jägersteig einsteigen. Beim ersten Mal, als ich den Jägersteig gegangen bin, hatten wir den Einstieg übersehen und sind dann erst im Zwischeneinstieg nach oben. Diesmal war er besser zu erkennen.

Eine Tafel markiert den Einstieg in den Jägersteig.

Der Jägersteig ist mit seinen 110 Höhenmetern eher unspektakulär – denkt man, aber es gibt kurze und knackige Anstiege, welche teilweise vollen Körpereinsatz erfordern.

Der Einstieg verläuft allerdings gemäßigt und erinnert eher an einen Spaziergang.

Man läuft auf einem schmalen Pfad durch den Buchenwald – die Steigung ist mäßig. Immer wieder ragen Felsen aus dem Waldboden heraus. Genau mein Geschmack.

Felsen wechseln sich mit Buchen ab.

Wir trotten den Pfad entlang und gelangen nach dem ersten Kilometer zu der ersten „Hürde“. Jetzt bin ich gespannt – Freya kennt noch keine Leitern. Während sie mit Gittertreppen kein Problem hat, war das neu. Aber auch diese Hürde meisterte sie souverän.

Leiter am Jägersteig.

Die Leiter ist geschafft. Nach ein paar Metern kann man hier den Abstieg vom Jägersteig antreten. Der einzige Zwischenausstieg, bevor man den ganzen Weg laufen muss.

Die Hinweisschilder für den Zwischenabstieg kann man eigentlich nicht übersehen.

Wir bleiben aber auf dem Steig und nun geht es doch etwas weiter nach oben. Aber der Anstieg ist halb so wild und erfordert noch keinen vollen Einsatz. Zuerst rechts hoch, dann links – schon sind wir oben und folgen weiterhin dem schmalen Weg durch den (teils sehr lichten) Wald.

Ab jetzt wird der Weg etwas schwieriger. Es folgen Passagen, die vollen Körpereinsatz fordern. Mit Hilfe von Händen, Füßen und Drahtseilen kommt aber jede Stelle gut hinauf oder herunter.

Freya geht es viel zu langsam, sie wartet aber geduldig, bis ihr Herrchen unten ist.
Und wieder muss sie warten… Was die sich wohl denkt?!
Zugegeben, ohne Freya an der Leine war es einfacher, dort runter zu kommen.
Und hier ist dann auch noch eine von mehreren seilgesicherten Passagen…

Nach der ganzen Kletterei erreichen wir das Felsentor Beixenhart (bei Kilometer 3,3 vom Start). Pause ist angesagt und so gibt es hier für alle eine Brotzeit. Doch es ist ziemlich „zugig“ hier, was uns nach dem kurzen Aufenthalt zum Weiterlaufen bewegt.

Freya und ich vor dem Felsentor Beixenhart.

Nach einem kurzen Abstieg geht es dann zurück auf den Forstweg. Ich sags euch, es ist beinahe schon angenehm, wieder „normalen“ Boden unter den Füßen zu haben…

Nun geht es die letzten 3 km ziemlich gemütlich zurück zum Auto.

Schöne Ausblicke hat man am Jägersteig immer wieder mal.
Freya ist da schon etwas flotter unten.
Arme Freya. Sie muss immer warten – ob es hoch oder runter geht.
Der Weg ist nicht sehr breit, dennoch kann man Personen und anderen Hunden gut ausweichen.
Geschafft! Der Rückweg verläuft gemäßigt auf einem ebenen Forstweg.

Wer dem Pfad folgt, der kann sich nicht verlaufen. Da es nicht viele Möglichkeiten gibt um abzubiegen, bedarf es bei dieser Route keine großen Wegbeschreibungen.

Die Tour ist zwar für unsere Verhältnisse mit 6 km nicht lange, aber aufgrund der kleinen Klettereinlagen doch ziemlich anstrengend. Spaß macht die Runde trotzdem und ich kann sie jedem empfehlen, der gerne etwas mehr Abenteuer bei seinen Routen hat.

Wart ihr auch schon auf dem Jägersteig bei Dollnstein? Wie hat es euch gefallen?