2 Tage „Ilztal“ – unterwegs mit Kajak, Rucksack, Zelt und Hund

Die Ilz.
Hinweis: Beitrag enthält unbezahlte Werbung

Ab und zu werde ich gefragt, wie ich das mit dem Auto mache, wenn ich paddeln gehe. Schließlich sind die wenigsten Bootswandertouren Rundwege. In solchen Situationen ist Chriss dann immer da. Er holt uns am Ziel der Tour ab und bringt uns wieder zum Ausgangspunkt.

Bei dieser Tour verbinden Freya und ich eine Wanderung mit einer Paddeltour, um selbst wieder zum Auto zu gelangen. Während die Wanderung am ersten Tag ein voller Erfolg war, entpuppte sich die Kajak-Tour-Idee am zweiten Tag als – sagen wir mal – kleiner Horror-Trip ;-).

Idee, Planung, Vorbereitung

Die Idee:

Mir kam der Gedanke, eine Bootstour mit einer Wanderung zu kombinieren.

Die Schwarze Perle, wie die Ilz genannt wird, hat es mir bereits 2015 bei einem kurzen Campingurlaub angetan und ich war der Meinung, dass das Ilztal für diese Kombination aus Wanderung und Paddeltour ideal wäre…

Die Ilz, auch Schwarze Perle genannt.

Die Planung:

Die Planung bestand aus dem Üblichen. Den Campingplatz Schrottenbaummühle https://www.schrottenbaummuehle.de/camping.html anfragen, eine Packliste erstellen, den Wetterbericht checken (was mit das Schwierigste war, weil der sich im 5-Minuten-Takt änderte) und natürlich die Routen planen.

Die Wanderung habe ich mit Komoot geplant, die Kajaktour mit der Canua-App. Die Pegel hatte ich mit der River-App gecheckt, was nicht so ideal war, aber dazu komme ich später.

Vorbereitung:

Zur Vorbereitung gehörte:

  • fehlende Ausrüstung sowie Lebensmittel besorgen
  • Ausrüstung checken
  • packen
  • alle Akkus aufladen

Da ich ja mittlerweile schon etwas geübter bin, lief die Vorbereitung etwas schneller und ruhiger ab, als bei den ersten Touren :-).

Genug Bla Bla…

Das Zelt steht, dann kann es weitergehen.

Zuerst sind wir morgens am Campingplatz vorbei. Dort habe ich uns angemeldet, Kermit am Baum angekettet und das Zelt aufgebaut (somit konnten wir den Abend genießen). Anschließend noch das Auto komplett ausgeräumt – außer meinen Rucksack – der blieb drin – und dann ging es mit dem Auto zum Startpunkt unserer Wanderungknapp 20 Kilometer flussabwärts – zum Parkplatz an der Oberilzmühle.

Hier startete unsere Wanderung an Land.

Tag 1: Eine lange Wanderung steht uns bevor

Übersichtskarte am Startpunkt unserer knapp 20 Kilometer langen Wanderung.

Etwas später als gedacht, starteten wir gegen 12 Uhr am Wanderparkplatz der Oberilzmühle.

Nach kurzer Gehzeit erreichten wir bereits den Ilz-Stausee, entschieden uns für den Weg am rechten Ufer und gelangten auf den Ilztalwanderweg.

Blick auf den Stausee.
Ilztalwanderweg

Der Ilztalwanderweg führt uns (beinahe) ausschließlich über weiche Waldpfade. Doch ab und kommen wir auch ans Ufer der Ilz und durchwandern ein blumengesäumtes Ufer und können die Sonnenstrahlen genießen. Und Freya kühlt sich in der Ilz ab.

Ein wunderschöner Uferpfad.
Erste Abkühlung für Freya.
Eine Bank für Sonnenhungrige.

Unsere Pause fällt nur kurz aus, denn wir haben noch einige Kilometer vor uns. Ich wollte bis spätestens 18 Uhr wieder auf dem Campingplatz sein. Sollten wir das schaffen?

Nachdem wir den Pfad durch die Blumen verlassen hatten, ging es über eine kurze Steigung in den Wald. Die Ilz begleitete uns im Tal aber weiter.

Ein kleiner Wasserfall im Wald.

Im Bayerischen Wald sind aktuell einige Forstarbeiten zugange, welche auch im Ilztal nicht komplett spurlos stattfinden. Und so müssen auch manche Wegmarkierungen erstmal gefunden werden…

Manchmal liegen die Wegmarkierungen einfach am Boden…
…ein anderes Mal stehen sie direkt auf einem Baum.

Wir kamen zügig voran, erreichten nach etwa zwei Stunden die Ortschaft Fischhaus (7 Kilometer geschafft) und nach knapp 4 Stunden und 13 geschafften Kilometern, wechselten wir in Kalteneck die Uferseite und somit auf den Goldsteig. Von nun hatten wir noch gute 6 Kilometer bis zur Schrottenbaummühle vor uns.

Unterwegs hatten wir noch den Peilstein „bestiegen“ (beim Abstieg endete der Weg dann auf einmal auf den Gleisen der Ilztalbahn, wir haben den richtigen Weg aber gleich wieder gefunden) und kurz vor Kalteneck mussten wir unsere Route kurz verlassen, um Forstarbeitern nicht in die Quere zu kommen. Nachdem wir uns durch Gestrüpp gekämpft und eine kleine Kletterpassage eingelegt hatten, kamen wir schließlich wieder auf den Wanderweg.

Dann gehen wir halt anders herum.
„Spiderman“-Feeling. Auf allen Vieren sind wir (auch ich) hochgekraxelt um den Forstarbeitern nicht in die Quere zu kommen.

Wieder auf dem richtigen Weg gings weiter. Wie bereits geschrieben, querten wir in Kalteneck eine Brücke und liefen nun auf der linken Seite der Ilz weiter. Ein Teilstück des Goldsteigs (welchen Chriss ja so liebt 😉 ) war nun unser Begleiter.

Ab Kalteneck bzw. auch schon ab Fischhaus wurde der Pegel der Ilz flussaufwärts gefährlich niedrig. Einige Felsbrocken ragten aus dem Wasser. Dennoch war ich der Meinung, dass das mit Kermit überhaupt kein Problem sein sollte und wir den morgigen Tag definitiv auf dem Wasser verbringen würden…

Niedriger Wasserstand – schlecht für Kermit, gut für Freya, um ihre Füße zu kühlen.

Nach 4,5 Stunden legten wir an einer kleinen Hütte eine kurze Pause ein.

Eine kleine Hütte zwischen Kalteneck und der Schrottenbaummühle entlang des Goldsteigs.
Im Inneren befinden sich Bänke und ein Tisch – ein optimaler Platz für eine kurze Pause bei Regen.

Und schon ging es weiter. Wir lagen so gut in der Zeit, dass mein Ehrgeiz geweckt war, die Tour unter 6 Stunden zu schaffen.

Wir erreichten den Poststeg, welchen wir überquerten. Nun waren wir wieder rechts der Ilz.

Während der gesamten Tour haben wir bis Kalteneck kaum Leute getroffen, aber jetzt kamen uns einige Jogger und Spaziergänger entgegen. Es musste also nicht mehr weit bis zum Campingplatz sein.

Der Poststeg – aktuell die einzige Möglichkeit, um zwischen Kalteneck und der Schrottenbaummühle über die Ilz zu kommen.

Etwa 2 km nach dem Poststeg erreichten wir die Schrottenbaummühle und hatten für die 19,7 Kilometer 5 Stunden und 18 Minuten benötigt, Pausen inklusive. Ein guter Schnitt für uns und so kehrten wir erst einmal im Gasthaus ein und gönnten uns eine Stärkung nach unserer Wanderung.

Anschließend ging ich duschen, noch eine Pipi-Runde mit Freya und nach einem ausgiebigen Plausch mit dem Wirt ging es dann ins Zelt.

Auch jetzt hatte ich noch keine Zweifel und war voller Vorfreude auf unsere Kajak-Tour am nächsten Tag…

Zusammenfassung Wanderung Tag 1:

Für die 19,7 Kilometer waren wir insgesamt 5 Stunden und 18 Minuten unterwegs, davon waren 4 Stunden und 22 Minuten reine Gehzeit.

Die Höhenunterschiede betrugen 410 Meter bergauf und 370 Meter bergab, wobei die Anstiege keinesfalls steil waren.

Der Weg war sehr abwechslungsreich und verlief größtenteils über Waldpfade fernab jeglichen Verkehrs (Radfahren meistens verboten), aber auch Straßen, Wiesen und Ortschaften wurden gequert.

Die Ilz ist nie weit weg (wenn man nicht gerade sowieso direkt daneben läuft) und bietet vor allem für den Vierbeiner genügend Wasser.

Der Ilztalwanderweg hat uns nicht das letzte Mal gesehen.

Tag 2: Nie wieder!

Die Nacht verlief ohne Probleme, auch wenn Freya anfangs ziemlich „unentspannt“ war, da unsere Nachbarn ein Lagerfeuer hatten und sie tierische Angst vorm Knacken des brennenden Holzes hatte.

Nachdem die Morgenroutine erledigt war, machte ich mich ans Packen und „sattelte“ Kermit. Es war noch ziemlich kühl und so gab es bis ca. 11 Uhr noch einen netten Plausch mit einem Zeltnachbarn, bis wir dann endlich los sind. Direkt hinterm Zelt ging es in die Ilz.

Bereits die ersten Meter waren nicht gerade der Hit. Die Ilz führte weniger Wasser als die River-App anzeigte (wo der Pegel von 40 cm gemessen wurde? – keine Ahnung, auf jeden Fall nicht hier) und so „kollidierten wir mit einigen Felsbrocken“ und „strandeten“ oft. Ich war nur damit beschäftigt, uns irgendwie über die Steine zu bringen.

Bei Niedrigwasser macht das wirklich keinen Spaß.

Erster Stop: Poststeg. Die ersten Kilometer bis zum Poststeg waren für meinen Geschmack genug (spätestens jetzt wusste ich schon, warum es keinerlei Infos zu dieser Tour gibt, sondern erst ab Fischhaus). Ich entschied mich dazu, Kermit ein Stück an Land zu ziehen. Zum Glück hatte ich den Bootswagen eingepackt.

Also versuchte ich irgendwie, das Boot aus dem Wasser zu bekommen und zog es über das Ufer auf den Weg. Aufgeladen auf den Bootswagen ging es weiter. Eigentlich wollte ich nicht wieder auf die andere Seite, aber ein Blick auf die Karte (da waren wir schon ein paar hundert Meter gelaufen) verriet mir, dass wir uns von der Ilz entfernen würden… Umkehren und ab über den Poststeg (ich war genervt).

Der Poststeg ist ohne sperriges 236 cm langes Boot definitiv einfacher zu laufen. Immer wieder blieb ich mit den Reifen vom Wagen am Geländer hängen. Und dann kam da noch eine kleine, ziemlich schmale Brücke über einen Graben (na super). An dieser Stelle „Vielen Dank an den aufmerksamen Radfahrer, der mir hier geholfen hat, das Boot über den Steg zu tragen!„.

Vom Vortag wusste ich, dass der Weg bis Kalteneck immerhin angenehm zu laufen und ohne große Steigungen war. Also lagen nun ca. 4 Kilometer Fußweg vor uns und ich kam mir wie eine ausgebrochene Irre aus der Anstalt vor. Bekleidet mit Bikini und Badelatschen und einem Boot im Schlepptau, lief ich den Wanderweg lang. Was müssen sich nur die Leute gedacht haben?!

Meine Euphorie war längst Geschichte. Aber kurz vor Kalteneck versuchte ich mein Glück erneut und setzte das Boot ins Wasser. Aber auch hier war ich mehr am Ziehen, als am Paddeln.

Der Wasserpegel ist schlichtweg zu niedrig und die Felsbrocken unter Wasser bremsen ganz schön.

Nachdem wir die Schinderei bis Fischhaus geschafft hatten, wurde der Wasserstand sichtlich besser und die Ilz ruhier. Endlich geschafft!!! Jetzt kann der Paddelspaß beginnen – dachte ich.

Bootsanlegestelle bei Fischhaus. Ab hier hat die Ilz endlich mehr Wasser.

Der Fluß hatte zwar mehr Wasser, dafür aber weniger Strömung. Die Tatsache, dass ich das Boot bereits schon einige Kilometer hinter mir hergezogen hatte, machte sich auch in meinen Armen bemerkbar. Aber egal. Ich wollte die Tour durchziehen. Bis zum Ende.

Die Ilz wurde breiter, ruhiger und tiefer. Ich kam teilweise an den selben Stellen vorbei, welche ich am Vortag zu Fuß gegangen war und so langsam kam meine Motivation zurück, obwohl ich mehr Pausen einlegen musste, als bei unserer Wanderung.

Die Brücke bei Fischhaus von der Ilz aus fotografiert…
…und am Vortag vom Ufer aus.

Gemütlich paddelte ich weiter und erhoffte mir, dass nach der nächsten Kurve (diesen Gedanken hatte ich viel zu oft) das Stauwehr des Sees zu sehen ist…

Volle Kraft voraus!

Aber es kam und kam nicht. Meine Arme wurden immer müder und schmerzten sehr. Jede geeignete Stelle am Ufer nutze ich, um die Streckenlänge zu checken und eine kurze Rast einzulegen. Meine Nerven lagen blank und Freya war mittlerweile auch nicht mehr so fit.

Freya – genervt oder müde? Ich tippe auf das erste, denn laufen ging wunderbar.

Als ich nicht mehr konnte, weil meine Arme bereits zu krampfen begonnen hatten, stieg ich am Steg bei der Mausmühle aus. Unsere Fahrt auf der Ilz sollte hier ihr Ende finden und mein nächstes Martyrium beginnen…

Eine Familie half mir, Kermit an Land zu ziehen und auf den Bootswagen zu wuchten. „Danke!

Ich brauchte eine kurze Pause, musste meine Nerven und mich sammeln und zog Kermit den Hang hinauf. Dort traf ich auf ein junges Pärchen, welches mit Komoot wanderte. Weil mein Handyempfang miserabel war und mein Internet gleich dreimal, fragte ich sie, ob ich einen Blick auf die Karte werfen könnte (Danke). Ab hier hatte ich zwei Möglichkeiten. Entweder ich folgte dem Goldsteig, welcher sich aber bereits nach den ersten Metern als „unmachbar“ herausstellte, oder ich nehme den Weg, den ich dann auch gegangen bin (eigentlich genauso unmachbar, aber das merkte ich erst später).

Ich tat Buße. Mit Boot 3 Kilometern über Wurzeln und durch den Wald!

Ein Boot gehört ins Wasser und nicht auf einen Waldpfad!!! Das bemerkte ich auch, aber es war zu spät.

Sollte ich Chriss anrufen und mich abholen lassen?“ – Guter Witz, er kommt mit dem Auto gar nicht hierher. Außerdem wollte ich diese Tour endlich durchziehen und nicht auf den letzten (Kilo)Metern versagen.

„Sollte ich Kermit stehen lassen und ohne ihn das Auto holen?“ – genauso dämliche Idee, ich komm ja auch nicht mit dem Auto hierher.

Ich habe Kermit also knapp 3 Kilometer quer durch den Wald gezogen. Dabei hatte ich nur meine Badelatschen an, welche absolut nicht für eine Wanderung und schon gar nicht auf solchen Wegen, geeignet sind. Ich war einem Heulkrampf nahe und alles tat mir weh.

Endlich, endlich, endlich erreichte ich das Wehr. Jetzt musste ich nur noch dem Weg folgen… und Kermit irgendwie durch den 90 Grad-Winkel am Ende des Weges bringen (ich habe ihn dann etwas übers Geländer geschoben, denn sonst wäre ich nicht um die Kurve gekommen) und die letzten Meter bis zum Auto waren dann auch schnell geschafft.

Hätte ich noch die Kraft gehabt, dann hätte ich vermutlich einen Freudentanz vorgeführt. Aber so packte ich alles ins Auto, fuhr nochmal beim Campingplatz vorbei um mich zu verabschieden und fuhr nach Hause.

Endlich erreichten wir das Wehr des Stausees.

Zusammenfassung Kajak-Tour Tag 2:

Wie lange die gesamte Strecke war, kann ich euch gar nicht mehr genau sagen. Die reine Wasserstrecke wäre auf 17,3 Kilometer gekommen, da wir aber sehr viel an Land gelaufen sind, tippe auf 20 Kilometer (+) insgesamt. (Sollte ich die Route finden, dann gibts hier noch ein Update).

Die Ilz ist oberhalb von Fischhaus mit einem Kajak (egal ob Sit-on-Top oder Wildwasser) kaum befahrbar. Die langen Trockenperioden in diesem Jahr haben hier sicherlich auch ihren Beitrag geleistet.

Ab Fischhaus gibt es noch vereinzelt ein paar Passagen mit Niedrigwasser, aber wenn diese überwunden sind, wird die Ilz zum Paddelfluß – meine Erfahrung: erst ab Fischhaus mit dem Boot (und die Moral von der Geschicht: Wenn du keine Infos zu deiner geplanten Tour findest, dann mache sie auch nicht!).

Lange Strecken mit Badelatschen zu laufen ist mega besch… und kann ich niemandem raten. Auch ein Boot quer durch den Wald zu ziehen macht wirklich keinen Spaß!

Fazit zur gesamten Tour inklusive Campingplatz:

Nun, das gesamte Fazit fällt besser aus, als das Fazit für die Kajak-Tour.

Der Weg durchs Ilztal ist atemberaubend schön und abwechslungsreich. Das Ilztal hat uns nicht zum letzten Mal gesehen, denn bereits jetzt plane ich schon meine nächsten Routen. Ich kann dieses Naturjuwel nur jedem ans Herz legen, der gerne seine Ruhe hat und dem Rauschen der Ilz lauschen möchte. Jedoch (!) macht das dann lieber zu Fuß.

Die Wege sind gut beschildert – trotz Forstarbeiten – und gut begehbar, jedoch nicht kinderwagen- oder hundebuggytauglich (zu viele Wurzeln und Treppen).

Der Weg übers Wasser ist beschwerlich und macht nur wenig Spaß.

Und noch ein paar Worte zum Campingplatz.

Den Campingplatz Schrottenbaummühle habe ich hiermit bereits zum zweiten Mal besucht (was schon ein klein wenig für sich spricht. Ich fahre nämlich kein zweites Mal irgenwohin, wo es mir nicht gefallen hat ;-)).

Zuerst einmal sind Hunde hier willkommen. Wie auf jedem Campingplatz sollte die Leinenpflicht aber beachtet werden (ich mag es nämlich auch nicht, wenn ein fremder Hund frei auf dem Platz herumläuft).

Der Platz ist sauber, ebenso wie die Sanitäranlagen. Die Ilz fließt direkt am Campingplatz vorbei (bzw. durch), was gerade im Sommer für eine schöne Abkühlung sorgt (Mückenspray vorausgesetzt).

Am (extra angelegten) Zeltplatz gibt es mehrere Lagerfeuerstellen – das Holz dafür kann beim Wirt gekauft werden. Romantik pur, wenn man nicht gerade so einen Angsthasen hat, wie Freya ist.

Das Essen im Gasthaus war sehr, sehr lecker und die Speisekarte bietet für jeden was.

Die Nacht auf dem Campingplatz hat uns 8 Euro gekostet (kleines Zelt, 1 Hund, 1 Person), Duschen und WC inklusive. Das Auto hatten wir ja an der Oberilzmühle.

Der einzige Nachteil (für manche vielleicht auch ein Vorteil) ist der fehlende Handyempfang. Dieser zieht sich aber durch einen Großteil des Ilztals und ist nicht nur auf den Campingplatz bezogen. Wer freundlich fragt, kann jedoch das Gast-WLAN nutzen (Empfang allerdings ausschließlich vor dem Gasthaus).

Danke:

Vielen Dank an den Campingplatz Schrottenbaummühle.

Vielen Dank an die vielen Unbekannten, die mir mit dem Kajak geholfen haben oder mich einen Blick auf die Wanderkarte werfen ließen.

Vielen Dank an Chriss, der sich wieder einmal als „Trail-Angel“ angeboten hat.

Vielen Dank an meine Freunde, die mit mir mitgefiebert und mich aufmunternd während dem Horror-Trip am 2. Tag begleitet haben.

Und natürlich vielen Dank an meine Leser dieses Blogs und meine Fans (sowohl bei Facebook, wie auch bei Instagram).

Neben einem Reh (zu schnell für die Kamera) und einigen Eichhörnchen haben wir auch diesen Frosch gesehen.
Wunderschöne wilde Pfade…
Aber auch Straßen gehören bei 20 Kilometer irgendwo dazu.
„Über sieben Brücken musst du gehen“ – ich glaube, es waren mehr als sieben.
Wir sind auch einen Teil des Via Nova gelaufen.
Manchmal gibts keine Brücke.
An Tag 2 kamen wir auch an der kleinen Fuchshöhle vorbei.
Die Ilztalbahn fährt nur Samstag und Sonntag.
Das Hundeverbotsschild am Ilz-Stausee haben wir erst gesehen, als wir schon einmal über die komplette Badewiese gegangen waren…

Habt ihr auch schon so einen Trip hinter euch? Schreibt mir doch eure Erfahrung einfach als Kommentar unter den Beitrag und wir machen uns in der Zwischenzeit auf zu neuen Abenteuern! Bis bald.

„Grenzgänger“

2-Tages-Trekkingtour im Dreiländereck D, A, CZ – und eine Nacht im Zelt im Narodni park Sumava

Narodni park Sumava
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Unsere „Grenzgänger“ 2-Tages-Trekkingtour führt uns vom Bayerischen Wald übers Dreiländereck, entlang der Grenze zu Österreich in den Narodni park Sumava. 2 Tage waren wir unterwegs und hier ist unser Bericht.

Der Národní park Šumava ist das tschechische Gegenstück zum, auf deutscher Seite angrenzenden Nationalpark Bayerischer Wald.

Rastplatz am Dreiländereck

IDEE UND PLANUNG

Vor einiger Zeit entdeckte ich im Internet ein Foto. Unberührte Natur und eine „wilde“ Landschaft war zu sehen. Darunter stand nur „Narodni park Sumava„. Meine Neugier war geweckt und sofort suchte ich nach mehr Infos. Auf der offiziellen Website des tschechischen Nationalparks (hier finden sich auch sämtliche Verhaltensregeln im Nationalpark) bin ich auf die Möglichkeit der Notübernachtungsplätze gestoßen. Insgesamt 7 solcher Plätze erlauben es einem, im Nationalpark zu zelten – übrigens ist es der einzige Nationalpark den ich gefunden habe, bei dem das geht (Wildes Zelten ist verboten!). „Das ist genau meins, da muss ich hin„, dachte ich mir. Und so ging es ein Jahr später endlich los.

Hinter dem überdachten Rastplatz liegt der Zeltplatz Pod Plesnym jezerom (leider habe ich aufgrund der einbrechenden Dunkelheit davon kein Foto gemacht)

Die Planung war ziemlich einfach, obwohl es verhältnismäßig wenig Berichte über Trekkingtouren dort gibt. Es gibt eine Übersichtskarte mit allen Zeltplätzen und Komoot kennt diese Plätze zum Glück auch. Das gestaltete die Routenplanung gleich viel einfacher.

Dank meiner Packliste für die 12-Gipfel-Tour war alles schon vorbereitet und ich habe nur ein paar Dinge geändert (was genau erfahrt ihr im Beitrag).

DIE ROUTE

Obwohl wir nur etwa 48 Stunden unterwegs waren, hatten wir doch ein paar Highlights unterwegs.

Tag 1 (12.07.2019) – Von Frauenberg nach Pod Plešným jezerem

Wir starteten auf deutscher Seite und zwar im Bayerischen Wald in Frauenberg bei Haidmühle. Der Weg beginnt direkt am Parkplatz und führte zuerst über einen Forstweg zur Kanalstraße – eine ziemlich unbefahrene Nebenstraße. Von hier aus wanderten wir bergauf und überquerten die Straße zur Dreisesselalm.

Die ersten Meter auf dem Weg zum Dreisessel.
Und ja, ich bin auch dabei.

Über eine Hofeinfahrt eines Chalets (Betreten für Wanderer nicht gestattet! Den Hinweis haben wir aber erst gesehen, als wir schon durchgelaufen waren) kommen wir wieder auf eine Forststraße.

Manchmal fragt man sich dann schon, was Komoot unter der Bezeichnung „Weg“ versteht, denn von hier aus ging es weiter den Berg hinauf. Allerdings nicht über den Forstweg, sondern eine verwilderte, mit sehr hohem Gras bewachsene Rückegasse. „Naja, hilft nichts, da müssen wir jetzt durch!“ – dachten wir uns.

Auf diesem Wanderweg ist wohl schon lange niemand mehr gegangen…
Chriss schaute mehrmals, ob wir WIRKLICH auf dem richtigen Weg sind. Aber scheinbar war er richtig.

Am Ende des verwilderten Weges kommt man wieder auf einen Schotterweg. Eine Bank und ein Wegweiser zeigen einem zumindest, dass man richtig ist. Wir folgten der Beschilderung zum Dreisessel (nicht dem Dreisessel-Rundweg!) und bewältigten, über teils steinige Pfade, weitere Höhenmeter bis wir zum Hochstein gelangten. Da es ziemlich windig war, haben wir nur kurz den Gipfel bestiegen und machten uns auf den Weg zum Berggasthof Dreisessel, wo wir uns eine Pause und eine warme Mahlzeit gönnten.

Am Hochstein.
Ein traumhaftes Panorama vom Gipfel des Hochsteins.
Wir waren oben – auf dem Gipfel des Hochsteins.
Angekommen am Berggasthof Dreisessel – endlich gibts Essen, dachte sich Chriss wohl.

Danach folgten wir dem Weg paralell zur Grenze in Richtung Steinernes Meer. Insgesamt 3 solcher Blockhalden müssen überquert werden – sehr zum Leidwesen von Chriss. Für ihn ist es wirklich anstrengend gewesen, während Freya nahezu über die Steine schwebte. (Man folgt hier übrigens einer Teilstrecke des Goldsteigs). Ein steiniger Weg führt hinauf auf eine freie Fläche – diese ist aber keine Almwiese, sondern es sind die Überreste der vom Borkenkäferbefall abgestorbenen Bäume. Der „neue“ Wald wächst gerade erst nach.

Ja, das ist der Weg und die dazugehörige Markierung.
Überquerung einer Blockhalde am Steinernen Meer – Freya macht das mit einer Leichtigkeit.
Okay – Chriss schwebt beinahe (aber nur beinahe) so wie Freya über die Felsen…
Blockhalden sind durchaus nützlich, auch wenn sie manchmal schwierig zu laufen sind.
Keine Wiese, sondern ein „noch toter“ Wald. Dennoch ist es hier traumhaft.

Nach knapp 7 Stunden erreichten wir den Grenzstein im Dreiländereck. Hier treffen sich die Landesgrenzen Deutschland, Österreich und Tschechien. Nach kurzer Rast, ging es über den Grenzsteig (wandern zwischen Tschechien und Österreich), weiter zum Plöckenstein. Um von hier aus weiterzukommen, muss man am Plöckenstein vorbei – dahinter befinden sich weitere Wegweiser in verschiedene Richtungen. Wir folgten noch etwa einen Kilometer dem Grenzsteig, bis wir vom Pod Plechym nach Tschechien hinabstiegen.

Die „Rückseite“ vom Plöckenstein.

Der Abstieg zum Zeltplatz Pod Plešným jezerem war schwierig und steil (bei Nässe nicht zu empfehlen!). Chriss war mit seinen Kräften am Ende und wir legten einige Pausen ein. Kurz vor dem Zeltplatz (direkt am Platz gibt es kein Wasser) füllten wir an einem Rinnsal (es Bach zu nennen wäre übertrieben) unsere Wasservorräte auf. Hierfür hatten wir unseren Katadyn Hiker Pro Wasserfilter dabei. Und da mir die Culinario-Flaschen für ihr geringes Volumen etwas zu schwer sind, hatten wir uns eine leichtere Flasche besorgt. Ich werde mir definitv noch eine zweite (oder dritte) besorgen, da ich von dieser Flasche ziemlich begeistert bin.

Hier haben wir noch eine schöne Aussicht gehabt, bevor der schwierige Abstieg zum Zeltplatz kam.
Stellenweise fühlt man sich hier wie im Urwald. Farn – beinahe größer als ich (nicht schwer bei 1,63 cm).
Hier haben wir noch unseren Wasservorrat aufgefüllt, bevor es ins „Lager“ ging.

Nach 8,5 Stunden erreichten wir den Zeltplatz und stellten zuerst unser Zelt (O4G Sumas 3.0) auf. Wir waren nicht die einzigen. Ein Zelt, ebenfalls mit zwei Personen und einem Hund (gesehen haben wir zwar keinen, aber gehört), stand bereits auf dem Platz. Anschließend gab es Abendessen, welches wir bei der überdachten Sitzgruppe vor dem Platz einnahmen.

Am Platz befinden sich auch „Dixie-Klos“, welche jedoch scheinbar eher als Mülleimer genutzt werden. Jede Menge Toilettenpapier und Taschentücher finden sich rund um die Toiletten. Da jedoch Toilettenpapier rar ist, sollte man auf jeden Fall selbst eines mitnehmen.

Um etwas Wasser zu erhitzen hatte ich vor kurzem einen kleinen Topf gekauft. Da jeder von uns einen Bugaboo Cup dabei hatte, blieb die Schüssel des Kochsets zuhause und wir haben nur noch einen zweiten Göffel besorgt.

Unsere Bugaboo Cups.

Nach dem Abendessen krochen wir in unser Zelt und wollten eigentlich(!!!) schlafen. Und warum schreibe ich jetzt „EIGENTLICH“?!

Tag 1:

14 Kilometer, 650 Meter bergauf – 560 Meter bergab, reine Gehzeit 4 Stunden

Highlights: Hochstein, Dreisessel, Steinernes Meer, Grenzstein Dreiländereck, Plöckenstein

Daten aus Komoot
„Dieser Weg, wird kein leichter sein. Dieser Weg wird steinig und schwer.“ – Da bekommt das Lied von Xavier Neidoo eine ganz andere Bedeutung (ich muss gerade irgendwie lachen).
Herrliche Weitsicht auf dem Weg zum Dreiländereck-Grenzstein.
Drei Seiten hat der Grenzstein – Deutschland, Österreich und Tschechien
Chriss wäre am liebsten sitzen geblieben. Wenn er gewusst hätte, was für ein Abstieg folgt, hätte er das wahrscheinlich auch gemacht.
Nicht nur tote Bäume, sondern auch Blumen.
Die Wege sind genauso wechselhaft, wie das Wetter.
Füße kühlen im „Moorbad“.

Tag 2 (13.07.2019) – Von Pod Plešným jezerem nach Frauenberg

Die Nacht war extrem kurz, was aber defnitiv nicht an meiner neuen Nordisk Grip 3.8 Isomatte lag. Zwei heftige Gewitter mit starkem Regen haben uns den Schlaf geraubt und…? …und unser Zelt etwas durchnässt. Wir waren am Abend zu faul, das Zelt komplett abzuspannen – obwohl Regen angesagt war. Die eigene Faulheit (wir haben aus unserem Fehler gelernt) hat dazu geführt, dass das Außenzelt auf das Innenzelt drückte, was die Feuchtigkeit schön (schön wars natürlich nicht, also Ironie aus) ins Innere geleitet hat. Es war ziemlich feucht, genau genommen nass.

Wir krabbelten aus dem Zelt und machten uns erst einmal ans Frühstück. Es sollten Rühreier werden. Dafür hatte ich extra Volleipulver bestellt. Tja, beim „sollten es werden“ ist es geblieben. Das Pulver löste sich im kalten Wasser schlecht auf und als wir es erhitzten, brannte das Pulver-Wasser-Gemisch sofort an. Noch dazu wollte es ohne Hitze nicht fest werden, sodass es nicht im Geringsten die Konsistenz von Rührei erreichte. Geschmacklich soll es laut Chriss okay gewesen sein, aber Rührei in Trinkform war nichts für mich – schon gar nicht am Morgen. So gab es für mich dann später ein paar Müsliriegel.

Der Versuch, ein gelungenes Frühstück zuzubereiten…
…hat nicht so ganz geklappt.
Vielleicht würde es mit einer Pfanne besser gehen – für den Topf scheint das Eipulver wohl ungeeignet zu sein.
Beim nächsten Mal teste ich das Milchpulver und dann gibts hoffentlich Müsli zum Frühstück.

Nach dem missglückten Versuch eines gelungenen Frühstücks packten wir zuerst unsere Rucksäcke. Anschließend kam das klitschnasse Zelt dran. Ich hasse es Zelte einzupacken, aber noch viel mehr hasse ich es, ein nasses Zelt einzupacken.

Eingemummelt in unsere Regenkleidung ging es los. Wir hatten beide keine Lust den gleichen steilen und steinigen Weg zurück zugehen, weshalb wir Richtung Nové Údolí gestartet sind. (Hätten wir eine weitere Nacht im Nationalpark verbracht, wäre das unser zweiter Zeltplatz gewesen).

„Es regnet, es regnet, es regnet seinen Lauf. Und wenns genug geregnet hat, dann hörts auch wieder auf!“ (Kinderlied)
Aber wer entscheidet, wann es genug geregnet hat?

Der Weg führt anfangs über eine Teerstraße, was aber gar nicht so schlecht war. So kamen wir schneller voran als am Vortag – und außerdem wurden wir (zumindest von unten) nicht so nass. Sehr zu Freyas Freude war der kleine Bach, welcher unseren Weg ein gutes Stück begleitete, gut mit Wasser gefüllt. Mit ein Grund, warum wir mehr Kilometer in weniger Zeit geschafft hatten, sind die moderaten Höhenmeter. Man läuft zwar immer leicht bergauf, aber das merkt man kaum – hier konnte auch Chriss etwas „beflügelter“ laufen. Allerdings war sein Ansporn eher das nahende Auto, welches den Heimweg versprach (grins).

Auch einer unserer Rastplätze. Es gibt auch eine Hütte, wo man sich zumindest unter das Dach setzen kann.
Durch den Regen entstanden an Tag 2 nur wenig Bilder.

Bis zum Rosenauer Denkmal wechselt der Weg zwischen Teer und Schotter und führt größtenteils entlang des Schwarzenberg Kanals. Dieser ist allerdings, trotz Regen, nicht immer gefüllt. Obwohl das Wetter um einiges schlechter ist als am Tag zuvor, sind deutlich mehr Leute unterwegs. Radfahrer, Wanderer, Spaziergänger – heute ist einiges los. Zuvor hatten wir lediglich am Hochstein, am Dreisessel und auf dem Weg zum Plöckstein andere Personen getroffen (ausgenommen das zweite Zelt am Zeltplatz).

Am Rosenauer Denkmal.
Trotz nasser Bänke machten wir hier eine kleine Pause.

Die Landschaft im Narodni park Sumava ist, meiner Meinung nach, einzigartig. Man wandert durch abwechslungsreiche Wälder. Mal sind es Buchen, im nächsten Moment Fichten. Die Spuren des Borkenkäfers sind hauptsächlich nur in der 1. Zone des Nationalparks zu sehen. Wobei sich auch hier der Wald, etwa 20 Jahre nach der „Verwüstung durch den Forstschädling“, wieder erholt. In der 1. Zone gilt absolutes Wegegebot, d. h. die Wege dürfen nicht verlassen werden; außerdem ist in dieser Zone das menschliche Eingreifen nahezu ausnahmslos verboten und es besteht im gesamten Nationalparkgebiet Leinenpflicht!

Vom Rosenauer Denkmal geht der Weg in einen schmalen Waldpfad über. Wir wandern ein kurzes Stück den Grenzsteig (Grenzgänger zwischen Deutschland und Tschechien) entlang, bis wir links auf einen Schotterweg abbiegen. Ein bisschen erinnert der Grenzsteig an die verwucherte Rückegasse (diese Wege scheinen wirklich nicht oft begangen zu werden), aber es handelt sich um einen offiziellen Wanderweg.

Als wir die Fahrstraße zum Dreisessel erreichten, war für Chriss die Tour geschafft. Ich ging die restlichen knappen 5 Kilometer allein bis zum Auto und holte die beiden ab. Da ich ohne Freya schneller vorankomme, habe ich sie bei Chriss gelassen.

Auf den letzten Kilometern kam ich (allerdings unfreiwillig, da meine Internetverbindung noch nicht wieder so wollte wie ich und ich deshalb einen Umweg gelaufen bin) bei der Kreuzbachklause vorbei. Weil ich aufgrund des nächsten anstehenden Regenschauers unter Zeitdruck stand, war für ein Foto keine Zeit – sorry, wird irgendwann nachgeholt.

Anschließend war nochmals ein kurzer aber knackiger Anstieg durch hohes Gras zu bewältigen, nur damit ich dann wieder die (jetzt noch nassere) Rückegasse hinunterlaufen konnte (Augenroll und Jaaaa, da war ich tatsächlich leicht genervt). Allerdings war ich schlau genug, einmal nicht auf Komoot zu hören, sondern meinen eigenen Weg zu wählen und habe mir zumindest dazwischen einen „Kampf“ mitten durch den Wald erspart (manchmal muss man auch einfach auf seine weibliche Intuition hören).

Der Weg war mir dann doch lieber, als wieder mitten durch den Wald.

Knapp 7 Stunden nach unserem Aufbruch am Morgen, erreichte ich gegen 15:30 Uhr das Auto und „düste“ los, um meine zwei müden Krieger am Straßenrand einzusammeln.

Chriss hatte für Freya einen „Unterstand“ gebastelt, damit sie nicht nass wird und nicht friert (total süß, findet ihr nicht auch?).

Freya blieb dankbar darunter liegen, auch wenn ihr Blick eher genervt aussieht.

Tag 2:

bis zur Straße Richtung Dreisessel => 16,4 Kilometer, 210 Meter bergauf – 230 Meter bergab, 3:40 Stunden reine Gehzeit; dazu noch rund 5 Kilometer und 1 Stunde bis zum Auto zurück

Daten aus Komoot

Und wie war die Tour jetzt sonst so?

EMPFEHLUNGEN UND FAZIT:

Ich fange Mal mit den positiven Eindrücken an:

  • Der Ausblick vom Hochstein ist einfach nur grandios
  • Das Essen beim Berggasthof Dreisessel ist sehr lecker und auch günstig, außerdem sind die Bedienungen sehr nett => eine Einkehr kann ich wirklich empfehlen
  • Wer den Anblick von „unberührter“ Natur liebt, der kommt bei dieser Tour „voll und ganz auf seine Kosten“
  • Das Steinerne Meer ist ein absolutes Highlight für jeden, der Blockhalden liebt (ich mag sie ja besonders gern, seitdem ich auf dem Plattengipfel im Fichtelgebirge war)
  • Dreiländereck: Die „Ecke“ bei der sich drei Ländergrenzen treffen => muss ich mehr dazu sagen? – Ich denke nicht
  • Der Zeltplatz Pod Plesnym jezerem => obwohl der Platz etwas klein gehalten ist, ist er toll. Quasi mitten im Wald, was für Naturfreaks wie mich ein absoluter Traum ist
  • Auch wenn Chriss die Wege zu anspruchsvoll fand, so waren die Pfade für Freya und mich super zu laufen (wir sind diese Art Weg aber auch schon vom Fichtelgebirge gewohnt)
Ich liebe diese Landschaft.
Junge Bäumchen kommen nach.

Und was war jetzt nicht so toll?

Einstimmig haben wir beschlossen, dass es nichts gab, was nicht toll war… Okay, die 100.000 Mücken am Zeltplatz waren dann doch nicht so toll.

Ich werde auf jeden Fall noch den kompletten Nationalpark Sumava durchwandern. Zwar nicht mehr in diesem Jahr, aber im nächsten. Ein paar Tagestouren wird es auch noch im Dreiländereck geben. Die Landschaft ist ein Traum und ich bin immer noch total „geflasht“. Natürlich erhoffe ich mir dann auch, ein paar „wilde“ Tiere zu Gesicht zu bekommen, diesmal waren nämlich die Mücken die einzigen, die wir auf unserer Tour gesehen haben. Chriss wird uns vermutlich, zumindest bei solchen Touren, nicht mehr so schnell begleiten.

Chriss an der Grenze Deutschland – Tschechien
Hinter mir liegt der Nationalpark Sumava.
„Hintem Horizont gleich rechts?“ – nicht ganz. Aber hinter dem nächsten Hügel befindet sich bald der Berggasthof Dreisessel.
Bald ist der Aufstieg geschafft.
Wald, soweit das Auge reicht.
Zugegeben, bei 30 Grad wäre es hier ziemlich warm geworden.
Wälzen muss sein.
Rückblick zum Hochstein.
Der Weg zum Hochstein.
Ein Nachbar von Hochstein und Dreisessel.
Und noch einer.
Aber auch sowas findet man auf der Tour. Außerhalb der 1. Zone wird dennoch mit Harvestern gearbeitet…

Ich hatte dieses Mal einiges an „Zeug“ aussortiert, was ich bei der letzten Tour sowieso nicht gebraucht hatte oder was wettertechnisch sinnfrei erschien: kein Inlett für den Schlafsack, kein Sitzkissen, keine Schleppleine, keine kurze Hose. Wäre das Zelt noch dazu gekommen (das hatte jedoch Chriss am Rucksack) wäre mein Rucksack immer noch unter 15 Kg gewesen. Ich bin nämlich mit 12,9 Kg gestartet (nicht schlecht, oder?). Chriss sein Gepäck brachte 16,8 Kg auf die Waage, davon waren aber fast 3 Kg Getränke. Wir hatten Essen und Kleidung für 3 Tage dabei, falls das Wetter besser gewesen wäre, wären wir noch eine Nacht auf dem Zeltplatz bei Nove Udoli geblieben.

Apropos! Dank meinen neuen Schuhen (ich hatte mich ja trotzdem wieder für meine Lowa Renegade entschieden) gab es weder eine Blase, noch einen schmerzenden Knöchel, was die Tour gleich noch angenehmer machte. Manchmal hilft es eben schon, das ausgelatschte Paar einfach nur durch ein neues Paar zu ersetzen (freu).

Mal sehen, wo uns die nächste Tour hinführt. Wer war denn auch schon im Nationalpark Sumava oder im Grenzgebiet D, A, CZ unterwegs? Wie hat es euch gefallen? Schreibt doch einfach einen Kommentar – ich würde mich freuen.

12-Gipfel-Tour im Fichtelgebirge

HINWEIS: BEITRAG ENTHÄLT UNBEZAHLTE WERBUNG

3 Tage, 12 Gipfel, 60 km und 1770 Höhenmeter – zu Fuß…

…und dann kam es, wie es kommen musste…

Start unserer Tour: Der Parkplatz des Felsenlabyrinths Luisenburg.
Unsere ersten Schritte auf unserer 12-Gipfel-Tour im Fichtelgebirge.

Unterwegs im Fichtelgebirge – mit Hund, Rucksack und Zelt!

Schon etwas länger träumte ich davon… Die 12-Gipfel-Tour im Fichtelgebirge. Ich stöbere ja immer wieder auf verschiedenen Outdorr-Seiten und suche nach neuen Routen. Dabei lege ich mich nur ungern auf eine bestimmte Länge oder Zeit fest. Und so stieß ich auf der Seite des Deutschen Alpenvereins auf die 12-Gipfel-Tour. Der DAV berichtet auf seiner Seite von der Route – „klingt nach einem Abenteuer„, dachte ich mir. Bis ich gelesen habe, dass die Herrschaften die Tour an einem Tag gelaufen sind…

An einem Tag? Das ist verrückt„, sagte ich leise zu mir selbst. Das würde weder Freya, noch ich schaffen. Aber die Tour ging mir nicht mehr aus dem Kopf und ich tüfftelte an einer anderen Lösung…

Die Planung

Dass wir die 12 Gipfel nicht an einem Tag schaffen würde, war ja klar. Aber ich wollte die Tour unbedingt machen. Das Fichtelgebirge hat es mir schon länger „angetan“, obwohl ich immer der Meinung war, an die Alpen kommt nichts dran. Ja, Meinungen ändern sich…

Ich tüftelte an der Routenplanung. Zuerst wollte ich die selbe Strecke gehen, wie vom DAV beschrieben. Da allerdings das Wetter anders plante als ich, habe ich die Tour umgekehrt. Was erfreulicherweise dazu führte, dass steile Aufstiege jetzt zu Abstiegen wurden. Yippie! Für die Planung der einzelnen Touren habe ich Komoot verwendet.

Das Abenteuer „12-Gipfel-Tour im Fichtelgebirge“ soll 3 Tage dauern. Wildcampen ist in Deutschland verboten und da wir uns (fast) ausschließlich in Schutzgebieten (Naturschutzgebiet, Landschaftsschutzgebiet etc.) aufhalten werden, plante ich die 2 Nächte auf Campingplätzen zu verbringen.

Unser Zelt haben wir für die erste Nacht auf dem Campingplatz Fichtelsee aufgeschlagen.

Ich bin kein großer Fan von Zugfahrten, was vermutlich daran liegt, dass ich es schlichtweg schon nicht fertig bringe, an einem Automaten die richtige Fahrkarte zu kaufen. Busfahrten sind mit Hund auch nicht immer problemlos. Deshalb musste auch geplant werden, wie ich vom Ziel wieder zu meinem Auto am Startpunkt kommen sollte.

Hier kommt mein Freund ins Spiel. Er hat sich sofort bereit erklärt, uns am Ende abzuholen und wieder zum Auto zu fahren. Außerdem ist er auch unser „Joker“, falls wir unterwegs Probleme haben sollten.

Vorfreude ist die schönste Freude!

Morgens erst einmal einen Schluck warmen Tee. Dafür braucht es nicht mal viel Ausrüstung.

Zur Planung gehört auch eine Packliste anzufertigen. Da wir schon länger auf keiner Mehr-Tages-Tour mehr waren, musste ich zuerst die Ausrüstung aufstocken. Jede freie Minute wurde genutzt, um Gewichtsangaben, Preise und Bewertungen zu vergleichen. Schließlich wollte ich nicht zu viel Geld ausgeben, aber auch nicht unnötig Gewicht schleppen. Nach etwa zweieinhalb Monaten hatte ich die komplette Ausrüstung zusammen.

Welche Dinge ich auf unserer 12-Gipfel-Tour dabei hatte, könnt ihr euch unter Packliste für unsere 12-Gipfel-Tour im Fichtelgebirge anschauen.

Bei der Packliste ergaben sich, dank der Wettervorhersage, ein paar Änderungen.

Die lange Laufleggings (230 Gramm) wurde durch eine bequemere, leichtere Leggins (120 Gramm) ersetzt. Diese kann ich nachts auch zum Schlafen anziehen. Aufgrund der, vorausgesagten, niedrigen Temperaturen habe ich mich für einen Liner in den Schlafsack entschieden (263 Gramm). Socken und Unterwäsche wurden durch leichtere Kleidung ersetzt (Ersparnis 108 Gramm). Und um noch etwas mehr Platz zu bekommen und weil ich sowieso nur ein bisschen Wasser warm machen werde, hab ich mich für einen kleineren Topf entschieden und den Teller weggelassen (Ersparnis 268 Gramm).

Das Gesamtgewicht des Rucksacks betrug inklusive Essen, Getränke und allem anderen dann 16,3 Kg. Natürlich wurde das Hundefutter und die Kosmetikartikel etwas weniger und der Rucksack somit ein bisschen leichter. Aber nicht wirklich viel.

Die letzten Vorbereitungen

Die letzten Vorbereitungen bestanden daraus:

  • die Touren offline speichern
  • die Campingplätze informieren/buchen
  • den Rucksack packen
  • die letzten benötigten Sachen besorgen
  • sämtliche Akkus aufladen, damit wir mit vollen Akkus starten können

Die Etappen

Die einzelnen Etappen zu planen, war nicht wild. Welche Gipfel bestiegen werden, war ja auf der Seite des DAV zu finden. Ich musste die Reihenfolge nur anders herum planen.

Für die erste Etappe sind der Burgsteinfelsen, Großer Haberstein, die Große Kösseine, Hohe Matze und Platte geplant.

Am zweiten Tag soll es auf den Ochsenkopf, Nußhardt, Schneeberg und zum Rudolfstein gehen.

Tag Nummer 3 bringt uns zum Großen Waldstein, zur Burg Epprechtstein und weiter auf den Großen Kornberg.

Nun, nachdem der Juni einen herrlichen Start in den Sommer versprach und Pfingsten vor der Tür stand, habe ich mich dazu entschlossen, es an jenem Wochenende zu versuchen (08.06.19 – 10.06.19).

Endlich gehts los!

Den Abend davor konnte ich meine Freude kaum noch bändigen. Die Nacht war dementsprechend kurz. Mir gingen noch so viele Dinge durch den Kopf. „Habe ich alles nötige dabei?““Bin ich mir sicher, dass ich das machen will?““Was mache ich, wenn wir die Tour nicht schaffen? Ist das nicht peinlich?“ Egal, ich schob alle Zweifel beiseite und so ging es Samstag, morgens um halb 8, los zum Startpunkt

Die erste Route:
Der Aufstieg zum Burgsteinfelsen.
Ausblick vom Burgsteinfelsen.
Und Freya lässt ihre Blicke in die andere Richtung schweifen…
Wie? Auf dem Burgsteinfelsen gab es nie eine Burg?!

Um halb 10 schnürte ich meine Wanderstiefel, packte den Rucksack auf den Rücken und los gings. Aufgeregt nahm ich die ersten Meter. Vom Parkplatz in Luisenburg (gebührenpflichtig, ich bezahlte für zwei Nächte 6 €) ging es über den Burgsteinfelsen zum Großen Haberstein. Das Wetter war noch nicht so super und die Aussicht dementsprechend etwas getrübt. Aber es war ein herrliches Gefühl, die ersten beiden Gipfel geschafft zu haben. Am Burgsteinfelsen geht es über Gittertreppen nach oben zum Aussichtspunkt. Für Freya kein Problem. Am großen Haberstein steigt man über steile Holztreppen zur Plattform empor. Auch kein Problem. Der Wind war allerdings ziemlich frisch und so ging es schnell wieder hinunter.

Hinauf zur Aussichtsplattform auf dem Großen Haberstein.
Und wieder hinab…

Während wir noch eine kurze Rast am Picknickplatz machten, kamen drei Herren hinzu. Wir unterhielten uns nett und da jene auch auf dem Weg zur Großen Kösseine waren, hatte ich bereits nach wenigen Kilometern meine erste Begleitung auf der Tour. „Super, das ist ja cool. Gleich am Anfang hat man jemanden zum Quatschen“, dachte ich mir. Ich freute mich richtig darüber. Am Kösseinehaus angekommen, nahmen wir zu viert an einem Tisch platz. Essen in Gesellschaft – genau mein Geschmack. Ich entschied mich für ein Kinderschnitzel mit Pommes und ein Cola-Mix-Getränk. Für beides bezahlte ich 8,70 €.

Gar nicht mal so übel… Der Blick vom Aussichtsturm der Großen Kösseine. Und die Sonne ließ sich auch langsam blicken.
Auf dem Weg von der Kösseine zur Hohen Matze gibt es einen kleine Brunnen.

Nach leckerem Essen, guter Gesellschaft und der erfolgreichen Besteigung des Aussichtsturms auf dem Kösseinegipfel, ging es zuerst einmal wieder bergab. Wir ließen die Kösseine hinter uns und machten uns an den Anstieg zur Hohen Matze. Hier steht ein wunderschönes Kreuz am Gipfel und von der Bank aus können wir nochmal unseren vorherigen Gipfel, die Große Kösseine begutachten. „Da waren wir also schon oben? Nicht schlecht.“ Euphorie machte sich breit. Wir hatten mit der Hohen Matze bereits den vierten Gipfel erreicht und einer wartete noch auf uns, bevor wir zu unserem Etappenziel gelangen sollten.

Mit dem Gipfel der Großen Kösseine im Rücken, geht es weiter Richtung Hohe Matze.
Da waren wir schon oben? – Blick vom Picknickplatz an der Hohen Matze zur Großen Kösseine.
Die Stimmung am Gipfelkreuz der Hohen Matze war einfach nur genial.

Von der Hohen Matze ging es weiter auf den Plattengipfel. Mir kam der Weg bekannt vor, aber woher? – Natürlich. Plötzlich stand ich bei der Abzweigung zur Girgelhöhle. Diese ließen wir aber aus. War es doch beim letzten Mal schon eine ziemliche Tortur, diese mit dem schweren Rucksack bei unserer Probetour zu „durchklettern“. Auch den Abstecher zum Prinzenfelsen sparten wir uns. Der Aufstieg zum Plattengipfel fiel mir diesmal ein wenig leichter (wahrscheinlich weil ich wusste, dass er nicht ganz so heftig ist, wie ich beim ersten Mal dachte), Freya jedoch nicht… Sie war müde und hat sich irgendwann einfach hingelegt. Pause war angesagt. Während unserer Pause kam ein Jogger (oder Trailrunner, oder was auch immer) vorbei, welchen wir auf unserer letzten Tour hier schon getroffen haben. Die Welt ist so klein.

Sitzstreik!!! – Nach ein paar Minuten hatte sie wieder genug Energie, für den restlichen Aufstieg.

Irgendwann war Freya bereit, die letzten Meter anzutreten und so erreichten wir unseren fünften Gipfel für heute. Ein tolles Gefühl war das. Das Wetter hatte sich gebessert und bei strahlendem Sonnenschein schweiften unsere Blicke über das Blockmeer des Plattengipfels. Geschafft!!! Jetzt nur noch der Abstieg zu unserem Übernachtungsplatz, dem Campingplatz Fichtelsee. Der Fichtelsee ist ein kleiner, aber sehr schöner Moorsee. Hier gibt es Auerhähne, eine Biberfamilie und allerhand seltene Pflanzen und Tiere. Ein Ort, der zum Verweilen einlädt.

Wir wurden freundlich begrüßt und uns wurde der Platz gezeigt, an welchem wir unser Zelt aufschlagen konnten. Für den Campingplatz am Fichtelsee bezahlte ich für 1 Nacht, 1 Zelt, 1 Person, 1 Hund und WLAN 16,40 €. Duschen inklusive und morgens kommt ein Bäcker, bei welchem es Semmeln und frische Eier zu kaufen gibt. Der Platz war sauber, ebenso die Sanitäranlagen. Es gibt eine Hundedusche und mir machte es wirklich den Eindruck, dass unsere Vierbeiner auf dem Platz Willkommen sind.

Ein schönes Plätzchen am Plattengipfel.
Freya mitten im Blockmeer der Platte. (Titelbild)
Eine traumhafte Aussicht und Granitblöcke ohne Ende – Plattengipfel.
  • Start: Parkplatz Luisenburg
  • Ziel: Campingplatz am Fichtelsee
  • Gipfel: 5 =>Burgstein, Großer Haberstein, Kösseine, Hohe Matze, Platte
  • Kilometer: 19,7
  • Höhenmeter: 730 Bergauf – 640 Bergab
  • Dauer und Gehzeit: wir starteten um 09:30 Uhr und kamen um 18:10 am Campingplatz an, die reine Gehzeit betrug 4 Std. und 49 Min.
Geschafft.
Unser Ziel für die erste Etappe – der Fichtelsee mit Blick auf den Schneeberg.
Das Biber ABC am Fichtelsee.
Die zweite Etappe:

Nach einer kühlen (6 Grad), aber ruhigen Nacht, startete der Tag zuerst mit einer warmen Tasse Tee. Freya bekam ihr Frühstück und ich ging duschen. Anschließend schnell noch das Zelt zusammenpacken und los gings.

Um 04:18 Uhr war die Nacht erst einmal vorbei. Trotzdem sind wir nochmal eingeschlafen und haben uns dann warm gekuschelt.

Die zweite Etappe unserer 12-Gipfel-Tour startete am Campingplatz Fichtelsee. Den See ließen wir aber hinter uns, denn es ging auf den Gipfel des bekannten Ochsenkopf. Oben angekommen, verspürte ich schon ein leichtes Hungergefühl. Ich hatte die Qual der Wahl. Endlich das mitgenommene Essen kochen, oder mir etwas vom Kiosk gönnen?! – Ich entschied mich für die zweite Option. Und so gab es eine Kinder-Currywurst mit Pommes und wieder ein Cola-Mix-Getränk. Für beides bezahlte ich 8,90 €.

Auf dem Weg zum Ochsenkopfgipfel.
Die Naabquelle auf dem Weg zum Ochsenkopf.
Sendemast am Ochsenkopf.

Der Tag war bereits jetzt um einiges wärmer und sonniger, als gestern. So nutzte ich die Gelegenheit und testete das Solarpanel. Während des doch recht kurzen Aufenthalts schaffte es dank praller Sonneneinstrahlung, die Powerbank knapp zur Hälfte zu laden. Das sollte mir noch zugute kommen, wie sich später herausstellte…

Nachdem ich alles wieder im Rucksack verstaut und Freya ihr Nickerchen abgeschlossen hatte, ging es weiter zum Gipfel des Nußhardt. Eigentlich wollte ich Freya nicht wieder den Aufstieg über die Gittertreppen zumuten und hatte ihr ein schattiges Plätzchen direkt unterhalb des Gipfels ausgesucht. Hier trafen wir auf ein Paar, welches wir beim Kösseinehaus schon getroffen haben. Die Welt ist noch viel kleiner (schmunzel).

Freya wollte sich es aber nicht nehmen lassen, ebenfalls den Gipfel des Nußhardts zu besteigen und so packte ich Hund und Rucksack und gemeinsam ging es nach oben. Von hier hat man eine herrliche Sicht auf weite Teile des Naturparks Fichtelgebirge und den Fichtelsee. Aber wir mussten weiter. Es warteten noch einige Kilometer auf uns.

Freya und ich auf dem Gipfel des Nußhardts.
Das Kreuz auf dem Nußhardt ist wirklich niedlich – etwas entfernt ist auch der Fichtelsee zu erkennen.
Die Kuhlen auf dem Nußhardt nutzte Freya gleich als Hundekörbchen.

Den Nußhardt ließen wir hinter uns und über steinige Waldwege geht es weiter zum Schneeberg. Mit seinen 1051 m ist er der höchste Berg im Fichtelgebirge. Man nennt ihn auch „Das Dach Frankens“. Den Aussichtsturm haben wir uns „gespart“. Stattdessen führte ich ein nettes Gespräch mit zwei Mountainbikern. Freya hat währenddessen tief und fest geschlafen. Sie bekam nicht mal mit, als ich den Rucksack wieder auf den Rücken gepackt habe um weiterzulaufen. „Ohweia, das kenne ich gar nicht von ihr“, war mein Gedanke.

Der Aussichtsturm „Backöfele“ am Gipfel des Schneebergs.
Tafel am Schneeberg.

Der letzte Aufstieg war mit dem Schneeberg getan. Von nun an gings bergab. Und zwar nicht nur mit den Höhenmetern…

Mein linker Knöchel hatte bereits beim Aufstieg zum Nußhardt Probleme gemacht. Er schmerzte. Ich dachte mir nichts, schließlich hatte ich diese Schmerzen gestern auch und heute Morgen, nachdem ich die ersten Meter gegangen war, waren sie verschwunden. Aber sie wurden immer schlimmer. Jeder Schritt wurde zur Qual. Bergab noch viel mehr, als bergauf. „Na komm, die paar Kilometer schaffst du auch noch“, redete ich mir ein.

Wir erreichten den Rudolfstein. Unser letzter Gipfel für die heutige Etappe. Aber die Stufen zur Aussichtskanzel schafften wir beide nicht mehr. Wir waren am Ende unserer Kräfte. Freya war nur noch müde und legte sich sofort bei jeder Gelegenheit hin und mein Knöchel schmerzte und schmerzte.

Der Rudolfstein. Unser letzter Gipfel vorerst.
Den Aufstieg zur Aussichtswarte haben wir nicht mehr geschafft – aber beim nächsten Mal klappt es bestimmt.

Hier waren wir also. Gipfel Nr. 9 unserer 12-Gipfel-Tour und vorerst auch der LETZTE. Ich habe hier für uns beschlossen, die Tour abzubrechen. Es hatte keinen Sinn. Der Wetterbericht für Montag versprach nichts Gutes. Regen und Gewitter sollten aufziehen. Freya war am Ende ihrer Kräfte und ich mit meinen Schmerzen… – das wollte ich uns nicht zumuten. Ich sagte Zuhause Bescheid, dass mein Freund uns bitte abholt.

Mit letzter Kraft und den letzten Prozenten des Handyakkus (der übrigens nur die letzten Meter dank des Solarpanels durchgehalten hat) schleppten wir uns bis Weißenstadt. Der Campingplatz am Weißenstädter See wäre unser zweites Nachtlager gewesen.

  • Start: Campingplatz Fichtelsee
  • Ziel: Friedhofskirche in Weißenstadt (eigentliches Ziel: Campingplatz am Weißenstädter See)
  • Gipfel: 4 => Ochsenkopf, Nußhardt, Schneeberg, Rudolfstein
  • Kilometer: 21,1
  • Höhenmeter: 640 Bergauf, 770 Bergab
  • Dauer und Gehzeit: wir starteten um 08:45 Uhr am Campingplatz Fichtelsee und kamen um 17:20 Uhr an der Friedhofskirche in Weißenstadt an, die reine Gehzeit betrug 5 Std. und 6 Min.
Tag 3 – oder wie ich es nenne „Der letzte Schritt“:
Unsere dritte Etappe der 12-Gipfel-Tour hätte folgendermaßen ausgesehen:

Die letzte, aber auch längste Etappe kommt an Tag 3. Die schlimmsten Anstiege haben sich durch die umgekehrte Route in Abstiege verwandelt. Auch nicht schlecht.

Unsere letzte Tour startet am Campingplatz Weißenstädter See. Von hier geht es hinauf zum Großen Waldstein und führt uns weiter zur Burgruine Epprechtstein. Die Burg Epprechtstein hat eine lange Geschichte, welche bis ins 11. Jahrhundert zurück reicht. Seit 1553 liegt die ehemalige Burg in Ruinen.

Wir befinden uns auf dem letzten Aufstieg und wandern weiter auf den Großen Kornberg. Der letzte Abstieg der 12-Gipfel-Tour führt uns dann zum Parkplatz unterhalb des Kornberggipfels und somit haben wir unsere Tour geschafft – „Der letzte Schritt“ ist wäre getan gewesen.

  • Start: Campingplatz Weißenstädter See
  • Ziel: Parkplatz Kornberg
  • Gipfel: 3 => Großer Waldstein, Burg Epprechtstein, Großer Kornberg
  • Kilometer: 22,1
  • Höhenmeter: 630 Bergauf, 420 Bergab

(Ich habe die Touren mit Komoot geplant und aufgezeichnet. Bei den Angaben handelt es sich um die Daten der genannten App.)

Wie ist es uns unterwegs ergangen?

Ja, wie ist es uns auf der Tour ergangen? Eigentlich gut. Es lief, wie ich es geplant hatte – mit der Ausnahme, dass wir die Tour frühzeitig abbrechen mussten. Das war zwar sehr schade, aber ich bin ehrlich gesagt, mit einem lachenden und einem weinenden Auge im Auto auf dem Heimweg gesessen.

Wir verabschieden uns vorerst von der 12-Gipfel-Tour mit einem lachenden und einem weinenden Auge!

Das lachende Auge steht dafür, dass wir trotz allem

9 Gipfel, 40,2 Kilometer und 1370 Höhenmeter

geschafft haben.

Wir haben auf den beiden Etappen oft unseren „inneren Schweinehund“ überwunden. Die Höhenmeter, die 6 Grad Nachts, die Sonne und Wärme am zweiten Tag haben uns teils ganz schön „in die Knie gezwungen“. Aber auch das haben wir geschafft.

Das gemeinsame Zelten hat Freya und mich nochmals ein Stück weiter zusammengebracht. Wir sind sowieso ein Dreamteam, wenn es ums Wandern geht, aber das war nochmal eine andere Erfahrung. Ich hatte Bedenken, dass Freya Probleme machen könnte, wenn sie alleine im Zelt warten muss. Aber sie hat mich (wieder einmal) eines Besseren belehrt.

„Danke meine Maus, du bist der beste (Wander)Hund der Welt!!!“

Der beste Hund der Welt – FREYA!

Das weinende Auge steht natürlich dafür, dass wir die Tour vorzeitig beendet haben/beenden mussten.

Dass wir die Tour abgebrochen haben, war allerdings eine gute Entscheidung, wie sich herausstellte. Als wir am nächsten Tag das Auto geholt haben, sah das Wetter keineswegs gut aus. Es war drückend schwül und hatte 30 Grad. Allein das wäre für Freya wohl zu viel gewesen. Zum Abend hin kamen noch Gewitter und Sturmböen dazu. Da es die längste Etappe gewesen wäre, hätten wir es vermutlich nicht vor dem Unwetter zum Ende der Tour geschafft und unser Motto lautet bei jeder Wanderung

„Sicherheit steht an oberster Stelle!“

Bei Gewitter und Sturm sollte niemand wandern gehen. Und kommt man doch unerwartet in solch eine Situation, ist es ratsam, sich einen geeigneten Unterschlupf zu suchen und schnellstmöglich von irgendwelchen Graten und Gipfeln hinabzusteigen.

Was würde ich ändern?

Nun ja, was würde ich ändern? Was kann ich Zukunft besser machen?

Zuerst habe ich gemerkt, dass Freya nicht so fit ist, wie ich dachte. Klar, wir gehen viel zusammen wandern und unsere Strecken sind selten unter 10 Kilometer. Aber mehrere Tage hintereinander und dazu noch wenig Schlaf, scheinen für sie noch etwas „to much“ zu sein. Hier bedarf es etwas Training.

Den Wasservorrat auffüllen, überall wo es möglich ist. Ich hatte mich zu sehr darauf verlassen, dass bestimmt auf den nächsten Metern irgendwo Wasser ist. Der Vorrat wurde auf unserer zweiten Etappe tatsächlich etwas knapp. Deshalb werde ich in Zukunft unseren Vorrat überall auffüllen, wo es möglich ist. Die kleinen Bächlein waren teils ausgetrocknet. Aber wir haben es mit dem letzten Tropfen rechtzeitig geschafft.

Endlich Abkühlung am See bei Karches.

Ich werde auf jeden Fall meinen Rucksack-Inhalt überarbeiten. Die 16,3 Kilo waren zwar gerade noch auszuhalten, aber Lebensmittel brauche ich wohl nicht so viel. Ich war entweder zu faul oder zu kaputt, mir etwas zu „kochen“. Wenn es auf unseren Routen bewirtschaftete Hütten gibt, werde ich diese auch in Anspruch nehmen. Spart zumindest etwas Gewicht und auf jeden Fall Platz im Rucksack. Ansonsten war ich mit meiner Packliste ziemlich zufrieden.

Investitionen in neue Ausrüstung. Ich brauche vermutlich neue Schuhe. Die Schmerzen am Knöchel kamen zu 99 % von meinen Wanderschuhen. Hier werde ich mich umschauen müssen. Die Isomatte war okay, hat mir aber für den verhältnismäßigen geringen Komfort zu viel Gewicht. Der Rest war (vorerst) völlig okay und ausreichend.

Wir kommen wieder!!!

Die Landschaft, die Felsen, die netten Leute unterwegs – einfach alles hat mich begeistert. Deshalb

würde ich die Tour jederzeit wieder gehen und ich werde sie auch nochmal gehen! Mit besserer Vorbereitung und dann auch mit allen 12 Gipfeln unserer „12-Gipfel-Tour im Fichtelgebirge“!

12-Gipfel-Tour – Wir kommen wieder! Freut euch auf den nächsten Bericht.

Habt ihr auch schon eine Tour abgebrochen? Wie es euch dabei ergangen? Wie sieht eure Planung aus, wenn ihr mehrere Tage mit Hund und Zelt unterwegs seid? Wir freuen uns auf eure Kommentare.

Danke:

Danke an meinen Freund, der uns sehr kurzfristig einen Tag früher als geplant, von unsere Tour abgeholt hat.

Danke an alle Freunde, die mich bei meinen Entscheidungen unterstützt und gestärkt haben.

Danke an alle Fans, die uns während der Tour auf Facebook und Instagram begleitet haben und dies hoffentlich auch weiterhin tun (zwinker).

Danke an den Campingplatz Fichtelsee, der uns trotz den Pfingsttagen und einem vollen Campingplatz, für die Nacht so herzlich aufgenommen hat.

Danke an den Campingplatz am Weißenstädter See, für den meine kurzfristige Stornierung kein Problem darstellte.