Eine Seefahrt, die ist lustig – eine Seefahrt die ist schön…

…oder doch nicht?

Mit Freya und Kermit paddeln auf dem Bodensee.
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Freya und ich waren am Sonntag (11.08.19) auf dem Bodensee paddeln.

Wie es ist, nicht auf einem Fluss, sondern auf einem riesigen See, mit einem winzigen Kajak unterwegs zu sein, das möchte ich euch hier erzählen. Außerdem gibt es eine wichtige Info für Hundebesitzer.

Kurzurlaub am Bodensee

Wir (ja, Chriss war auch dabei) waren für ein paar Tage mit unserem Wohnwagen auf dem Gebhardshof in Wallhausen. Der Hof liegt nur etwa 250 Meter vom Bodensee entfernt und so hatten wir natürlich Kermit und Elliot (zwei Sit-on-Top Kajaks) dabei. Während Elliot im Schatten unter den Obstbäumen faulenzen durfte, musste Kermit mit Freya und mir ins Wasser.

Hunde verboten

Vom Parkplatz geht es über einen Weg am Strandbad entlang. Die Hundeverbots-Schilder rund ums Bad beunruhigten mich etwas, da sich dort (zwar am Ende, aber innerhalb) auch die Anlegestelle befindet. Und auch bei diesem Eingang gibt es dieses Schild!

Chriss versicherte mir, dass es überhaupt kein Problem wäre, mit Freya durch das Strandbad zur Anlegestelle gehen. Schließlich hätte er sich am Abend zuvor noch erkundigt… Und so bin ich mit meinem mulmigen Gefühl und Freya an der ganz kurzen Leine hinter Chriss und Kermit hinterher gegangen.

Am See angekommen, legte ich Freya direkt neben mir ab (ich wollte in keinster Weise irgendwie bemerkt werden) und wir arbeiteten sofort daran, Kermit startklar zu machen.

Die Badegäste direkt neben uns, hat es nicht gestört, dass ein Hund (ruhig liegend, nicht bellend oder in irgendeiner Weise störend) geduldig darauf wartete, dass ihr Frauchen (also ich) endlich das Kajak ins Wasser schubste und sie freudig hineinspringen konnte, ABER

… irgendein anderer Badegast, welcher weit weit weg war, schien sich gestört zu fühlen und so kam auch schon der Bademeister zu uns.

Er fragte im ruhigen Ton, ob wir mit dem Hund aufs Boot wollen und wir antworteten beinahe im Chor: „Ja, so ist der Plan“. Auf das „Okay, denn eigentlich sind hier am Strand Hunde verboten“ antwortete Chriss nur, dass er gefragt hätte (wen er gefragt hat weiß ich bis heute nicht) und es okay sei und von mir kam nur ein mürrisches „Wir sind gleich weg!“.

Der Bademeister wünschte uns viel Spaß und ging wieder.

Eine Möwe zeigt uns den Weg.

Nichts wie weg

Bereits jetzt war ich sichtlich genervt, schob mein Kajak ins Wasser, „platzierte“ Freya und mich darin und suchte den Weg in die Weiten des Bodensees. Zumindest hatten die Badegäste, welche neben uns waren, sichtlich Freude daran, einen Hund im Boot zu sehen und wünschten uns viel Spaß und einen schönen Tag. Ich werde sie vermutlich nie vergessen, wieso? Dazu komme ich später.

Die ersten Meter waren super. Zuerst mussten wir um den, für Festboote gesperrten, Schwimmerbereich paddeln. Alles kein Problem. Es war am frühen Vormittag und der Wind hielt sich in Grenzen. Somit war der Wellengang angenehm und die Paddelei lief super…

…bis der erste Motorboot-Macho meinte, er müsste mit seinem Motorboot und gefühlten 250 Sachen über den See brettern.

Wir waren gerade auf Höhe des Hafens, wo ich sowieso ein ungutes Gefühl hatte. Schließlich fahren hier Boote ein und aus, die teils 100 Mal größer sind als mein Kermit. Ich hatte ein bisschen Bedenken, dass uns jemand übersehen könnte.

Wellen, Wellen, Wellen

Der Gedanke war allerdings vom einen auf den anderen Moment Nebensache, denn der Macho mit seinem Motorboot erzeugte ziemliche Wellen, welche, wie ich merken musste, in Ufernähe ziemlich hoch werden können (deshalb fällt auch die Bilderreihe eher rar aus). Ich lernte allerdings auch dazu, dass sie im tieferen Wasser, fernab vom Ufer, kaum spürbar sind.

Nachdem ich uns heil aus den Wellen befreit hatte, ging es weiter Richtung Marienschlucht. Das sollte eigentlich das Ziel unserer Tour sein, ist sie doch nur 3 Kilometer entfernt. Ich war im Glauben, dass 3 Kilometer auf dem See mindestens genauso einfach sind, wie auf einem Fluss.

Die Marienschlucht ist seit einem tragischen Erdrutsch mit Todesfolge gesperrt und kann nicht begangen werden!

Auf dem Weg zur Marienschlucht.
Karibikfeeling pur, dank türkisfarbenem Wasser.

Selbsterkenntnis ist der beste Weg zur Besserung

Bereits auf dem Hinweg musste ich mehrere Pausen am Ufer einlegen, da ich zum einen ziemlich von den Motorbooten und deren Wellengang genervt war, Freya war auch ziemlich angespannt, was ich an ihrem Zittern gemerkt habe und zum anderen meine Arme nicht mehr konnten.

Hatte ich die Tour etwa falsch eingeschätzt?

Nach etwa 1,5 Kilometer gestand ich mir ein, dass wir die restlichen 1,5 Kilometer UND den Rückweg nicht schaffen würden. Ich drehte um. Damit sich Freya ein wenig beruhigen und vor allem abkühlen konnte, legten wir einen Stop am Ufer ein. Während die großen Motor- und Segelboote nicht bis ans Ufer konnten und ihre Anker mehr Richtung See warfen, konnten wir mit unserem kleinen Kajak direkt an den „Strand“.

Als wäre Freya froh gewesen, endlich wieder an Land zu sein, wurde sich zuerst ausgiebig gewälzt.

Laaaaand!!!

Anschließend legte sie einige Schwimmrunden mit ihrer neuen Schwimmweste ein und wie man im Video sehen kann, kommt sie sehr gut damit zurecht. Ich habe sogar den Eindruck gehabt, als wüsste sie genau, dass sie damit länger und besser schwimmen kann, denn normalerweise schwimmt sie nicht so weit hinaus.

Beinahe „abgesoffen“ – Turbulenzen auf dem Rückweg

Ich wartete die Wellenfront ab. Mittlerweile rasten immer mehr Motorboote über den See und die Wellen waren für mein kleines Kajak etwas zu viel. Als gerade kein Raser in Sicht war, paddelte ich so schnell wie möglich in Richtung Seemitte um vom wellenanfälligen Ufer wegzukommen.

Die Aussicht vom Bodensee aus ist herrlich und die Farbe des Wassers wechselt von türkis zu dunkelblau. Manchmal sieht es aus, als wäre eine Klippe unter Wasser. Einfach wunderschön. Wir haben viele Fische gesehen, natürlich auch einige Enten und eine Möwe (im Altmühltal sieht man Möwen eher selten ;-), weshalb ich mich tierisch gefreut habe).

Die türkise Farbe, welche der Bodensee stellenweise hat, ist wirklich der Wahnsinn.

Ausstieg mit Hindernissen

Erschöpft, durchgeschaukelt und mit einem, ziemlich voll Wasser gelaufenen Boot (die Wellen der Fähre waren dann doch zu viel) waren wir nur noch wenige Meter von der Anlegestelle entfernt. Chriss wartete bereits mit dem Bootswagen am Ufer, da brüllte eine Frau aus dem Wasser „Da würde ich mit dem Hund nicht rausgehen. Da sind Hunde verboten und da regen sich die Leute auf!“. Meinen Einwand, dass ich dort aber anlegen MUSS, wollte sie nicht hören und beharrte auf ihre Aussage.

Da wusste Freya noch nicht, dass unsere Tour noch etwas ausgiebiger werden sollte…

Was mach ich denn jetzt?

Sollte ich den Ärger riskieren oder lieber doch eine andere Stelle suchen?

Ich entschied mich für das Zweite. Und so rief ich Chriss zu, dass ich eine andere Stelle suchen würde, weil sich hier schon die ersten Badegäste aufregen. Die Gäste vom Morgen standen gerade im See und meinten nur, dass sie sich nicht aufregen würden und wir gern hier an Land gehen könnten. (Ich finde es nach wie vor lustig, dass sie scheinbar von sich, auf die anderen ca. 200 Gäste im Bad geschlossen haben.) Sie waren sichtlich enttäuscht, als ich weiterpaddelte.

Auf dem Weg zum nächsten Strand musste ich feststellen, dass mir das Wasser bis zum Hals ähm zur Hüfte stand. Kurzerhand steuerte ich in Richtung Schilf, wo ich eine Kiesbank entdeckte (ja ich weiß, es ist verboten) damit ich das Wasser ablassen konnte. Wir wären sonst vermutlich untergegangen.

Endlich geschafft!

Erschöpft und erleichtert gleichzeitig erreichten wir den Strand des Campingplatzes Klausenhorn. Und siehe da, auch hier sind Hunde verboten.

Ich drückte Chriss schnell die Leine von Freya in die Hand und sagte ihm, er solle sie so schnell wie möglich „aus der Schusslinie“ bringen. Gleich lief er mit ihr zum Weg. Natürlich war auch hier scheinbar schon eine Dame am Luftholen und wollte wohl etwas zum Hundeverbot sagen, da entdeckte sie die T-Shirt-Aufschrift der Wasserwacht und meinte nur „ach, ein Rettungshund, na dann“.

Ich hiefte Kermit auf den Bootswagen und machte mich ebenfalls auf den Weg. Froh, endlich wieder am Auto zu sein, war unsere Seefahrt hiermit beendet.

Fazit:

Die Aussicht vom See ist herrlich und auch die Uferabschnitte laden förmlich zu einer Rast ein.

Aber leider überschatten die negativen Eindrücke, das schöne Erlebnis.

Ich weiß nicht, wie es an anderen Stellen rund um den See ist, aber eine Anlegestelle in ein Strandbad zu legen, bei welchem Hundeverbot herrscht, finde ich total bekloppt. Hier ist der Ärger mit Badegästen vorprogrammiert, auch wenn es Ausnahmen gibt (wie ich sie ja angetroffen habe).

Auch der zweite Strand war offiziell nicht mit Hund möglich und hätte Chriss nicht Dienst mit der Wasserwacht gehabt, wären auch hier Diskussionen entstanden.

Ich habe zwar bei einem Gespräch am nächsten Morgen mit der DLRG und dem Bademeister erfahren, dass es wohl einen (inoffiziellen) Hundestrand hinter dem Strandbad Klausenhorn gibt, wo wir auch problemlos anlanden hätten können, aber so weit hätten wir es nicht mehr geschafft.

Wir bleiben in Zukunft auf kleinen Flüssen wie unsere Altmühl. Dort gibt es keine nervigen Motorboot-Machos, welche dafür sorgen, dass mein Kermit beinahe absäuft und es ist an (fast) jeder Stelle möglich, mit Hund ein- und auszusteigen.

Schwimmen ist ihr dann wohl doch lieber, als das Geschaukel im Boot.
Frisch gebadet geht es zurück.
Hundepfoten unter Wasser.
Strandbad Wallhausen, Achtung Hundeverbot!
Es sieht aus, als wäre eine Klippe unter Wasser.
In Ufernähe sollte auf Felsen unter Wasser geachtet werden.

„Tausche Wanderstiefel gegen Wasserschuhe“ – unsere erste Bootswanderung auf der Altmühl

Von Walting nach Böhming

Ja, ihr habt richtig gelesen. Ich habe für eine ganz spezielle Wanderung meine Wanderstiefel gegen Wasserschuhe getauscht (grins).

Kapitän Freya an Bord von „Kermit“ – unserem neuen Kajak.
Hinweis: Beitrag enthält unbezahlte WErbung

Unsere erste Bootswanderung mit dem eigenen Kajak. Was macht man wohl sonst, bei 35 Grad im Schatten?!

Ich bin nun seit dem 23. Juli 19 stolze Besitzerin eines Kajaks.

Lange habe ich nach einem Sit on Top Kajak gesucht, aber irgendwie war nie das richtige dabei. Schließlich soll es genügend Platz bieten, damit Freya und ich damit über die „See schippern“ können, jedoch muss es INS Auto passen und allzu schwer darf es auch nicht sein, da ich ja alleine damit unterwegs bin und „das Teil“ ab und an auch tragen muss.

Die Temperaturen passten am 24. Juli, genau genommen geht es fast nicht besser. und der richtige Fluss ist quasi vor der Haustür. Ich nehme euch mit auf unsere erste gemeinsame Bootswanderung auf einen der langsamsten Flüsse Deutschlands – der Altmühl – von Walting nach Böhming.

Übersichtskarte bei Arnsberg.

Infos zur Tour:

  • Gesamtlänge: 14,94 km
  • Höhenmeter: entfallen
  • Besonderheiten/Schwierigkeiten: der Einstieg bzw. die Treppen an der Anlegestelle in Walting ist/sind ziemlich steil; stellenweise ist etwas wenig Wasser in der Altmühl (bedingt durch die lange Trockenheit); Strecke OHNE Wehr (Einstieg unterhalb des Wehrs; nächstes Wehr kommt bei der Kratzmühle), mehrere Rastmöglichkeiten in Form von Gaststätten (bitte Öffnungszeiten beachten), Bootsratsplätzen und Kiesbänken;
  • Start: Anlegestelle Walting
  • Koordinaten (Start): 48°54’34.99“N 11°18’13.82“E
  • Ziel: Bootsrastplatz Böhming
  • Koordinaten (Ziel): 48°56’55.7″N 11°21’59.2″E

Aufgezeichnet wurde die Tour mit der Canua-App

Und so sieht die Aufzeichnung bei Canua aus. (Bilder: Screenshots aus der App)

Am Abend zuvor habe ich bereits alles im Auto verstaut, sodass wir um 10 Uhr am Startpunkt waren. Zuerst einmal musste alles wieder ausgepackt werden, was einfacher war, als das gedacht. Dann ging es daran, das Kajak ins Wasser zu bekommen. Die Anlegestelle ist hier ziemlich weit unten und ich habe zuerst daran gedacht, das Boot zu tragen. Da der Hang ziemlich steil ist, die Treppen nicht gerade sonderlich breit und 16 Kg bei schlechter Sicht auf die Stufen nicht gerade vorteilhaft sind, habe ich mich dazu entschieden, es am Rand der Treppe Richtung Wasser zu ziehen.

Das Ufer ist ziemlich steinig, weshalb man aufpassen sollte, dass man das Boot nicht direkt auf einen Stein auflegt. Aber auch das hat gut geklappt.

Freya konnte es kaum erwarten und mit dem Kommando „Hopp“ saß sie auch schon im Boot. Dann kam der lustigere Teil. Ich musste ja schließlich auch noch hinein. Zum Glück ist „Kermit“ sehr kippstabil und so hüpfte ich (eher unelegant) „an Deck“. Die richtige Sitzposition gefunden, Paddel in die Hände – und los gehts!

Die ersten Meter waren herrlich! Genüßlich paddelte ich vor mich hin. Es war noch niemand unterwegs und ich hatte die gesamte Altmühl für mich alleine. Die Eindrücke, welche sich AUF dem Wasser einem bieten sind ganz anders, als beim Wandern zu Fuß. Bis…

Uferpflanzen. In Wirklichkeit sehen sie noch viel schöner aus.

…Tja, bis meine Augen angefangen haben zu tränen. Ich hab kaum noch was gesehen, so haben sie gebrannt. Irgendetwas „fliegt“ wohl im Moment und so wurde gleich die erste „Raststelle“ angefahren.

Eine tolle Kiesbank kurz nach dem Start bei Walting bietet einen genialen Rastplatz.
Und Freya nutzte die Pause für eine Schwimmrunde. Abkühlung ist auch, oder vor allem (?) beim Paddeln wichtig.

Nachdem ich mir das Handtuch aus meinem Drybag geholt und die Augen ausgewischt habe, gings weiter. (Die tränenden Augen hatten sich dann, Gott sei Dank, erledigt).

Freya lag entspannt auf „ihrem Platz“ und selbst vorbeischwimmende Enten brachten sie nicht aus der Ruhe (sie findet Enten eigentlich super toll, falls ihr wisst, was ich meine).

Schwimmkurs mit der ganzen Familie.

Gemütlich paddelten wir weiter. Und wenn ich gemütlich schreibe, dann meine ich das auch so. Unser Tempo glich nämlich dem einer Schnecke mit Krückstock.

Direkt an der Altmühl entlang gibt es sogar ein paar Gaststätten, welche man (mehr oder weniger) direkt ansteuern kann.

Einkehrmöglichkeiten gibt es viele entlang der Altmühl. Bitte beachtet die Öffnungszeiten.

Der wenige Regen der letzten Wochen macht sich auch im Altmühltal bemerkbar und obwohl der Wasserstand der Altmühl reguliert wird, führt sie aktuell stellenweise sehr wenig Wasser. Wer dann mehr mit der Aussicht und sich selber beschäftigt ist, muss darauf achten, dass die idyllische Ruhe nicht durch ein „krchchchchch…“ gestört wird, was zu einer abrupten Vollbremsung führt. Die heimischen Altmühl-Kiesbänke lauern nämlich unter der Wasseroberfläche und warten nur darauf, ein Boot anzuspringen 😉

Nachdem wir „Opfer“ einer solchen Altmühl-Kiesbank wurden, mussten wir Kirmet aus ihren Klauen befreien und ein Stück im Wasser LAUFEN. Vermutlich kommt daher der Begriff „Bootswandern“…

Wegweiser unter Wasser – wo sich viele sichtbare Unterwasserpflanzen befinden, ist das Wasser erfahrungsgemäß nicht sehr tief.
Erfrischt gings weiter.

Bereits bei Gungolding kam dann der nächste Stop. Kurz vor einer Brücke ist der Wasserstand sehr niedrig und die Kiesbänke verwandeln sich in kleinere Felsen, weshalb wir auch hier Kermit „an die Leine nahmen“ und erstmal zu Fuß weitergingen.

Wo gehts denn da hin?

Den Rastplatz bei Gungolding ließen wir aus, grüßten aber freundlich eine Gruppe Radfahrer, welche dort verblüfft und begeistert waren, wie entspannt Freya im Boot lag.

Freya fand es richtig cool, nicht laufen zu müssen…

Die Gungoldinger Wacholderheide ließen wir hinter uns und peilten Arnsberg an. Und nachdem wir ja sehr langsam unterwegs waren und die Sonne an diesem Tag einfach viel zu viel Kraft hatte, machten wir hier unsere nächste und letzte Pause. Geplant war am Anfang bis Kinding zu paddeln. Aber es war zu heiß und so langsam ahnte ich, wie sich der Muskelkater in den Armen am nächsten Tag einstellen sollte.

Am Bootsrastplatz setzten wir uns in den Schatten und blieben dort einige Zeit. Das tat gut.

Da, gleich hinter der Brücke wartet die nächste Pause…
Blick zur Burg Arnsberg.
Bootsrastplatz Arnsberg.

Nach der schattigen Rast lassen wir bald die Arnsberger Leite hinter uns und erreichen nach knapp 15 Kilometern und über 5 Stunden den Rastplatz in Böhming.

Blick zur Arnsberger Leite. Ganz in der Nähe befinden sich 3 super Steige zum Wandern.

In Böhming angekommen, stieg ich aus dem Boot und auch Freya nutzte gleich wieder die Gelegenheit sich abzukühlen. Während ich Kirmet an Land zog, entdeckte ein rastender Bootswanderer eine (ca. 50 cm große) Wasserschlange – omg. Bevor Freya sie entdeckte war sie verschwunden.

Ich suchte uns ein schattiges Plätzchen unter einem Baum und dort warteten wir auf unser „Taxi“. An dieser Stelle nochmals Vielen Dank an meinen Freund, der uns hier eingesammelt und wieder zum Auto gebracht hat. Das ist nämlich, wie ich finde, der einzige Nachteil am Bootswandern – Rundwanderungen gestalten sich sehr, sehr schwierig.

Im Schatten warten wir darauf, dass wir abgeholt werden.

Und wie war nun unsere erste Bootswanderung?

Unser Fazit lautet:

Das war definitv nicht unsere letzte Bootswanderung!!! Man „entdeckt“ die Welt mit anderen Augen und teilweise neu. Alle Paddler die wir getroffen haben, sind freundlich und grüßen – wie bei einer Wanderung zu Fuß auch – und für viele scheint es ein absolutes Highlight zu sein, dass auch Hunde (in meinem Fall eben Freya) ein Abenteuer in Form einer Bootswanderung genießen.

Freya nutzte wirklich jede Gelegenheit, um im Wasser zu planschen und Gelegenheiten gibt es bei solch einer Tour viele. Selbst Riesenkröten, Fische von 2 cm bis zu einem halben Meter und XXL-Schwärme von Libellen hielten sie nicht davon ab.

Obwohl die Altmühl sehr langsam fließt, merkte ich jedoch schnell, dass das Fotografieren auf dem Wasser gar nicht so einfach ist. Während man zu Fuß einfach an Ort und Stelle stehen bleibt, hat man hier u. a. „Problemchen“ wie ein „sich drehendes Boot“ oder „Strömung im falschen Moment“. Ich werde auf jeden Fall weiter üben und meine Olympus Tough TG-5 hat mir auch einige (meist unfreiwillige) Tauchgänge problemlos verziehen.

Sonnencreme nicht vergessen!

Habt ihr Lust bekommen, das auch einmal mit eurem Hund auszuprobieren oder seid ihr schon Profis? Auf der Homepage des Naturpark Altmühltal gibt es viele Infos über Bootswanderungen im Altmühltal und ich erzähle euch gern in weiteren Beiträgen von unseren Touren und meinen Erfahrungen rund ums Thema „Bootswandern mit Hund“.

Wie? Die nächste Tour dauert noch???

Wenn euch unsere Bootswanderung gefallen hat, dann hinterlasst doch einen Kommentar. Ich freue mich über euer Feedback.

„Grenzgänger“

2-Tages-Trekkingtour im Dreiländereck D, A, CZ – und eine Nacht im Zelt im Narodni park Sumava

Narodni park Sumava
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Unsere „Grenzgänger“ 2-Tages-Trekkingtour führt uns vom Bayerischen Wald übers Dreiländereck, entlang der Grenze zu Österreich in den Narodni park Sumava. 2 Tage waren wir unterwegs und hier ist unser Bericht.

Der Národní park Šumava ist das tschechische Gegenstück zum, auf deutscher Seite angrenzenden Nationalpark Bayerischer Wald.

Rastplatz am Dreiländereck

IDEE UND PLANUNG

Vor einiger Zeit entdeckte ich im Internet ein Foto. Unberührte Natur und eine „wilde“ Landschaft war zu sehen. Darunter stand nur „Narodni park Sumava„. Meine Neugier war geweckt und sofort suchte ich nach mehr Infos. Auf der offiziellen Website des tschechischen Nationalparks (hier finden sich auch sämtliche Verhaltensregeln im Nationalpark) bin ich auf die Möglichkeit der Notübernachtungsplätze gestoßen. Insgesamt 7 solcher Plätze erlauben es einem, im Nationalpark zu zelten – übrigens ist es der einzige Nationalpark den ich gefunden habe, bei dem das geht (Wildes Zelten ist verboten!). „Das ist genau meins, da muss ich hin„, dachte ich mir. Und so ging es ein Jahr später endlich los.

Hinter dem überdachten Rastplatz liegt der Zeltplatz Pod Plesnym jezerom (leider habe ich aufgrund der einbrechenden Dunkelheit davon kein Foto gemacht)

Die Planung war ziemlich einfach, obwohl es verhältnismäßig wenig Berichte über Trekkingtouren dort gibt. Es gibt eine Übersichtskarte mit allen Zeltplätzen und Komoot kennt diese Plätze zum Glück auch. Das gestaltete die Routenplanung gleich viel einfacher.

Dank meiner Packliste für die 12-Gipfel-Tour war alles schon vorbereitet und ich habe nur ein paar Dinge geändert (was genau erfahrt ihr im Beitrag).

DIE ROUTE

Obwohl wir nur etwa 48 Stunden unterwegs waren, hatten wir doch ein paar Highlights unterwegs.

Tag 1 (12.07.2019) – Von Frauenberg nach Pod Plešným jezerem

Wir starteten auf deutscher Seite und zwar im Bayerischen Wald in Frauenberg bei Haidmühle. Der Weg beginnt direkt am Parkplatz und führte zuerst über einen Forstweg zur Kanalstraße – eine ziemlich unbefahrene Nebenstraße. Von hier aus wanderten wir bergauf und überquerten die Straße zur Dreisesselalm.

Die ersten Meter auf dem Weg zum Dreisessel.
Und ja, ich bin auch dabei.

Über eine Hofeinfahrt eines Chalets (Betreten für Wanderer nicht gestattet! Den Hinweis haben wir aber erst gesehen, als wir schon durchgelaufen waren) kommen wir wieder auf eine Forststraße.

Manchmal fragt man sich dann schon, was Komoot unter der Bezeichnung „Weg“ versteht, denn von hier aus ging es weiter den Berg hinauf. Allerdings nicht über den Forstweg, sondern eine verwilderte, mit sehr hohem Gras bewachsene Rückegasse. „Naja, hilft nichts, da müssen wir jetzt durch!“ – dachten wir uns.

Auf diesem Wanderweg ist wohl schon lange niemand mehr gegangen…
Chriss schaute mehrmals, ob wir WIRKLICH auf dem richtigen Weg sind. Aber scheinbar war er richtig.

Am Ende des verwilderten Weges kommt man wieder auf einen Schotterweg. Eine Bank und ein Wegweiser zeigen einem zumindest, dass man richtig ist. Wir folgten der Beschilderung zum Dreisessel (nicht dem Dreisessel-Rundweg!) und bewältigten, über teils steinige Pfade, weitere Höhenmeter bis wir zum Hochstein gelangten. Da es ziemlich windig war, haben wir nur kurz den Gipfel bestiegen und machten uns auf den Weg zum Berggasthof Dreisessel, wo wir uns eine Pause und eine warme Mahlzeit gönnten.

Am Hochstein.
Ein traumhaftes Panorama vom Gipfel des Hochsteins.
Wir waren oben – auf dem Gipfel des Hochsteins.
Angekommen am Berggasthof Dreisessel – endlich gibts Essen, dachte sich Chriss wohl.

Danach folgten wir dem Weg paralell zur Grenze in Richtung Steinernes Meer. Insgesamt 3 solcher Blockhalden müssen überquert werden – sehr zum Leidwesen von Chriss. Für ihn ist es wirklich anstrengend gewesen, während Freya nahezu über die Steine schwebte. (Man folgt hier übrigens einer Teilstrecke des Goldsteigs). Ein steiniger Weg führt hinauf auf eine freie Fläche – diese ist aber keine Almwiese, sondern es sind die Überreste der vom Borkenkäferbefall abgestorbenen Bäume. Der „neue“ Wald wächst gerade erst nach.

Ja, das ist der Weg und die dazugehörige Markierung.
Überquerung einer Blockhalde am Steinernen Meer – Freya macht das mit einer Leichtigkeit.
Okay – Chriss schwebt beinahe (aber nur beinahe) so wie Freya über die Felsen…
Blockhalden sind durchaus nützlich, auch wenn sie manchmal schwierig zu laufen sind.
Keine Wiese, sondern ein „noch toter“ Wald. Dennoch ist es hier traumhaft.

Nach knapp 7 Stunden erreichten wir den Grenzstein im Dreiländereck. Hier treffen sich die Landesgrenzen Deutschland, Österreich und Tschechien. Nach kurzer Rast, ging es über den Grenzsteig (wandern zwischen Tschechien und Österreich), weiter zum Plöckenstein. Um von hier aus weiterzukommen, muss man am Plöckenstein vorbei – dahinter befinden sich weitere Wegweiser in verschiedene Richtungen. Wir folgten noch etwa einen Kilometer dem Grenzsteig, bis wir vom Pod Plechym nach Tschechien hinabstiegen.

Die „Rückseite“ vom Plöckenstein.

Der Abstieg zum Zeltplatz Pod Plešným jezerem war schwierig und steil (bei Nässe nicht zu empfehlen!). Chriss war mit seinen Kräften am Ende und wir legten einige Pausen ein. Kurz vor dem Zeltplatz (direkt am Platz gibt es kein Wasser) füllten wir an einem Rinnsal (es Bach zu nennen wäre übertrieben) unsere Wasservorräte auf. Hierfür hatten wir unseren Katadyn Hiker Pro Wasserfilter dabei. Und da mir die Culinario-Flaschen für ihr geringes Volumen etwas zu schwer sind, hatten wir uns eine leichtere Flasche besorgt. Ich werde mir definitv noch eine zweite (oder dritte) besorgen, da ich von dieser Flasche ziemlich begeistert bin.

Hier haben wir noch eine schöne Aussicht gehabt, bevor der schwierige Abstieg zum Zeltplatz kam.
Stellenweise fühlt man sich hier wie im Urwald. Farn – beinahe größer als ich (nicht schwer bei 1,63 cm).
Hier haben wir noch unseren Wasservorrat aufgefüllt, bevor es ins „Lager“ ging.

Nach 8,5 Stunden erreichten wir den Zeltplatz und stellten zuerst unser Zelt (O4G Sumas 3.0) auf. Wir waren nicht die einzigen. Ein Zelt, ebenfalls mit zwei Personen und einem Hund (gesehen haben wir zwar keinen, aber gehört), stand bereits auf dem Platz. Anschließend gab es Abendessen, welches wir bei der überdachten Sitzgruppe vor dem Platz einnahmen.

Am Platz befinden sich auch „Dixie-Klos“, welche jedoch scheinbar eher als Mülleimer genutzt werden. Jede Menge Toilettenpapier und Taschentücher finden sich rund um die Toiletten. Da jedoch Toilettenpapier rar ist, sollte man auf jeden Fall selbst eines mitnehmen.

Um etwas Wasser zu erhitzen hatte ich vor kurzem einen kleinen Topf gekauft. Da jeder von uns einen Bugaboo Cup dabei hatte, blieb die Schüssel des Kochsets zuhause und wir haben nur noch einen zweiten Göffel besorgt.

Unsere Bugaboo Cups.

Nach dem Abendessen krochen wir in unser Zelt und wollten eigentlich(!!!) schlafen. Und warum schreibe ich jetzt „EIGENTLICH“?!

Tag 1:

14 Kilometer, 650 Meter bergauf – 560 Meter bergab, reine Gehzeit 4 Stunden

Highlights: Hochstein, Dreisessel, Steinernes Meer, Grenzstein Dreiländereck, Plöckenstein

Daten aus Komoot
„Dieser Weg, wird kein leichter sein. Dieser Weg wird steinig und schwer.“ – Da bekommt das Lied von Xavier Neidoo eine ganz andere Bedeutung (ich muss gerade irgendwie lachen).
Herrliche Weitsicht auf dem Weg zum Dreiländereck-Grenzstein.
Drei Seiten hat der Grenzstein – Deutschland, Österreich und Tschechien
Chriss wäre am liebsten sitzen geblieben. Wenn er gewusst hätte, was für ein Abstieg folgt, hätte er das wahrscheinlich auch gemacht.
Nicht nur tote Bäume, sondern auch Blumen.
Die Wege sind genauso wechselhaft, wie das Wetter.
Füße kühlen im „Moorbad“.

Tag 2 (13.07.2019) – Von Pod Plešným jezerem nach Frauenberg

Die Nacht war extrem kurz, was aber defnitiv nicht an meiner neuen Nordisk Grip 3.8 Isomatte lag. Zwei heftige Gewitter mit starkem Regen haben uns den Schlaf geraubt und…? …und unser Zelt etwas durchnässt. Wir waren am Abend zu faul, das Zelt komplett abzuspannen – obwohl Regen angesagt war. Die eigene Faulheit (wir haben aus unserem Fehler gelernt) hat dazu geführt, dass das Außenzelt auf das Innenzelt drückte, was die Feuchtigkeit schön (schön wars natürlich nicht, also Ironie aus) ins Innere geleitet hat. Es war ziemlich feucht, genau genommen nass.

Wir krabbelten aus dem Zelt und machten uns erst einmal ans Frühstück. Es sollten Rühreier werden. Dafür hatte ich extra Volleipulver bestellt. Tja, beim „sollten es werden“ ist es geblieben. Das Pulver löste sich im kalten Wasser schlecht auf und als wir es erhitzten, brannte das Pulver-Wasser-Gemisch sofort an. Noch dazu wollte es ohne Hitze nicht fest werden, sodass es nicht im Geringsten die Konsistenz von Rührei erreichte. Geschmacklich soll es laut Chriss okay gewesen sein, aber Rührei in Trinkform war nichts für mich – schon gar nicht am Morgen. So gab es für mich dann später ein paar Müsliriegel.

Der Versuch, ein gelungenes Frühstück zuzubereiten…
…hat nicht so ganz geklappt.
Vielleicht würde es mit einer Pfanne besser gehen – für den Topf scheint das Eipulver wohl ungeeignet zu sein.
Beim nächsten Mal teste ich das Milchpulver und dann gibts hoffentlich Müsli zum Frühstück.

Nach dem missglückten Versuch eines gelungenen Frühstücks packten wir zuerst unsere Rucksäcke. Anschließend kam das klitschnasse Zelt dran. Ich hasse es Zelte einzupacken, aber noch viel mehr hasse ich es, ein nasses Zelt einzupacken.

Eingemummelt in unsere Regenkleidung ging es los. Wir hatten beide keine Lust den gleichen steilen und steinigen Weg zurück zugehen, weshalb wir Richtung Nové Údolí gestartet sind. (Hätten wir eine weitere Nacht im Nationalpark verbracht, wäre das unser zweiter Zeltplatz gewesen).

„Es regnet, es regnet, es regnet seinen Lauf. Und wenns genug geregnet hat, dann hörts auch wieder auf!“ (Kinderlied)
Aber wer entscheidet, wann es genug geregnet hat?

Der Weg führt anfangs über eine Teerstraße, was aber gar nicht so schlecht war. So kamen wir schneller voran als am Vortag – und außerdem wurden wir (zumindest von unten) nicht so nass. Sehr zu Freyas Freude war der kleine Bach, welcher unseren Weg ein gutes Stück begleitete, gut mit Wasser gefüllt. Mit ein Grund, warum wir mehr Kilometer in weniger Zeit geschafft hatten, sind die moderaten Höhenmeter. Man läuft zwar immer leicht bergauf, aber das merkt man kaum – hier konnte auch Chriss etwas „beflügelter“ laufen. Allerdings war sein Ansporn eher das nahende Auto, welches den Heimweg versprach (grins).

Auch einer unserer Rastplätze. Es gibt auch eine Hütte, wo man sich zumindest unter das Dach setzen kann.
Durch den Regen entstanden an Tag 2 nur wenig Bilder.

Bis zum Rosenauer Denkmal wechselt der Weg zwischen Teer und Schotter und führt größtenteils entlang des Schwarzenberg Kanals. Dieser ist allerdings, trotz Regen, nicht immer gefüllt. Obwohl das Wetter um einiges schlechter ist als am Tag zuvor, sind deutlich mehr Leute unterwegs. Radfahrer, Wanderer, Spaziergänger – heute ist einiges los. Zuvor hatten wir lediglich am Hochstein, am Dreisessel und auf dem Weg zum Plöckstein andere Personen getroffen (ausgenommen das zweite Zelt am Zeltplatz).

Am Rosenauer Denkmal.
Trotz nasser Bänke machten wir hier eine kleine Pause.

Die Landschaft im Narodni park Sumava ist, meiner Meinung nach, einzigartig. Man wandert durch abwechslungsreiche Wälder. Mal sind es Buchen, im nächsten Moment Fichten. Die Spuren des Borkenkäfers sind hauptsächlich nur in der 1. Zone des Nationalparks zu sehen. Wobei sich auch hier der Wald, etwa 20 Jahre nach der „Verwüstung durch den Forstschädling“, wieder erholt. In der 1. Zone gilt absolutes Wegegebot, d. h. die Wege dürfen nicht verlassen werden; außerdem ist in dieser Zone das menschliche Eingreifen nahezu ausnahmslos verboten und es besteht im gesamten Nationalparkgebiet Leinenpflicht!

Vom Rosenauer Denkmal geht der Weg in einen schmalen Waldpfad über. Wir wandern ein kurzes Stück den Grenzsteig (Grenzgänger zwischen Deutschland und Tschechien) entlang, bis wir links auf einen Schotterweg abbiegen. Ein bisschen erinnert der Grenzsteig an die verwucherte Rückegasse (diese Wege scheinen wirklich nicht oft begangen zu werden), aber es handelt sich um einen offiziellen Wanderweg.

Als wir die Fahrstraße zum Dreisessel erreichten, war für Chriss die Tour geschafft. Ich ging die restlichen knappen 5 Kilometer allein bis zum Auto und holte die beiden ab. Da ich ohne Freya schneller vorankomme, habe ich sie bei Chriss gelassen.

Auf den letzten Kilometern kam ich (allerdings unfreiwillig, da meine Internetverbindung noch nicht wieder so wollte wie ich und ich deshalb einen Umweg gelaufen bin) bei der Kreuzbachklause vorbei. Weil ich aufgrund des nächsten anstehenden Regenschauers unter Zeitdruck stand, war für ein Foto keine Zeit – sorry, wird irgendwann nachgeholt.

Anschließend war nochmals ein kurzer aber knackiger Anstieg durch hohes Gras zu bewältigen, nur damit ich dann wieder die (jetzt noch nassere) Rückegasse hinunterlaufen konnte (Augenroll und Jaaaa, da war ich tatsächlich leicht genervt). Allerdings war ich schlau genug, einmal nicht auf Komoot zu hören, sondern meinen eigenen Weg zu wählen und habe mir zumindest dazwischen einen „Kampf“ mitten durch den Wald erspart (manchmal muss man auch einfach auf seine weibliche Intuition hören).

Der Weg war mir dann doch lieber, als wieder mitten durch den Wald.

Knapp 7 Stunden nach unserem Aufbruch am Morgen, erreichte ich gegen 15:30 Uhr das Auto und „düste“ los, um meine zwei müden Krieger am Straßenrand einzusammeln.

Chriss hatte für Freya einen „Unterstand“ gebastelt, damit sie nicht nass wird und nicht friert (total süß, findet ihr nicht auch?).

Freya blieb dankbar darunter liegen, auch wenn ihr Blick eher genervt aussieht.

Tag 2:

bis zur Straße Richtung Dreisessel => 16,4 Kilometer, 210 Meter bergauf – 230 Meter bergab, 3:40 Stunden reine Gehzeit; dazu noch rund 5 Kilometer und 1 Stunde bis zum Auto zurück

Daten aus Komoot

Und wie war die Tour jetzt sonst so?

EMPFEHLUNGEN UND FAZIT:

Ich fange Mal mit den positiven Eindrücken an:

  • Der Ausblick vom Hochstein ist einfach nur grandios
  • Das Essen beim Berggasthof Dreisessel ist sehr lecker und auch günstig, außerdem sind die Bedienungen sehr nett => eine Einkehr kann ich wirklich empfehlen
  • Wer den Anblick von „unberührter“ Natur liebt, der kommt bei dieser Tour „voll und ganz auf seine Kosten“
  • Das Steinerne Meer ist ein absolutes Highlight für jeden, der Blockhalden liebt (ich mag sie ja besonders gern, seitdem ich auf dem Plattengipfel im Fichtelgebirge war)
  • Dreiländereck: Die „Ecke“ bei der sich drei Ländergrenzen treffen => muss ich mehr dazu sagen? – Ich denke nicht
  • Der Zeltplatz Pod Plesnym jezerem => obwohl der Platz etwas klein gehalten ist, ist er toll. Quasi mitten im Wald, was für Naturfreaks wie mich ein absoluter Traum ist
  • Auch wenn Chriss die Wege zu anspruchsvoll fand, so waren die Pfade für Freya und mich super zu laufen (wir sind diese Art Weg aber auch schon vom Fichtelgebirge gewohnt)
Ich liebe diese Landschaft.
Junge Bäumchen kommen nach.

Und was war jetzt nicht so toll?

Einstimmig haben wir beschlossen, dass es nichts gab, was nicht toll war… Okay, die 100.000 Mücken am Zeltplatz waren dann doch nicht so toll.

Ich werde auf jeden Fall noch den kompletten Nationalpark Sumava durchwandern. Zwar nicht mehr in diesem Jahr, aber im nächsten. Ein paar Tagestouren wird es auch noch im Dreiländereck geben. Die Landschaft ist ein Traum und ich bin immer noch total „geflasht“. Natürlich erhoffe ich mir dann auch, ein paar „wilde“ Tiere zu Gesicht zu bekommen, diesmal waren nämlich die Mücken die einzigen, die wir auf unserer Tour gesehen haben. Chriss wird uns vermutlich, zumindest bei solchen Touren, nicht mehr so schnell begleiten.

Chriss an der Grenze Deutschland – Tschechien
Hinter mir liegt der Nationalpark Sumava.
„Hintem Horizont gleich rechts?“ – nicht ganz. Aber hinter dem nächsten Hügel befindet sich bald der Berggasthof Dreisessel.
Bald ist der Aufstieg geschafft.
Wald, soweit das Auge reicht.
Zugegeben, bei 30 Grad wäre es hier ziemlich warm geworden.
Wälzen muss sein.
Rückblick zum Hochstein.
Der Weg zum Hochstein.
Ein Nachbar von Hochstein und Dreisessel.
Und noch einer.
Aber auch sowas findet man auf der Tour. Außerhalb der 1. Zone wird dennoch mit Harvestern gearbeitet…

Ich hatte dieses Mal einiges an „Zeug“ aussortiert, was ich bei der letzten Tour sowieso nicht gebraucht hatte oder was wettertechnisch sinnfrei erschien: kein Inlett für den Schlafsack, kein Sitzkissen, keine Schleppleine, keine kurze Hose. Wäre das Zelt noch dazu gekommen (das hatte jedoch Chriss am Rucksack) wäre mein Rucksack immer noch unter 15 Kg gewesen. Ich bin nämlich mit 12,9 Kg gestartet (nicht schlecht, oder?). Chriss sein Gepäck brachte 16,8 Kg auf die Waage, davon waren aber fast 3 Kg Getränke. Wir hatten Essen und Kleidung für 3 Tage dabei, falls das Wetter besser gewesen wäre, wären wir noch eine Nacht auf dem Zeltplatz bei Nove Udoli geblieben.

Apropos! Dank meinen neuen Schuhen (ich hatte mich ja trotzdem wieder für meine Lowa Renegade entschieden) gab es weder eine Blase, noch einen schmerzenden Knöchel, was die Tour gleich noch angenehmer machte. Manchmal hilft es eben schon, das ausgelatschte Paar einfach nur durch ein neues Paar zu ersetzen (freu).

Mal sehen, wo uns die nächste Tour hinführt. Wer war denn auch schon im Nationalpark Sumava oder im Grenzgebiet D, A, CZ unterwegs? Wie hat es euch gefallen? Schreibt doch einfach einen Kommentar – ich würde mich freuen.

Wanderung zu den Rißlochfällen

„Bei der Hitze gehst du wandern? Bist du verrückt?“

Mit solchen oder ähnlichen Worten werde ich konfrontiert, wenn ich sage, dass ich morgen wandern gehe… Und ja, ich gehe dann wirklich wandern, denn für genau solche Tage habe ich

„Coole“ Touren für heiße Tage!“

Die Wanderung zu den Rißlochfällen – auch Riesloch oder Rießloch – führt uns nach Bodenmais im Bayerischen Wald und ist besonders für heiße Tage geeignet.

Soviel schon Mal vorweg: Der Weg geht durch schattige Wälder und zahlreiche Bademöglichkeiten für die Fellnasen bieten die nötige Abkühlung. Bei solch einer Hitze genau die richtige Tour.

Infos zur Tour:

  • Gesamtlänge: 6,04 km
  • Höhenmeter: 320
  • Besonderheiten/Schwierigkeiten: gutes Schuhwerk und Trittsicherheit von Vorteil (es waren tatsächlich auch welche mit Flip-Flops unterwegs – ich hätte aber nicht tauschen wollen); Wasser für die Vierbeiner gibt es genug, jedoch ist ein kurzes Teilstück nicht direkt am Bach; schöne Wasserfälle; überwiegend schattig; Tour kann verlängert werden (kleiner Arber, großer Arber, Chamer Hütte), Naturschutzgebiet (Leine nicht vergessen); auf der direkten Route gibt es keine Einkehrmöglichkeit, nicht Kinderwagengeeignet
  • Start: kostenloser Wanderparkplatz Rißlochfälle, Rißlochweg (die vorherigen Parkplätze sind teils gebührenpflichtig)
  • Koordinaten: Geographisch: 49.0800636, 13.1101612
  • Ziel: = Start

(Daten stammen aus der Komoot App)

Nachdem ich bei der Parkplatzsuche zuerst dachte, ich sei falsch (es geht nämlich an allen Häusern vorbei in Richtung Wald), entdeckte ich dann doch den Parkplatz. Bereits hier fließt der Riesbach entlang.

Also schnell die Schuhe geschnürt, den Rucksack geschultert und schon gehts los.

Hinweisschild am Parkplatz.

Der Wegverlauf

Wir starten am Parkplatz und folgen einer geschotterten Forststraße leicht bergauf. Der Riesbach fließt zu unserer Linken, ist aber aufgrund eines Hangs nicht wirklich zu erreichen. Das ändert sich aber nach knapp 500 Meter.

Hier geht es noch nicht ins kühle Nass. Aber gleich.

Ein Hinweisschild weist den Weg. Links geht es über den Steinigen Weg weiter am Bach entlang, „klingt gut, den nehmen wir“. Der rechte Weg wird unser Rückweg.

Wegweiser an der Gabelung. Wir gehen links weiter.

Nach kurzer Zeit merken wir, wieso der Weg „Steiniger Weg“ genannt wird. Es wird richtig felsig, aber Freya nimmt gleich ihr erstes Bad, denn hier kommt man gut ins Wasser.

Gutes Schuhwerk und Trittsicherheit sind hier von Vorteil.
Endlich kommt man ins Wasser.

Nach einer kurzen Erfrischungspause geht es weiter. Schließlich warten noch ein paar Kilometer auf uns. 1,3 Km nach dem Start am Parkplatz erreichen wir den ersten Wasserfall an der Unteren Wasserstube. Er ist wunderschön und eine Bank bietet sich für eine Rast an (Bänke gibts auf der Route immer wieder).

Der Wasserfall bei der Unteren Wasserstube.

Vom unteren Wasserfall geht es weiter über einen steilen Anstieg durch die Rieslochschlucht. Der Anstieg bietet einem eine super Aussicht auf den Wasserfall. Von oben sieht er fast noch imposanter aus.

Die schöne Schlucht lassen wir hinter uns und folgen weiter dem steinigen Pfad. Obwohl hier Personen mit Sandalen und Flip-Flops unterwegs waren, würde ich dies niemandem raten. Ich war sehr glücklich darüber, dass ich mich für meine festen und wasserdichten Wanderschuhe entschieden habe.

Der Weg wird etwas gerader und wir überqueren eine kleine Brücke. Badezeit!!! Hier kommt man wieder super ans Wasser.

Nachdem wir die Brücke überquert haben (1,6 km) und Freya ein Bad genommen hat, gehen wir ein kurzes Stück rechts vom Bach weiter und kommen zu einer weiteren Abzweigung. Hier biegen wir links ab.

Der Weg wird wieder etwas felsiger und…

…nasser. Ein richtiger kleiner Bach fließt uns entgegen. Der Schwellbach ist es aber nicht. Dieser ist nämlich rechts von uns. Freya genießt es, mit den Pfoten im Wasser zu tapsen und meine neuen Schuhe werden gleich mal auf ihre Dichtigkeit geprüft.

Ein kleiner Bach fließt direkt über den Weg.
Links im Bild der Schwellbach, rechts der etwas nasse Weg.

Nun verlassen wir den Waldpfad (bis hier sind es 3 Km) und kommen auf eine geschotterte Forststraße. Wir halten uns rechts und folgen ein Stück der Arberhochstraße. Aufgrund des breiten Wegs ist es hier nicht schattig.

Die 500 Meter in der Sonne sind schnell geschafft und beim Unterstand des Arberbachs legen wir eine kleine Pause sein. Hier können die Vierbeiner wieder gut ans/ins Wasser.

Der Wegweiser führt uns wieder in den Wald. Ist das angenehm. Rechts der Bach und schattenspendende Bäume. Herrlich. Aber auch wieder ein felsiger Weg – also nichts für einen „normalen“ Kinderwagen. Wer hier gehen möchte, sollte einen geländegängigen Kinderwagen haben oder eine Kraxe nehmen.

Wenn ihr VOR diesem Schild steht, dann müsst ihr links. Kommt ihr vom Waldpfad hoch, dann rechts.
Kurz nach dem Unterstand geht es rechts in den Wald.
Auch der Rückweg ist ziemlich steinig.

Nachdem der Weg fast wie eine Acht verläuft, kommen wir wieder an der Brücke vorbei. Wir bleiben aber auf dieser Seite und laufen weiter bergab. Natürlich gibts erst wieder eine Badepause.

Hier kommen wir an einen weiteren großen Wasserfall, den Rieslochwasserfall. Er stürzt sich, meiner Meinung nach, fast noch imposanter in die Tiefe.

Der Rieslochwasserfall. Nicht so hoch wie der Wasserfall an der Unteren Stube, aber den Verlauf finde ich fast noch schöner.

Vorbei an ein paar großen Felsen kommen wir wieder an der Weggabelung an (nun seid ihr schon 5,5 Km gegangen), wo wir am Anfang der Tour links den Steinigen Weg genommen haben. Die letzten Meter bis zum Parkplatz verlaufen auf der selben Forststraße wie die ersten Meter.

Die Wege sind gut beschildert und man kann sich eigentlich nicht verlaufen. Wer eine größere Tour machen möchte, kann weiter zum Kleinen/Großen Arber oder dem Kleinen Arbersee gehen, aber für heiße Tage empfehle ich die kurze Tour mit 6 Kilometer.

Eine super Tour für heiße Tage, die ich auf jeden Fall empfehlen kann.

Wasser und Wald – was will man an heißen Tagen mehr?
Auch kleine Wasserfälle begleiten uns.
Ein abenteuerlicher Weg – gute Schuhe sind empfehlenswert. Dennoch fühlt man sich wie in einer Oase.
Füße kühlen im Bach.
Nun ja, das mit dem „in die Kamera schauen“ müssen wir noch etwas üben.

Obwohl wir die Wanderung unter der Woche gemacht haben, war verhältnismäßig viel los. Ich denke, dass die Rieslochfälle am Wochenende sehr gut besucht sind.

Wart ihr auch schon bei den Rieslochfällen? Wie hat es euch gefallen?

Der „Jägersteig“ bei Dollnstein

Eine Tour im Naturwaldreservat Beixenhart. Für abenteuerlustige und trittsichere Wanderer!

Für alpines Feeling und Action ist gesorgt.

Für mich ist der Jägersteig bei Dollnstein eine besondere Tour. Ich bin ein absoluter Fan von ansprungsvollen Wanderungen und der Jägersteig lässt mein „Kraxler-Herz“ höher schlagen.

Infos zur Tour:

  • Gesamtlänge: 6,15 km
  • Höhenmeter: 110
  • Besonderheiten/Schwierigkeiten: es gibt auf dem gesamten Jägersteig kein Wasser – man sollte also ausreichend zu trinken mitnehmen (auch für den Hund), Rundtour, Vorsicht bei Nässe – dann lieber nicht gehen, nicht geeignet für kleine Kinder, Trittsicherheit erforderlich, keine Einkehrmöglichkeit, eine Leiter – diese ist aber ziemlich flach (kleine Hunde können getragen werden, große Hunde am besten unterstützen)
  • Start: Parkplatz am Groppenhofer Weiher, von Dollnstein Richtung Ried auf der linken Seite
  • Koordinaten: Geographisch: 48.855047, 11.078646
  • Ziel: = Start

(Daten stammen aus der Komoot-App).

Die Tour beginnt am „Parkplatz Groppenhofer Weiher“, auch bekannt als „Rieder Weiher“ oder als „Wanderparkplatz Jägersteig“ – Achtung, im Weiher, am Spielplatz und auf der Liegewiese beim Weiher sind keine Hunde erlaubt!

Wir überqueren die Straße und noch einen Radweg (Vorsicht!) und halten uns geradeaus. Zuerst geht es ein kurzes Stück die Forststraße entlang, bis wir nach knapp 400 Meter rechts in den Jägersteig einsteigen. Beim ersten Mal, als ich den Jägersteig gegangen bin, hatten wir den Einstieg übersehen und sind dann erst im Zwischeneinstieg nach oben. Diesmal war er besser zu erkennen.

Eine Tafel markiert den Einstieg in den Jägersteig.

Der Jägersteig ist mit seinen 110 Höhenmetern eher unspektakulär – denkt man, aber es gibt kurze und knackige Anstiege, welche teilweise vollen Körpereinsatz erfordern.

Der Einstieg verläuft allerdings gemäßigt und erinnert eher an einen Spaziergang.

Man läuft auf einem schmalen Pfad durch den Buchenwald – die Steigung ist mäßig. Immer wieder ragen Felsen aus dem Waldboden heraus. Genau mein Geschmack.

Felsen wechseln sich mit Buchen ab.

Wir trotten den Pfad entlang und gelangen nach dem ersten Kilometer zu der ersten „Hürde“. Jetzt bin ich gespannt – Freya kennt noch keine Leitern. Während sie mit Gittertreppen kein Problem hat, war das neu. Aber auch diese Hürde meisterte sie souverän.

Leiter am Jägersteig.

Die Leiter ist geschafft. Nach ein paar Metern kann man hier den Abstieg vom Jägersteig antreten. Der einzige Zwischenausstieg, bevor man den ganzen Weg laufen muss.

Die Hinweisschilder für den Zwischenabstieg kann man eigentlich nicht übersehen.

Wir bleiben aber auf dem Steig und nun geht es doch etwas weiter nach oben. Aber der Anstieg ist halb so wild und erfordert noch keinen vollen Einsatz. Zuerst rechts hoch, dann links – schon sind wir oben und folgen weiterhin dem schmalen Weg durch den (teils sehr lichten) Wald.

Ab jetzt wird der Weg etwas schwieriger. Es folgen Passagen, die vollen Körpereinsatz fordern. Mit Hilfe von Händen, Füßen und Drahtseilen kommt aber jede Stelle gut hinauf oder herunter.

Freya geht es viel zu langsam, sie wartet aber geduldig, bis ihr Herrchen unten ist.
Und wieder muss sie warten… Was die sich wohl denkt?!
Zugegeben, ohne Freya an der Leine war es einfacher, dort runter zu kommen.
Und hier ist dann auch noch eine von mehreren seilgesicherten Passagen…

Nach der ganzen Kletterei erreichen wir das Felsentor Beixenhart (bei Kilometer 3,3 vom Start). Pause ist angesagt und so gibt es hier für alle eine Brotzeit. Doch es ist ziemlich „zugig“ hier, was uns nach dem kurzen Aufenthalt zum Weiterlaufen bewegt.

Freya und ich vor dem Felsentor Beixenhart.

Nach einem kurzen Abstieg geht es dann zurück auf den Forstweg. Ich sags euch, es ist beinahe schon angenehm, wieder „normalen“ Boden unter den Füßen zu haben…

Nun geht es die letzten 3 km ziemlich gemütlich zurück zum Auto.

Schöne Ausblicke hat man am Jägersteig immer wieder mal.
Freya ist da schon etwas flotter unten.
Arme Freya. Sie muss immer warten – ob es hoch oder runter geht.
Der Weg ist nicht sehr breit, dennoch kann man Personen und anderen Hunden gut ausweichen.
Geschafft! Der Rückweg verläuft gemäßigt auf einem ebenen Forstweg.

Wer dem Pfad folgt, der kann sich nicht verlaufen. Da es nicht viele Möglichkeiten gibt um abzubiegen, bedarf es bei dieser Route keine großen Wegbeschreibungen.

Die Tour ist zwar für unsere Verhältnisse mit 6 km nicht lange, aber aufgrund der kleinen Klettereinlagen doch ziemlich anstrengend. Spaß macht die Runde trotzdem und ich kann sie jedem empfehlen, der gerne etwas mehr Abenteuer bei seinen Routen hat.

Wart ihr auch schon auf dem Jägersteig bei Dollnstein? Wie hat es euch gefallen?

See, Höhle, Gipfel – eine Rundwanderung im Fichtelgebirge

Hinweis: beitrag enthält unbezahlte werbung

Während meiner digitalen Streifzüge durch verschiedene Wandergebiete stieß ich auf eine Tour im Fichtelgebirge. Die Bezeichnung lautet dort ein wenig anders, aber ich nenne die Tour „See, Höhle, Gipfel – eine Tageswanderung im Fichtelgebirge“.

Die „See, Höhle, Gipfel – Tageswanderung im Fichtelgebirge“ ist eine sehr abenteuerliche Tour – nicht nur für uns, sondern auch für unsere Vierbeiner. Ein grandioser Ausblick, bizarre Felsformationen, Seen und kleine Bäche warten auf euch. (Diese Tour war eine unserer Teststrecken für unsere 12-Gipfel-Tour im Fichtelgebirge. Mehr dazu findet ihr hier).

Wenig abenteuerlich verlief die Anreise (was nicht heißen soll, dass das schlecht ist). Der Wanderparkplatz Seehaus ist leicht zu finden. Von Bischofsgrün kommend, liegt er auf der linken Straßenseite an der B303, kurz nach dem Abzweig Richtung Fichtelberg.

Das Wetter meinte es gut mit uns – zumindest kein Regen und auch nicht ganz so heiß.

Infos zur Tour:

  • Gesamtlänge: 18,1 km
  • Höhenmeter: 430
  • Besonderheiten/Schwierigkeiten: steile Treppen in der Höhle, beim Durchqueren der Höhle ziemlich eng – ein großer sperriger Rucksack muss vom Rücken genommen und anderweitig nach oben transportiert werden (ich habe ihn vorn getragen), nicht Kinderwagen-tauglich, Gittertreppen auf den Prinzenfelsen, Rundtour, Einkehr im Seehaus, Silberhaus oder am Fichtelsee möglich (Öffnungszeiten unbedingt vorher erfragen)
  • Start: Wanderparkplatz Seehaus
  • Koordinaten: Geographisch: 50.027711, 11.857623
  • UTM: 32U 704665 5545625
  • Ziel = Start

(Daten aufgezeichnet mit Komoot.)

Jetzt aber los!

Wir starten und überqueren die B303. Dank der Fußgängerampel ist das auch kein großes Problem. Hier geht es auf einem breiten, aber schönen Weg in Richtung Fichtelsee.

Der Fichtelsee.

Am See biegen wir links ab und gehen kurz über einen Holzbohlenweg. Wir folgen ein Stück dem Ufer des Fichtelsees, bis wir nach 1,3 km wieder links dem Weg folgen. Hier findet sich ein Hinweis (Naturwaldreservat Fichtelseemoor), dass es sich um ein Gebiet handelt, in welchem sich die Natur (weitestgehend) selbst überlassen ist – das gefällt mir gut, denn es gibt nur noch wenige Landschaftsbereiche, in denen dies zugelassen wird.

Nach 500 Meter kommen wir an eine Kreuzung, bei welcher wir geradeaus weiterlaufen. Von einem kleinen Waldpfad geht es nun auf einem Schotterweg weiter.

Es geht ein Stück parallel zur B303. Die bekommt man aber kaum mit – der Wald dämpft jeglichen Straßenlärm. Wir bleiben auf dem Hauptweg, überqueren die Straße nach Fichtelberg und folgen dem Weg weiter. Wir erreichen nach etwa 5,5 km den Neuweiher. „Endlich Abkühlung“, denkt sich Freya und nimmt erst einmal ein Bad im See. Der Picknick-Platz lädt für eine Pause ein und die gönnen wir uns auch – kurz zumindest, denn es warten noch einige Kilometer auf uns.

Picknick-Platz am Neuweiher.

Vom Neuweiher folgen wir dem Weg rechts und kommen zur Straße Richtung Nagel. Diese überqueren wir wieder und es geht auf einem Waldweg weiter. Anfangs folgen wir ihm Richtung Nagler See, halten uns dann aber links. Nach ca. 10 km erreichen wir die Abzweigung zur Girgelhöhle. (Hinweis: die Höhle kann auch umgangen werden, wenn man dem Weg geradeaus folgt. Der Abstecher zur Höhle lohnt sich aber auf jeden Fall – vor allem wenn man mit Kindern wandert.)

Die Geschichte zur Gigelhöhle fasziniert mich immer noch – welch ein Gefühl muss dieser Mensch gehabt haben, während er dort gewohnt hat?

Zuerst hab ich mich durch den engen Eingang in die Höhle gequetscht. „Sieht ganz nett aus und wo geht es dahin? Komme ich von hier vielleicht wieder raus?“, dachte ich mir. Satz mit X – war wohl nix. Hier ist kein Durchkommen… „Aber irgendwie muss ich doch zu dem Felsenlabyrinth kommen„… Freya steht schon wieder richtig. Wie macht dieser Hund das? Immer, wenn ich erst überlegen und schauen muss, weiß sie schon, wo der richtige Weg weitergeht.

Als hätte sie den weißen Pfeil gesehen – Freya kennt schon den richtigen Weg.

Nachdem ich 14 kg Gepäck auf dem Rücken hatte (es sollte ja als Teststrecke so realistisch wie möglich sein) ließ ich den Rucksack vorerst stehen und begutachtete die Situation… welche sich schnell als ziemliche Quälerei herausstellte. „Wie soll ich mit meinem Rucksack durch dieses enge Loch passen?“ Als erstes brachte ich Freya und die Kamera nach oben.

Die Treppen durch die Girgelhöhle nach oben. Steil, schmal und überhaupt ist da alles ziemlich eng.

Dann ging es wieder die Treppen nach unten. Den Rucksack nahm ich vor den Bauch. „So sollte es klappen“ und so hat es auch geklappt. Der abenteuerlichste Teil ist mit der Kraxelei durch die Girgelhöhle „erledigt“.

Ein kleines Felsenlabyrinth oberhalb der Girgelhöhle.

Wir durchqueren das Felsenlabyrinth und folgen dem Pfad wieder auf einen breiten Weg. „Eine Bank“ dachte sich Freya und steuerte sofort darauf zu. Nach einer kurzen Pause bei der Bank unter einem schattenspenden Baum ging es – vom vorherigen Weg kommend – zuerst geradeaus und dann links, weiter zum Prinzenfelsen. Nach kurzem Genuss der schönen Aussicht geht es weiter.

Gittertreppen am Prinzenfelsen.
Gittertreppen. Für Freya kein Problem.
Aussicht vom Prinzenfelsen.

Wir machen uns auf den Weg zum Silberhaus. Hier kann man einkehren und sich eine Pause gönnen. Infos zu den Öffnungszeiten findet ihr unter https://www.silberhaus-fichtelgebirge.de/.

Der Weg zum Silberhaus.

Wir stehen wieder vor der B303 und müssen auf die andere Straßenseite. Dank einem Tunnel für Fußgänger und Radfahrer haben wir dies gefahrlos geschafft. Nun kommt der Anstieg zum Plattengipfel. Schilder deuten auf ein Wildschutzgebiet hin und verweisen auf das Wegegebot und Leinenpflicht für Hunde, ansonsten drohe ein Bußgeld. Kein Problem für uns, läuft Freya bei Wanderungen sowieso ausschließlich an der Leine.

Über Pfade geht es den Berg hinauf. Zuerst treffen wir auf die letzten Reste des „Alten Silberhaus“. Hier gibt es wieder einen Picknick-Platz samt Bänken und Tisch. Aber ich habe jetzt keine Lust auf eine Pause und so geht es links daran vorbei und weiter auf dem Weg zum Gipfel.

Auf dem Weg zum Plattengipfel.

Stetig bergauf kommen wir zum Plattensteig und folgen hier dem Weg nach rechts Richtung Platte. Ein wunderschönes Blockmeer liegt vor uns und die Aussicht von hier ist ebenfalls „nicht von schlechten Eltern“.

Aussicht von der Platte.
Das Blockmeer.

Nach einer aussichtsreichen Pause auf der Platte geht es links zum Abstieg.

Abstieg von der Platte in Richtung Seehaus.

Den Aufstieg zum Seehaus sparen wir uns – es im Moment sowieso vorübergehend geschlossen! Infos siehe hier und so ignorierten wir die Wegweiser und folgten dem Schotterweg geradeaus.

Nach 17,3 km biegen wir an der Kreuzung links ab und kommen 800 Meter später am Ziel = Startpunkt wieder an.

Insgesamt waren wir also 18,1 km unterwegs. Dafür haben wir knapp 6 Stunden gebraucht, wovon 4 Stunden reine Gehzeit waren.

Blick vom Holzsteg auf den Fichtelsee.

Das Fichtelgebirge zählt mittlerweile zu meinen „Lieblings-Wanderregionen“. Wie sieht es bei euch aus, wo geht ihr gerne wandern?

12-Gipfel-Tour im Fichtelgebirge

HINWEIS: BEITRAG ENTHÄLT UNBEZAHLTE WERBUNG

3 Tage, 12 Gipfel, 60 km und 1770 Höhenmeter – zu Fuß…

…und dann kam es, wie es kommen musste…

Start unserer Tour: Der Parkplatz des Felsenlabyrinths Luisenburg.
Unsere ersten Schritte auf unserer 12-Gipfel-Tour im Fichtelgebirge.

Unterwegs im Fichtelgebirge – mit Hund, Rucksack und Zelt!

Schon etwas länger träumte ich davon… Die 12-Gipfel-Tour im Fichtelgebirge. Ich stöbere ja immer wieder auf verschiedenen Outdorr-Seiten und suche nach neuen Routen. Dabei lege ich mich nur ungern auf eine bestimmte Länge oder Zeit fest. Und so stieß ich auf der Seite des Deutschen Alpenvereins auf die 12-Gipfel-Tour. Der DAV berichtet auf seiner Seite von der Route – „klingt nach einem Abenteuer„, dachte ich mir. Bis ich gelesen habe, dass die Herrschaften die Tour an einem Tag gelaufen sind…

An einem Tag? Das ist verrückt„, sagte ich leise zu mir selbst. Das würde weder Freya, noch ich schaffen. Aber die Tour ging mir nicht mehr aus dem Kopf und ich tüfftelte an einer anderen Lösung…

Die Planung

Dass wir die 12 Gipfel nicht an einem Tag schaffen würde, war ja klar. Aber ich wollte die Tour unbedingt machen. Das Fichtelgebirge hat es mir schon länger „angetan“, obwohl ich immer der Meinung war, an die Alpen kommt nichts dran. Ja, Meinungen ändern sich…

Ich tüftelte an der Routenplanung. Zuerst wollte ich die selbe Strecke gehen, wie vom DAV beschrieben. Da allerdings das Wetter anders plante als ich, habe ich die Tour umgekehrt. Was erfreulicherweise dazu führte, dass steile Aufstiege jetzt zu Abstiegen wurden. Yippie! Für die Planung der einzelnen Touren habe ich Komoot verwendet.

Das Abenteuer „12-Gipfel-Tour im Fichtelgebirge“ soll 3 Tage dauern. Wildcampen ist in Deutschland verboten und da wir uns (fast) ausschließlich in Schutzgebieten (Naturschutzgebiet, Landschaftsschutzgebiet etc.) aufhalten werden, plante ich die 2 Nächte auf Campingplätzen zu verbringen.

Unser Zelt haben wir für die erste Nacht auf dem Campingplatz Fichtelsee aufgeschlagen.

Ich bin kein großer Fan von Zugfahrten, was vermutlich daran liegt, dass ich es schlichtweg schon nicht fertig bringe, an einem Automaten die richtige Fahrkarte zu kaufen. Busfahrten sind mit Hund auch nicht immer problemlos. Deshalb musste auch geplant werden, wie ich vom Ziel wieder zu meinem Auto am Startpunkt kommen sollte.

Hier kommt mein Freund ins Spiel. Er hat sich sofort bereit erklärt, uns am Ende abzuholen und wieder zum Auto zu fahren. Außerdem ist er auch unser „Joker“, falls wir unterwegs Probleme haben sollten.

Vorfreude ist die schönste Freude!

Morgens erst einmal einen Schluck warmen Tee. Dafür braucht es nicht mal viel Ausrüstung.

Zur Planung gehört auch eine Packliste anzufertigen. Da wir schon länger auf keiner Mehr-Tages-Tour mehr waren, musste ich zuerst die Ausrüstung aufstocken. Jede freie Minute wurde genutzt, um Gewichtsangaben, Preise und Bewertungen zu vergleichen. Schließlich wollte ich nicht zu viel Geld ausgeben, aber auch nicht unnötig Gewicht schleppen. Nach etwa zweieinhalb Monaten hatte ich die komplette Ausrüstung zusammen.

Welche Dinge ich auf unserer 12-Gipfel-Tour dabei hatte, könnt ihr euch unter Packliste für unsere 12-Gipfel-Tour im Fichtelgebirge anschauen.

Bei der Packliste ergaben sich, dank der Wettervorhersage, ein paar Änderungen.

Die lange Laufleggings (230 Gramm) wurde durch eine bequemere, leichtere Leggins (120 Gramm) ersetzt. Diese kann ich nachts auch zum Schlafen anziehen. Aufgrund der, vorausgesagten, niedrigen Temperaturen habe ich mich für einen Liner in den Schlafsack entschieden (263 Gramm). Socken und Unterwäsche wurden durch leichtere Kleidung ersetzt (Ersparnis 108 Gramm). Und um noch etwas mehr Platz zu bekommen und weil ich sowieso nur ein bisschen Wasser warm machen werde, hab ich mich für einen kleineren Topf entschieden und den Teller weggelassen (Ersparnis 268 Gramm).

Das Gesamtgewicht des Rucksacks betrug inklusive Essen, Getränke und allem anderen dann 16,3 Kg. Natürlich wurde das Hundefutter und die Kosmetikartikel etwas weniger und der Rucksack somit ein bisschen leichter. Aber nicht wirklich viel.

Die letzten Vorbereitungen

Die letzten Vorbereitungen bestanden daraus:

  • die Touren offline speichern
  • die Campingplätze informieren/buchen
  • den Rucksack packen
  • die letzten benötigten Sachen besorgen
  • sämtliche Akkus aufladen, damit wir mit vollen Akkus starten können

Die Etappen

Die einzelnen Etappen zu planen, war nicht wild. Welche Gipfel bestiegen werden, war ja auf der Seite des DAV zu finden. Ich musste die Reihenfolge nur anders herum planen.

Für die erste Etappe sind der Burgsteinfelsen, Großer Haberstein, die Große Kösseine, Hohe Matze und Platte geplant.

Am zweiten Tag soll es auf den Ochsenkopf, Nußhardt, Schneeberg und zum Rudolfstein gehen.

Tag Nummer 3 bringt uns zum Großen Waldstein, zur Burg Epprechtstein und weiter auf den Großen Kornberg.

Nun, nachdem der Juni einen herrlichen Start in den Sommer versprach und Pfingsten vor der Tür stand, habe ich mich dazu entschlossen, es an jenem Wochenende zu versuchen (08.06.19 – 10.06.19).

Endlich gehts los!

Den Abend davor konnte ich meine Freude kaum noch bändigen. Die Nacht war dementsprechend kurz. Mir gingen noch so viele Dinge durch den Kopf. „Habe ich alles nötige dabei?““Bin ich mir sicher, dass ich das machen will?““Was mache ich, wenn wir die Tour nicht schaffen? Ist das nicht peinlich?“ Egal, ich schob alle Zweifel beiseite und so ging es Samstag, morgens um halb 8, los zum Startpunkt

Die erste Route:
Der Aufstieg zum Burgsteinfelsen.
Ausblick vom Burgsteinfelsen.
Und Freya lässt ihre Blicke in die andere Richtung schweifen…
Wie? Auf dem Burgsteinfelsen gab es nie eine Burg?!

Um halb 10 schnürte ich meine Wanderstiefel, packte den Rucksack auf den Rücken und los gings. Aufgeregt nahm ich die ersten Meter. Vom Parkplatz in Luisenburg (gebührenpflichtig, ich bezahlte für zwei Nächte 6 €) ging es über den Burgsteinfelsen zum Großen Haberstein. Das Wetter war noch nicht so super und die Aussicht dementsprechend etwas getrübt. Aber es war ein herrliches Gefühl, die ersten beiden Gipfel geschafft zu haben. Am Burgsteinfelsen geht es über Gittertreppen nach oben zum Aussichtspunkt. Für Freya kein Problem. Am großen Haberstein steigt man über steile Holztreppen zur Plattform empor. Auch kein Problem. Der Wind war allerdings ziemlich frisch und so ging es schnell wieder hinunter.

Hinauf zur Aussichtsplattform auf dem Großen Haberstein.
Und wieder hinab…

Während wir noch eine kurze Rast am Picknickplatz machten, kamen drei Herren hinzu. Wir unterhielten uns nett und da jene auch auf dem Weg zur Großen Kösseine waren, hatte ich bereits nach wenigen Kilometern meine erste Begleitung auf der Tour. „Super, das ist ja cool. Gleich am Anfang hat man jemanden zum Quatschen“, dachte ich mir. Ich freute mich richtig darüber. Am Kösseinehaus angekommen, nahmen wir zu viert an einem Tisch platz. Essen in Gesellschaft – genau mein Geschmack. Ich entschied mich für ein Kinderschnitzel mit Pommes und ein Cola-Mix-Getränk. Für beides bezahlte ich 8,70 €.

Gar nicht mal so übel… Der Blick vom Aussichtsturm der Großen Kösseine. Und die Sonne ließ sich auch langsam blicken.
Auf dem Weg von der Kösseine zur Hohen Matze gibt es einen kleine Brunnen.

Nach leckerem Essen, guter Gesellschaft und der erfolgreichen Besteigung des Aussichtsturms auf dem Kösseinegipfel, ging es zuerst einmal wieder bergab. Wir ließen die Kösseine hinter uns und machten uns an den Anstieg zur Hohen Matze. Hier steht ein wunderschönes Kreuz am Gipfel und von der Bank aus können wir nochmal unseren vorherigen Gipfel, die Große Kösseine begutachten. „Da waren wir also schon oben? Nicht schlecht.“ Euphorie machte sich breit. Wir hatten mit der Hohen Matze bereits den vierten Gipfel erreicht und einer wartete noch auf uns, bevor wir zu unserem Etappenziel gelangen sollten.

Mit dem Gipfel der Großen Kösseine im Rücken, geht es weiter Richtung Hohe Matze.
Da waren wir schon oben? – Blick vom Picknickplatz an der Hohen Matze zur Großen Kösseine.
Die Stimmung am Gipfelkreuz der Hohen Matze war einfach nur genial.

Von der Hohen Matze ging es weiter auf den Plattengipfel. Mir kam der Weg bekannt vor, aber woher? – Natürlich. Plötzlich stand ich bei der Abzweigung zur Girgelhöhle. Diese ließen wir aber aus. War es doch beim letzten Mal schon eine ziemliche Tortur, diese mit dem schweren Rucksack bei unserer Probetour zu „durchklettern“. Auch den Abstecher zum Prinzenfelsen sparten wir uns. Der Aufstieg zum Plattengipfel fiel mir diesmal ein wenig leichter (wahrscheinlich weil ich wusste, dass er nicht ganz so heftig ist, wie ich beim ersten Mal dachte), Freya jedoch nicht… Sie war müde und hat sich irgendwann einfach hingelegt. Pause war angesagt. Während unserer Pause kam ein Jogger (oder Trailrunner, oder was auch immer) vorbei, welchen wir auf unserer letzten Tour hier schon getroffen haben. Die Welt ist so klein.

Sitzstreik!!! – Nach ein paar Minuten hatte sie wieder genug Energie, für den restlichen Aufstieg.

Irgendwann war Freya bereit, die letzten Meter anzutreten und so erreichten wir unseren fünften Gipfel für heute. Ein tolles Gefühl war das. Das Wetter hatte sich gebessert und bei strahlendem Sonnenschein schweiften unsere Blicke über das Blockmeer des Plattengipfels. Geschafft!!! Jetzt nur noch der Abstieg zu unserem Übernachtungsplatz, dem Campingplatz Fichtelsee. Der Fichtelsee ist ein kleiner, aber sehr schöner Moorsee. Hier gibt es Auerhähne, eine Biberfamilie und allerhand seltene Pflanzen und Tiere. Ein Ort, der zum Verweilen einlädt.

Wir wurden freundlich begrüßt und uns wurde der Platz gezeigt, an welchem wir unser Zelt aufschlagen konnten. Für den Campingplatz am Fichtelsee bezahlte ich für 1 Nacht, 1 Zelt, 1 Person, 1 Hund und WLAN 16,40 €. Duschen inklusive und morgens kommt ein Bäcker, bei welchem es Semmeln und frische Eier zu kaufen gibt. Der Platz war sauber, ebenso die Sanitäranlagen. Es gibt eine Hundedusche und mir machte es wirklich den Eindruck, dass unsere Vierbeiner auf dem Platz Willkommen sind.

Ein schönes Plätzchen am Plattengipfel.
Freya mitten im Blockmeer der Platte. (Titelbild)
Eine traumhafte Aussicht und Granitblöcke ohne Ende – Plattengipfel.
  • Start: Parkplatz Luisenburg
  • Ziel: Campingplatz am Fichtelsee
  • Gipfel: 5 =>Burgstein, Großer Haberstein, Kösseine, Hohe Matze, Platte
  • Kilometer: 19,7
  • Höhenmeter: 730 Bergauf – 640 Bergab
  • Dauer und Gehzeit: wir starteten um 09:30 Uhr und kamen um 18:10 am Campingplatz an, die reine Gehzeit betrug 4 Std. und 49 Min.
Geschafft.
Unser Ziel für die erste Etappe – der Fichtelsee mit Blick auf den Schneeberg.
Das Biber ABC am Fichtelsee.
Die zweite Etappe:

Nach einer kühlen (6 Grad), aber ruhigen Nacht, startete der Tag zuerst mit einer warmen Tasse Tee. Freya bekam ihr Frühstück und ich ging duschen. Anschließend schnell noch das Zelt zusammenpacken und los gings.

Um 04:18 Uhr war die Nacht erst einmal vorbei. Trotzdem sind wir nochmal eingeschlafen und haben uns dann warm gekuschelt.

Die zweite Etappe unserer 12-Gipfel-Tour startete am Campingplatz Fichtelsee. Den See ließen wir aber hinter uns, denn es ging auf den Gipfel des bekannten Ochsenkopf. Oben angekommen, verspürte ich schon ein leichtes Hungergefühl. Ich hatte die Qual der Wahl. Endlich das mitgenommene Essen kochen, oder mir etwas vom Kiosk gönnen?! – Ich entschied mich für die zweite Option. Und so gab es eine Kinder-Currywurst mit Pommes und wieder ein Cola-Mix-Getränk. Für beides bezahlte ich 8,90 €.

Auf dem Weg zum Ochsenkopfgipfel.
Die Naabquelle auf dem Weg zum Ochsenkopf.
Sendemast am Ochsenkopf.

Der Tag war bereits jetzt um einiges wärmer und sonniger, als gestern. So nutzte ich die Gelegenheit und testete das Solarpanel. Während des doch recht kurzen Aufenthalts schaffte es dank praller Sonneneinstrahlung, die Powerbank knapp zur Hälfte zu laden. Das sollte mir noch zugute kommen, wie sich später herausstellte…

Nachdem ich alles wieder im Rucksack verstaut und Freya ihr Nickerchen abgeschlossen hatte, ging es weiter zum Gipfel des Nußhardt. Eigentlich wollte ich Freya nicht wieder den Aufstieg über die Gittertreppen zumuten und hatte ihr ein schattiges Plätzchen direkt unterhalb des Gipfels ausgesucht. Hier trafen wir auf ein Paar, welches wir beim Kösseinehaus schon getroffen haben. Die Welt ist noch viel kleiner (schmunzel).

Freya wollte sich es aber nicht nehmen lassen, ebenfalls den Gipfel des Nußhardts zu besteigen und so packte ich Hund und Rucksack und gemeinsam ging es nach oben. Von hier hat man eine herrliche Sicht auf weite Teile des Naturparks Fichtelgebirge und den Fichtelsee. Aber wir mussten weiter. Es warteten noch einige Kilometer auf uns.

Freya und ich auf dem Gipfel des Nußhardts.
Das Kreuz auf dem Nußhardt ist wirklich niedlich – etwas entfernt ist auch der Fichtelsee zu erkennen.
Die Kuhlen auf dem Nußhardt nutzte Freya gleich als Hundekörbchen.

Den Nußhardt ließen wir hinter uns und über steinige Waldwege geht es weiter zum Schneeberg. Mit seinen 1051 m ist er der höchste Berg im Fichtelgebirge. Man nennt ihn auch „Das Dach Frankens“. Den Aussichtsturm haben wir uns „gespart“. Stattdessen führte ich ein nettes Gespräch mit zwei Mountainbikern. Freya hat währenddessen tief und fest geschlafen. Sie bekam nicht mal mit, als ich den Rucksack wieder auf den Rücken gepackt habe um weiterzulaufen. „Ohweia, das kenne ich gar nicht von ihr“, war mein Gedanke.

Der Aussichtsturm „Backöfele“ am Gipfel des Schneebergs.
Tafel am Schneeberg.

Der letzte Aufstieg war mit dem Schneeberg getan. Von nun an gings bergab. Und zwar nicht nur mit den Höhenmetern…

Mein linker Knöchel hatte bereits beim Aufstieg zum Nußhardt Probleme gemacht. Er schmerzte. Ich dachte mir nichts, schließlich hatte ich diese Schmerzen gestern auch und heute Morgen, nachdem ich die ersten Meter gegangen war, waren sie verschwunden. Aber sie wurden immer schlimmer. Jeder Schritt wurde zur Qual. Bergab noch viel mehr, als bergauf. „Na komm, die paar Kilometer schaffst du auch noch“, redete ich mir ein.

Wir erreichten den Rudolfstein. Unser letzter Gipfel für die heutige Etappe. Aber die Stufen zur Aussichtskanzel schafften wir beide nicht mehr. Wir waren am Ende unserer Kräfte. Freya war nur noch müde und legte sich sofort bei jeder Gelegenheit hin und mein Knöchel schmerzte und schmerzte.

Der Rudolfstein. Unser letzter Gipfel vorerst.
Den Aufstieg zur Aussichtswarte haben wir nicht mehr geschafft – aber beim nächsten Mal klappt es bestimmt.

Hier waren wir also. Gipfel Nr. 9 unserer 12-Gipfel-Tour und vorerst auch der LETZTE. Ich habe hier für uns beschlossen, die Tour abzubrechen. Es hatte keinen Sinn. Der Wetterbericht für Montag versprach nichts Gutes. Regen und Gewitter sollten aufziehen. Freya war am Ende ihrer Kräfte und ich mit meinen Schmerzen… – das wollte ich uns nicht zumuten. Ich sagte Zuhause Bescheid, dass mein Freund uns bitte abholt.

Mit letzter Kraft und den letzten Prozenten des Handyakkus (der übrigens nur die letzten Meter dank des Solarpanels durchgehalten hat) schleppten wir uns bis Weißenstadt. Der Campingplatz am Weißenstädter See wäre unser zweites Nachtlager gewesen.

  • Start: Campingplatz Fichtelsee
  • Ziel: Friedhofskirche in Weißenstadt (eigentliches Ziel: Campingplatz am Weißenstädter See)
  • Gipfel: 4 => Ochsenkopf, Nußhardt, Schneeberg, Rudolfstein
  • Kilometer: 21,1
  • Höhenmeter: 640 Bergauf, 770 Bergab
  • Dauer und Gehzeit: wir starteten um 08:45 Uhr am Campingplatz Fichtelsee und kamen um 17:20 Uhr an der Friedhofskirche in Weißenstadt an, die reine Gehzeit betrug 5 Std. und 6 Min.
Tag 3 – oder wie ich es nenne „Der letzte Schritt“:
Unsere dritte Etappe der 12-Gipfel-Tour hätte folgendermaßen ausgesehen:

Die letzte, aber auch längste Etappe kommt an Tag 3. Die schlimmsten Anstiege haben sich durch die umgekehrte Route in Abstiege verwandelt. Auch nicht schlecht.

Unsere letzte Tour startet am Campingplatz Weißenstädter See. Von hier geht es hinauf zum Großen Waldstein und führt uns weiter zur Burgruine Epprechtstein. Die Burg Epprechtstein hat eine lange Geschichte, welche bis ins 11. Jahrhundert zurück reicht. Seit 1553 liegt die ehemalige Burg in Ruinen.

Wir befinden uns auf dem letzten Aufstieg und wandern weiter auf den Großen Kornberg. Der letzte Abstieg der 12-Gipfel-Tour führt uns dann zum Parkplatz unterhalb des Kornberggipfels und somit haben wir unsere Tour geschafft – „Der letzte Schritt“ ist wäre getan gewesen.

  • Start: Campingplatz Weißenstädter See
  • Ziel: Parkplatz Kornberg
  • Gipfel: 3 => Großer Waldstein, Burg Epprechtstein, Großer Kornberg
  • Kilometer: 22,1
  • Höhenmeter: 630 Bergauf, 420 Bergab

(Ich habe die Touren mit Komoot geplant und aufgezeichnet. Bei den Angaben handelt es sich um die Daten der genannten App.)

Wie ist es uns unterwegs ergangen?

Ja, wie ist es uns auf der Tour ergangen? Eigentlich gut. Es lief, wie ich es geplant hatte – mit der Ausnahme, dass wir die Tour frühzeitig abbrechen mussten. Das war zwar sehr schade, aber ich bin ehrlich gesagt, mit einem lachenden und einem weinenden Auge im Auto auf dem Heimweg gesessen.

Wir verabschieden uns vorerst von der 12-Gipfel-Tour mit einem lachenden und einem weinenden Auge!

Das lachende Auge steht dafür, dass wir trotz allem

9 Gipfel, 40,2 Kilometer und 1370 Höhenmeter

geschafft haben.

Wir haben auf den beiden Etappen oft unseren „inneren Schweinehund“ überwunden. Die Höhenmeter, die 6 Grad Nachts, die Sonne und Wärme am zweiten Tag haben uns teils ganz schön „in die Knie gezwungen“. Aber auch das haben wir geschafft.

Das gemeinsame Zelten hat Freya und mich nochmals ein Stück weiter zusammengebracht. Wir sind sowieso ein Dreamteam, wenn es ums Wandern geht, aber das war nochmal eine andere Erfahrung. Ich hatte Bedenken, dass Freya Probleme machen könnte, wenn sie alleine im Zelt warten muss. Aber sie hat mich (wieder einmal) eines Besseren belehrt.

„Danke meine Maus, du bist der beste (Wander)Hund der Welt!!!“

Der beste Hund der Welt – FREYA!

Das weinende Auge steht natürlich dafür, dass wir die Tour vorzeitig beendet haben/beenden mussten.

Dass wir die Tour abgebrochen haben, war allerdings eine gute Entscheidung, wie sich herausstellte. Als wir am nächsten Tag das Auto geholt haben, sah das Wetter keineswegs gut aus. Es war drückend schwül und hatte 30 Grad. Allein das wäre für Freya wohl zu viel gewesen. Zum Abend hin kamen noch Gewitter und Sturmböen dazu. Da es die längste Etappe gewesen wäre, hätten wir es vermutlich nicht vor dem Unwetter zum Ende der Tour geschafft und unser Motto lautet bei jeder Wanderung

„Sicherheit steht an oberster Stelle!“

Bei Gewitter und Sturm sollte niemand wandern gehen. Und kommt man doch unerwartet in solch eine Situation, ist es ratsam, sich einen geeigneten Unterschlupf zu suchen und schnellstmöglich von irgendwelchen Graten und Gipfeln hinabzusteigen.

Was würde ich ändern?

Nun ja, was würde ich ändern? Was kann ich Zukunft besser machen?

Zuerst habe ich gemerkt, dass Freya nicht so fit ist, wie ich dachte. Klar, wir gehen viel zusammen wandern und unsere Strecken sind selten unter 10 Kilometer. Aber mehrere Tage hintereinander und dazu noch wenig Schlaf, scheinen für sie noch etwas „to much“ zu sein. Hier bedarf es etwas Training.

Den Wasservorrat auffüllen, überall wo es möglich ist. Ich hatte mich zu sehr darauf verlassen, dass bestimmt auf den nächsten Metern irgendwo Wasser ist. Der Vorrat wurde auf unserer zweiten Etappe tatsächlich etwas knapp. Deshalb werde ich in Zukunft unseren Vorrat überall auffüllen, wo es möglich ist. Die kleinen Bächlein waren teils ausgetrocknet. Aber wir haben es mit dem letzten Tropfen rechtzeitig geschafft.

Endlich Abkühlung am See bei Karches.

Ich werde auf jeden Fall meinen Rucksack-Inhalt überarbeiten. Die 16,3 Kilo waren zwar gerade noch auszuhalten, aber Lebensmittel brauche ich wohl nicht so viel. Ich war entweder zu faul oder zu kaputt, mir etwas zu „kochen“. Wenn es auf unseren Routen bewirtschaftete Hütten gibt, werde ich diese auch in Anspruch nehmen. Spart zumindest etwas Gewicht und auf jeden Fall Platz im Rucksack. Ansonsten war ich mit meiner Packliste ziemlich zufrieden.

Investitionen in neue Ausrüstung. Ich brauche vermutlich neue Schuhe. Die Schmerzen am Knöchel kamen zu 99 % von meinen Wanderschuhen. Hier werde ich mich umschauen müssen. Die Isomatte war okay, hat mir aber für den verhältnismäßigen geringen Komfort zu viel Gewicht. Der Rest war (vorerst) völlig okay und ausreichend.

Wir kommen wieder!!!

Die Landschaft, die Felsen, die netten Leute unterwegs – einfach alles hat mich begeistert. Deshalb

würde ich die Tour jederzeit wieder gehen und ich werde sie auch nochmal gehen! Mit besserer Vorbereitung und dann auch mit allen 12 Gipfeln unserer „12-Gipfel-Tour im Fichtelgebirge“!

12-Gipfel-Tour – Wir kommen wieder! Freut euch auf den nächsten Bericht.

Habt ihr auch schon eine Tour abgebrochen? Wie es euch dabei ergangen? Wie sieht eure Planung aus, wenn ihr mehrere Tage mit Hund und Zelt unterwegs seid? Wir freuen uns auf eure Kommentare.

Danke:

Danke an meinen Freund, der uns sehr kurzfristig einen Tag früher als geplant, von unsere Tour abgeholt hat.

Danke an alle Freunde, die mich bei meinen Entscheidungen unterstützt und gestärkt haben.

Danke an alle Fans, die uns während der Tour auf Facebook und Instagram begleitet haben und dies hoffentlich auch weiterhin tun (zwinker).

Danke an den Campingplatz Fichtelsee, der uns trotz den Pfingsttagen und einem vollen Campingplatz, für die Nacht so herzlich aufgenommen hat.

Danke an den Campingplatz am Weißenstädter See, für den meine kurzfristige Stornierung kein Problem darstellte.

Waldnaabtal-Runde

Oder wie ich es nenne – mein Klein-Kanada

Hinweis: Beitrag enthält unbezahlte werbung
Mein eigenes Klein-Kanada. Hier bekommt man Wildnis-Gefühle.

Die Waldnaabtal-Runde führt uns, wie der Name schon sagt, durchs wilde und zugleich wunderschöne Waldnaabtal.

Vorweg sei gleich erwähnt: Man bewegt sich während der gesamten Wanderung in einem Naturschutzgebiet, weshalb eine Leine stets Pflicht sein sollte.

Abenteuerlich war bereits der Weg zum Parkplatz. Zwischen Windischeschenbach und Falkenberg geht es, von Windischeschenbach kommend, rechts in den Wald in Richtung Uferparkplatz. Mein erster Gedanke war „da darfst du mit Sicherheit nicht offiziell lang, aber es ist angeschrieben – komisch.“ Und siehe da, mitten im Wald zwei Bänke, ein großes Schild auf dem ein Wanderparkplatz ausgewiesen ist und ein Parkplatz. Was will man mehr.

Infos zur Tour:

  • Gesamtlänge: 12 km
  • Höhenmeter: 210
  • Besonderheiten/Schwierigkeiten: teilweise Gittertreppen, nicht Kinderwagen-tauglich, Einkehr bei Blockhütte möglich (Montags Ruhetag), Rundtour, geeignet für warme Tage, Naturschutzgebiet
  • Start: Uferparkplatz
  • Koordinaten: Geographisch: 49.826222, 12.177026
  • Ziel: = Start

Los gehts – starten wir die Runde entlang der Waldnaab

Schnell die Wanderschuhe geschnürt, Freya das Geschirr angezogen, den Rucksack auf den Rücken geschnallt und schon ging es los.

Vom Parkplatz aus folgen wir dem Weg mit der Markierung U, wer wie ich auch etwas suchen muss – es ist der mittlere Weg von den dreien. Der Weg führt über einen breiten Forstweg hinunter ins Tal.

Und plötzlich steht man da – direkt vor einem Fluss, der Waldnaab. Ich war richtig sprachlos, so schön sieht es dort aus.

Ruhig und sanft fließt hier die Waldnaab – aber sie kann auch anders.

Man folgt zur Linken flussaufwärts dem Fluss. Hier geht es über Stock und Stein, weshalb man durchaus trittsicher sein sollte und die Augen Richtung Boden halten muss – was gar nicht so einfach ist, weil die sagenhafte Landschaft die Blicke fesselt.

Bereits nach ein paar Metern wechselt die Waldnaab vom stillen Bächlein zum reißenden Fluss. Sie schlängelt sich durch riesige Granitblöcke. Zu unserer Linken ragen sagenhafte Felsen empor.

Granitblöcke findet man hier überall, egal ob im Flussbett oder außerhalb.

Weiter geht es über Wurzeln, (Gitter)Treppen, vorbei an kleinen Brücken und über den Tischstein, welcher umgangen übergangen werden muss. Keine Angst, eine Bank auf der anderen Uferseite steht schon bereit und lädt dazu, den Felsblock einfach nur anzuschauen.

Freya kennt solche Treppen und hat auch keine Probleme damit. Soweit ich erkennen konnte, kann man die Stelle aber auch umgehen.
Zum Erfolg gibt es keinen Lift. Man muss die Treppe benützen. (Emil Oesch)

Nach etwa 5 km kommt man zur Blockhütte. Hier lässt es sich einkehren, wenn es nicht gerade Montag ist, denn montags hat die Blockhütte Ruhetag. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, der ruft am besten vorher an (Tel.: 09637415).

Nachdem wir noch das Wasserrad bei der Blockhütte besucht haben, nahmen wir die nächste Brücke und folgten der Waldnaab flussabwärts.

Wasserrad bei der Blockhütte.

Nun folgt man einem breiten Forstweg, welchen man sich mit Radfahrern teilt. Ein Schild an der Brücke verweist auf gegenseitige Rücksichtnahme. Da das Wetter nicht so prickelnd und es unter der Woche war, waren aber weniger Radler unterwegs. Allgemein haben wir wenige Personen getroffen und konnten so die Ruhe genießen.

Nach rund 7,5 Kilometern insgesamter Wegstrecke stehen wir nun hier – der Tischstein. Da das Wetter nicht mehr so gut war und es bereits leicht regnete, gab es nur ein paar „Beweisfotos“ und schon gings weiter Richtung Butterfass mit seinen Felsformationen.

Vor uns der Tischstein.
Madame war schon sichtlich genervt, wie ihr Blick verrät. Sie wollte eigentlich nur noch so schnell wie möglich zum Auto – nichts ahnend, dass wir die kürzere Wegstrecke übersehen sollten…

Wir kamen an der letzten Brücke vorbei und warum auch immer, habe ich mir gedacht, dass mit Sicherheit in naher Zukunft eine weitere Brücke kommt. Pustekuchen!

Nachdem glücklicherweise die Komoot-App im Hintergrund lief um die Tour aufzuzeichnen, konnte ich immer wieder einen Blick auf die Wege werfen. Nur irgendwie war mein Internet nicht das Beste und so verließ ich mich lieber auf meine Orientierung. „Irgendwann muss doch hier wieder eine Brücke kommen, das kann doch gar nicht sein“, dachte ich mir.

Bereits auf dem Rückweg… Irgendwann kommt mit Sicherheit eine Brücke, denn das Auto steht auf der anderen Flussseite.

Der Forstweg machte eine Linkskurve, während wir einfach geradeaus weitergingen. Hier geht es über einen schmalen Pfad am Hang entlang, während die Waldnaab ruhiger wurde.

Und siehe da, es kam eine Brücke (eine Gitterbrücke, es ist aber ein Teil mit Metallplatten abgedeckt). Beim 11ten Kilometer war es soweit. Wir überquerten die Waldnaab ein zweites Mal und waren wieder auf der richtigen Seite. Ab hier geht es noch knapp 2 Kilometer, mit leichter Steigung, zurück zum Parkplatz.

Man kann sich kaum verlaufen. Der Uferpfad und die Forststraße sind nicht verfehlbar und der kleine „Abstecher“ war sogar richtig schön, da er weiterhin am Wasser entlang ging. Wer die Tour aber lieber abkürzen möchte, nimmt von der Blockhütte kommend, eine der Holzbrücken – spätestens aber jene nach dem Tischstein.

Eine tolle Tour, welche wir auf jeden Fall wiederholen werden. Dann aber mit Badeklamotten und sommerlichen Temperaturen im Rucksack.

Wart ihr auch schon an der Waldnaab wandern?