Hundeernährung unterwegs – „Welches Hundefutter eignet sich für Rucksacktouren?“

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Welches Futter eignet sich auf mehrtägigen Wanderungen?

In diesem Artikel geht es darum, welche Futterarten es gibt und welche sich für unterwegs eignet/eignen.

Nicht nur wir verbrauchen während einer Wanderung viel Energie. Auch für unsere Vierbeiner kann eine Tour anstrengend sein und sie freuen sich unterwegs auf eine leckere „Brotzeit“. Und spätestens dann, wenn man mehrere Tage auf Wanderschaft ist, kommen verschiedene Fragen zur Hundeernährung unterwegs auf.

Die Ernährung des eigenen Vierbeiners ist ein sehr sensibles Thema und nicht jedes Futter ist für jeden Hundehalter und schon gar nicht für jeden Hund „geeignet“, deshalb gilt nachfolgender Hinweis.

Hinweis: Was und wie viel ihr euren Hunden füttert, kommt auf den Hund an. Nicht jeder Hund verträgt oder mag alles. Und natürlich kommt es auch auf euch an. Ich will hier keine Futterberatung durchführen, denn letztendlich muss jeder selber das Richtige für sich und seinen Vierbeiner finden ;-). Dieser Beitrag soll euch lediglich zeigen, welche Möglichkeiten es gibt und wie meine Erfahrung ist.

Welche Futterarten gibt es und was eignet sich für unterwegs?

  • BARF:

Wer barft, hat spätestens auf Mehrtagestouren ohne regelmäßige Einkaufsmöglichkeit ein Problem.

Dies ist nur ein kleiner Auszug der Zutaten, welche man braucht, wenn man barft.

Unter BARF versteht man „Biologisch artgerechte Roh-Fütterung“ oder auch „Bones and Raw Foods“. D. h. es wird (ausschließlich) alles roh an den Hund verfüttert. Sowohl Fleisch wie auch Gemüse, Obst und Kräuter. Nun gestaltet es sich schwierig, Frischfleisch (oder auch TK-Ware) und sämtliche anderen Zutaten in den, vermutlich sowieso schon prallgefüllten, Rucksack zu stecken. Ich würde es jedenfalls nicht tun wollen. Insofern eignet sich BARF aus meiner Sicht nicht für unterwegs.

Wer dennoch in diese Richtung füttern möchte, wird sicherlich unter dem Punkt Alternativen fündig.

  • FEUCHTFUTTER / DOSENFUTTER:
Wer auf Rucksacktouren Feuchtfutter füttern will, sollte sich dem erhöhten Gewicht bewusst sein.

Viele Barfer nutzen gern im Urlaub Feuchtfutter als Alternative zur Rohfütterung. Es ist über Jahre hinweg haltbar (insofern die Dose oder Schale verschlossen und unbeschädigt ist), meistens ist mit einer Mahlzeit die Dose leer und man muss sie nicht im Kühlschrank oder sonst wo aufbewahren. Zuhause oder wenn wir mit dem Wohnwagen unterwegs sind, bekommt Freya auch Feuchtfutter. Aber nicht auf Rucksack-Touren. Aber dazu nachher mehr.

Wer seinem Hund unterwegs Feuchtfutter anbieten möchte, sollte wissen, dass der Hund eine größere Menge (das liegt am höheren Wassergehalt) als z.B. von Trockenfutter benötigt. Dies wiederum bedeutet, dass man mehr schleppt.

Freya braucht z. B. 200 – 250 g Trockenfutter pro Tag. Um die gleiche Menge an Nährstoffen und Energie zu bekommen, würde sich die Ration bei einem hochwertigen Feuchtfutter auf 800 – 1000 g belaufen. Weshalb Feuchtfutter bei unseren Wanderungen rausfällt.

  • TROCKENFUTTER:
Trockenfutter in Zip-Beuteln.

Trockenfutter ist eine beliebte Futterart auf Reisen. Vor allem bei Rucksack-Touren hat sich diese Futterart bewährt. Warum?

Trockenfutter ist, im Vergleich zu Nassfutter, verhältnismäßig leicht. Wie oben beschrieben braucht der Hund etwa ein Viertel der Menge, als bei Feuchtfutter. Auch die Verpackung ist relativ platzsparend. Keine lästigen Dosen, sondern eine Tüte. Füllt man es portionsweise in Zip-Beutel ab, braucht man nicht den ganzen Sack mitnehmen und es ist sogar (je nach Beutel) luft- und wasserdicht verpackt.

  • ALTERNATIVEN / WEITERE MÖGLICHKEITEN:

Carnello Hundecocktail: Er besteht aus getrocknetem und pulverisiertem Rindfleisch und kann einfach mit Wasser zu einem Brei angerührt werden. Das Mischverhältnis sowie eine ausführliche Beschreibung findet ihr hier: https://www.carnello.de/index.php/klassik/hundecocktail

(Wir haben den Hundecocktail noch nicht getestet, werden ihn aber mit Sicherheit nächstes Jahr ausprobieren und dann gibts hier ein Update.

Trocken-Barf / Gefriergetrocknetes: Wer sich für eine Art Trocken-Barf interessier, der ist bei BALF https://www.balf-tiernahrung.de/ an der richigen Adresse. Es handelt sich um gefriergetrocknetes Futter. Der Vorteil von Gefriergetrocknetem liegt im Gewicht. Es ist wahnsinnig leicht. Allerdings sollte der Hund dann genügend zu trinken haben (was er aber eh immer haben sollte).

Links gefriergetrocknetes Hundefutter – Rechts die gleiche Tasse mit Trockenfutter gefüllt. Gefriergetrocknetes Futter ist leichter.

Etwas vom „Tisch“: Wer darüber nachdenkt, den Hund mit den eigenen Speiseresten zu verpflegen, dem kann ich hiervon nur abraten. Handelt sich um gekochte Nudeln oder Reis, ist das okay. Aber spätestens bei stark gewürzten Speisen oder irgendwelchen Fertiggerichten würde ich mir das gut überlegen.

  • JAGEN ODER FISCHEN FÜR DEN HUND BZW. DEN HUND JAGEN GEHEN LASSEN

Auch wenn diese Alternative für den ein oder anderen interessant erscheinen mag, es ist in Deutschland VERBOTEN. Weder ihr selbst, noch eure Hunde dürfen einfach so jagen gehen. Das ist Wilderei. Es gilt der Jagdschutz. D. h., dass euer Hund – wird er beim Wildern erwischt – vom zuständigen Jagdaufseher erschossen werden darf! Dieses Risiko würde ich keinesfalls eingehen.

Den Hund jagen lassen, oder gar selbst (ohne Jagd- oder Angelschein und entsprechender Erlaubnis) jagen zu gehen, ist verboten!
  • WASSER FÜR DEN VIERBEINER

Es ist nicht nur wichtig, dass wir bei einer Wanderung genug zu trinken haben, sondern auch die vierbeinige Begleitung die Möglichkeit hat, Wasser zu bekommen. Deshalb nehmt auf jeden Fall genug Wasser mit und schaut euch bereits bei der Tourenplanung nach geeigneten Wasserstellen um.

Sauberes Wasser und Futter – alles was man für die Hundeernährung unterwegs braucht.

Auch die Qualität und eventuelle Verunreinigungen des Gewässers sollten bedacht werden. Ich würde Freya z. B. nie aus einem See trinken lassen, um welchen ich bereits mehrere tote Fische entdeckt habe.

Außerdem habe ich auch auf Tageswanderungen immer eine kleine „Jause“ für Freya dabei, sprich ein paar Kauartikel und kleine Leckerlis sind immer im Rucksack.

Fazit: Für Freya und mich eignet sich Trockenfutter bisher am besten. Alternativen wie Trockenbarf oder der Hundecocktail werden auf jeden Fall demnächst getestet.

Mich interessiert nun natürlich, welches Futter ihr euren Fellnasen unterwegs füttert und freue mich auf eure Kommentare.

2 Tage „Ilztal“ – unterwegs mit Kajak, Rucksack, Zelt und Hund

Die Ilz.
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Ab und zu werde ich gefragt, wie ich das mit dem Auto mache, wenn ich paddeln gehe. Schließlich sind die wenigsten Bootswandertouren Rundwege. In solchen Situationen ist Chriss dann immer da. Er holt uns am Ziel der Tour ab und bringt uns wieder zum Ausgangspunkt.

Bei dieser Tour verbinden Freya und ich eine Wanderung mit einer Paddeltour, um selbst wieder zum Auto zu gelangen. Während die Wanderung am ersten Tag ein voller Erfolg war, entpuppte sich die Kajak-Tour-Idee am zweiten Tag als – sagen wir mal – kleiner Horror-Trip ;-).

Idee, Planung, Vorbereitung

Die Idee:

Mir kam der Gedanke, eine Bootstour mit einer Wanderung zu kombinieren.

Die Schwarze Perle, wie die Ilz genannt wird, hat es mir bereits 2015 bei einem kurzen Campingurlaub angetan und ich war der Meinung, dass das Ilztal für diese Kombination aus Wanderung und Paddeltour ideal wäre…

Die Ilz, auch Schwarze Perle genannt.

Die Planung:

Die Planung bestand aus dem Üblichen. Den Campingplatz Schrottenbaummühle https://www.schrottenbaummuehle.de/camping.html anfragen, eine Packliste erstellen, den Wetterbericht checken (was mit das Schwierigste war, weil der sich im 5-Minuten-Takt änderte) und natürlich die Routen planen.

Die Wanderung habe ich mit Komoot geplant, die Kajaktour mit der Canua-App. Die Pegel hatte ich mit der River-App gecheckt, was nicht so ideal war, aber dazu komme ich später.

Vorbereitung:

Zur Vorbereitung gehörte:

  • fehlende Ausrüstung sowie Lebensmittel besorgen
  • Ausrüstung checken
  • packen
  • alle Akkus aufladen

Da ich ja mittlerweile schon etwas geübter bin, lief die Vorbereitung etwas schneller und ruhiger ab, als bei den ersten Touren :-).

Genug Bla Bla…

Das Zelt steht, dann kann es weitergehen.

Zuerst sind wir morgens am Campingplatz vorbei. Dort habe ich uns angemeldet, Kermit am Baum angekettet und das Zelt aufgebaut (somit konnten wir den Abend genießen). Anschließend noch das Auto komplett ausgeräumt – außer meinen Rucksack – der blieb drin – und dann ging es mit dem Auto zum Startpunkt unserer Wanderungknapp 20 Kilometer flussabwärts – zum Parkplatz an der Oberilzmühle.

Hier startete unsere Wanderung an Land.

Tag 1: Eine lange Wanderung steht uns bevor

Übersichtskarte am Startpunkt unserer knapp 20 Kilometer langen Wanderung.

Etwas später als gedacht, starteten wir gegen 12 Uhr am Wanderparkplatz der Oberilzmühle.

Nach kurzer Gehzeit erreichten wir bereits den Ilz-Stausee, entschieden uns für den Weg am rechten Ufer und gelangten auf den Ilztalwanderweg.

Blick auf den Stausee.
Ilztalwanderweg

Der Ilztalwanderweg führt uns (beinahe) ausschließlich über weiche Waldpfade. Doch ab und kommen wir auch ans Ufer der Ilz und durchwandern ein blumengesäumtes Ufer und können die Sonnenstrahlen genießen. Und Freya kühlt sich in der Ilz ab.

Ein wunderschöner Uferpfad.
Erste Abkühlung für Freya.
Eine Bank für Sonnenhungrige.

Unsere Pause fällt nur kurz aus, denn wir haben noch einige Kilometer vor uns. Ich wollte bis spätestens 18 Uhr wieder auf dem Campingplatz sein. Sollten wir das schaffen?

Nachdem wir den Pfad durch die Blumen verlassen hatten, ging es über eine kurze Steigung in den Wald. Die Ilz begleitete uns im Tal aber weiter.

Ein kleiner Wasserfall im Wald.

Im Bayerischen Wald sind aktuell einige Forstarbeiten zugange, welche auch im Ilztal nicht komplett spurlos stattfinden. Und so müssen auch manche Wegmarkierungen erstmal gefunden werden…

Manchmal liegen die Wegmarkierungen einfach am Boden…
…ein anderes Mal stehen sie direkt auf einem Baum.

Wir kamen zügig voran, erreichten nach etwa zwei Stunden die Ortschaft Fischhaus (7 Kilometer geschafft) und nach knapp 4 Stunden und 13 geschafften Kilometern, wechselten wir in Kalteneck die Uferseite und somit auf den Goldsteig. Von nun hatten wir noch gute 6 Kilometer bis zur Schrottenbaummühle vor uns.

Unterwegs hatten wir noch den Peilstein „bestiegen“ (beim Abstieg endete der Weg dann auf einmal auf den Gleisen der Ilztalbahn, wir haben den richtigen Weg aber gleich wieder gefunden) und kurz vor Kalteneck mussten wir unsere Route kurz verlassen, um Forstarbeitern nicht in die Quere zu kommen. Nachdem wir uns durch Gestrüpp gekämpft und eine kleine Kletterpassage eingelegt hatten, kamen wir schließlich wieder auf den Wanderweg.

Dann gehen wir halt anders herum.
„Spiderman“-Feeling. Auf allen Vieren sind wir (auch ich) hochgekraxelt um den Forstarbeitern nicht in die Quere zu kommen.

Wieder auf dem richtigen Weg gings weiter. Wie bereits geschrieben, querten wir in Kalteneck eine Brücke und liefen nun auf der linken Seite der Ilz weiter. Ein Teilstück des Goldsteigs (welchen Chriss ja so liebt 😉 ) war nun unser Begleiter.

Ab Kalteneck bzw. auch schon ab Fischhaus wurde der Pegel der Ilz flussaufwärts gefährlich niedrig. Einige Felsbrocken ragten aus dem Wasser. Dennoch war ich der Meinung, dass das mit Kermit überhaupt kein Problem sein sollte und wir den morgigen Tag definitiv auf dem Wasser verbringen würden…

Niedriger Wasserstand – schlecht für Kermit, gut für Freya, um ihre Füße zu kühlen.

Nach 4,5 Stunden legten wir an einer kleinen Hütte eine kurze Pause ein.

Eine kleine Hütte zwischen Kalteneck und der Schrottenbaummühle entlang des Goldsteigs.
Im Inneren befinden sich Bänke und ein Tisch – ein optimaler Platz für eine kurze Pause bei Regen.

Und schon ging es weiter. Wir lagen so gut in der Zeit, dass mein Ehrgeiz geweckt war, die Tour unter 6 Stunden zu schaffen.

Wir erreichten den Poststeg, welchen wir überquerten. Nun waren wir wieder rechts der Ilz.

Während der gesamten Tour haben wir bis Kalteneck kaum Leute getroffen, aber jetzt kamen uns einige Jogger und Spaziergänger entgegen. Es musste also nicht mehr weit bis zum Campingplatz sein.

Der Poststeg – aktuell die einzige Möglichkeit, um zwischen Kalteneck und der Schrottenbaummühle über die Ilz zu kommen.

Etwa 2 km nach dem Poststeg erreichten wir die Schrottenbaummühle und hatten für die 19,7 Kilometer 5 Stunden und 18 Minuten benötigt, Pausen inklusive. Ein guter Schnitt für uns und so kehrten wir erst einmal im Gasthaus ein und gönnten uns eine Stärkung nach unserer Wanderung.

Anschließend ging ich duschen, noch eine Pipi-Runde mit Freya und nach einem ausgiebigen Plausch mit dem Wirt ging es dann ins Zelt.

Auch jetzt hatte ich noch keine Zweifel und war voller Vorfreude auf unsere Kajak-Tour am nächsten Tag…

Zusammenfassung Wanderung Tag 1:

Für die 19,7 Kilometer waren wir insgesamt 5 Stunden und 18 Minuten unterwegs, davon waren 4 Stunden und 22 Minuten reine Gehzeit.

Die Höhenunterschiede betrugen 410 Meter bergauf und 370 Meter bergab, wobei die Anstiege keinesfalls steil waren.

Der Weg war sehr abwechslungsreich und verlief größtenteils über Waldpfade fernab jeglichen Verkehrs (Radfahren meistens verboten), aber auch Straßen, Wiesen und Ortschaften wurden gequert.

Die Ilz ist nie weit weg (wenn man nicht gerade sowieso direkt daneben läuft) und bietet vor allem für den Vierbeiner genügend Wasser.

Der Ilztalwanderweg hat uns nicht das letzte Mal gesehen.

Tag 2: Nie wieder!

Die Nacht verlief ohne Probleme, auch wenn Freya anfangs ziemlich „unentspannt“ war, da unsere Nachbarn ein Lagerfeuer hatten und sie tierische Angst vorm Knacken des brennenden Holzes hatte.

Nachdem die Morgenroutine erledigt war, machte ich mich ans Packen und „sattelte“ Kermit. Es war noch ziemlich kühl und so gab es bis ca. 11 Uhr noch einen netten Plausch mit einem Zeltnachbarn, bis wir dann endlich los sind. Direkt hinterm Zelt ging es in die Ilz.

Bereits die ersten Meter waren nicht gerade der Hit. Die Ilz führte weniger Wasser als die River-App anzeigte (wo der Pegel von 40 cm gemessen wurde? – keine Ahnung, auf jeden Fall nicht hier) und so „kollidierten wir mit einigen Felsbrocken“ und „strandeten“ oft. Ich war nur damit beschäftigt, uns irgendwie über die Steine zu bringen.

Bei Niedrigwasser macht das wirklich keinen Spaß.

Erster Stop: Poststeg. Die ersten Kilometer bis zum Poststeg waren für meinen Geschmack genug (spätestens jetzt wusste ich schon, warum es keinerlei Infos zu dieser Tour gibt, sondern erst ab Fischhaus). Ich entschied mich dazu, Kermit ein Stück an Land zu ziehen. Zum Glück hatte ich den Bootswagen eingepackt.

Also versuchte ich irgendwie, das Boot aus dem Wasser zu bekommen und zog es über das Ufer auf den Weg. Aufgeladen auf den Bootswagen ging es weiter. Eigentlich wollte ich nicht wieder auf die andere Seite, aber ein Blick auf die Karte (da waren wir schon ein paar hundert Meter gelaufen) verriet mir, dass wir uns von der Ilz entfernen würden… Umkehren und ab über den Poststeg (ich war genervt).

Der Poststeg ist ohne sperriges 236 cm langes Boot definitiv einfacher zu laufen. Immer wieder blieb ich mit den Reifen vom Wagen am Geländer hängen. Und dann kam da noch eine kleine, ziemlich schmale Brücke über einen Graben (na super). An dieser Stelle „Vielen Dank an den aufmerksamen Radfahrer, der mir hier geholfen hat, das Boot über den Steg zu tragen!„.

Vom Vortag wusste ich, dass der Weg bis Kalteneck immerhin angenehm zu laufen und ohne große Steigungen war. Also lagen nun ca. 4 Kilometer Fußweg vor uns und ich kam mir wie eine ausgebrochene Irre aus der Anstalt vor. Bekleidet mit Bikini und Badelatschen und einem Boot im Schlepptau, lief ich den Wanderweg lang. Was müssen sich nur die Leute gedacht haben?!

Meine Euphorie war längst Geschichte. Aber kurz vor Kalteneck versuchte ich mein Glück erneut und setzte das Boot ins Wasser. Aber auch hier war ich mehr am Ziehen, als am Paddeln.

Der Wasserpegel ist schlichtweg zu niedrig und die Felsbrocken unter Wasser bremsen ganz schön.

Nachdem wir die Schinderei bis Fischhaus geschafft hatten, wurde der Wasserstand sichtlich besser und die Ilz ruhier. Endlich geschafft!!! Jetzt kann der Paddelspaß beginnen – dachte ich.

Bootsanlegestelle bei Fischhaus. Ab hier hat die Ilz endlich mehr Wasser.

Der Fluß hatte zwar mehr Wasser, dafür aber weniger Strömung. Die Tatsache, dass ich das Boot bereits schon einige Kilometer hinter mir hergezogen hatte, machte sich auch in meinen Armen bemerkbar. Aber egal. Ich wollte die Tour durchziehen. Bis zum Ende.

Die Ilz wurde breiter, ruhiger und tiefer. Ich kam teilweise an den selben Stellen vorbei, welche ich am Vortag zu Fuß gegangen war und so langsam kam meine Motivation zurück, obwohl ich mehr Pausen einlegen musste, als bei unserer Wanderung.

Die Brücke bei Fischhaus von der Ilz aus fotografiert…
…und am Vortag vom Ufer aus.

Gemütlich paddelte ich weiter und erhoffte mir, dass nach der nächsten Kurve (diesen Gedanken hatte ich viel zu oft) das Stauwehr des Sees zu sehen ist…

Volle Kraft voraus!

Aber es kam und kam nicht. Meine Arme wurden immer müder und schmerzten sehr. Jede geeignete Stelle am Ufer nutze ich, um die Streckenlänge zu checken und eine kurze Rast einzulegen. Meine Nerven lagen blank und Freya war mittlerweile auch nicht mehr so fit.

Freya – genervt oder müde? Ich tippe auf das erste, denn laufen ging wunderbar.

Als ich nicht mehr konnte, weil meine Arme bereits zu krampfen begonnen hatten, stieg ich am Steg bei der Mausmühle aus. Unsere Fahrt auf der Ilz sollte hier ihr Ende finden und mein nächstes Martyrium beginnen…

Eine Familie half mir, Kermit an Land zu ziehen und auf den Bootswagen zu wuchten. „Danke!

Ich brauchte eine kurze Pause, musste meine Nerven und mich sammeln und zog Kermit den Hang hinauf. Dort traf ich auf ein junges Pärchen, welches mit Komoot wanderte. Weil mein Handyempfang miserabel war und mein Internet gleich dreimal, fragte ich sie, ob ich einen Blick auf die Karte werfen könnte (Danke). Ab hier hatte ich zwei Möglichkeiten. Entweder ich folgte dem Goldsteig, welcher sich aber bereits nach den ersten Metern als „unmachbar“ herausstellte, oder ich nehme den Weg, den ich dann auch gegangen bin (eigentlich genauso unmachbar, aber das merkte ich erst später).

Ich tat Buße. Mit Boot 3 Kilometern über Wurzeln und durch den Wald!

Ein Boot gehört ins Wasser und nicht auf einen Waldpfad!!! Das bemerkte ich auch, aber es war zu spät.

Sollte ich Chriss anrufen und mich abholen lassen?“ – Guter Witz, er kommt mit dem Auto gar nicht hierher. Außerdem wollte ich diese Tour endlich durchziehen und nicht auf den letzten (Kilo)Metern versagen.

„Sollte ich Kermit stehen lassen und ohne ihn das Auto holen?“ – genauso dämliche Idee, ich komm ja auch nicht mit dem Auto hierher.

Ich habe Kermit also knapp 3 Kilometer quer durch den Wald gezogen. Dabei hatte ich nur meine Badelatschen an, welche absolut nicht für eine Wanderung und schon gar nicht auf solchen Wegen, geeignet sind. Ich war einem Heulkrampf nahe und alles tat mir weh.

Endlich, endlich, endlich erreichte ich das Wehr. Jetzt musste ich nur noch dem Weg folgen… und Kermit irgendwie durch den 90 Grad-Winkel am Ende des Weges bringen (ich habe ihn dann etwas übers Geländer geschoben, denn sonst wäre ich nicht um die Kurve gekommen) und die letzten Meter bis zum Auto waren dann auch schnell geschafft.

Hätte ich noch die Kraft gehabt, dann hätte ich vermutlich einen Freudentanz vorgeführt. Aber so packte ich alles ins Auto, fuhr nochmal beim Campingplatz vorbei um mich zu verabschieden und fuhr nach Hause.

Endlich erreichten wir das Wehr des Stausees.

Zusammenfassung Kajak-Tour Tag 2:

Wie lange die gesamte Strecke war, kann ich euch gar nicht mehr genau sagen. Die reine Wasserstrecke wäre auf 17,3 Kilometer gekommen, da wir aber sehr viel an Land gelaufen sind, tippe auf 20 Kilometer (+) insgesamt. (Sollte ich die Route finden, dann gibts hier noch ein Update).

Die Ilz ist oberhalb von Fischhaus mit einem Kajak (egal ob Sit-on-Top oder Wildwasser) kaum befahrbar. Die langen Trockenperioden in diesem Jahr haben hier sicherlich auch ihren Beitrag geleistet.

Ab Fischhaus gibt es noch vereinzelt ein paar Passagen mit Niedrigwasser, aber wenn diese überwunden sind, wird die Ilz zum Paddelfluß – meine Erfahrung: erst ab Fischhaus mit dem Boot (und die Moral von der Geschicht: Wenn du keine Infos zu deiner geplanten Tour findest, dann mache sie auch nicht!).

Lange Strecken mit Badelatschen zu laufen ist mega besch… und kann ich niemandem raten. Auch ein Boot quer durch den Wald zu ziehen macht wirklich keinen Spaß!

Fazit zur gesamten Tour inklusive Campingplatz:

Nun, das gesamte Fazit fällt besser aus, als das Fazit für die Kajak-Tour.

Der Weg durchs Ilztal ist atemberaubend schön und abwechslungsreich. Das Ilztal hat uns nicht zum letzten Mal gesehen, denn bereits jetzt plane ich schon meine nächsten Routen. Ich kann dieses Naturjuwel nur jedem ans Herz legen, der gerne seine Ruhe hat und dem Rauschen der Ilz lauschen möchte. Jedoch (!) macht das dann lieber zu Fuß.

Die Wege sind gut beschildert – trotz Forstarbeiten – und gut begehbar, jedoch nicht kinderwagen- oder hundebuggytauglich (zu viele Wurzeln und Treppen).

Der Weg übers Wasser ist beschwerlich und macht nur wenig Spaß.

Und noch ein paar Worte zum Campingplatz.

Den Campingplatz Schrottenbaummühle habe ich hiermit bereits zum zweiten Mal besucht (was schon ein klein wenig für sich spricht. Ich fahre nämlich kein zweites Mal irgenwohin, wo es mir nicht gefallen hat ;-)).

Zuerst einmal sind Hunde hier willkommen. Wie auf jedem Campingplatz sollte die Leinenpflicht aber beachtet werden (ich mag es nämlich auch nicht, wenn ein fremder Hund frei auf dem Platz herumläuft).

Der Platz ist sauber, ebenso wie die Sanitäranlagen. Die Ilz fließt direkt am Campingplatz vorbei (bzw. durch), was gerade im Sommer für eine schöne Abkühlung sorgt (Mückenspray vorausgesetzt).

Am (extra angelegten) Zeltplatz gibt es mehrere Lagerfeuerstellen – das Holz dafür kann beim Wirt gekauft werden. Romantik pur, wenn man nicht gerade so einen Angsthasen hat, wie Freya ist.

Das Essen im Gasthaus war sehr, sehr lecker und die Speisekarte bietet für jeden was.

Die Nacht auf dem Campingplatz hat uns 8 Euro gekostet (kleines Zelt, 1 Hund, 1 Person), Duschen und WC inklusive. Das Auto hatten wir ja an der Oberilzmühle.

Der einzige Nachteil (für manche vielleicht auch ein Vorteil) ist der fehlende Handyempfang. Dieser zieht sich aber durch einen Großteil des Ilztals und ist nicht nur auf den Campingplatz bezogen. Wer freundlich fragt, kann jedoch das Gast-WLAN nutzen (Empfang allerdings ausschließlich vor dem Gasthaus).

Danke:

Vielen Dank an den Campingplatz Schrottenbaummühle.

Vielen Dank an die vielen Unbekannten, die mir mit dem Kajak geholfen haben oder mich einen Blick auf die Wanderkarte werfen ließen.

Vielen Dank an Chriss, der sich wieder einmal als „Trail-Angel“ angeboten hat.

Vielen Dank an meine Freunde, die mit mir mitgefiebert und mich aufmunternd während dem Horror-Trip am 2. Tag begleitet haben.

Und natürlich vielen Dank an meine Leser dieses Blogs und meine Fans (sowohl bei Facebook, wie auch bei Instagram).

Neben einem Reh (zu schnell für die Kamera) und einigen Eichhörnchen haben wir auch diesen Frosch gesehen.
Wunderschöne wilde Pfade…
Aber auch Straßen gehören bei 20 Kilometer irgendwo dazu.
„Über sieben Brücken musst du gehen“ – ich glaube, es waren mehr als sieben.
Wir sind auch einen Teil des Via Nova gelaufen.
Manchmal gibts keine Brücke.
An Tag 2 kamen wir auch an der kleinen Fuchshöhle vorbei.
Die Ilztalbahn fährt nur Samstag und Sonntag.
Das Hundeverbotsschild am Ilz-Stausee haben wir erst gesehen, als wir schon einmal über die komplette Badewiese gegangen waren…

Habt ihr auch schon so einen Trip hinter euch? Schreibt mir doch eure Erfahrung einfach als Kommentar unter den Beitrag und wir machen uns in der Zwischenzeit auf zu neuen Abenteuern! Bis bald.

Eine Seefahrt, die ist lustig – eine Seefahrt die ist schön…

…oder doch nicht?

Mit Freya und Kermit paddeln auf dem Bodensee.
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Freya und ich waren am Sonntag (11.08.19) auf dem Bodensee paddeln.

Wie es ist, nicht auf einem Fluss, sondern auf einem riesigen See, mit einem winzigen Kajak unterwegs zu sein, das möchte ich euch hier erzählen. Außerdem gibt es eine wichtige Info für Hundebesitzer.

Kurzurlaub am Bodensee

Wir (ja, Chriss war auch dabei) waren für ein paar Tage mit unserem Wohnwagen auf dem Gebhardshof in Wallhausen. Der Hof liegt nur etwa 250 Meter vom Bodensee entfernt und so hatten wir natürlich Kermit und Elliot (zwei Sit-on-Top Kajaks) dabei. Während Elliot im Schatten unter den Obstbäumen faulenzen durfte, musste Kermit mit Freya und mir ins Wasser.

Hunde verboten

Vom Parkplatz geht es über einen Weg am Strandbad entlang. Die Hundeverbots-Schilder rund ums Bad beunruhigten mich etwas, da sich dort (zwar am Ende, aber innerhalb) auch die Anlegestelle befindet. Und auch bei diesem Eingang gibt es dieses Schild!

Chriss versicherte mir, dass es überhaupt kein Problem wäre, mit Freya durch das Strandbad zur Anlegestelle gehen. Schließlich hätte er sich am Abend zuvor noch erkundigt… Und so bin ich mit meinem mulmigen Gefühl und Freya an der ganz kurzen Leine hinter Chriss und Kermit hinterher gegangen.

Am See angekommen, legte ich Freya direkt neben mir ab (ich wollte in keinster Weise irgendwie bemerkt werden) und wir arbeiteten sofort daran, Kermit startklar zu machen.

Die Badegäste direkt neben uns, hat es nicht gestört, dass ein Hund (ruhig liegend, nicht bellend oder in irgendeiner Weise störend) geduldig darauf wartete, dass ihr Frauchen (also ich) endlich das Kajak ins Wasser schubste und sie freudig hineinspringen konnte, ABER

… irgendein anderer Badegast, welcher weit weit weg war, schien sich gestört zu fühlen und so kam auch schon der Bademeister zu uns.

Er fragte im ruhigen Ton, ob wir mit dem Hund aufs Boot wollen und wir antworteten beinahe im Chor: „Ja, so ist der Plan“. Auf das „Okay, denn eigentlich sind hier am Strand Hunde verboten“ antwortete Chriss nur, dass er gefragt hätte (wen er gefragt hat weiß ich bis heute nicht) und es okay sei und von mir kam nur ein mürrisches „Wir sind gleich weg!“.

Der Bademeister wünschte uns viel Spaß und ging wieder.

Eine Möwe zeigt uns den Weg.

Nichts wie weg

Bereits jetzt war ich sichtlich genervt, schob mein Kajak ins Wasser, „platzierte“ Freya und mich darin und suchte den Weg in die Weiten des Bodensees. Zumindest hatten die Badegäste, welche neben uns waren, sichtlich Freude daran, einen Hund im Boot zu sehen und wünschten uns viel Spaß und einen schönen Tag. Ich werde sie vermutlich nie vergessen, wieso? Dazu komme ich später.

Die ersten Meter waren super. Zuerst mussten wir um den, für Festboote gesperrten, Schwimmerbereich paddeln. Alles kein Problem. Es war am frühen Vormittag und der Wind hielt sich in Grenzen. Somit war der Wellengang angenehm und die Paddelei lief super…

…bis der erste Motorboot-Macho meinte, er müsste mit seinem Motorboot und gefühlten 250 Sachen über den See brettern.

Wir waren gerade auf Höhe des Hafens, wo ich sowieso ein ungutes Gefühl hatte. Schließlich fahren hier Boote ein und aus, die teils 100 Mal größer sind als mein Kermit. Ich hatte ein bisschen Bedenken, dass uns jemand übersehen könnte.

Wellen, Wellen, Wellen

Der Gedanke war allerdings vom einen auf den anderen Moment Nebensache, denn der Macho mit seinem Motorboot erzeugte ziemliche Wellen, welche, wie ich merken musste, in Ufernähe ziemlich hoch werden können (deshalb fällt auch die Bilderreihe eher rar aus). Ich lernte allerdings auch dazu, dass sie im tieferen Wasser, fernab vom Ufer, kaum spürbar sind.

Nachdem ich uns heil aus den Wellen befreit hatte, ging es weiter Richtung Marienschlucht. Das sollte eigentlich das Ziel unserer Tour sein, ist sie doch nur 3 Kilometer entfernt. Ich war im Glauben, dass 3 Kilometer auf dem See mindestens genauso einfach sind, wie auf einem Fluss.

Die Marienschlucht ist seit einem tragischen Erdrutsch mit Todesfolge gesperrt und kann nicht begangen werden!

Auf dem Weg zur Marienschlucht.
Karibikfeeling pur, dank türkisfarbenem Wasser.

Selbsterkenntnis ist der beste Weg zur Besserung

Bereits auf dem Hinweg musste ich mehrere Pausen am Ufer einlegen, da ich zum einen ziemlich von den Motorbooten und deren Wellengang genervt war, Freya war auch ziemlich angespannt, was ich an ihrem Zittern gemerkt habe und zum anderen meine Arme nicht mehr konnten.

Hatte ich die Tour etwa falsch eingeschätzt?

Nach etwa 1,5 Kilometer gestand ich mir ein, dass wir die restlichen 1,5 Kilometer UND den Rückweg nicht schaffen würden. Ich drehte um. Damit sich Freya ein wenig beruhigen und vor allem abkühlen konnte, legten wir einen Stop am Ufer ein. Während die großen Motor- und Segelboote nicht bis ans Ufer konnten und ihre Anker mehr Richtung See warfen, konnten wir mit unserem kleinen Kajak direkt an den „Strand“.

Als wäre Freya froh gewesen, endlich wieder an Land zu sein, wurde sich zuerst ausgiebig gewälzt.

Laaaaand!!!

Anschließend legte sie einige Schwimmrunden mit ihrer neuen Schwimmweste ein und wie man im Video sehen kann, kommt sie sehr gut damit zurecht. Ich habe sogar den Eindruck gehabt, als wüsste sie genau, dass sie damit länger und besser schwimmen kann, denn normalerweise schwimmt sie nicht so weit hinaus.

Beinahe „abgesoffen“ – Turbulenzen auf dem Rückweg

Ich wartete die Wellenfront ab. Mittlerweile rasten immer mehr Motorboote über den See und die Wellen waren für mein kleines Kajak etwas zu viel. Als gerade kein Raser in Sicht war, paddelte ich so schnell wie möglich in Richtung Seemitte um vom wellenanfälligen Ufer wegzukommen.

Die Aussicht vom Bodensee aus ist herrlich und die Farbe des Wassers wechselt von türkis zu dunkelblau. Manchmal sieht es aus, als wäre eine Klippe unter Wasser. Einfach wunderschön. Wir haben viele Fische gesehen, natürlich auch einige Enten und eine Möwe (im Altmühltal sieht man Möwen eher selten ;-), weshalb ich mich tierisch gefreut habe).

Die türkise Farbe, welche der Bodensee stellenweise hat, ist wirklich der Wahnsinn.

Ausstieg mit Hindernissen

Erschöpft, durchgeschaukelt und mit einem, ziemlich voll Wasser gelaufenen Boot (die Wellen der Fähre waren dann doch zu viel) waren wir nur noch wenige Meter von der Anlegestelle entfernt. Chriss wartete bereits mit dem Bootswagen am Ufer, da brüllte eine Frau aus dem Wasser „Da würde ich mit dem Hund nicht rausgehen. Da sind Hunde verboten und da regen sich die Leute auf!“. Meinen Einwand, dass ich dort aber anlegen MUSS, wollte sie nicht hören und beharrte auf ihre Aussage.

Da wusste Freya noch nicht, dass unsere Tour noch etwas ausgiebiger werden sollte…

Was mach ich denn jetzt?

Sollte ich den Ärger riskieren oder lieber doch eine andere Stelle suchen?

Ich entschied mich für das Zweite. Und so rief ich Chriss zu, dass ich eine andere Stelle suchen würde, weil sich hier schon die ersten Badegäste aufregen. Die Gäste vom Morgen standen gerade im See und meinten nur, dass sie sich nicht aufregen würden und wir gern hier an Land gehen könnten. (Ich finde es nach wie vor lustig, dass sie scheinbar von sich, auf die anderen ca. 200 Gäste im Bad geschlossen haben.) Sie waren sichtlich enttäuscht, als ich weiterpaddelte.

Auf dem Weg zum nächsten Strand musste ich feststellen, dass mir das Wasser bis zum Hals ähm zur Hüfte stand. Kurzerhand steuerte ich in Richtung Schilf, wo ich eine Kiesbank entdeckte (ja ich weiß, es ist verboten) damit ich das Wasser ablassen konnte. Wir wären sonst vermutlich untergegangen.

Endlich geschafft!

Erschöpft und erleichtert gleichzeitig erreichten wir den Strand des Campingplatzes Klausenhorn. Und siehe da, auch hier sind Hunde verboten.

Ich drückte Chriss schnell die Leine von Freya in die Hand und sagte ihm, er solle sie so schnell wie möglich „aus der Schusslinie“ bringen. Gleich lief er mit ihr zum Weg. Natürlich war auch hier scheinbar schon eine Dame am Luftholen und wollte wohl etwas zum Hundeverbot sagen, da entdeckte sie die T-Shirt-Aufschrift der Wasserwacht und meinte nur „ach, ein Rettungshund, na dann“.

Ich hiefte Kermit auf den Bootswagen und machte mich ebenfalls auf den Weg. Froh, endlich wieder am Auto zu sein, war unsere Seefahrt hiermit beendet.

Fazit:

Die Aussicht vom See ist herrlich und auch die Uferabschnitte laden förmlich zu einer Rast ein.

Aber leider überschatten die negativen Eindrücke, das schöne Erlebnis.

Ich weiß nicht, wie es an anderen Stellen rund um den See ist, aber eine Anlegestelle in ein Strandbad zu legen, bei welchem Hundeverbot herrscht, finde ich total bekloppt. Hier ist der Ärger mit Badegästen vorprogrammiert, auch wenn es Ausnahmen gibt (wie ich sie ja angetroffen habe).

Auch der zweite Strand war offiziell nicht mit Hund möglich und hätte Chriss nicht Dienst mit der Wasserwacht gehabt, wären auch hier Diskussionen entstanden.

Ich habe zwar bei einem Gespräch am nächsten Morgen mit der DLRG und dem Bademeister erfahren, dass es wohl einen (inoffiziellen) Hundestrand hinter dem Strandbad Klausenhorn gibt, wo wir auch problemlos anlanden hätten können, aber so weit hätten wir es nicht mehr geschafft.

Wir bleiben in Zukunft auf kleinen Flüssen wie unsere Altmühl. Dort gibt es keine nervigen Motorboot-Machos, welche dafür sorgen, dass mein Kermit beinahe absäuft und es ist an (fast) jeder Stelle möglich, mit Hund ein- und auszusteigen.

Schwimmen ist ihr dann wohl doch lieber, als das Geschaukel im Boot.
Frisch gebadet geht es zurück.
Hundepfoten unter Wasser.
Strandbad Wallhausen, Achtung Hundeverbot!
Es sieht aus, als wäre eine Klippe unter Wasser.
In Ufernähe sollte auf Felsen unter Wasser geachtet werden.

„Grenzgänger“

2-Tages-Trekkingtour im Dreiländereck D, A, CZ – und eine Nacht im Zelt im Narodni park Sumava

Narodni park Sumava
Hinweis: Beitrag enthält unbezahlte Werbung

Unsere „Grenzgänger“ 2-Tages-Trekkingtour führt uns vom Bayerischen Wald übers Dreiländereck, entlang der Grenze zu Österreich in den Narodni park Sumava. 2 Tage waren wir unterwegs und hier ist unser Bericht.

Der Národní park Šumava ist das tschechische Gegenstück zum, auf deutscher Seite angrenzenden Nationalpark Bayerischer Wald.

Rastplatz am Dreiländereck

IDEE UND PLANUNG

Vor einiger Zeit entdeckte ich im Internet ein Foto. Unberührte Natur und eine „wilde“ Landschaft war zu sehen. Darunter stand nur „Narodni park Sumava„. Meine Neugier war geweckt und sofort suchte ich nach mehr Infos. Auf der offiziellen Website des tschechischen Nationalparks (hier finden sich auch sämtliche Verhaltensregeln im Nationalpark) bin ich auf die Möglichkeit der Notübernachtungsplätze gestoßen. Insgesamt 7 solcher Plätze erlauben es einem, im Nationalpark zu zelten – übrigens ist es der einzige Nationalpark den ich gefunden habe, bei dem das geht (Wildes Zelten ist verboten!). „Das ist genau meins, da muss ich hin„, dachte ich mir. Und so ging es ein Jahr später endlich los.

Hinter dem überdachten Rastplatz liegt der Zeltplatz Pod Plesnym jezerom (leider habe ich aufgrund der einbrechenden Dunkelheit davon kein Foto gemacht)

Die Planung war ziemlich einfach, obwohl es verhältnismäßig wenig Berichte über Trekkingtouren dort gibt. Es gibt eine Übersichtskarte mit allen Zeltplätzen und Komoot kennt diese Plätze zum Glück auch. Das gestaltete die Routenplanung gleich viel einfacher.

Dank meiner Packliste für die 12-Gipfel-Tour war alles schon vorbereitet und ich habe nur ein paar Dinge geändert (was genau erfahrt ihr im Beitrag).

DIE ROUTE

Obwohl wir nur etwa 48 Stunden unterwegs waren, hatten wir doch ein paar Highlights unterwegs.

Tag 1 (12.07.2019) – Von Frauenberg nach Pod Plešným jezerem

Wir starteten auf deutscher Seite und zwar im Bayerischen Wald in Frauenberg bei Haidmühle. Der Weg beginnt direkt am Parkplatz und führte zuerst über einen Forstweg zur Kanalstraße – eine ziemlich unbefahrene Nebenstraße. Von hier aus wanderten wir bergauf und überquerten die Straße zur Dreisesselalm.

Die ersten Meter auf dem Weg zum Dreisessel.
Und ja, ich bin auch dabei.

Über eine Hofeinfahrt eines Chalets (Betreten für Wanderer nicht gestattet! Den Hinweis haben wir aber erst gesehen, als wir schon durchgelaufen waren) kommen wir wieder auf eine Forststraße.

Manchmal fragt man sich dann schon, was Komoot unter der Bezeichnung „Weg“ versteht, denn von hier aus ging es weiter den Berg hinauf. Allerdings nicht über den Forstweg, sondern eine verwilderte, mit sehr hohem Gras bewachsene Rückegasse. „Naja, hilft nichts, da müssen wir jetzt durch!“ – dachten wir uns.

Auf diesem Wanderweg ist wohl schon lange niemand mehr gegangen…
Chriss schaute mehrmals, ob wir WIRKLICH auf dem richtigen Weg sind. Aber scheinbar war er richtig.

Am Ende des verwilderten Weges kommt man wieder auf einen Schotterweg. Eine Bank und ein Wegweiser zeigen einem zumindest, dass man richtig ist. Wir folgten der Beschilderung zum Dreisessel (nicht dem Dreisessel-Rundweg!) und bewältigten, über teils steinige Pfade, weitere Höhenmeter bis wir zum Hochstein gelangten. Da es ziemlich windig war, haben wir nur kurz den Gipfel bestiegen und machten uns auf den Weg zum Berggasthof Dreisessel, wo wir uns eine Pause und eine warme Mahlzeit gönnten.

Am Hochstein.
Ein traumhaftes Panorama vom Gipfel des Hochsteins.
Wir waren oben – auf dem Gipfel des Hochsteins.
Angekommen am Berggasthof Dreisessel – endlich gibts Essen, dachte sich Chriss wohl.

Danach folgten wir dem Weg paralell zur Grenze in Richtung Steinernes Meer. Insgesamt 3 solcher Blockhalden müssen überquert werden – sehr zum Leidwesen von Chriss. Für ihn ist es wirklich anstrengend gewesen, während Freya nahezu über die Steine schwebte. (Man folgt hier übrigens einer Teilstrecke des Goldsteigs). Ein steiniger Weg führt hinauf auf eine freie Fläche – diese ist aber keine Almwiese, sondern es sind die Überreste der vom Borkenkäferbefall abgestorbenen Bäume. Der „neue“ Wald wächst gerade erst nach.

Ja, das ist der Weg und die dazugehörige Markierung.
Überquerung einer Blockhalde am Steinernen Meer – Freya macht das mit einer Leichtigkeit.
Okay – Chriss schwebt beinahe (aber nur beinahe) so wie Freya über die Felsen…
Blockhalden sind durchaus nützlich, auch wenn sie manchmal schwierig zu laufen sind.
Keine Wiese, sondern ein „noch toter“ Wald. Dennoch ist es hier traumhaft.

Nach knapp 7 Stunden erreichten wir den Grenzstein im Dreiländereck. Hier treffen sich die Landesgrenzen Deutschland, Österreich und Tschechien. Nach kurzer Rast, ging es über den Grenzsteig (wandern zwischen Tschechien und Österreich), weiter zum Plöckenstein. Um von hier aus weiterzukommen, muss man am Plöckenstein vorbei – dahinter befinden sich weitere Wegweiser in verschiedene Richtungen. Wir folgten noch etwa einen Kilometer dem Grenzsteig, bis wir vom Pod Plechym nach Tschechien hinabstiegen.

Die „Rückseite“ vom Plöckenstein.

Der Abstieg zum Zeltplatz Pod Plešným jezerem war schwierig und steil (bei Nässe nicht zu empfehlen!). Chriss war mit seinen Kräften am Ende und wir legten einige Pausen ein. Kurz vor dem Zeltplatz (direkt am Platz gibt es kein Wasser) füllten wir an einem Rinnsal (es Bach zu nennen wäre übertrieben) unsere Wasservorräte auf. Hierfür hatten wir unseren Katadyn Hiker Pro Wasserfilter dabei. Und da mir die Culinario-Flaschen für ihr geringes Volumen etwas zu schwer sind, hatten wir uns eine leichtere Flasche besorgt. Ich werde mir definitv noch eine zweite (oder dritte) besorgen, da ich von dieser Flasche ziemlich begeistert bin.

Hier haben wir noch eine schöne Aussicht gehabt, bevor der schwierige Abstieg zum Zeltplatz kam.
Stellenweise fühlt man sich hier wie im Urwald. Farn – beinahe größer als ich (nicht schwer bei 1,63 cm).
Hier haben wir noch unseren Wasservorrat aufgefüllt, bevor es ins „Lager“ ging.

Nach 8,5 Stunden erreichten wir den Zeltplatz und stellten zuerst unser Zelt (O4G Sumas 3.0) auf. Wir waren nicht die einzigen. Ein Zelt, ebenfalls mit zwei Personen und einem Hund (gesehen haben wir zwar keinen, aber gehört), stand bereits auf dem Platz. Anschließend gab es Abendessen, welches wir bei der überdachten Sitzgruppe vor dem Platz einnahmen.

Am Platz befinden sich auch „Dixie-Klos“, welche jedoch scheinbar eher als Mülleimer genutzt werden. Jede Menge Toilettenpapier und Taschentücher finden sich rund um die Toiletten. Da jedoch Toilettenpapier rar ist, sollte man auf jeden Fall selbst eines mitnehmen.

Um etwas Wasser zu erhitzen hatte ich vor kurzem einen kleinen Topf gekauft. Da jeder von uns einen Bugaboo Cup dabei hatte, blieb die Schüssel des Kochsets zuhause und wir haben nur noch einen zweiten Göffel besorgt.

Unsere Bugaboo Cups.

Nach dem Abendessen krochen wir in unser Zelt und wollten eigentlich(!!!) schlafen. Und warum schreibe ich jetzt „EIGENTLICH“?!

Tag 1:

14 Kilometer, 650 Meter bergauf – 560 Meter bergab, reine Gehzeit 4 Stunden

Highlights: Hochstein, Dreisessel, Steinernes Meer, Grenzstein Dreiländereck, Plöckenstein

Daten aus Komoot
„Dieser Weg, wird kein leichter sein. Dieser Weg wird steinig und schwer.“ – Da bekommt das Lied von Xavier Neidoo eine ganz andere Bedeutung (ich muss gerade irgendwie lachen).
Herrliche Weitsicht auf dem Weg zum Dreiländereck-Grenzstein.
Drei Seiten hat der Grenzstein – Deutschland, Österreich und Tschechien
Chriss wäre am liebsten sitzen geblieben. Wenn er gewusst hätte, was für ein Abstieg folgt, hätte er das wahrscheinlich auch gemacht.
Nicht nur tote Bäume, sondern auch Blumen.
Die Wege sind genauso wechselhaft, wie das Wetter.
Füße kühlen im „Moorbad“.

Tag 2 (13.07.2019) – Von Pod Plešným jezerem nach Frauenberg

Die Nacht war extrem kurz, was aber defnitiv nicht an meiner neuen Nordisk Grip 3.8 Isomatte lag. Zwei heftige Gewitter mit starkem Regen haben uns den Schlaf geraubt und…? …und unser Zelt etwas durchnässt. Wir waren am Abend zu faul, das Zelt komplett abzuspannen – obwohl Regen angesagt war. Die eigene Faulheit (wir haben aus unserem Fehler gelernt) hat dazu geführt, dass das Außenzelt auf das Innenzelt drückte, was die Feuchtigkeit schön (schön wars natürlich nicht, also Ironie aus) ins Innere geleitet hat. Es war ziemlich feucht, genau genommen nass.

Wir krabbelten aus dem Zelt und machten uns erst einmal ans Frühstück. Es sollten Rühreier werden. Dafür hatte ich extra Volleipulver bestellt. Tja, beim „sollten es werden“ ist es geblieben. Das Pulver löste sich im kalten Wasser schlecht auf und als wir es erhitzten, brannte das Pulver-Wasser-Gemisch sofort an. Noch dazu wollte es ohne Hitze nicht fest werden, sodass es nicht im Geringsten die Konsistenz von Rührei erreichte. Geschmacklich soll es laut Chriss okay gewesen sein, aber Rührei in Trinkform war nichts für mich – schon gar nicht am Morgen. So gab es für mich dann später ein paar Müsliriegel.

Der Versuch, ein gelungenes Frühstück zuzubereiten…
…hat nicht so ganz geklappt.
Vielleicht würde es mit einer Pfanne besser gehen – für den Topf scheint das Eipulver wohl ungeeignet zu sein.
Beim nächsten Mal teste ich das Milchpulver und dann gibts hoffentlich Müsli zum Frühstück.

Nach dem missglückten Versuch eines gelungenen Frühstücks packten wir zuerst unsere Rucksäcke. Anschließend kam das klitschnasse Zelt dran. Ich hasse es Zelte einzupacken, aber noch viel mehr hasse ich es, ein nasses Zelt einzupacken.

Eingemummelt in unsere Regenkleidung ging es los. Wir hatten beide keine Lust den gleichen steilen und steinigen Weg zurück zugehen, weshalb wir Richtung Nové Údolí gestartet sind. (Hätten wir eine weitere Nacht im Nationalpark verbracht, wäre das unser zweiter Zeltplatz gewesen).

„Es regnet, es regnet, es regnet seinen Lauf. Und wenns genug geregnet hat, dann hörts auch wieder auf!“ (Kinderlied)
Aber wer entscheidet, wann es genug geregnet hat?

Der Weg führt anfangs über eine Teerstraße, was aber gar nicht so schlecht war. So kamen wir schneller voran als am Vortag – und außerdem wurden wir (zumindest von unten) nicht so nass. Sehr zu Freyas Freude war der kleine Bach, welcher unseren Weg ein gutes Stück begleitete, gut mit Wasser gefüllt. Mit ein Grund, warum wir mehr Kilometer in weniger Zeit geschafft hatten, sind die moderaten Höhenmeter. Man läuft zwar immer leicht bergauf, aber das merkt man kaum – hier konnte auch Chriss etwas „beflügelter“ laufen. Allerdings war sein Ansporn eher das nahende Auto, welches den Heimweg versprach (grins).

Auch einer unserer Rastplätze. Es gibt auch eine Hütte, wo man sich zumindest unter das Dach setzen kann.
Durch den Regen entstanden an Tag 2 nur wenig Bilder.

Bis zum Rosenauer Denkmal wechselt der Weg zwischen Teer und Schotter und führt größtenteils entlang des Schwarzenberg Kanals. Dieser ist allerdings, trotz Regen, nicht immer gefüllt. Obwohl das Wetter um einiges schlechter ist als am Tag zuvor, sind deutlich mehr Leute unterwegs. Radfahrer, Wanderer, Spaziergänger – heute ist einiges los. Zuvor hatten wir lediglich am Hochstein, am Dreisessel und auf dem Weg zum Plöckstein andere Personen getroffen (ausgenommen das zweite Zelt am Zeltplatz).

Am Rosenauer Denkmal.
Trotz nasser Bänke machten wir hier eine kleine Pause.

Die Landschaft im Narodni park Sumava ist, meiner Meinung nach, einzigartig. Man wandert durch abwechslungsreiche Wälder. Mal sind es Buchen, im nächsten Moment Fichten. Die Spuren des Borkenkäfers sind hauptsächlich nur in der 1. Zone des Nationalparks zu sehen. Wobei sich auch hier der Wald, etwa 20 Jahre nach der „Verwüstung durch den Forstschädling“, wieder erholt. In der 1. Zone gilt absolutes Wegegebot, d. h. die Wege dürfen nicht verlassen werden; außerdem ist in dieser Zone das menschliche Eingreifen nahezu ausnahmslos verboten und es besteht im gesamten Nationalparkgebiet Leinenpflicht!

Vom Rosenauer Denkmal geht der Weg in einen schmalen Waldpfad über. Wir wandern ein kurzes Stück den Grenzsteig (Grenzgänger zwischen Deutschland und Tschechien) entlang, bis wir links auf einen Schotterweg abbiegen. Ein bisschen erinnert der Grenzsteig an die verwucherte Rückegasse (diese Wege scheinen wirklich nicht oft begangen zu werden), aber es handelt sich um einen offiziellen Wanderweg.

Als wir die Fahrstraße zum Dreisessel erreichten, war für Chriss die Tour geschafft. Ich ging die restlichen knappen 5 Kilometer allein bis zum Auto und holte die beiden ab. Da ich ohne Freya schneller vorankomme, habe ich sie bei Chriss gelassen.

Auf den letzten Kilometern kam ich (allerdings unfreiwillig, da meine Internetverbindung noch nicht wieder so wollte wie ich und ich deshalb einen Umweg gelaufen bin) bei der Kreuzbachklause vorbei. Weil ich aufgrund des nächsten anstehenden Regenschauers unter Zeitdruck stand, war für ein Foto keine Zeit – sorry, wird irgendwann nachgeholt.

Anschließend war nochmals ein kurzer aber knackiger Anstieg durch hohes Gras zu bewältigen, nur damit ich dann wieder die (jetzt noch nassere) Rückegasse hinunterlaufen konnte (Augenroll und Jaaaa, da war ich tatsächlich leicht genervt). Allerdings war ich schlau genug, einmal nicht auf Komoot zu hören, sondern meinen eigenen Weg zu wählen und habe mir zumindest dazwischen einen „Kampf“ mitten durch den Wald erspart (manchmal muss man auch einfach auf seine weibliche Intuition hören).

Der Weg war mir dann doch lieber, als wieder mitten durch den Wald.

Knapp 7 Stunden nach unserem Aufbruch am Morgen, erreichte ich gegen 15:30 Uhr das Auto und „düste“ los, um meine zwei müden Krieger am Straßenrand einzusammeln.

Chriss hatte für Freya einen „Unterstand“ gebastelt, damit sie nicht nass wird und nicht friert (total süß, findet ihr nicht auch?).

Freya blieb dankbar darunter liegen, auch wenn ihr Blick eher genervt aussieht.

Tag 2:

bis zur Straße Richtung Dreisessel => 16,4 Kilometer, 210 Meter bergauf – 230 Meter bergab, 3:40 Stunden reine Gehzeit; dazu noch rund 5 Kilometer und 1 Stunde bis zum Auto zurück

Daten aus Komoot

Und wie war die Tour jetzt sonst so?

EMPFEHLUNGEN UND FAZIT:

Ich fange Mal mit den positiven Eindrücken an:

  • Der Ausblick vom Hochstein ist einfach nur grandios
  • Das Essen beim Berggasthof Dreisessel ist sehr lecker und auch günstig, außerdem sind die Bedienungen sehr nett => eine Einkehr kann ich wirklich empfehlen
  • Wer den Anblick von „unberührter“ Natur liebt, der kommt bei dieser Tour „voll und ganz auf seine Kosten“
  • Das Steinerne Meer ist ein absolutes Highlight für jeden, der Blockhalden liebt (ich mag sie ja besonders gern, seitdem ich auf dem Plattengipfel im Fichtelgebirge war)
  • Dreiländereck: Die „Ecke“ bei der sich drei Ländergrenzen treffen => muss ich mehr dazu sagen? – Ich denke nicht
  • Der Zeltplatz Pod Plesnym jezerem => obwohl der Platz etwas klein gehalten ist, ist er toll. Quasi mitten im Wald, was für Naturfreaks wie mich ein absoluter Traum ist
  • Auch wenn Chriss die Wege zu anspruchsvoll fand, so waren die Pfade für Freya und mich super zu laufen (wir sind diese Art Weg aber auch schon vom Fichtelgebirge gewohnt)
Ich liebe diese Landschaft.
Junge Bäumchen kommen nach.

Und was war jetzt nicht so toll?

Einstimmig haben wir beschlossen, dass es nichts gab, was nicht toll war… Okay, die 100.000 Mücken am Zeltplatz waren dann doch nicht so toll.

Ich werde auf jeden Fall noch den kompletten Nationalpark Sumava durchwandern. Zwar nicht mehr in diesem Jahr, aber im nächsten. Ein paar Tagestouren wird es auch noch im Dreiländereck geben. Die Landschaft ist ein Traum und ich bin immer noch total „geflasht“. Natürlich erhoffe ich mir dann auch, ein paar „wilde“ Tiere zu Gesicht zu bekommen, diesmal waren nämlich die Mücken die einzigen, die wir auf unserer Tour gesehen haben. Chriss wird uns vermutlich, zumindest bei solchen Touren, nicht mehr so schnell begleiten.

Chriss an der Grenze Deutschland – Tschechien
Hinter mir liegt der Nationalpark Sumava.
„Hintem Horizont gleich rechts?“ – nicht ganz. Aber hinter dem nächsten Hügel befindet sich bald der Berggasthof Dreisessel.
Bald ist der Aufstieg geschafft.
Wald, soweit das Auge reicht.
Zugegeben, bei 30 Grad wäre es hier ziemlich warm geworden.
Wälzen muss sein.
Rückblick zum Hochstein.
Der Weg zum Hochstein.
Ein Nachbar von Hochstein und Dreisessel.
Und noch einer.
Aber auch sowas findet man auf der Tour. Außerhalb der 1. Zone wird dennoch mit Harvestern gearbeitet…

Ich hatte dieses Mal einiges an „Zeug“ aussortiert, was ich bei der letzten Tour sowieso nicht gebraucht hatte oder was wettertechnisch sinnfrei erschien: kein Inlett für den Schlafsack, kein Sitzkissen, keine Schleppleine, keine kurze Hose. Wäre das Zelt noch dazu gekommen (das hatte jedoch Chriss am Rucksack) wäre mein Rucksack immer noch unter 15 Kg gewesen. Ich bin nämlich mit 12,9 Kg gestartet (nicht schlecht, oder?). Chriss sein Gepäck brachte 16,8 Kg auf die Waage, davon waren aber fast 3 Kg Getränke. Wir hatten Essen und Kleidung für 3 Tage dabei, falls das Wetter besser gewesen wäre, wären wir noch eine Nacht auf dem Zeltplatz bei Nove Udoli geblieben.

Apropos! Dank meinen neuen Schuhen (ich hatte mich ja trotzdem wieder für meine Lowa Renegade entschieden) gab es weder eine Blase, noch einen schmerzenden Knöchel, was die Tour gleich noch angenehmer machte. Manchmal hilft es eben schon, das ausgelatschte Paar einfach nur durch ein neues Paar zu ersetzen (freu).

Mal sehen, wo uns die nächste Tour hinführt. Wer war denn auch schon im Nationalpark Sumava oder im Grenzgebiet D, A, CZ unterwegs? Wie hat es euch gefallen? Schreibt doch einfach einen Kommentar – ich würde mich freuen.

Wander-Ausrüstung für den Vierbeiner

HINWEIS: BEITRAG ENTHÄLT UNBEZAHLTE WERBUNG

Packliste

Damit auch ja nichts vergessen wird…

Wem geht es nicht auch ab und zu so? Man denkt, man hat alles eingepackt, fährt los und kurz vor dem Ziel fällt einem ein, dass man doch etwas vergessen hat. Manche Dinge lassen sich vor Ort ersetzen, aber das „Ein oder Andere“ eben nicht.

Damit euch genau das NICHT passiert, zeige ich euch meine „Wander-Ausrüstung für den Vierbeiner – Packliste“.

Meine Checkliste.

Ihr könnt euch die Checkliste am Ende des Beitrags als PDF herunterladen, ausdrucken und abhaken.

Was muss also unbedingt bei einer Wanderung mit Hund dabei sein:

Hundeleine

Ich habe eine Joggingleine mit integriertem Ruckdämpfer, welche eine Länge von 180 bis 250 cm hat. Außerdem befindet sich im Rucksack meistens noch eine leichte 5 Meter lange Schleppleine.

Halsband

Der Adressanhänger sollte mit den wichtigsten Daten des Besitzers beschriftet sein.

Das Halsband trägt optimalerweise der Hund. Dort habe ich einen kleinen Anhänger befestigt, auf welchem meine Handynummer (inkl. der Vorwahl für Deutschland), das Land, die Postleitzahl und der Wohnort steht.

Geschirr

Zum Wandern eignen sich gut gepolsterte Y-Geschirre oder Sicherheitsgeschirre.

Freya trägt bei unseren Wanderungen immer ein Geschirr UND ein Halsband. Je nach Tour trägt sie entweder ein Y-Geschirr oder ihr Sicherheitsgeschirr, an welchem ich notfalls auch Packtaschen befestigen kann.

EU-Heimtierpass

Der Impfpass sollte immer dabei sein – auch in Deutschland.

Immer mit dabei ist Freyas EU-Heimtierausweis. Warum es wichtig ist, einen EU-Heimtierpass zu haben könnt ihr demnächst in einem weiteren Beitrag über die verschiedenen Reisebestimmungen nachlesen.

Futter, Leckerlis und Wasser

Auch bei meinen Tages- bzw. Halbtagestouren habe ich IMMER eine Portion Futter und Leckerlis/Kauartikel dabei. Man weiß ja nie, was noch kommt. Ebenso habe ich mindestens 500 ml Wasser in einer Trinkflasche dabei.

Hundehandtuch

Sollte Freya einmal unverhofft oder auch geplant baden gehen, so kann ich sie abtrocknen, bevor es wieder ins Auto, ins Zelt oder in ein Lokal geht. Ein kleines Reisehandtuch oder ein ausgemustertes Handtuch reicht hier völlig aus.

Kotbeutel

Kotbeutel sollte man immer dabei haben. Es gibt sie in sämtlichen Farben und auch biologisch abbaubare Tüten. Dennoch sollte man auch die umweltfreundliche Variante nicht einfach achtlos in die Natur werfen, sondern bis zum nächsten Mülleimer mitnehmen.

Ganz wichtig sind Kotbeutel, um die Hinterlassenschaften des lieben Gefährten zu entfernen. Ich habe sowohl biologisch abbaubare wie auch Kotbeutel aus Plastik dabei. Und auch, wenn es viele so machen – ich werfe die biologisch abbaubaren auch nicht ins Gebüsch. Dann lieber einen Stein auf das Häufchen legen oder mit einem Stock ins Gebüsch, damit es keine „Tretmiene“ wird.

Erste Hilfe-Set

Mein Erste-Hilfe-Set ist sowohl für Vier- wie auch für Zweibeiner ausgestattet. Wie genau dies aussieht, könnt ihr hier nachlesen. Hier findet ihr auch eine Liste unserer Medikamente.

Reisenapf

Reisenäpfe gibt es in verschiedenen Varianten. Mir ist dieser hier aber am liebsten.

Egal ob für Wasser oder Futter. Ein Napf sollte immer dabei sein. Warum ich lieber einen Reisenapf und eine separate Trinkflasche dabei habe und keine Trinkflasche mit integriertem Napf, erkläre ich euch demnächst.

Maulkorb

Da der Maulkorb fest zum Bestandteil meines Erste Hilfe-Sets gehört, habe ich ihn immer dabei. Gebraucht haben wir ihn bisher nur ein einziges Mal, aber „sicher ist sicher“. (In manchen Ländern ist ein Maulkorb Pflicht!)

Hundedecke

Reisedecken für Hunde gibt es viele. Praktisch ist es, wenn sie ein kleines Packmaß haben. Freya hat die Reisedecke Everest Größe M von Dogs Creek.

Naja, nicht jeder hat Lust, auf einer kleinen Wanderung eine Decke für die Fellnase mitzuschleppen. ABER, spätestens bei einer längeren Wanderung, womöglich mit Übernachtung in einem Zelt oder ähnlichem, sollte für den Hund eine Decke im Gepäck sein. Zum einen als Schutz gegen Kälte und Nässe vom Boden her, zum anderen, weil viele Hunde eine Decke einfach als „ihren Platz“ akzeptieren und es somit wenig „Diskussionen“ bzgl. dem Schlafplatz gibt.

Was habt ihr dabei, wenn ihr mit eurer Fellnase wandern geht?

Wanderung zu den Rißlochfällen

„Bei der Hitze gehst du wandern? Bist du verrückt?“

Mit solchen oder ähnlichen Worten werde ich konfrontiert, wenn ich sage, dass ich morgen wandern gehe… Und ja, ich gehe dann wirklich wandern, denn für genau solche Tage habe ich

„Coole“ Touren für heiße Tage!“

Die Wanderung zu den Rißlochfällen – auch Riesloch oder Rießloch – führt uns nach Bodenmais im Bayerischen Wald und ist besonders für heiße Tage geeignet.

Soviel schon Mal vorweg: Der Weg geht durch schattige Wälder und zahlreiche Bademöglichkeiten für die Fellnasen bieten die nötige Abkühlung. Bei solch einer Hitze genau die richtige Tour.

Infos zur Tour:

  • Gesamtlänge: 6,04 km
  • Höhenmeter: 320
  • Besonderheiten/Schwierigkeiten: gutes Schuhwerk und Trittsicherheit von Vorteil (es waren tatsächlich auch welche mit Flip-Flops unterwegs – ich hätte aber nicht tauschen wollen); Wasser für die Vierbeiner gibt es genug, jedoch ist ein kurzes Teilstück nicht direkt am Bach; schöne Wasserfälle; überwiegend schattig; Tour kann verlängert werden (kleiner Arber, großer Arber, Chamer Hütte), Naturschutzgebiet (Leine nicht vergessen); auf der direkten Route gibt es keine Einkehrmöglichkeit, nicht Kinderwagengeeignet
  • Start: kostenloser Wanderparkplatz Rißlochfälle, Rißlochweg (die vorherigen Parkplätze sind teils gebührenpflichtig)
  • Koordinaten: Geographisch: 49.0800636, 13.1101612
  • Ziel: = Start

(Daten stammen aus der Komoot App)

Nachdem ich bei der Parkplatzsuche zuerst dachte, ich sei falsch (es geht nämlich an allen Häusern vorbei in Richtung Wald), entdeckte ich dann doch den Parkplatz. Bereits hier fließt der Riesbach entlang.

Also schnell die Schuhe geschnürt, den Rucksack geschultert und schon gehts los.

Hinweisschild am Parkplatz.

Der Wegverlauf

Wir starten am Parkplatz und folgen einer geschotterten Forststraße leicht bergauf. Der Riesbach fließt zu unserer Linken, ist aber aufgrund eines Hangs nicht wirklich zu erreichen. Das ändert sich aber nach knapp 500 Meter.

Hier geht es noch nicht ins kühle Nass. Aber gleich.

Ein Hinweisschild weist den Weg. Links geht es über den Steinigen Weg weiter am Bach entlang, „klingt gut, den nehmen wir“. Der rechte Weg wird unser Rückweg.

Wegweiser an der Gabelung. Wir gehen links weiter.

Nach kurzer Zeit merken wir, wieso der Weg „Steiniger Weg“ genannt wird. Es wird richtig felsig, aber Freya nimmt gleich ihr erstes Bad, denn hier kommt man gut ins Wasser.

Gutes Schuhwerk und Trittsicherheit sind hier von Vorteil.
Endlich kommt man ins Wasser.

Nach einer kurzen Erfrischungspause geht es weiter. Schließlich warten noch ein paar Kilometer auf uns. 1,3 Km nach dem Start am Parkplatz erreichen wir den ersten Wasserfall an der Unteren Wasserstube. Er ist wunderschön und eine Bank bietet sich für eine Rast an (Bänke gibts auf der Route immer wieder).

Der Wasserfall bei der Unteren Wasserstube.

Vom unteren Wasserfall geht es weiter über einen steilen Anstieg durch die Rieslochschlucht. Der Anstieg bietet einem eine super Aussicht auf den Wasserfall. Von oben sieht er fast noch imposanter aus.

Die schöne Schlucht lassen wir hinter uns und folgen weiter dem steinigen Pfad. Obwohl hier Personen mit Sandalen und Flip-Flops unterwegs waren, würde ich dies niemandem raten. Ich war sehr glücklich darüber, dass ich mich für meine festen und wasserdichten Wanderschuhe entschieden habe.

Der Weg wird etwas gerader und wir überqueren eine kleine Brücke. Badezeit!!! Hier kommt man wieder super ans Wasser.

Nachdem wir die Brücke überquert haben (1,6 km) und Freya ein Bad genommen hat, gehen wir ein kurzes Stück rechts vom Bach weiter und kommen zu einer weiteren Abzweigung. Hier biegen wir links ab.

Der Weg wird wieder etwas felsiger und…

…nasser. Ein richtiger kleiner Bach fließt uns entgegen. Der Schwellbach ist es aber nicht. Dieser ist nämlich rechts von uns. Freya genießt es, mit den Pfoten im Wasser zu tapsen und meine neuen Schuhe werden gleich mal auf ihre Dichtigkeit geprüft.

Ein kleiner Bach fließt direkt über den Weg.
Links im Bild der Schwellbach, rechts der etwas nasse Weg.

Nun verlassen wir den Waldpfad (bis hier sind es 3 Km) und kommen auf eine geschotterte Forststraße. Wir halten uns rechts und folgen ein Stück der Arberhochstraße. Aufgrund des breiten Wegs ist es hier nicht schattig.

Die 500 Meter in der Sonne sind schnell geschafft und beim Unterstand des Arberbachs legen wir eine kleine Pause sein. Hier können die Vierbeiner wieder gut ans/ins Wasser.

Der Wegweiser führt uns wieder in den Wald. Ist das angenehm. Rechts der Bach und schattenspendende Bäume. Herrlich. Aber auch wieder ein felsiger Weg – also nichts für einen „normalen“ Kinderwagen. Wer hier gehen möchte, sollte einen geländegängigen Kinderwagen haben oder eine Kraxe nehmen.

Wenn ihr VOR diesem Schild steht, dann müsst ihr links. Kommt ihr vom Waldpfad hoch, dann rechts.
Kurz nach dem Unterstand geht es rechts in den Wald.
Auch der Rückweg ist ziemlich steinig.

Nachdem der Weg fast wie eine Acht verläuft, kommen wir wieder an der Brücke vorbei. Wir bleiben aber auf dieser Seite und laufen weiter bergab. Natürlich gibts erst wieder eine Badepause.

Hier kommen wir an einen weiteren großen Wasserfall, den Rieslochwasserfall. Er stürzt sich, meiner Meinung nach, fast noch imposanter in die Tiefe.

Der Rieslochwasserfall. Nicht so hoch wie der Wasserfall an der Unteren Stube, aber den Verlauf finde ich fast noch schöner.

Vorbei an ein paar großen Felsen kommen wir wieder an der Weggabelung an (nun seid ihr schon 5,5 Km gegangen), wo wir am Anfang der Tour links den Steinigen Weg genommen haben. Die letzten Meter bis zum Parkplatz verlaufen auf der selben Forststraße wie die ersten Meter.

Die Wege sind gut beschildert und man kann sich eigentlich nicht verlaufen. Wer eine größere Tour machen möchte, kann weiter zum Kleinen/Großen Arber oder dem Kleinen Arbersee gehen, aber für heiße Tage empfehle ich die kurze Tour mit 6 Kilometer.

Eine super Tour für heiße Tage, die ich auf jeden Fall empfehlen kann.

Wasser und Wald – was will man an heißen Tagen mehr?
Auch kleine Wasserfälle begleiten uns.
Ein abenteuerlicher Weg – gute Schuhe sind empfehlenswert. Dennoch fühlt man sich wie in einer Oase.
Füße kühlen im Bach.
Nun ja, das mit dem „in die Kamera schauen“ müssen wir noch etwas üben.

Obwohl wir die Wanderung unter der Woche gemacht haben, war verhältnismäßig viel los. Ich denke, dass die Rieslochfälle am Wochenende sehr gut besucht sind.

Wart ihr auch schon bei den Rieslochfällen? Wie hat es euch gefallen?

12-Gipfel-Tour im Fichtelgebirge

HINWEIS: BEITRAG ENTHÄLT UNBEZAHLTE WERBUNG

3 Tage, 12 Gipfel, 60 km und 1770 Höhenmeter – zu Fuß…

…und dann kam es, wie es kommen musste…

Start unserer Tour: Der Parkplatz des Felsenlabyrinths Luisenburg.
Unsere ersten Schritte auf unserer 12-Gipfel-Tour im Fichtelgebirge.

Unterwegs im Fichtelgebirge – mit Hund, Rucksack und Zelt!

Schon etwas länger träumte ich davon… Die 12-Gipfel-Tour im Fichtelgebirge. Ich stöbere ja immer wieder auf verschiedenen Outdorr-Seiten und suche nach neuen Routen. Dabei lege ich mich nur ungern auf eine bestimmte Länge oder Zeit fest. Und so stieß ich auf der Seite des Deutschen Alpenvereins auf die 12-Gipfel-Tour. Der DAV berichtet auf seiner Seite von der Route – „klingt nach einem Abenteuer„, dachte ich mir. Bis ich gelesen habe, dass die Herrschaften die Tour an einem Tag gelaufen sind…

An einem Tag? Das ist verrückt„, sagte ich leise zu mir selbst. Das würde weder Freya, noch ich schaffen. Aber die Tour ging mir nicht mehr aus dem Kopf und ich tüfftelte an einer anderen Lösung…

Die Planung

Dass wir die 12 Gipfel nicht an einem Tag schaffen würde, war ja klar. Aber ich wollte die Tour unbedingt machen. Das Fichtelgebirge hat es mir schon länger „angetan“, obwohl ich immer der Meinung war, an die Alpen kommt nichts dran. Ja, Meinungen ändern sich…

Ich tüftelte an der Routenplanung. Zuerst wollte ich die selbe Strecke gehen, wie vom DAV beschrieben. Da allerdings das Wetter anders plante als ich, habe ich die Tour umgekehrt. Was erfreulicherweise dazu führte, dass steile Aufstiege jetzt zu Abstiegen wurden. Yippie! Für die Planung der einzelnen Touren habe ich Komoot verwendet.

Das Abenteuer „12-Gipfel-Tour im Fichtelgebirge“ soll 3 Tage dauern. Wildcampen ist in Deutschland verboten und da wir uns (fast) ausschließlich in Schutzgebieten (Naturschutzgebiet, Landschaftsschutzgebiet etc.) aufhalten werden, plante ich die 2 Nächte auf Campingplätzen zu verbringen.

Unser Zelt haben wir für die erste Nacht auf dem Campingplatz Fichtelsee aufgeschlagen.

Ich bin kein großer Fan von Zugfahrten, was vermutlich daran liegt, dass ich es schlichtweg schon nicht fertig bringe, an einem Automaten die richtige Fahrkarte zu kaufen. Busfahrten sind mit Hund auch nicht immer problemlos. Deshalb musste auch geplant werden, wie ich vom Ziel wieder zu meinem Auto am Startpunkt kommen sollte.

Hier kommt mein Freund ins Spiel. Er hat sich sofort bereit erklärt, uns am Ende abzuholen und wieder zum Auto zu fahren. Außerdem ist er auch unser „Joker“, falls wir unterwegs Probleme haben sollten.

Vorfreude ist die schönste Freude!

Morgens erst einmal einen Schluck warmen Tee. Dafür braucht es nicht mal viel Ausrüstung.

Zur Planung gehört auch eine Packliste anzufertigen. Da wir schon länger auf keiner Mehr-Tages-Tour mehr waren, musste ich zuerst die Ausrüstung aufstocken. Jede freie Minute wurde genutzt, um Gewichtsangaben, Preise und Bewertungen zu vergleichen. Schließlich wollte ich nicht zu viel Geld ausgeben, aber auch nicht unnötig Gewicht schleppen. Nach etwa zweieinhalb Monaten hatte ich die komplette Ausrüstung zusammen.

Welche Dinge ich auf unserer 12-Gipfel-Tour dabei hatte, könnt ihr euch unter Packliste für unsere 12-Gipfel-Tour im Fichtelgebirge anschauen.

Bei der Packliste ergaben sich, dank der Wettervorhersage, ein paar Änderungen.

Die lange Laufleggings (230 Gramm) wurde durch eine bequemere, leichtere Leggins (120 Gramm) ersetzt. Diese kann ich nachts auch zum Schlafen anziehen. Aufgrund der, vorausgesagten, niedrigen Temperaturen habe ich mich für einen Liner in den Schlafsack entschieden (263 Gramm). Socken und Unterwäsche wurden durch leichtere Kleidung ersetzt (Ersparnis 108 Gramm). Und um noch etwas mehr Platz zu bekommen und weil ich sowieso nur ein bisschen Wasser warm machen werde, hab ich mich für einen kleineren Topf entschieden und den Teller weggelassen (Ersparnis 268 Gramm).

Das Gesamtgewicht des Rucksacks betrug inklusive Essen, Getränke und allem anderen dann 16,3 Kg. Natürlich wurde das Hundefutter und die Kosmetikartikel etwas weniger und der Rucksack somit ein bisschen leichter. Aber nicht wirklich viel.

Die letzten Vorbereitungen

Die letzten Vorbereitungen bestanden daraus:

  • die Touren offline speichern
  • die Campingplätze informieren/buchen
  • den Rucksack packen
  • die letzten benötigten Sachen besorgen
  • sämtliche Akkus aufladen, damit wir mit vollen Akkus starten können

Die Etappen

Die einzelnen Etappen zu planen, war nicht wild. Welche Gipfel bestiegen werden, war ja auf der Seite des DAV zu finden. Ich musste die Reihenfolge nur anders herum planen.

Für die erste Etappe sind der Burgsteinfelsen, Großer Haberstein, die Große Kösseine, Hohe Matze und Platte geplant.

Am zweiten Tag soll es auf den Ochsenkopf, Nußhardt, Schneeberg und zum Rudolfstein gehen.

Tag Nummer 3 bringt uns zum Großen Waldstein, zur Burg Epprechtstein und weiter auf den Großen Kornberg.

Nun, nachdem der Juni einen herrlichen Start in den Sommer versprach und Pfingsten vor der Tür stand, habe ich mich dazu entschlossen, es an jenem Wochenende zu versuchen (08.06.19 – 10.06.19).

Endlich gehts los!

Den Abend davor konnte ich meine Freude kaum noch bändigen. Die Nacht war dementsprechend kurz. Mir gingen noch so viele Dinge durch den Kopf. „Habe ich alles nötige dabei?““Bin ich mir sicher, dass ich das machen will?““Was mache ich, wenn wir die Tour nicht schaffen? Ist das nicht peinlich?“ Egal, ich schob alle Zweifel beiseite und so ging es Samstag, morgens um halb 8, los zum Startpunkt

Die erste Route:
Der Aufstieg zum Burgsteinfelsen.
Ausblick vom Burgsteinfelsen.
Und Freya lässt ihre Blicke in die andere Richtung schweifen…
Wie? Auf dem Burgsteinfelsen gab es nie eine Burg?!

Um halb 10 schnürte ich meine Wanderstiefel, packte den Rucksack auf den Rücken und los gings. Aufgeregt nahm ich die ersten Meter. Vom Parkplatz in Luisenburg (gebührenpflichtig, ich bezahlte für zwei Nächte 6 €) ging es über den Burgsteinfelsen zum Großen Haberstein. Das Wetter war noch nicht so super und die Aussicht dementsprechend etwas getrübt. Aber es war ein herrliches Gefühl, die ersten beiden Gipfel geschafft zu haben. Am Burgsteinfelsen geht es über Gittertreppen nach oben zum Aussichtspunkt. Für Freya kein Problem. Am großen Haberstein steigt man über steile Holztreppen zur Plattform empor. Auch kein Problem. Der Wind war allerdings ziemlich frisch und so ging es schnell wieder hinunter.

Hinauf zur Aussichtsplattform auf dem Großen Haberstein.
Und wieder hinab…

Während wir noch eine kurze Rast am Picknickplatz machten, kamen drei Herren hinzu. Wir unterhielten uns nett und da jene auch auf dem Weg zur Großen Kösseine waren, hatte ich bereits nach wenigen Kilometern meine erste Begleitung auf der Tour. „Super, das ist ja cool. Gleich am Anfang hat man jemanden zum Quatschen“, dachte ich mir. Ich freute mich richtig darüber. Am Kösseinehaus angekommen, nahmen wir zu viert an einem Tisch platz. Essen in Gesellschaft – genau mein Geschmack. Ich entschied mich für ein Kinderschnitzel mit Pommes und ein Cola-Mix-Getränk. Für beides bezahlte ich 8,70 €.

Gar nicht mal so übel… Der Blick vom Aussichtsturm der Großen Kösseine. Und die Sonne ließ sich auch langsam blicken.
Auf dem Weg von der Kösseine zur Hohen Matze gibt es einen kleine Brunnen.

Nach leckerem Essen, guter Gesellschaft und der erfolgreichen Besteigung des Aussichtsturms auf dem Kösseinegipfel, ging es zuerst einmal wieder bergab. Wir ließen die Kösseine hinter uns und machten uns an den Anstieg zur Hohen Matze. Hier steht ein wunderschönes Kreuz am Gipfel und von der Bank aus können wir nochmal unseren vorherigen Gipfel, die Große Kösseine begutachten. „Da waren wir also schon oben? Nicht schlecht.“ Euphorie machte sich breit. Wir hatten mit der Hohen Matze bereits den vierten Gipfel erreicht und einer wartete noch auf uns, bevor wir zu unserem Etappenziel gelangen sollten.

Mit dem Gipfel der Großen Kösseine im Rücken, geht es weiter Richtung Hohe Matze.
Da waren wir schon oben? – Blick vom Picknickplatz an der Hohen Matze zur Großen Kösseine.
Die Stimmung am Gipfelkreuz der Hohen Matze war einfach nur genial.

Von der Hohen Matze ging es weiter auf den Plattengipfel. Mir kam der Weg bekannt vor, aber woher? – Natürlich. Plötzlich stand ich bei der Abzweigung zur Girgelhöhle. Diese ließen wir aber aus. War es doch beim letzten Mal schon eine ziemliche Tortur, diese mit dem schweren Rucksack bei unserer Probetour zu „durchklettern“. Auch den Abstecher zum Prinzenfelsen sparten wir uns. Der Aufstieg zum Plattengipfel fiel mir diesmal ein wenig leichter (wahrscheinlich weil ich wusste, dass er nicht ganz so heftig ist, wie ich beim ersten Mal dachte), Freya jedoch nicht… Sie war müde und hat sich irgendwann einfach hingelegt. Pause war angesagt. Während unserer Pause kam ein Jogger (oder Trailrunner, oder was auch immer) vorbei, welchen wir auf unserer letzten Tour hier schon getroffen haben. Die Welt ist so klein.

Sitzstreik!!! – Nach ein paar Minuten hatte sie wieder genug Energie, für den restlichen Aufstieg.

Irgendwann war Freya bereit, die letzten Meter anzutreten und so erreichten wir unseren fünften Gipfel für heute. Ein tolles Gefühl war das. Das Wetter hatte sich gebessert und bei strahlendem Sonnenschein schweiften unsere Blicke über das Blockmeer des Plattengipfels. Geschafft!!! Jetzt nur noch der Abstieg zu unserem Übernachtungsplatz, dem Campingplatz Fichtelsee. Der Fichtelsee ist ein kleiner, aber sehr schöner Moorsee. Hier gibt es Auerhähne, eine Biberfamilie und allerhand seltene Pflanzen und Tiere. Ein Ort, der zum Verweilen einlädt.

Wir wurden freundlich begrüßt und uns wurde der Platz gezeigt, an welchem wir unser Zelt aufschlagen konnten. Für den Campingplatz am Fichtelsee bezahlte ich für 1 Nacht, 1 Zelt, 1 Person, 1 Hund und WLAN 16,40 €. Duschen inklusive und morgens kommt ein Bäcker, bei welchem es Semmeln und frische Eier zu kaufen gibt. Der Platz war sauber, ebenso die Sanitäranlagen. Es gibt eine Hundedusche und mir machte es wirklich den Eindruck, dass unsere Vierbeiner auf dem Platz Willkommen sind.

Ein schönes Plätzchen am Plattengipfel.
Freya mitten im Blockmeer der Platte. (Titelbild)
Eine traumhafte Aussicht und Granitblöcke ohne Ende – Plattengipfel.
  • Start: Parkplatz Luisenburg
  • Ziel: Campingplatz am Fichtelsee
  • Gipfel: 5 =>Burgstein, Großer Haberstein, Kösseine, Hohe Matze, Platte
  • Kilometer: 19,7
  • Höhenmeter: 730 Bergauf – 640 Bergab
  • Dauer und Gehzeit: wir starteten um 09:30 Uhr und kamen um 18:10 am Campingplatz an, die reine Gehzeit betrug 4 Std. und 49 Min.
Geschafft.
Unser Ziel für die erste Etappe – der Fichtelsee mit Blick auf den Schneeberg.
Das Biber ABC am Fichtelsee.
Die zweite Etappe:

Nach einer kühlen (6 Grad), aber ruhigen Nacht, startete der Tag zuerst mit einer warmen Tasse Tee. Freya bekam ihr Frühstück und ich ging duschen. Anschließend schnell noch das Zelt zusammenpacken und los gings.

Um 04:18 Uhr war die Nacht erst einmal vorbei. Trotzdem sind wir nochmal eingeschlafen und haben uns dann warm gekuschelt.

Die zweite Etappe unserer 12-Gipfel-Tour startete am Campingplatz Fichtelsee. Den See ließen wir aber hinter uns, denn es ging auf den Gipfel des bekannten Ochsenkopf. Oben angekommen, verspürte ich schon ein leichtes Hungergefühl. Ich hatte die Qual der Wahl. Endlich das mitgenommene Essen kochen, oder mir etwas vom Kiosk gönnen?! – Ich entschied mich für die zweite Option. Und so gab es eine Kinder-Currywurst mit Pommes und wieder ein Cola-Mix-Getränk. Für beides bezahlte ich 8,90 €.

Auf dem Weg zum Ochsenkopfgipfel.
Die Naabquelle auf dem Weg zum Ochsenkopf.
Sendemast am Ochsenkopf.

Der Tag war bereits jetzt um einiges wärmer und sonniger, als gestern. So nutzte ich die Gelegenheit und testete das Solarpanel. Während des doch recht kurzen Aufenthalts schaffte es dank praller Sonneneinstrahlung, die Powerbank knapp zur Hälfte zu laden. Das sollte mir noch zugute kommen, wie sich später herausstellte…

Nachdem ich alles wieder im Rucksack verstaut und Freya ihr Nickerchen abgeschlossen hatte, ging es weiter zum Gipfel des Nußhardt. Eigentlich wollte ich Freya nicht wieder den Aufstieg über die Gittertreppen zumuten und hatte ihr ein schattiges Plätzchen direkt unterhalb des Gipfels ausgesucht. Hier trafen wir auf ein Paar, welches wir beim Kösseinehaus schon getroffen haben. Die Welt ist noch viel kleiner (schmunzel).

Freya wollte sich es aber nicht nehmen lassen, ebenfalls den Gipfel des Nußhardts zu besteigen und so packte ich Hund und Rucksack und gemeinsam ging es nach oben. Von hier hat man eine herrliche Sicht auf weite Teile des Naturparks Fichtelgebirge und den Fichtelsee. Aber wir mussten weiter. Es warteten noch einige Kilometer auf uns.

Freya und ich auf dem Gipfel des Nußhardts.
Das Kreuz auf dem Nußhardt ist wirklich niedlich – etwas entfernt ist auch der Fichtelsee zu erkennen.
Die Kuhlen auf dem Nußhardt nutzte Freya gleich als Hundekörbchen.

Den Nußhardt ließen wir hinter uns und über steinige Waldwege geht es weiter zum Schneeberg. Mit seinen 1051 m ist er der höchste Berg im Fichtelgebirge. Man nennt ihn auch „Das Dach Frankens“. Den Aussichtsturm haben wir uns „gespart“. Stattdessen führte ich ein nettes Gespräch mit zwei Mountainbikern. Freya hat währenddessen tief und fest geschlafen. Sie bekam nicht mal mit, als ich den Rucksack wieder auf den Rücken gepackt habe um weiterzulaufen. „Ohweia, das kenne ich gar nicht von ihr“, war mein Gedanke.

Der Aussichtsturm „Backöfele“ am Gipfel des Schneebergs.
Tafel am Schneeberg.

Der letzte Aufstieg war mit dem Schneeberg getan. Von nun an gings bergab. Und zwar nicht nur mit den Höhenmetern…

Mein linker Knöchel hatte bereits beim Aufstieg zum Nußhardt Probleme gemacht. Er schmerzte. Ich dachte mir nichts, schließlich hatte ich diese Schmerzen gestern auch und heute Morgen, nachdem ich die ersten Meter gegangen war, waren sie verschwunden. Aber sie wurden immer schlimmer. Jeder Schritt wurde zur Qual. Bergab noch viel mehr, als bergauf. „Na komm, die paar Kilometer schaffst du auch noch“, redete ich mir ein.

Wir erreichten den Rudolfstein. Unser letzter Gipfel für die heutige Etappe. Aber die Stufen zur Aussichtskanzel schafften wir beide nicht mehr. Wir waren am Ende unserer Kräfte. Freya war nur noch müde und legte sich sofort bei jeder Gelegenheit hin und mein Knöchel schmerzte und schmerzte.

Der Rudolfstein. Unser letzter Gipfel vorerst.
Den Aufstieg zur Aussichtswarte haben wir nicht mehr geschafft – aber beim nächsten Mal klappt es bestimmt.

Hier waren wir also. Gipfel Nr. 9 unserer 12-Gipfel-Tour und vorerst auch der LETZTE. Ich habe hier für uns beschlossen, die Tour abzubrechen. Es hatte keinen Sinn. Der Wetterbericht für Montag versprach nichts Gutes. Regen und Gewitter sollten aufziehen. Freya war am Ende ihrer Kräfte und ich mit meinen Schmerzen… – das wollte ich uns nicht zumuten. Ich sagte Zuhause Bescheid, dass mein Freund uns bitte abholt.

Mit letzter Kraft und den letzten Prozenten des Handyakkus (der übrigens nur die letzten Meter dank des Solarpanels durchgehalten hat) schleppten wir uns bis Weißenstadt. Der Campingplatz am Weißenstädter See wäre unser zweites Nachtlager gewesen.

  • Start: Campingplatz Fichtelsee
  • Ziel: Friedhofskirche in Weißenstadt (eigentliches Ziel: Campingplatz am Weißenstädter See)
  • Gipfel: 4 => Ochsenkopf, Nußhardt, Schneeberg, Rudolfstein
  • Kilometer: 21,1
  • Höhenmeter: 640 Bergauf, 770 Bergab
  • Dauer und Gehzeit: wir starteten um 08:45 Uhr am Campingplatz Fichtelsee und kamen um 17:20 Uhr an der Friedhofskirche in Weißenstadt an, die reine Gehzeit betrug 5 Std. und 6 Min.
Tag 3 – oder wie ich es nenne „Der letzte Schritt“:
Unsere dritte Etappe der 12-Gipfel-Tour hätte folgendermaßen ausgesehen:

Die letzte, aber auch längste Etappe kommt an Tag 3. Die schlimmsten Anstiege haben sich durch die umgekehrte Route in Abstiege verwandelt. Auch nicht schlecht.

Unsere letzte Tour startet am Campingplatz Weißenstädter See. Von hier geht es hinauf zum Großen Waldstein und führt uns weiter zur Burgruine Epprechtstein. Die Burg Epprechtstein hat eine lange Geschichte, welche bis ins 11. Jahrhundert zurück reicht. Seit 1553 liegt die ehemalige Burg in Ruinen.

Wir befinden uns auf dem letzten Aufstieg und wandern weiter auf den Großen Kornberg. Der letzte Abstieg der 12-Gipfel-Tour führt uns dann zum Parkplatz unterhalb des Kornberggipfels und somit haben wir unsere Tour geschafft – „Der letzte Schritt“ ist wäre getan gewesen.

  • Start: Campingplatz Weißenstädter See
  • Ziel: Parkplatz Kornberg
  • Gipfel: 3 => Großer Waldstein, Burg Epprechtstein, Großer Kornberg
  • Kilometer: 22,1
  • Höhenmeter: 630 Bergauf, 420 Bergab

(Ich habe die Touren mit Komoot geplant und aufgezeichnet. Bei den Angaben handelt es sich um die Daten der genannten App.)

Wie ist es uns unterwegs ergangen?

Ja, wie ist es uns auf der Tour ergangen? Eigentlich gut. Es lief, wie ich es geplant hatte – mit der Ausnahme, dass wir die Tour frühzeitig abbrechen mussten. Das war zwar sehr schade, aber ich bin ehrlich gesagt, mit einem lachenden und einem weinenden Auge im Auto auf dem Heimweg gesessen.

Wir verabschieden uns vorerst von der 12-Gipfel-Tour mit einem lachenden und einem weinenden Auge!

Das lachende Auge steht dafür, dass wir trotz allem

9 Gipfel, 40,2 Kilometer und 1370 Höhenmeter

geschafft haben.

Wir haben auf den beiden Etappen oft unseren „inneren Schweinehund“ überwunden. Die Höhenmeter, die 6 Grad Nachts, die Sonne und Wärme am zweiten Tag haben uns teils ganz schön „in die Knie gezwungen“. Aber auch das haben wir geschafft.

Das gemeinsame Zelten hat Freya und mich nochmals ein Stück weiter zusammengebracht. Wir sind sowieso ein Dreamteam, wenn es ums Wandern geht, aber das war nochmal eine andere Erfahrung. Ich hatte Bedenken, dass Freya Probleme machen könnte, wenn sie alleine im Zelt warten muss. Aber sie hat mich (wieder einmal) eines Besseren belehrt.

„Danke meine Maus, du bist der beste (Wander)Hund der Welt!!!“

Der beste Hund der Welt – FREYA!

Das weinende Auge steht natürlich dafür, dass wir die Tour vorzeitig beendet haben/beenden mussten.

Dass wir die Tour abgebrochen haben, war allerdings eine gute Entscheidung, wie sich herausstellte. Als wir am nächsten Tag das Auto geholt haben, sah das Wetter keineswegs gut aus. Es war drückend schwül und hatte 30 Grad. Allein das wäre für Freya wohl zu viel gewesen. Zum Abend hin kamen noch Gewitter und Sturmböen dazu. Da es die längste Etappe gewesen wäre, hätten wir es vermutlich nicht vor dem Unwetter zum Ende der Tour geschafft und unser Motto lautet bei jeder Wanderung

„Sicherheit steht an oberster Stelle!“

Bei Gewitter und Sturm sollte niemand wandern gehen. Und kommt man doch unerwartet in solch eine Situation, ist es ratsam, sich einen geeigneten Unterschlupf zu suchen und schnellstmöglich von irgendwelchen Graten und Gipfeln hinabzusteigen.

Was würde ich ändern?

Nun ja, was würde ich ändern? Was kann ich Zukunft besser machen?

Zuerst habe ich gemerkt, dass Freya nicht so fit ist, wie ich dachte. Klar, wir gehen viel zusammen wandern und unsere Strecken sind selten unter 10 Kilometer. Aber mehrere Tage hintereinander und dazu noch wenig Schlaf, scheinen für sie noch etwas „to much“ zu sein. Hier bedarf es etwas Training.

Den Wasservorrat auffüllen, überall wo es möglich ist. Ich hatte mich zu sehr darauf verlassen, dass bestimmt auf den nächsten Metern irgendwo Wasser ist. Der Vorrat wurde auf unserer zweiten Etappe tatsächlich etwas knapp. Deshalb werde ich in Zukunft unseren Vorrat überall auffüllen, wo es möglich ist. Die kleinen Bächlein waren teils ausgetrocknet. Aber wir haben es mit dem letzten Tropfen rechtzeitig geschafft.

Endlich Abkühlung am See bei Karches.

Ich werde auf jeden Fall meinen Rucksack-Inhalt überarbeiten. Die 16,3 Kilo waren zwar gerade noch auszuhalten, aber Lebensmittel brauche ich wohl nicht so viel. Ich war entweder zu faul oder zu kaputt, mir etwas zu „kochen“. Wenn es auf unseren Routen bewirtschaftete Hütten gibt, werde ich diese auch in Anspruch nehmen. Spart zumindest etwas Gewicht und auf jeden Fall Platz im Rucksack. Ansonsten war ich mit meiner Packliste ziemlich zufrieden.

Investitionen in neue Ausrüstung. Ich brauche vermutlich neue Schuhe. Die Schmerzen am Knöchel kamen zu 99 % von meinen Wanderschuhen. Hier werde ich mich umschauen müssen. Die Isomatte war okay, hat mir aber für den verhältnismäßigen geringen Komfort zu viel Gewicht. Der Rest war (vorerst) völlig okay und ausreichend.

Wir kommen wieder!!!

Die Landschaft, die Felsen, die netten Leute unterwegs – einfach alles hat mich begeistert. Deshalb

würde ich die Tour jederzeit wieder gehen und ich werde sie auch nochmal gehen! Mit besserer Vorbereitung und dann auch mit allen 12 Gipfeln unserer „12-Gipfel-Tour im Fichtelgebirge“!

12-Gipfel-Tour – Wir kommen wieder! Freut euch auf den nächsten Bericht.

Habt ihr auch schon eine Tour abgebrochen? Wie es euch dabei ergangen? Wie sieht eure Planung aus, wenn ihr mehrere Tage mit Hund und Zelt unterwegs seid? Wir freuen uns auf eure Kommentare.

Danke:

Danke an meinen Freund, der uns sehr kurzfristig einen Tag früher als geplant, von unsere Tour abgeholt hat.

Danke an alle Freunde, die mich bei meinen Entscheidungen unterstützt und gestärkt haben.

Danke an alle Fans, die uns während der Tour auf Facebook und Instagram begleitet haben und dies hoffentlich auch weiterhin tun (zwinker).

Danke an den Campingplatz Fichtelsee, der uns trotz den Pfingsttagen und einem vollen Campingplatz, für die Nacht so herzlich aufgenommen hat.

Danke an den Campingplatz am Weißenstädter See, für den meine kurzfristige Stornierung kein Problem darstellte.

Erste Hilfe-Set für Zwei- und Vierbeiner

Lieber haben,

als brauchen…

Stephan Spielberg
HINWEIS: BEITRAG ENTHÄLT UNBEZAHLTE WERBUNG
Ich bekomme immer wieder abgelaufene KFZ-Verbandskästen geschenkt. Also habe ich alles raus und die Tasche mit dem Inhalt gefüllt, welchen ich auf meinen Wanderungen benötige.

Wie Stephan Spielberg bereits sagte „Lieber haben, als brauchen!“

Was hat das mit dem Erste Hilfe-Set zu tun?…

…ganz einfach. Passiert ist schnell etwas und dann ist man froh, wenn man sich zumindest profisorisch oder auch richtig „verarzten“ kann. Ein kleiner Kratzer wenn man abgerutscht ist, eine Platzwunde am Kopf, weil der Fels doch etwas niedriger war, als man dachte oder eine verletzte Person, die man nicht einmal kennt, aber man eben gerade des Weges ist. Solche Situationen und noch einige mehr, gibt es immer wieder, wenn man unterwegs ist.

Ich selbst habe es schon geschafft, mir „das Hirn“ aufzukratzen, weil ich an einem umgefallen Baum hängen geblieben bin, als ich drunter durch wollte. Eine Freundin hat es geschafft, ihre Finger unter einem Stein einzuklemmen. Keine Angst, die Finger waren nicht gequetscht oder ähnliches, aber die scharfen Kanten verursachten blutige Stellen.

Eine Glasscherbe, welche ein unachtsamer Mensch einfach am Ufer des Sees liegen gelassen hat oder wund gelaufene Pfoten – beides verursacht beim geliebten Vierbeiner Schmerzen und Wunden.

Da sich Unfälle jeglicher Form nie voraussagen lassen, habe ich IMMER ein Erste Hilfe-Set in meinem Rucksack. Zugegeben, es sind 354 Gramm, die ich mir manchmal lieber sparen möchte, aber hier geh ich tatsächlich auf Nummer sicher.

Und da ich ja nicht alleine, sondern mit meinem Vierbeiner unterwegs bin, habe ich natürlich nicht nur Material für Menschen, sondern eben auch für Hunde dabei.

Wie sieht unser Erste Hilfe-Set aus?

für Mensch und/oder HundMaterialMedikament
Gesamtgewicht28074
MenschParacetamol
MenschImmodium akut
Mensch und HundOctenisept (30 ml, abgefüllt)
HundBeaphar Reto Durchfalltabletten
Mensch und HundArnica Globuli (Reiseapotheke)
Mensch und Hundbabylove Wundschutzcreme (20 ml)
oder Bepanthen (20 g)
Mensch und Hundselbstklebender Verband
Mensch und HundMullbinde
Mensch und Hund2 Kompressen
Mensch und HundDreieckstuch
Mensch2 Einweghandschuhe
Mensch und HundVerbandtuch
Mensch und HundLeukoplast

Mensch und HundRettungsdecke
Mensch(Blasen) Pflaster
Mensch und Hund (siehe Hinweis Zeckenschutz)Zeckenzange, Zeckenhaken
Hund1 Trixie Walker Pfotenschutzschuh
HundMaulkorb
Für den Ernstfall gerüstet – unser Erste Hilfe-Set ist für Verletzungen bei Mensch und Hund gepackt…

Warum habe ich einen Maulkorb dabei? Ganz einfach… Es gibt, je nach Land und Region und teils auch schon Gemeinde, Vorschriften, dass der Hund einen Maulkorb tragen muss. Beispielsweise in Bus oder Bahn, auf öffentlichen Plätzen oder in der Nähe von Kinderspielplätzen. Aber auch wenn der Vierbeiner sich einmal verletzt hat – es gibt Hunde, welche bei Schmerzen um sich beißen und da kann es passieren, dass auch der eigene Mensch gebissen wird. Deshalb bei Verletzungen lieber gleich einen Maulkorb überziehen und dann den Hund weiter untersuchen, bevor die Situation zu „bissig“ wird.

Als Wundcreme nehme ich am liebsten Bepanthen oder die Wund-Zinksalbe von BabyLove. Beide kann ich sowohl für mich, wie auch für Freya verwenden und gleichzeitig funktionieren die Cremes auch super bei spröden Lippen. Arnica-Globuli helfen (zumindest bei Freya und mir) super gegen Muskelkater.

Welche Medikamente benötigt werden, muss jeder selbst entscheiden. Ibuprofen, Aspirin und sonstige Schmerzmittel fallen bei mir weg, da ich darauf allergisch bin, deshalb kommen für mich nur Paracetamol in Frage. Gegen „den flotten Otto“ haben sich (in meinem Fall) Immodium Akut lingual bewährt – da man sie auch ohne Flüssigkeit einnehmen kann, sind sie praktisch für unterwegs. Für Freya nutze ich die Reto Durchfall-Tabletten von Beaphar.

Vorsicht Allergie – keine Medikamente für fremde Personen und/oder fremde Tiere

Hier sei auch gleich erwähnt, dass man niemals einer fremden Person irgendwelche Medikamente geben darf. Das Risiko einer Unverträglichkeit ist viel zu groß und ihr seid kein Arzt! Auch würde ich niemals einem fremden Tier irgendwelche Tabletten geben.

Ich handhabe dies auch bei Cremes und Salben so. Bei Globuli kann man zwar grundsätzlich wenig falsch machen, dennoch würde ich auch hier niemals jemandem etwas geben. Für Globuli gibt es kleine Behälter, welche nicht viel Platz einnehmen. Arnica habe ich immer dabei, da es gerade bei Freya super gegen Muskelkater hilft.


Niemals bei jemand Fremden eine Zecke entfernen!

Ob man sich für eine Zeckenzange, Zeckenhaken oder anderes entscheidet, überlasse ich jedem selbst. Ich habe gern beides dabei. Der Hinweis, dass man – außer bei einem selbst – keiner Person eine Zecke entfernen darf, habe ich zwar bereits im Beitrag über den Zeckenschutz erwähnt, dennoch passt er hier nochmals gut.

Es gibt selbstverständlich auch bereits fertiggepackte Erste Hilfe-Sets. Beinahe jedes Outdoor-Geschäft bietet diese an. Ich habe mich allerdings für den Beutel eines alten Erste Hilfe-Sets fürs Auto entschieden und diesen dann mit dem Inhalt gefüllt, der mir wichtig erscheint. So haben auch der Maulkorb, Pfotenschutzschuh und das Octenisept ihren Platz im Erste Hilfe-Set gefunden und ich musste nicht für Freya extra etwas packen.

Tierische Gefahren – „Die Wilden“

Wolf, Bär, Wildschwein und Co.

HINWEIS: BEITRAG ENTHÄLT UNBEZAHLTE WERBUNG
Bild: eigene Aufnahme
So entspannt, wie im Wildpark Hundshaupten, sind sicher nicht alle Wildtiere, welche man auf einer Wanderung treffen kann.

Wer wandern geht, bewegt sich meistens mitten in der Natur. Und die Natur ist das Zuhause zahlreicher „wilden“ Tiere. Nicht alle dieser Wilden sind gefährlich für uns, aber bei manchen Genossen kann ein Aufeinandertreffen durchaus unangenehm werden, vor allem wenn man einen Hund mit sich führt.

Von welchen Tieren spreche ich? Was kann passieren und vor allem, wie kann ich ein Aufeinandertreffen vermeiden und wie verhalte ich mich, wenn es doch einmal passiert? Diese Fragen behandle ich in diesem Beitrag.

Bild: Carola Heinelt
Der Wolf – naher Verwandter unserer Haushunde. Dennoch kann eine Begegnung mit Hund zu Problemen führen.

Welche „tierischen“ Gefahren gibt es beim Wandern (mit Hund)?

In diesem Artikel geht es um Wildtiere, welche man durchaus in den Wäldern Europas und auch mittlerweile in Deutschland antreffen kann. In Kürze folgt dann auch ein weiterer Beitrag, in welchem es dann um weitere „Tierische Gefahren“ geht.

Die Tiere, welche man in der Natur antrifft, richten sich selbstverständlich nach der Region, in der man unterwegs ist. In Deutschland und vor allem in Bayern, wird man eher selten auf einen Elch oder einen Bären treffen – Bruno wurde ja vor einiger Zeit erlegt und verweilt nun im Museum – aber nicht jeder wandert nur in Deutschland und niemand kann ausschließen, dass sich nicht doch mal wieder ein Tier in die Region „verirrt“.

Natürlich gibt es auch noch Löwen, Tiger, Pumas und andere „gefährliche Tiere“, aber in diesem Artikel beschränke ich mich auf die „Wilden“, welche in Europa angetroffen werden könn(t)en.

Der Wisent

Bild: Carola Heinelt
Wisente sind mit den Kühen verwandt.

Wisente sind in Europa sehr selten. Sie gelten als streng geschützt und wurden in Deutschland vor 250 Jahren ausgerottet. Aber im Rothaargebirge gibt es ein Projekt, bei welchem die Tiere ausgewildert wurden. Ebenso in Teilen der Slowakei und Rumänien. Hier besteht also durchaus die Möglichkeit, dass man einer ganzen Herde gegenübersteht.

In Polen gibt es gleich mehrere freilebende Wisent-Populationen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass ein Tier nochmal die Oder durchschwimmt, wie bereits vor ein paar Jahren der Fall war.

Welche Gefahr stellt ein Wisent für Mensch und Hund dar und wie verhalte ich mich richtig?

Wisente, welche nicht an Menschen gewöhnt sind, sind sehr scheue Tiere. Sie zu Gesicht zu bekommen, ist meist sehr schwierig. Ein Aufeinandertreffen ist dennoch nicht ganz ausgeschlossen. Werden die Tiere von einem Wanderer im Wald überrascht, flüchten sie. Vor allem Herden mit Jungtieren sind sehr scheu. Können die Tiere jedoch nicht weitgenug flüchten, weil ihnen der Weg versperrt wird, reagieren besonders Bullen während der Brunft und jungtierführende Kühe aggressiv.

Schüttelt ein Wisent seinen Kopf, bewegt den Schwanz heftig und scharrt am Boden, dann sollte man sich langsam entfernen, während man das Tier/die Herde auf jeden Fall im Blick behält, da ein Angriff nicht mehr ausgeschlossen werden kann.

Hunde werden, anders als bei Kühen, oft ignoriert. Aber – Ausnahmen bestätigen die Regel. Darauf verlassen würde ich mich nicht. Ich rate hier dazu, den Hund anzuleinen, sich ruhig zu verhalten und ebenfalls, mit Blick auf die Tiere, das Revier weiträumig zu umgehen. Der Hund könnte auf die Hörner genommen oder zertrampelt werden.

Der Elch

Elche sind in Deutschland immer häufiger anzutreffen, vor allem in Brandenburg und im ehemaligen Ostpreußen, aber auch in Bayerischen Wald werden immer wieder Tiere gesichtet. In Tschechien, Polen, Schweden und Norwegen – welches durchaus beliebte Wander-Länder sind, lassen sich sogar größere Populationen finden. Elche trifft man meistens in schwergängigem Gelände an, jedoch eher selten auf freien Flächen. Sie sind Einzelgänger – einer ganzen Herde zu begegnen ist also ziemlich unwahrscheinlich.

Bild: Carola Heinelt
Eine Elchkuh mit drei Kälbern. In freier Natur sollte man hier äußerst vorsichtig sein.
Welche Gefahr stellt ein Elch für Mensch und Hund dar und wie verhalte ich mich richtig?

Elche weichen dem Menschen für gewöhnlich aus. Aber gerade während der Brunft sind die Tiere sehr leicht erregbar. Man sollte großen Abstand halten und sie nicht bedrängen, auch der Hund sollte angeleint und ruhig sein.

Vor allem eine Elchkuh mit Kälbern versteht keinen Spaß, wenn es um ihren Nachwuchs geht. Wölfe sind natürliche Feinde der jungen Kälber und die Mütter verteidigen ihren Nachwuchs – auch gegen Hunde.

Ein Hufschlag eines Elchs trifft sehr schnell und mit ziemlicher Wucht und kann sowohl für uns Menschen wie auch für den Hund tödlich sein. Kommt einem ein Elch entgegen, signalisiert er damit seine Angriffsbereitschaft. Es kann auch sein, dass ein Elch von hinten angreift und einen niedertrampelt.

Greift ein Elch an, wird dazu geraten, sich zu einer Kugel zu formen und den Kopf zu schützen. Aufstehen sollte man erst, wenn der Elch sich weitgenug zurückgezogen hat. Wer die Möglichkeit hat, sollte sich schnellstmöglich zurückziehen oder sich hinter etwas verstecken, sodass der Elch einen nicht mehr sehen kann.

Der Wolf

Bild: eigene Aufnahme
Ein Wolfsrüde im Wildpark Gondorf.

150 Jahre lang war der Wolf in Deutschland ausgerottet. Seit dem Jahr 2000 ist er auch bei uns wieder Zuhause. Wölfe sind sehr vorsichtige Tiere und einen zu Gesicht zu bekommen, ist gar nicht so einfach. Aber die Sichtungen und das Aufeinandertreffen häufen sich mit zunehmender Population. In einigen Ländern waren die Tiere nie fort. In Bayern siedeln sie sich in letzter Zeit gebietsweise neu an. Um einem Wolf zu begegnen, muss man sich nicht fernab der Wanderwege bewegen. Sie nutzen auch unsere Feld- und Waldwege. Wie verhalte ich mich, wenn ich einem Wolf beim Wandern begegne und was mache ich mit meinem Hund?

Welche Gefahr stellt ein Wolf für Mensch und Hund dar und wie verhalte ich mich richtig?

Der Mensch fällt nicht in das Beuteschema eines Wolfs. Wenn also ein Angriff stattfindet, dann nicht, weil der Wolf Hunger hat. Und auch bei direkten, überraschten Begegnungen stürzen sich Wölfe nicht gleich auf ihr Gegenüber, sondern beobachten und entfernen sich langsam. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte sich groß machen und in die Hände klatschen.

Bild: eigene Aufnahme
Ob die Wölfin im Eifelpark Gondorf Freya beobachtet hat? Wir wissen es nicht genau, aber auch Freya war sehr interessiert, hatte aber auch ein klein wenig Respekt.

Der eigene Vierbeiner sollte angeleint sein und nahe bei sich gehalten werden. Hunde gelten oft als Revier-Eindringlinge und es kommt immer wieder vor, dass vor allem freilaufende Jagdhunde von Wölfen getötet werden.

Zusammenfassend: Hund an die (kurze) Leine und nahe bei sich behalten, sich groß machen und in die Hände klatschen oder anderweitig bemerkbar machen. Manchmal hilft auch ein Stock oder ähnliches, um etwas mehr Distanz zu gewinnen. Keine hastigen Bewegungen und mit Blick auf das Tier langsam von der Stelle entfernen.

Auch ein Pfefferspray kann helfen, jedoch sollte man aufpassen, da auch die eigenen Augen und die Nase des Hundes darauf reagieren.

Der (Braun)Bär

Bären sind in Deutschland und vor allem bei uns in Bayern nicht das Tier, das man überall antrifft. 2006 „verirrte“ sich ein Bruno zu uns und verweilt seit diesem Besuch im Museum. Es gibt jedoch Wanderregionen, wo man durchaus auf einen Braunbären treffen kann.

Bild: eigene Aufnahme
Meister Petz im Eifelpark Gondorf. Ich finde, er sieht ganz niedlich aus, aber in freier Wildbahn auf ihn zu treffen… Naja, da hätte ich doch ziemlich Respekt.

Sie gelten als Allesfresser, ernähren sich aber hauptsächlich von Pflanzen und Menschen gehören nicht zu ihrer Beute, dennoch kann so ein Bärentreffen ziemlich unangenehm enden. Sowohl für die Fellnase, wie auch für uns Menschen. In Österreich lebt eine kleine Population und in den Alpen gibt es vereinzelt durchwandernde Tiere, ansonsten finden sich Braunbären heutzutage im italienischen Trentino, in Slowenien, Rumänien (Karpaten) aber auch in Finnland, Schweden und Norwegen.

Welche Gefahr stellt ein Braunbär für Mensch und Hund dar und wie verhalte ich mich richtig?

Wie bei (fast) allen genannten Wildtieren, ist ein Aufeinandertreffen mit einem Bären eher gering. Für gewöhnlich flüchten sie schon lange bevor wir auch nur erahnen, dass sich dort ein Bär aufhält. Allerdings können Mütter mit ihren Jungen, mit fressen beschäftigte oder verletzte Tiere durchaus zur Gefahr werden.

Ein Prankenhieb eines Braunbären kann tödlich enden. Auch ein Biss oder Kratzer, mit den bis zu 8 cm langen Krallen, führt zu erheblichen, zum Teil lebensbedrohlichen Verletzungen.

Da ich mich mit Bären nicht so gut auskenne, hier zwei Links.

Gute Verhaltensregeln im Bärengebiet gibt’s hier

und hier fürs Wandern mit Hund

Der Luchs

Bild: eigene Aufnahme
„Schau mir in die Augen Baby“ – oder denkt sich dieser schöne Luchs gerade etwas anderes?!

Luchse sind zwar immer noch sehr selten, jedoch streifen sie mittlerweile u. a. wieder im Harz, Fichtelgebirge, Rothaargebirge, Spessart, Bayerischen Wald und Böhmerwald durch die Wälder. Auch im Jura und in den Alpen siedeln sie sich wieder an. Luchse gehören zu den größten Raubtieren Europas.

Einem Luchs zu begegnen ist also sehr gering, auch weil sie sehr scheue Tiere sind und einen meist schon bemerken und flüchten, bevor man überhaupt in die Nähe kommt. Dennoch kann es immer passieren, dass vor allem freilaufende Hunde einem Luchs mit seiner Beute zu Nahe kommt. Hier können die knapp 25 kg schweren Großkatzen durchaus zur Gefahr für den Hund werden.

Welche Gefahr stellt ein Luchs für Mensch und Hund dar und wie verhalte ich mich richtig?

Auch wenn die Wahrscheinlichkeit sehr gering ist – wer unterwegs auf einen Luchs trifft, sollte seinen Hund sofort zu sich rufen und ihn anleinen und sich langsam zurückziehen.

Ist der eigene Vierbeiner bereits mit dem Luchs in einer Rangelei, so sollte man keineswegs dazwischengehen, sondern durch Werfen verschiedener Gegenstände und Rufen versuchen, die beiden auseinanderzubringen.

Eventuelle Biss- und Kratzspuren sollten sofort von einem Tierarzt behandelt werden. Ein nötiger Impfschutz ist Pflicht und sollte bei Bedarf unverzüglich aufgefrischt werden.

Bild: eigene Aufnahme
Mit diesen Pranken kann ein Luchs ordentlich zuschlagen und die Krallen sind der Größe angepasst – Biss- und Kratzspuren sollten unbedingt von einem (Tier)Arzt untersucht werden.

Das Wildschwein

Wildschweine sind häufig anzutreffende Zeitgenossen. Besonders in den letzten Jahren haben sie sich stark vermehrt und sind mittlerweile eigentlich überall zuhause. Um auf Wildschweine zu treffen, muss man sich nicht fernab der Zivilisation bewegen. Unfälle mit den „wilden Sauen“ sind ein um ein Vielfaches höher, als mit einem Wolf oder einem anderen Wildtier. Das mag zum einen an der höheren Populationsdichte liegen, zum anderen aber auch daran, dass die Tiere weniger Scheu sind, als Wolf, Luchs oder Bär.

Bild: eigene Aufnahme
Dieses Wildschwein im Wildpark Mehlmeisel macht einen sehr entspannten Eindruck.
Welche Gefahr stellt ein Wildschwein für Mensch und Hund dar und wie verhalte ich mich richtig?

Auch Wildschweine sind keine aggressiven Wald-Rambos, aber vor allem bei falschem Verhalten kommt es immer wieder zu Unfällen. Die Tiere haben viel Kraft und sehr lange, messerscharfe Eckzähne. Es kommt immer wieder vor, dass Wildschweine Menschen und auch Hunde angreifen und diese Angriffe nicht immer glimpflich ausgehen.

Bild: Carola Heinelt
Hier erkennt man ziemlich gut, die großen Eckzähne mancher Wildschweine.
Mit ihren Zähnen können sie schwere Verletzungen verursachen.

Gerade in der Dämmerung und nachts sind die allesfressenden Wildschweine aktiv. Wer also einem Aufeinandertreffen geringere Chancen bieten will, der sollte seine Wanderung auf den Tag verlegen.

Aber es gibt für nichts eine Garantie. Damit man nicht doch auf eine ruhende Rotte, womöglich mit Frischlingen trifft, gelten folgende einfache Regeln:

  • Der Hund sollte angeleint sein
  • Auf den Wegen bleiben
  • Sich am besten etwas lauter durch den Wald bewegen, damit die Tiere einen früh genug hören können, um zu flüchten

Vor allem Bachen, also weibliche Wildschweine, mit Jungen und Keiler – so werden die männlichen Wildschweine genannt – können aggressiv gegenüber Störungen durch Menschen und vor allem durch Hunde sein.

Wie man sich am besten verhält, wenn man auf Wildschweine trifft, ist in diesem Bericht sehr gut beschrieben, deshalb schreibe ich nichts weiter dazu.

Ich persönlich habe tatsächlich mehr Bedenken davor, einer Wildsau gegenüberzustehen, als einem Wolf oder einem anderen Wildtier.

Der Rothirsch

Bild: eigene Aufnahme
Ein imposanter Rothirsch – der für seine Art ziemlich weiß ist – im Wildpark Mehlmeisel.

Rothirsche sind nicht überall anzutreffen – vor allem in Deutschland gibt es Regionen, in denen kein Rotwild zu finden ist. In Deutschland gibt es nämlich Gesetze, die das Rotwildvorkommen und deren Gebiete regeln.

Dennoch sind Rothirsche unter anderem im Mittelgebirge, in den Alpen und im Alpenvorland vertreten. In Ländern wie Rumänien, Tschechien, Ungarn und Polen gibt es größere Bestände.

Rothirsche zählen nicht zu den Raubtieren, sondern sind Pflanzenfresser. Sie können dennoch ein Gewicht von bis zu 220 kg und einer Schulterhöhe an die 150 cm.

Sie leben in Rudeln und sind standorttreu.

Welche Gefahr stellt ein Rothirsch für Mensch und Hund dar und wie verhalte ich mich richtig?

Dass ein Rothirsch einen Menschen attackiert ist beinahe ausgeschlossen. Dennoch kann es passieren, dass die Tiere sich auf der Flucht vor etwas befinden oder man sie aus Versehen aufschreckt und sie somit in Panik rennen. Das hat z. B. im Naturpark Soonwald (Hunsrück) schon dazu geführt, dass eine Frau mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus geflogen werden musste.

Ein Rothirsch erwischte die Frau mit den Hufen im Gesicht und an der Schulter. Sie befanden sich vermutlich auf der Flucht vor einem Hund.

In Frankreich hat ein Jäger einen Hirsch vermutlich erschreckt, welcher daraufhin aufgesprungen ist und den Jäger über den Haufen gerannt hat.

Während der Brunft kommt es vor allem in Tierparks ab und an zu Unfällen mit den Tieren. Sie sind während dieser Zeit „mit besonderer Vorsicht zu genießen“, nicht nur im Wildpark.

Bild: eigene Aufnahme
Diese Aufnahme ist uns im Wildpark Hundshaupten gelungen. Bevor er so posierte, übersprang er einfach einen 1,50 m hohen Zaun.

Auch ein Hirschgeweih kann schwere Verletzungen hervorrufen. Die Enden sind besonders spitz und so kann ein Rothirsch einen ziemlich unsanft aufs Geweih nehmen. Auch Hunde können so in Gefahr kommen, wobei sie ebenso mit den Hufen geschlagen werden können. Es gibt auch ein Video, in dem ein Hirsch mit seinen Hufen einen Jäger regelrecht „verprügelt“.  

Verhaltensregeln sind auch hier, dass man sich auf den Wegen bewegen soll, den Hund nicht unbeaufsichtigt durch den Wald rennen lässt und sich am besten bemerkbar macht, sowie die Wanderung in den Tag verlegt.

Der (Alpen)Steinbock

Bild: eigene Aufnahme
Die Hörner eines Steinbocks können bis zu einem Meter lang werden.

Zugegeben – Steinböcke sind noch weniger verbreitet, wie der Rothirsch, aber gerade in den Alpen gibt es wieder ein paar Populationen. Auch in Südtirol, Tirol und auch in Bayern gibt es wieder Steinböcke. Die Tiere verfügen über Hörner, die bis zu einem Meter lang werden können und die Böcke erreichen ein Gewicht von rund 100 kg.

Anzutreffen sind die Tiere, meist in Herden, in höheren Gebirgslagen.

Ein Steinbock wird größer als eine Gämse und auch seine Hörner sind um einiges größer als deren Gehörn. Steinböcke sind nicht allzu scheu, aber auch hier gibt es Unterschiede.

Welche Gefahr stellt ein Steinbock für Mensch und Hund dar und wie verhalte ich mich richtig?

Steinböcke können in einem Hund einen natürlichen Beutegreifer erkennen, wodurch sich ein Angriff nicht ausschließen lässt. Deshalb gilt es, bei Steinböcken den Hund anzuleinen und bei sich zu behalten. Im Berchtesgadener Nationalpark kam es bereits zu einem Vorfall, wo der Hund der Auslöser für einen Angriff war. Zuerst wurde der Hund attackiert. Als dieser zu seinem Herrchen lief, wurde auch der Mann umgestoßen.

Dass ein Steinbock auch mit seinen Hörnern schwere Verletzungen verursachen kann, ist bei der Größe der Hörner nicht verwunderlich.

Wer einen einzelnen Steinbock oder eine ganze Herde erblickt, sollte darauf achten, dass man genügend Abstand zu den Tieren hält und auch der Hund nicht zu den Tieren läuft und/oder diese aufscheucht.

Bild: eigene Aufnahme
Noch ziemlich jung, dafür schon sehr neugierig, war dieser Steinbock.
Obwohl wir in einem Wildpark waren, wo die Tiere sowohl Mensch wie auch Hund gewöhnt sind, wurde es mir doch leicht mulmig, weil er direkt auf Freya und mich zulief.

Die Kreuzotter/Aspisviper

Vor allem in Deutschland gibt es nur zwei Giftschlangen und zwar die Kreuzotter und die Aspisviper. Eine Kreuzotter kann bis zu 80 cm lang werden – eine Aspisviper bis zu 90 cm.

Die Kreuzotter fühlt sich auf den Ostseeinseln Rügen und Hiddensee am wohlsten. Aber auch in Moor- und Heidelandschaften, sowie in alpinen Regionen ist sie zu finden. Wir wurden bei einer Tour um den Eibsee von einer netten Spaziergängerin gewarnt, dass sich gerade um die kleinen Seen rund um den Eibsee einige Kreuzottern aufhalten.

Die Aspisviper ist nur im südlichen Schwarzwald zu finden, jedoch auch in den Ländern Spanien, Slowenien, Frankreich, Italien und der Schweiz zuhause.

Bild: Uwe Pleschke
Eine Kreuzotter beim Sonnenbad.
Welche Gefahr stellt eine Kreuzotter/Aspisviper für Mensch und Hund dar und wie verhalte ich mich richtig?

Die beiden Schlangenarten sind natürlich keine Biester, welche lauernd darauf warten, dass sie endlich einen Menschen oder einen Hund beißen können.

Das Gift einer Kreuzotter ist zwar giftiger als das einer Diamant-Klapperschlange, aber die Kreuzotter hat weniger Vorrat davon. Kreuzottern beißen selten und sind scheue Tiere. Nur wenn man sie reizt, auf sie tritt oder anfasst, beißt sie zu. Deshalb sollte man am besten vor dem Hund laufen, die Augen offenhalten und aufpassen, wo man hintritt.

Das Gift der Aspisviper ist ähnlich dem der Kreuzotter. Eine Aspisviper ringelt sich zuerst zusammen, bevor sie angreift. Wer sie überrascht oder bedrängt, muss damit rechnen, dass auch sie zubeißt. Meist flieht sie aber bereits bei der geringsten Störung.

Und was, wenn man trotz aller Vorsicht doch gebissen wird?

Dann sollte man nach dem Biss das betroffene Körperteil ruhigstellen und sich um einen Arzt oder ein Krankenhaus kümmern. Der Biss kann für Kinder oder kranke und alte Personen tödlich sein. Meist bildet sich aber nur eine schmerzhafte Schwellung. Auch allergische Reaktionen können auftreten, mit denen ähnlich wie bei Bienengift, nicht zu spaßen ist.  

Auch für den Hund kann so ein Biss tödlich sein, vor allem, wenn nicht bekannt ist, dass der Hund gebissen wurde. Wie schnell sich das Gift ausbreitet und wie schwer die Vergiftung ist, hängt vom Gewicht, alter und gesundheitlichem Zustand des Vierbeiners ab. Besonders Stellen wie der Kopf-Schnauzen-Bereich und der Pfoten-Beine-Bauch-Bereich sind Schlangenbiss-gefährdete Bereiche.

Um sich selbst vor Schlangenbissen zu schützen, sollte man auf festes, geschlossenes Schuhwerk achten. Auch feste Gamaschen helfen.

Beim Hund hilft meistens nur, dass man vorausläuft und man den Weg im Auge hat. Dabei sollte der Hund nicht mehrere Meter neben einem gehen, sondern den gleichen Weg benutzen, wie sein Besitzer.

Bild: Uwe Pleschke
Gut getarnt, liegt die Kreuzotter im Gebüsch. Hunde sollten nicht zu weit neben dem Weg schnuppern.

Nach all den großen Tieren, sollte man natürlich auch kleinere Tiere, wie Wespen, Bienen, Hornissen, Zecken und verschiedene Mücken- und Spinnenarten nicht außer Acht lassen, aber diese hier alle aufzuzählen, würde vermutlich den Rahmen dieses Beitrags sprengen.

Auch Quallen und viele andere Tiere in Gewässern, können auf Wanderungen zur Gefahr werden. Ich finde, es kommt wirklich darauf an, wo man unterwegs ist (ich rate jedem, sich vor Antritt der Wanderung Infos über die Flora und Fauna der Route und der Region einzuholen), wie man sich verhält und vor allem, wie man auf seinen Hund achtet. Wer sich achtsam und respektvoll in der Natur bewegt, der kann Unfälle mit Wildtieren zwar nie ganz verhindern, aber zumindest reduzieren.

Um das Alles nochmal etwas Revue passieren zu lassen, gibts hier noch ein paar…

Allgemeine Tipps, zu den „Wilden Tieren“ beim Wandern:

  • Vor Antritt der Wanderung Infos zu Fauna einholen
  • Sich ruhig etwas lauter bewegen (singen, sprechen), so können die Tiere einen früh genug wahrnehmen
  • Eventuell ein Glöckchen an Schuh oder Rucksack befestigen
  • Auf den Wegen bleiben
  • Keine Wildtiere füttern (Lebensmittel und Müll gut verpacken, wenn das nicht möglich ist, nicht direkt in der Nähe des Nachtlagers lagern oder hoch oben an einem Baum mit Seil)
  • Bekannte Rückzugsorte der Tiere meiden
  • Den Hund an der Leine führen (je nach Region/Ortschaft auch Pflicht) und nicht unbeaufsichtigt lassen

Packliste für unsere „12-Gipfel-Tour im Fichtelgebirge“

HINWEIS: BEITRAG ENTHÄLT UNBEZAHLTE WERBUNG
Na, was schätzt ihr, wie schwer der Rucksack ist?
Ich habe für euch alles detailliert aufgeschrieben…

In diesem Beitrag geht es darum, welche Ausrüstung ich bei unserer 3-tägigen „12-Gipfel-Tour im Fichtelgebirge“ dabei habe und was die Ausrüstung wiegt. Seid ihr auch so gespannt, wie ich es war?

„Und das muss natürlich auch noch mit…

Oder? Lieber nicht, zu viel Gewicht!“

Wie oft habe ich mir beim Packen gedacht: „Das muss unbedingt mit, ohne geht es gar nicht“ und als ich dann meine kleine Küchenwaage neben mir stehen und alles bis aufs Gramm genau abgewogen hatte… Ja, ihr ahnt es wohl – kam die Ernüchterung.

Bei einer Tagestour, wo man morgens das Haus verlässt und abends wieder in sein gewohntes Bett steigen kann, ist es ziemlich egal, wenn man ein paar Kilos zuviel mit sich rumschleppt. Abends ist man den Rucksack ja wieder los. Aber wenn man die Sachen 3 Tage lang auf dem Buckel hat, dann schaut man doch ein bisschen mehr aufs Gewicht.

AUSRÜSTUNG

Zur Ausrüstung zähle ich auf jeden Fall meinen Rucksack, aber auch Dinge wie Zelt oder Schlafsack.

Das Overmont 1-2 Personen-Zelt ist innerhalb weniger Minuten aufgebaut.
WasWas genauGewicht in Gramm
Gesamtgewicht5513
RucksackDeuter Aircontact 40+10 sl2170
ZeltOvermont 1-2 Pers. Zelt1939
Schlafsack High Peak lite 800842
Isomatteaufblasbare Isomatte 518
KarabinerSchnappkarabiner44

Die Ausrüstung lässt sich variieren und kommt selbstverständlich auch auf die Region an. Vor allem im Punkt Zelt und Schlafsack kommen immer neue, leichtere Produkte auf den Markt. Allerdings ist natürlich gerade das Geld und der Einsatzbereich ein Kritikpunkt, der für mich mindestens genauso interessant ist, wie das Gewicht. Selbstverständlich habe ich trotz geringerer Investition nicht das schwerste Zelt ausgewählt, da ich ja trotz allem meinen Rücken und meine Schultern nicht überbelasten möchte. Wie sich das Overmont im Praxistest schlägt, werde ich natürlich auch berichten.

Der Karabiner ist kein Muss, aber ich habe ihn gern dabei. Damit kann ich Freya in schwierigem Gelände etwas sichern und außerdem kann ich die Leine damit am Bauchgurt des Rucksacks befestigen (bitte nur in einfachem Gelände, da ansonsten die Absturzgefahr von Mensch und Hund zu groß ist). 

Ich denke, dass ich für 3 Tage mit Übernachtungen auf Campingplätzen gut gerüstet bin. Wir sind im Fichtelgebirge unterwegs, nicht im Hinterland Alaskas und deshalb hoffe ich, dass auch der Schlafsack mit einer Komfort-Temperatur von 12 Grad, ausreichend ist.

KOCHEN UND GESCHIRR

Alles dabei, um sich etwas Warmes zuzubereiten… Für ein paar Tage reicht das auf jeden Fall.

Wer sich viel bewegt, verbraucht viel Energie. Da ich während meinen Touren nicht allzu oft in Restaurants gehe, habe ich einen Gaskocher und Kochgeschirr, sowie Besteck dabei. Damit lässt sich ohne viel Aufwand ein wenig Wasser erhitzen und dank vieler Fertiggerichte und sogenannter Trekking-Nahrung, wo man nur mit Wasser aufgießen muss, ist dann auch schon gekocht.

Auch in diesem Punkt lassen sich mit Sicherheit ein paar Gramm einsparen, aber gerade beim Topf habe ich gern ein Modell, in welchem ich problemlos mal eine etwas größere Portion erwärmen kann, ohne mehrmals den Kocher anzuschmeißen.

WasWas genauGewicht in Gramm
Gesamtgewicht3662
Kochgeschirr und BesteckTopf, Geschirr und Besteck je nur für eine Person, dazu noch eine Tasse aus Aluminium485
KocherCampingkocher289
Gas100 Gramm Kartusche Coleman Xtreme 2.0 Butan/Propan-Gemisch192
WasserbehälterCulinario Flavour 700 ml127
MesserTaschenmesser49
Feuerzeugherkömmliches Feuerzeug20
Essen und Getränkeverschiedenes2500 (durchschnittlich)

Da wir auf Campingplätzen übernachten, werde ich dort einen Teil meiner Vorräte auffüllen oder mir auch den Luxus gönnen und ein Restaurant besuchen.

Bäche, Seen und Weiher gibt es auf der Route genug, weshalb ich nur 700 ml Wasser und ein paar Teebeutel und noch etwa einen Liter Eistee oder ähnliches einpacken werde. Freya trinkt sowieso lieber aus einem Bach.

Egal, worauf man unterwegs Lust hat – auf jeden Fall sollte man genügend Energiespender in Form von Müsliriegeln oder auch Nüssen dabei haben. Sie wiegen nicht viel und nehmen wenig Platz in Anspruch, können aber im „Ernstfall“ hilfreich sein. Gleiches gilt für Traubenzucker und Obst – wobei Obst und Gemüse ziemlich schwer sind. Wem es schmeckt, der kann auf Trockenobst ausweichen.

Verschiedene Müsliriegel und ein paar Teebeutel bringen oft schon etwas Abwechslung auf den Speiseplan.

HYGIENE UND GESUNDHEIT

Da ich auch beim Wandern nicht auf bestimmte Hygieneartikel verzichten möchte, muss natürlich auch hier Verschiedenes mit in den Rucksack. Die Industrie macht sich in diesem Bereich viele Gedanken und so gibt es auch Zahnbürsten, Duschgels und andere Utensilien im rucksacktauglichen Kleinformat.

Und noch ein kleiner Hinweis: Umweltschutz wird immer größer geschrieben, weshalb es mittlerweile umweltfreundliche/biologisch abbaubare Seife gibt. Dennoch sollte man sich lieber etwas abseits des Gewässers abwaschen, damit der Boden die Stoffe filtern kann.

Taschentücher sind praktischer als eine Rolle Toilettenpapier. Dennoch bitte beides nicht in die Natur, sondern ab in eine Tüte und auf zum nächsten Mülleimer.
WasWas genauGewicht in Gramm
Gesamtgewicht1183
Handtuch Microfaser Badetuch gestreift L216
HundehandtuchReisehandtuch Microfaser S42
ZahnpflegeReise-Zahnpflege-Set50

Haarbürstekleine Haarbürste53
Duschen/WaschenCareplus Bioseife (geeignet für Körper, Haar, Geschirr, Wäsche)
Sprüh-Spülung für die Haare, Deo
223

PflegeGesichtscreme, Nagelschere, Nagelfeile, Pinzette, Rasierer, Desinfektionstücher, Tempos, Tampons, Anti-Mücken-Spray214
Erste HilfeErste Hilfe-Set354
KotbeutelKotbeutel (20 Stück)
31

Meine langen Haare möchte ich gerne behalten, weshalb es ohne etwas Haarpflege nicht funktioniert.

Und wer freut sich tierisch darüber, wenn die Fellnase gerade noch Planschen im See war und danach pitschnass ins Zelt kommt?! – richtig… ich auf keinen Fall. Und mit meinem Handtuch werde ich sie garantiert nicht trocknen. Deshalb habe ich für Freya ein eigenes Handtuch dabei. Es ist nicht groß und auch nicht schwer, aber ungemein praktisch, da Freyas Fell zwar verhältnismäßig schnell trocknet, aber auch nur wenn es warm genug ist. Und noch dazu liebt sie es, wenn sie abgetrocknet wird.

Freya hat ihr eigenes Handtuch.

TECHNIK

Eigentlich bin ich ein sehr minimalistischer Mensch und hab während der Kindheitsurlaube gut ohne Strom und technische Geräte gelebt, aber… Die Technik hat mich in den letzten Jahren eingeholt und so gehe ich nicht mehr ohne Handy wandern. Zum einen natürlich aus Sicherheitsgründen – man kann im Fall der Fälle einen Notruf absetzen – aber ein weiterer Grund ist die Tourenaufzeichnung.

Damit ihr auch seht, welche Route wir gegangen sind, zeichne ich alle Wanderungen mit meinem Handy auf. Dafür gibt es verschiedene Apps und zwei Bekanntere stelle ich euch in Kürze hier vor. Und um auch im Dunkel die Übersicht zu behalten, habe ich natürlich eine Lampe dabei. Auch eine Kamera darf natürlich nicht fehlen, sonst wird das nix mit den Schnappschüssen unterwegs.

WasWas genauGewicht in Gramm
Gesamtgewicht1385
LampeStirnlampe Pezl (älteres Modell) 81
SolarpanelAnker Solar Ladegerät483
PowerbankAnsmann Powerbank 5.4 (5000 mAh)137
StativYobi Gorilla-Pod162
SmartphoneCubot X18 plus213
Kamera + SD Karte + ErsatzakkuKompaktkamera Olympus Tough TG 5252
Ladekabel Micro-USB Kabel inkl. kleiner Stecker (sollte das Solarpanel nicht so viel Strom erzeugen)57
Noch das Handy dazu und das wars das schon an technischem „Schnick-Schnack“.

Zugegeben, ich könnte natürlich auch alle Fotos mit dem Handy machen, aber mit der Kamera und einem Stativ dazu werden sie einfach besser. Zuerst wollte ich meine Bridgekamera mitnehmen. Sie macht einfach tolle Bilder. Aber nach mehreren Wanderungen geht sie mir immer mehr auf die Nerven. Sie ist ziemlich schwer und sperrig obendrein. Ist das Gepäck leicht und die Tour kurz – alles kein Problem. Aber nicht bei der 12-Gipfel Tour. Und so habe ich mich für meine neue Olympus Tough TG5 entschieden.

Da die App für die Tourenaufzeichnung ziemlich viel Akku verbraucht, habe ich ein Solarpanel dabei. Ansonsten hätte ich vermutlich spätestens nach dem ersten Tag weder Handy noch Powerbank voll. Wie und ob das Solarpanel funktioniert, berichte ich euch dann einmal in einem separaten Produkttest-Beitrag.

Die Stirnlampe bietet Licht und eignet sich sehr gut, um im Dunklen das Zelt noch schnell aufzubauen oder bei der abendlichen Gassi-Runde nicht „unsichtbar“ herumzuirren. Mit einer Stirnlampe hat man außerdem die Hände frei. Um auch im Zelt etwas Licht zu haben, befestige ich sie einfach mit Hilfe des Hakens am Zelt oben. So erspare ich mir, eine zweite Zelt-Lampe mitzuschleppen.

KLEIDUNG UND SCHUHE

Ich habe vor Jahren einen Spruch gelesen…

„Bergliebe ist…

…wenn ein Paar Socken drei Tage reicht“

Wer ihn verfasst hat, kann ich euch leider nicht mehr sagen, aber genauso gut könnte man sagen: „Wanderliebe ist, wenn ein paar Socken drei Tage reicht“.

Auch unterwegs lege ich Wert darauf, meine durchgeschwitzten Klamotten zu wechseln. Viele Hersteller von Sportbekleidung bieten sowohl leichte, wie auch funktionale Wanderbekleidung an.

Man braucht nicht viel, wenn man unterwegs ist… Dennoch möchte ich gerade nach dem Duschen frische Kleidung tragen.

Und auch wenn man beim Wandern eigentlich nur ein paar Schuhe, nämlich Wanderschuhe, benötigt, so habe ich gern noch ein weiteres Paar Schuhe dabei. Wer freut sich nicht, abends aus den Wanderstiefeln zu können und einfach ein paar leichte Sandalen oder ähnliches anzuziehen?

WasWas genauGewicht in Grammoptional/am Körper
Gesamtgewicht18111264
WanderschuheLowa Renegade gtx Mid Ws (auch für Herren erhältlich)-880
SandalenCrocs176-
HosenLeggins
Leggins
kurze Hose
204
-
112
-
230
-
Shirts/Tops2 Tank-Tops
1 Tank-Top
178
-
-
89
Socken2 Paar
1 Paar
80
-
-
40
Unterwäsche11025
Pullover1803 Born in the Alps220-
Weste/Jacke1803 Born in the Alps299-
RegenhoseRegatta Kids Pack-it Regenhose148-
RegenjackeRegatta Pack-it Jacket (auch als Damen-/Herrenversion verfügbar)192-
Bikini92-

Ein Paar Socken zum Wechseln, wenn die anderen einmal nass geworden sind, sowie Kleidung zum Schlafen sollte man auf jeden Fall mitnehmen.

Ebenso sollte eine leichte Regenjacke (und eventuell eine Regenhose) auf Wanderungen nie fehlen. Man kann schnell in einen Wolkenbruch kommen und ist dann froh, wenn man nicht bis auf die Knochen nass wird.

Der Bikini ist jetzt nicht das „MUST-HAVE“, da ich mich aber im See oder Bach wasche und so auch mal eine kleine Bade-Pause einlegen kann, nehme ich die wenigen Gramm Mehr-Gewicht gerne in Kauf.

Aufgrund der kurzen Wanderung von 3 Tagen, habe ich mich dazu entschlossen, ohne ein zweites Paar Wanderschuhe loszuziehen, obwohl ich gern noch meine leichteren Lowa Innox mitgenommen hätte. Aber das bedeutet auch mehr Gewicht und so bleibe ich bei meinen LOWA Renegade, welche ich an den Füßen habe. Fürs Zelt und zum Baden/Duschen habe ich meine CROCS dabei.

Nur zwei Paar Schuhe – früher undenkbar – heute Alltag.

Ein Gewichtsproblem ist auch eine weitere, wärmere Jacke. Deshalb gehts ohne los und ich hoffe einfach auf warme Temperaturen. Zur Not muss halt die Regenjacke drüber.

PERSÖNLICHES

WasWas genauGewicht in Gramm
Gesamtgewicht526
GeldbeutelGeldbeutel inkl. EC-Karte, Kreditkarte, Bargeld, Personalausweis, Krankversichertenkarte100
Sonnenbrille28
Sitzkissenein leichtes, faltbares Sitzkissen von Fritz Berger18
SchnürsenkelErsatzpaar Schnürsenkel13
EU-HeimtierpassImpfpass von Freya30
Persönliche Dinge329
Wäscheklammern2 Stück8

Der Geldbeutel sollte auf gar keinen Fall fehlen. Der Inhalt richtet sich danach, wo und wie lange man unterwegs ist. Ist man im Ausland, sollte man in jedem Fall Bargeld in der jeweiligen Währung in der Geldbörse haben, wie auch eine Kreditkarte, um an einem Bankautomaten (kostenlos) etwas Geld abzuheben. Wer in Deutschland wandert, ist ebenfalls mit einer Kreditkarte „vorn dabei“. Gelangt man nicht zur Hausbank, lässt sich mit der Kreditkarte meist kostenlos bei allen Automaten Bargeld abheben. Bei EC-Karten fallen hingegen häufig Gebühren an, wenn man nicht bei der eigenen Bank abhebt.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist selbstverständlich der Ausweis. Wer unterwegs auf einem Campingplatz nächtigt, muss sich hier ausweisen können und auch, wenn das hoffentlich nie der Fall sein wird, es kann auch sein, dass man sich gegenüber einem Ranger, der Polizei oder ähnlich befugten Personen ausweisen muss.

Wer mit der Fellnase wandert, sollte stets auch den EU-Pass des Tiers vorzeigen können. Natürlich ist hier darauf zu achten, dass die jeweils vorgeschriebenen Impfungen des bereisten Landes eingehalten werden. Welche das sind, kann man über den Tierarzt oder das zuständige Veterinäramt des Landes erfragen. Je nach Land reichen eventuell auch Kopien oder Fotos der eingetragenen Daten. Eine Kopie der Versicherungspolice kann auch hilfreich sein, aber da sollte auch ein Handyfoto reichen.

Selbstverständlich dürfen auch ein paar persönliche Dinge nicht fehlen.

FREYAS AUSRÜSTUNG

Geschirr, Halsband, Futter, Napf und Leine… Freyas Ausrüstung ist damit komplett.
WasWas genauGewicht in Grammhat Freya am Körper
Gesamtgewicht1670443
NapfReisenapf60
SchleppleineSchleppleine 5 m151
Halsband mit Adressanhänger45
FutterTrockenfutter für 3 Tage760
GeschirrPetlando Y-Comfort Geschirr204
HundeleineJoggingleine194
Knabbersachenverschiedenes300 (durchschnitt)
Hundedecke Dogs Creek Everest M399
Natürlich darf auch die Jogging-Leine nicht fehlen. Sie war eine sehr gute Investition und ich möchte nicht mehr auf die Leine verzichten müssen…

Freyas Ausrüstung bezieht sich auf das Wesentliche. Futter, Napf, Decke und Schleppleine kommen in den Rucksack, Halsband und Geschirr trägt sie am Körper. Und die Jogging-Leine? –

Probeliegen auf der neuen Decke – sie scheint zu gefallen.

Da ich kein spezielles und auch nicht mehr Futter gebe, sondern alles „beim Alten bleibt“, nehme ich für diese Tour jene Sorte, mit dem meisten Fettgehalt. Dazu gibt es verschiedene Knabbersachen.

„Der Pack-Esel lässt grüßen…“

WasGewicht
Gesamt15.750
Ausrüstung5912
Kochen und Essen3662
Hygiene und Gesundheit1183
Technik1385
Kleidung und Schuhe1811
Persönliches526
Freyas Ausrüstung1271

Wie schon am Anfang geschrieben, lässt es sich am Gesamtgewicht immer wieder ein bisschen feilen. Aber für die erste Tour und die geringe Investition, bin ich mit knapp 16 kg durchaus zufrieden.

Wahrscheinlich bin ich trotzdem froh, wenn der Rucksack leichter wird – und das tut er jeden Tag ein Stück mehr. Freyas Futter wird weniger und die Hygieneartikel werden leichter, auch wenn es nur ein paar Gramm sind – ich werde die paar Gramm auf jeden Fall merken.

Ich hoffe, ich konnte euch einen Einblick in meinen Rucksack verschaffen und ein klein wenig für eure nächste Tour in Sachen „Rucksack packen“ unterstützen.

Habt ihr auch schon einmal nachgewogen, wie schwer euer Rucksack ist, wenn ihr unterwegs seid? Was habt ihr alles dabei? Ihr könnt gern einen Kommentar hinterlassen. Ich bin gespannt.