Eine Seefahrt, die ist lustig – eine Seefahrt die ist schön…

…oder doch nicht?

Mit Freya und Kermit paddeln auf dem Bodensee.
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Freya und ich waren am Sonntag (11.08.19) auf dem Bodensee paddeln.

Wie es ist, nicht auf einem Fluss, sondern auf einem riesigen See, mit einem winzigen Kajak unterwegs zu sein, das möchte ich euch hier erzählen. Außerdem gibt es eine wichtige Info für Hundebesitzer.

Kurzurlaub am Bodensee

Wir (ja, Chriss war auch dabei) waren für ein paar Tage mit unserem Wohnwagen auf dem Gebhardshof in Wallhausen. Der Hof liegt nur etwa 250 Meter vom Bodensee entfernt und so hatten wir natürlich Kermit und Elliot (zwei Sit-on-Top Kajaks) dabei. Während Elliot im Schatten unter den Obstbäumen faulenzen durfte, musste Kermit mit Freya und mir ins Wasser.

Hunde verboten

Vom Parkplatz geht es über einen Weg am Strandbad entlang. Die Hundeverbots-Schilder rund ums Bad beunruhigten mich etwas, da sich dort (zwar am Ende, aber innerhalb) auch die Anlegestelle befindet. Und auch bei diesem Eingang gibt es dieses Schild!

Chriss versicherte mir, dass es überhaupt kein Problem wäre, mit Freya durch das Strandbad zur Anlegestelle gehen. Schließlich hätte er sich am Abend zuvor noch erkundigt… Und so bin ich mit meinem mulmigen Gefühl und Freya an der ganz kurzen Leine hinter Chriss und Kermit hinterher gegangen.

Am See angekommen, legte ich Freya direkt neben mir ab (ich wollte in keinster Weise irgendwie bemerkt werden) und wir arbeiteten sofort daran, Kermit startklar zu machen.

Die Badegäste direkt neben uns, hat es nicht gestört, dass ein Hund (ruhig liegend, nicht bellend oder in irgendeiner Weise störend) geduldig darauf wartete, dass ihr Frauchen (also ich) endlich das Kajak ins Wasser schubste und sie freudig hineinspringen konnte, ABER

… irgendein anderer Badegast, welcher weit weit weg war, schien sich gestört zu fühlen und so kam auch schon der Bademeister zu uns.

Er fragte im ruhigen Ton, ob wir mit dem Hund aufs Boot wollen und wir antworteten beinahe im Chor: „Ja, so ist der Plan“. Auf das „Okay, denn eigentlich sind hier am Strand Hunde verboten“ antwortete Chriss nur, dass er gefragt hätte (wen er gefragt hat weiß ich bis heute nicht) und es okay sei und von mir kam nur ein mürrisches „Wir sind gleich weg!“.

Der Bademeister wünschte uns viel Spaß und ging wieder.

Eine Möwe zeigt uns den Weg.

Nichts wie weg

Bereits jetzt war ich sichtlich genervt, schob mein Kajak ins Wasser, „platzierte“ Freya und mich darin und suchte den Weg in die Weiten des Bodensees. Zumindest hatten die Badegäste, welche neben uns waren, sichtlich Freude daran, einen Hund im Boot zu sehen und wünschten uns viel Spaß und einen schönen Tag. Ich werde sie vermutlich nie vergessen, wieso? Dazu komme ich später.

Die ersten Meter waren super. Zuerst mussten wir um den, für Festboote gesperrten, Schwimmerbereich paddeln. Alles kein Problem. Es war am frühen Vormittag und der Wind hielt sich in Grenzen. Somit war der Wellengang angenehm und die Paddelei lief super…

…bis der erste Motorboot-Macho meinte, er müsste mit seinem Motorboot und gefühlten 250 Sachen über den See brettern.

Wir waren gerade auf Höhe des Hafens, wo ich sowieso ein ungutes Gefühl hatte. Schließlich fahren hier Boote ein und aus, die teils 100 Mal größer sind als mein Kermit. Ich hatte ein bisschen Bedenken, dass uns jemand übersehen könnte.

Wellen, Wellen, Wellen

Der Gedanke war allerdings vom einen auf den anderen Moment Nebensache, denn der Macho mit seinem Motorboot erzeugte ziemliche Wellen, welche, wie ich merken musste, in Ufernähe ziemlich hoch werden können (deshalb fällt auch die Bilderreihe eher rar aus). Ich lernte allerdings auch dazu, dass sie im tieferen Wasser, fernab vom Ufer, kaum spürbar sind.

Nachdem ich uns heil aus den Wellen befreit hatte, ging es weiter Richtung Marienschlucht. Das sollte eigentlich das Ziel unserer Tour sein, ist sie doch nur 3 Kilometer entfernt. Ich war im Glauben, dass 3 Kilometer auf dem See mindestens genauso einfach sind, wie auf einem Fluss.

Die Marienschlucht ist seit einem tragischen Erdrutsch mit Todesfolge gesperrt und kann nicht begangen werden!

Auf dem Weg zur Marienschlucht.
Karibikfeeling pur, dank türkisfarbenem Wasser.

Selbsterkenntnis ist der beste Weg zur Besserung

Bereits auf dem Hinweg musste ich mehrere Pausen am Ufer einlegen, da ich zum einen ziemlich von den Motorbooten und deren Wellengang genervt war, Freya war auch ziemlich angespannt, was ich an ihrem Zittern gemerkt habe und zum anderen meine Arme nicht mehr konnten.

Hatte ich die Tour etwa falsch eingeschätzt?

Nach etwa 1,5 Kilometer gestand ich mir ein, dass wir die restlichen 1,5 Kilometer UND den Rückweg nicht schaffen würden. Ich drehte um. Damit sich Freya ein wenig beruhigen und vor allem abkühlen konnte, legten wir einen Stop am Ufer ein. Während die großen Motor- und Segelboote nicht bis ans Ufer konnten und ihre Anker mehr Richtung See warfen, konnten wir mit unserem kleinen Kajak direkt an den „Strand“.

Als wäre Freya froh gewesen, endlich wieder an Land zu sein, wurde sich zuerst ausgiebig gewälzt.

Laaaaand!!!

Anschließend legte sie einige Schwimmrunden mit ihrer neuen Schwimmweste ein und wie man im Video sehen kann, kommt sie sehr gut damit zurecht. Ich habe sogar den Eindruck gehabt, als wüsste sie genau, dass sie damit länger und besser schwimmen kann, denn normalerweise schwimmt sie nicht so weit hinaus.

Beinahe „abgesoffen“ – Turbulenzen auf dem Rückweg

Ich wartete die Wellenfront ab. Mittlerweile rasten immer mehr Motorboote über den See und die Wellen waren für mein kleines Kajak etwas zu viel. Als gerade kein Raser in Sicht war, paddelte ich so schnell wie möglich in Richtung Seemitte um vom wellenanfälligen Ufer wegzukommen.

Die Aussicht vom Bodensee aus ist herrlich und die Farbe des Wassers wechselt von türkis zu dunkelblau. Manchmal sieht es aus, als wäre eine Klippe unter Wasser. Einfach wunderschön. Wir haben viele Fische gesehen, natürlich auch einige Enten und eine Möwe (im Altmühltal sieht man Möwen eher selten ;-), weshalb ich mich tierisch gefreut habe).

Die türkise Farbe, welche der Bodensee stellenweise hat, ist wirklich der Wahnsinn.

Ausstieg mit Hindernissen

Erschöpft, durchgeschaukelt und mit einem, ziemlich voll Wasser gelaufenen Boot (die Wellen der Fähre waren dann doch zu viel) waren wir nur noch wenige Meter von der Anlegestelle entfernt. Chriss wartete bereits mit dem Bootswagen am Ufer, da brüllte eine Frau aus dem Wasser „Da würde ich mit dem Hund nicht rausgehen. Da sind Hunde verboten und da regen sich die Leute auf!“. Meinen Einwand, dass ich dort aber anlegen MUSS, wollte sie nicht hören und beharrte auf ihre Aussage.

Da wusste Freya noch nicht, dass unsere Tour noch etwas ausgiebiger werden sollte…

Was mach ich denn jetzt?

Sollte ich den Ärger riskieren oder lieber doch eine andere Stelle suchen?

Ich entschied mich für das Zweite. Und so rief ich Chriss zu, dass ich eine andere Stelle suchen würde, weil sich hier schon die ersten Badegäste aufregen. Die Gäste vom Morgen standen gerade im See und meinten nur, dass sie sich nicht aufregen würden und wir gern hier an Land gehen könnten. (Ich finde es nach wie vor lustig, dass sie scheinbar von sich, auf die anderen ca. 200 Gäste im Bad geschlossen haben.) Sie waren sichtlich enttäuscht, als ich weiterpaddelte.

Auf dem Weg zum nächsten Strand musste ich feststellen, dass mir das Wasser bis zum Hals ähm zur Hüfte stand. Kurzerhand steuerte ich in Richtung Schilf, wo ich eine Kiesbank entdeckte (ja ich weiß, es ist verboten) damit ich das Wasser ablassen konnte. Wir wären sonst vermutlich untergegangen.

Endlich geschafft!

Erschöpft und erleichtert gleichzeitig erreichten wir den Strand des Campingplatzes Klausenhorn. Und siehe da, auch hier sind Hunde verboten.

Ich drückte Chriss schnell die Leine von Freya in die Hand und sagte ihm, er solle sie so schnell wie möglich „aus der Schusslinie“ bringen. Gleich lief er mit ihr zum Weg. Natürlich war auch hier scheinbar schon eine Dame am Luftholen und wollte wohl etwas zum Hundeverbot sagen, da entdeckte sie die T-Shirt-Aufschrift der Wasserwacht und meinte nur „ach, ein Rettungshund, na dann“.

Ich hiefte Kermit auf den Bootswagen und machte mich ebenfalls auf den Weg. Froh, endlich wieder am Auto zu sein, war unsere Seefahrt hiermit beendet.

Fazit:

Die Aussicht vom See ist herrlich und auch die Uferabschnitte laden förmlich zu einer Rast ein.

Aber leider überschatten die negativen Eindrücke, das schöne Erlebnis.

Ich weiß nicht, wie es an anderen Stellen rund um den See ist, aber eine Anlegestelle in ein Strandbad zu legen, bei welchem Hundeverbot herrscht, finde ich total bekloppt. Hier ist der Ärger mit Badegästen vorprogrammiert, auch wenn es Ausnahmen gibt (wie ich sie ja angetroffen habe).

Auch der zweite Strand war offiziell nicht mit Hund möglich und hätte Chriss nicht Dienst mit der Wasserwacht gehabt, wären auch hier Diskussionen entstanden.

Ich habe zwar bei einem Gespräch am nächsten Morgen mit der DLRG und dem Bademeister erfahren, dass es wohl einen (inoffiziellen) Hundestrand hinter dem Strandbad Klausenhorn gibt, wo wir auch problemlos anlanden hätten können, aber so weit hätten wir es nicht mehr geschafft.

Wir bleiben in Zukunft auf kleinen Flüssen wie unsere Altmühl. Dort gibt es keine nervigen Motorboot-Machos, welche dafür sorgen, dass mein Kermit beinahe absäuft und es ist an (fast) jeder Stelle möglich, mit Hund ein- und auszusteigen.

Schwimmen ist ihr dann wohl doch lieber, als das Geschaukel im Boot.
Frisch gebadet geht es zurück.
Hundepfoten unter Wasser.
Strandbad Wallhausen, Achtung Hundeverbot!
Es sieht aus, als wäre eine Klippe unter Wasser.
In Ufernähe sollte auf Felsen unter Wasser geachtet werden.

Kleines Zelt für „kleines“ Geld!

Meine Erfahrung mit dem „Overmont 1-2 Personen-Zelt“.

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Kompakt, einfach aufzubauen und leicht…

…so sollte mein neues Zelt sein. Es sollte aber nicht nur o. g. Kriterien erfüllen, sondern auch bezahlbar sein. Und mit bezahlbar meine ich, am besten unter der 100-Euro-Grenze. Aber gibt es so ein Zelt überhaupt? Die Suche nach der „eierlegenden Wollmilchsau“ beginnt!

Ich habe mit der Suche nach meinem perfekten Zelt einige Stunden im Internet verbracht und auch sämtliche Fachhändler vor Ort „abgeklappert“.

Aber kein Zelt entsprach meiner Vorstellung. „Zu schwer“, „zu großes Packmaß“, „komplizierter Aufbau“, „zu teuer“ – um es auf den Punkt zu bringen. Und dann entdeckte ich das Overmont 1-2 Personen-Zelt.

Warum hat mich das Overmont 1-2 Personen-Zelt überzeugt?

DER PREIS:

Der UVP liegt bei 69,99 €. Ich hatte Glück und habe das Zelt für 45,99 € ergattert.

Der Preis von 45,99 € (ja ich weiß, im Angebot) war für mich einfach unschlagbar. Sieht man sich vergleichbare Zelte an, dann bewegen sich diese weit über der 100-Euro-Grenze. Auch für 69,99 € liegt es preislich um einiges günstiger, als das MSR Hubba Hubba NX (359 € war der günstigste Preis, den ich finden konnte), welches wohl die Vorlage für das Overmont sein soll.

Ein Zelt für wenig Geld – das Overmont 1-2 Personen Zelt.
DAS GEWICHT:

Das Zelt von Overmont bringt gerade einmal 1939 Gramm (Herstellerangabe: 1,5 Kg) auf die Waage. Wobei sich hier mit Sicherheit noch ein paar Gramm einsparen ließen, wenn man die Abspannseile und Heringe austauscht. Aber für mich passt es (zumindest vorerst) so.

Ich habe bisher kein Zelt gefunden, welches weniger wiegt – ausgenommen Zelte in (viel) höheren Preisklassen. Aber selbst einige hochpreisige Zelte sind gleich schwer oder sogar schwerer. Deshalb bietet das Overmont ein gutes Verhältnis zwischen Preis – Gewicht.

DER AUFBAU:

Wer alleine wandert, kennt das Problem mit dem Aufbau. Man ist müde und kaputt, das Wetter verschlechtert sich, es muss schnell gehen und niemand ist da, der einem das Zelt aufstellt.

Der Aufbau ist binnen weniger Minuten erledigt – und das ganz allein. 2 Stangen werden in Tunnel am Innenzelt gefädelt und dann wird das Ganze aufgespannt. Außenzelt darüber, Heringe und Abspannseile befestigen – fertig! Und beinahe genauso schnell ist der Abbau und das Einpacken erledigt. Die Zeltstangen, Heringe und Abspannseile, sowie das Außen- und Innenzelt sind im Lieferumfang bereits enthalten. Auch eine Transport-Tasche gibt es dazu.

Man muss nur zwei Stangen in die Tunnel fädeln und das Zelt aufstellen.
DIE GRÖßE:

Das Packmaß bewegt sich (meiner Meinung nach) im Mittelfeld. Mit 48×14 cm würde es zwar gerade noch in meinen Rucksack passen, aber ich befestige es lieber außen. So habe ich innen Platz für andere Dinge.

Das Overmont-Zelt bekommt man wieder gut in den Packsack.

Innen bietet das Zelt 210×140 cm (das ist aber am Boden. Ich würde also eher 200×130 cm sagen). Für mich (163 cm groß, schlank) und Freya ist diese Größe vollkommen ausreichend. Rucksack und Schuhe finden ebenfalls im Inneren des Zelts Platz und müssen nicht in den – doch etwas klein geratenen – Apsiden bleiben. Dank einer Höhe von 115 cm kann man gut im Zelt sitzen.

Da ich das Zelt bisher nur bei schönem Wetter – also kein Regen – getestet habe, kann ich zur Dichte noch nicht viel sagen. Es hat aber die Nässe vom Boden gut abgehalten. Bei Regen wird es bestimmt auch irgendwann (eher unfreiwillig) getestet und dann wird es in diesem Beitrag ein Update dazu geben.

Das Innenzelt kann auch ohne das Außenzelt genutzt werden und dient als Moskitonetz.

Optimal für warme Sommernächte – das Innenzelt lässt sich alleine verwenden und dient als Moskitonetz/Mückenschutz.

Mein Fazit:

Das kleine Zelt von Overmont eignet sich für Freya und mich super. Der schnelle Aufbau ist perfekt, vor allem, wenn man nach einer langen Wanderung „hundemüde“ ist. Auch das Gewicht – Preisverhältnis ist unschlagbar. Wer seine ersten Versuche mit Zelt, Rucksack und Hund startet und wer alleine wandert, ist bei diesem Zelt an der richtigen Adresse, um für die „ersten Schritte“ kein halbes Vermögen für die Ausrüstung auszugeben.

Im Vergleich zu unserem (sauteuren) O4G Sumas 3.0 hat sich in meinem günstigen Zelt kein bzw. nur sehr, sehr wenig Kondenswasser gebildet.

Obwohl ich bereits über meine erste Zelt-Tour hinaus bin, wird dieses Zelt nun mein ständiger Begleiter bei Trekkingtouren sein und ich spreche eine klare Kaufempfehlung (für etwas kleinere Personen, bis 170 cm) aus.

(Auch wenn der Hersteller mit, bis zu 4 Jahreszeiten wirbt, so würde ich für Wintertouren ein hochwertigeres Expeditionszelt verwenden).

Das Overmont 1-2 Personen-Zelt ist leider online nur noch sporadisch und nach längerer Suche nach einem Händler, welcher den Artikel noch auf Lager hat, erhältlich. Eine Alternative bietet das Azarxis Kuppelzelt. Es ist, bis auf ein paar Gramm mehr, identisch mit dem Overmont-Zelt.

Mit welchem Zelt seid ihr unterwegs? Nach welchen Kriterien habt ihr euch für euer Zelt entschieden? Ihr dürft mir eure Erfahrungen und Favoriten gerne als Kommentar hinterlassen!