Von der Kindinger Klause zum Felsentor Unteremmendorf – Wandern im Altmühltal

Eine Tour im Naturpark Altmühltal – für Archäologie-Fans, Höhlenbegeisterte und Naturfreunde.

Eine Tour im Naturpark Altmühltal, bei welcher sowohl Archäologie-Fans, wie auch Höhlenbegeisterte und Naturfreunde voll und ganz auf „ihre Kosten kommen“. Schöne Ausblicke, abwechslungsreiche Wege sowie dunkle Höhlen warten auf dieser Tour. Wer auf dem 200 Kilometer langen Altmühltal Panoramaweg wandert, kann sich ebenfalls dieser Naturjuwelen erfreuen, denn der Altmühltal Panoramaweg führt hier entlang.

Hinweis: Beitrag enthält unbezahlte Werbung
Start und Ziel der Tour ist ein kleiner Parkplatz neben der Straße, zwischen Kinding und Kipfenberg. Die Markierungen sind hier super.

Infos zur Tour:

  • Gesamtlänge: (je nach Variante) ca. 9 – 11 Kilometer*
  • Höhenmeter: 200*
  • Besonderheiten/Schwierigkeiten: festes Schuhwerk; Rundtour; nicht kinderwagengeeignet; wenige Treppenstufen – jedoch keine Gittertreppen; Östliches Schneiderloch (Höhle am Felsentor) kann nur über eine Leiter erreicht werden (geübte Hunde können sicherlich mit etwas Hilfe seitlich hoch, haben wir aber nicht gemacht); Taschenlampe oder Stirnlampe nicht vergessen; Wegarten => breite (Forst- oder Wiesen)Wege, Pfade, Hohlwege, Treppen, Asphalt; Wegmarkierungen Altmühltal Panoramaweg und Burgenweg Kinding (gut ausgeschildert); Einkehrmöglichkeiten in Unteremmendorf und Kinding (Öffnungszeiten beachten); Landschaftsschutzgebiet; genug Wasser für den Hund mitnehmen => keine Trinkmöglichkeiten außer am Bach in Unteremmendorf und je nach Variante, abschnittsweise an der Altmühl; wegen des Fledermausschutzes sollten Höhlen vom 01. Oktober bis 31. März nicht begangen werden
  • Highlights: Kindinger Klause (auch Binnleitenhöhle genannt), Felsentor, Östliches Schneiderloch
  • Varianten: Tour kann auch umgekehrt gegangen werden (der Aufstieg von Unteremmendorf zum Felsentor ist jedoch steiler, als von der Kindinger Klause); Rückweg kann identisch mit dem Hinweg sein; Rückweg kann am Waldrand entlang erfolgen (empfohlen an heißen Tagen); Rückweg kann entlang der Altmühl erfolgen (nicht geeignet für heiße Tage => kein Schatten und nur wenig Möglichkeiten, um an die Altmühl zu kommen);
  • Start: kleiner Parkplatz an der Straße von Kinding Richtung Kipfenberg, etwa 300 Meter ab der Brücke
  • Ziel: = Start

(*Daten stammen aus Komoot)

Auf geht´s

Unsere Tour startete am 18. September 2019 um 13:15 Uhr am o.g. Parkplatz. Wir wanderten wieder in Begleitung, denn so macht es gleich doppelt so viel Spaß.

Steht man am Parkplatz und blickt Richtung Hügel, folgt man dem geteerten Weg bergauf (nicht der Hauptstraße Richtung Kipfenberg folgen). An der Scheune befindet sich bereits der erste Wegweiser mit der Aufschrift „Klause“.

An der kleinen Kapelle (eher ein Bildstock) an der Weggabelung folgten wir dem Weg geradeaus. Es geht auf einem steilen Waldpfad weiter (auch hier finden wir den Wegweiser „Klause“), bis wir nach etwa 300 Meter die Kindinger Klause erreichten.

Hier geht es geradeaus in den Wald.
Aufstieg zur Kindinger Klause.

Kindinger Klause

Die Kindinger Klause wird auch Binnleitenhöhle genannt. Es handelt sich bei dieser Höhle um ein Felsdach, welches 10 Meter breit, 3,5 Meter hoch und 7 Meter tief ist. Nach links zweigt ein 10 Meter langer Gang ab, über welchen man wieder ins Freie gelangt.

Die Höhle hat bereits unseren Vorfahren jahrtausendelang Unterschlupf gewährt, was Grabungen und Funde belegen. Der spektaluärste Fund ist wohl ein Teil eines Mammutknochens.

Naturpark Altmühltal
Und da ist sie, die Kindinger Klause. Dieser Ort wirkt imposant und irgendwie geheimnisvoll. Erst wenn man direkt davor und im Inneren der Höhle war, bemerkt man die wahre Größe.

Nachdem wir die Kindinger Klause dann auch ein zweites Mal erkundet hatten 😉 (Sonnenbrille in der Höhle vergessen) ging es ein kurzes Stück zurück, bis wir dann weiter dem Weg bergauf folgten und auf einen Forstweg kamen.

Durch den Buchenwald geht es weiter nach oben.

Die Markierung zeigt nach links, ein Blick auf die Karte zeigte auch, dass wir nach links müssen, also gingen wir auch links.

Hügelgräber

Nach etwa 700 Meter erreichten wir einen kleinen netten Picknickplatz (Mülleimer vorhanden) an den Hügelgräbern. Diese Hügelgräber stammen vermutlich auch von den damaligen Bewohnern der Kindinger Klause.

Steinmännchen auf einem der Hügelgräber.

Wir folgten weiter geradeaus dem Forstweg und auch der Hinweis, dass durch Rückearbeiten der Wegzustand schlecht sei, schreckte uns nicht ab (wenn es vorher geregnet hat, kann es allerdings durchaus eine matschige Angelegenheit werden).

Bei vorangegangenem Regen kann der Weg durchaus sehr matschig sein.

Der Forstweg ändert sich in einen Waldpfad – klasse, das ist genau unser Ding. Auch die Vegetation ändert sich. Der lichte Buchenwald wechselt zu Fichten und Gestrüpp.

Der lichte Buchenwald wechselt zu Fichten und Kiefern…
…und ein wenig Gestrüpp. Der Weg ist dennoch gut begehbar. (Hier musste ich dann doch ein bisschen an Abschnitte des Goldsteigs im Bayerischen Wald denken).

Immer folgend der Beschilderung des Altmühltal Panoramawegs und des Burgenwegs Kinding, gelangen wir über Pfade und einen Wiesenweg an die Straße, welche Irlahüll mit Unteremmendorf verbindet. Diese überqueren wir um wieder einem breiten, geschotterten Forstweg zu folgen. Bei nächster Gelegenheit biegen wir jedoch schon wieder links auf einen weichen Waldpfad ab.

Wegweiser auf der anderen Seite der Straße. Wir folgen in Richtung Unteremmendorf/Beilngries.

Die Aussicht des Herrn – Panoramablicke ins Altmühltal

Wir genießen die Aussicht des Herrn – von hier aus hat man wirklich einen fantastischen Ausblick über das Altmühltal – schweift der Blick nach rechts, sieht man Unteremmendorf, den Kratzmühlsee und Beilngries im Hintergrund, sieht man nach links blickt man nach Kinding. Auch Gleitschirmflieger konnten wir einige beobachten. Nach einer kurzen Rast auf der Bank ging es dann auch schon weiter.

Blick nach rechts von der „Aussicht des Herrn“.
Ausblick nach links von der „Aussicht des Herrn“.
Gleitschirmflieger im Altmühltal.

Erholt ging es weiter in Richtung Felsentor. Oberhalb befinden sich zwei Bänke mit einem Tisch, weil es aber ziemlich „frisch“ war, wollten wir im Schatten keine weitere Rast einlegen.

Saufelsen – gefunden oder nicht?

Wir waren schon fast am Abstieg zum Felsentor – aber was ist da? Saufelsen ca. 200 Meter – wir folgtem der Markierung zum Saufelsen und entdeckten tatsächlich nach rund 170 Meter einen kleinen, unerreichbaren (zumindest mit Hund und Rucksack) Höhleneingang in einem Felsen. Ist das der Saufelsen? – Wir wissen es nicht, denn leider war er nicht beschriftet. Also zurück zur Treppe, welche uns hinab zum Felsentor bringt.

Ein kleiner Höhleneingang – ist das der Saufelsen oder nicht?
Die Treppe hinab zum Felsentor. Wer möchte, kann auch dem Pfad rechts folgen – hier gelangt man nochmals zu einer traumhaften Aussicht (vorsicht, Absturzgefahr – nicht mit einem Geländer o.ä. gesichert) – man muss jedoch wieder zurück zur Treppe.

Felsentor und Östliches Schneiderloch

Das Felsentor bei Unteremmendorf, auch Burgstall „Torfelsen“ genannt, ist natürlich entstanden und war früher vermutlich der Eingang zu einer Burg.

Unterhalb des Felsentors, im Fels selbst, befindet sich eine 25 Meter lange Höhle, welche mit einer Taschenlampe begangen werden kann und mit in die damalige Burganlage einbezogen war.

Naturpark Altmühltal
Das Felsentor. Auch Burgstall „Torfelsen“ genannt, natürlich entstanden und als Burganlageneingang genutzt.
In der Höhle, welche sich im Fels beim Felsentor befindet.
Der Höhleneingang kann über eine Leiter erreicht werden.

Nachdem wir unsere Höhlenleidenschaft gestillt und unsere geplanten Highlights erreicht hatten, ging es an die Planung des Rückwegs. Hierfür stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung.

Rückweg

Variante 1: Man nimmt den selben Weg, wie zuvor (das machen wir aber nur sehr, sehr selten – deshalb war diese Variante nichts für uns).

Variante 2: (empfohlen, wenn es sehr heiß ist, da man hier noch ein wenig Schatten hat) Diese Variante verläuft entlang des Waldrands. Ist man in Unteremmendorf angekommen, biegt man vor der Kirche links ab und folgt dem Weg, bis man wieder an der Kapelle angelangt (oder man biegt vorher einmal nach rechts ab und gelangt auf den unteren Weg).

Variante 3: Weil es nicht mehr so heiß war und wir unbedingt noch die Sonne genießen wollten, wählten wir Variante 3. Dieser Weg verläuft (mit mal mehr, mal weniger Abstand) parallel zur Altmühl. Wir liefen also an der Kirche vorbei, um bei nächster Gelegenheit links abzubiegen und hielten uns dann rechts.

Badepause in der Altmühl.

Nach einer ausgiebigen Badepause für die Hunde, blieben wir auf diesem Weg, bis wir um 17:30 Uhr wieder am Auto ankamen.

Insgesamt waren wir also 4 Stunden und 15 Minuten unterwegs, bei einer reinen Gehzeit von 2 Stunden und 45 Minuten. (Durch unsere kurze Doppelstrecke zur Kindinger Klause und dem Abstecher Richtung Saufelsen haben sich die Höhenmeter auf 240 Meter summiert).

Hier gibts noch ein paar Impressionen für euch:

Vor der Höhle beim Felsentor – zwei brav wartende Hunde.
Im hinteren Teil der Kindinger Klause.
Gruppenfoto in der Kindinger Klause – vielen Dank, an meine Begleitung, dass ich das Bild verwenden darf.
Blick aus der Kindinger Klause.
Burgfräulein und Burgherr? – vielen Dank für die tolle Begleitung und dass ich das Bild verwenden darf.
Freya und ich im Felsentor. Bis bald ihr Lieben!
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„Hirschbacher Höhlenrundweg“ – Kombination Weg # 2 und # 3

Für Abenteuerlustige und Höhlenliebhaber!

Die Hunde hatten mindestens genauso viel Spaß.
Hinweis: Beitrag enthält unbezahlte Werbung

Die Höhlen im Hirschbachtal waren mir nicht mehr ganz neu, denn wir sind bereits im Mai 2018 eine Tour dort gegangen. Aber wie es so ist, vergisst man einige Eindrücke schnell und so wollte ich unbedingt nochmal diese Wege laufen. Der Plan war ein wenig anders als die Umsetzung, aber vermutlich war es so sogar besser. Alle Infos zur Tour gibts im nachfolgenden Beitrag.

Infos zur Tour:

  • Gesamtlänge: 12,9
  • Höhenmeter: 520 bergauf, 530 bergab
  • Besonderheiten/Schwierigkeiten: Rundtour; festes Schuhwerk; Trittsicherheit erforderlich; keine Wasserstellen für Hunde (genügend Wasser mitnehmen), außer am Gasthof Goldener Hirsch in Hirschbach; manche Höhlen müssen kriechend erforscht oder begangen werden (ältere Kleidung); Taschen- oder Stirnlampe nicht vergessen; nicht kinderwagengeeignet; eher für größere Kinder geeignet; Einkehrmöglichkeit Gasthof Goldener Hirsch (Öffnungszeiten beachten); bei Schnee könnte die Tour gefährlich rutschig werden; Fledermausschutz beachten – Höhlen vom 01. Oktober bis 31. März nicht begehen; Naturschutzgebiet (!)
  • Highlights: Schmiedberghöhle, Prellstein, Frankenkammer, Schlossberg-Durchgangshöhle, Brünnlesloch, Dürnberghöhle(n), Bodenberghöhle, Aussichtspunkt am „Himmel“
  • Start: Wanderparkplatz im Reichental in Hirschbach (nahe Gasthof Goldener Hirsch)
  • Ziel: = Start

(Daten stammen aus Komoot)

Am Parkplatz findet man eine große Tafel.

Der gesamte Hirschbacher Höhlenrundweg hat eine Länge von etwa 20 Kilometer. Da wir an jenem 11. September 2019 mit Begleitung wanderten und uns die 20 Kilometer etwas zu lang waren, entschieden wir uns für eine kürzere Variante.

Markierung „weiße 3 auf grünem Untergrund“

Wir starteten um 9:30 Uhr am Parkplatz. Zuerst ging es zurück Richtung Ortsmitte. Unser Weg sollte die # 3 werden. Wegmarkierung weiße 3 mit grünem Untergrund.

Wir folgten dem Bach etwa 100 Meter stromaufwärts und überquerten bei der Fußgängerampel die Straße. Weiter geradeaus, ging es an Häusern vorbei (etwas steil) nach oben. Zwischen einer Garage und einem Haus hindurch, führt der Weg über einen Pfad am Waldrand entlang.

Ein schöner Pfad am Waldrand entlang.

Nach rund 200 Meter zweigt die 3 nach rechts ab. Über einen steilen, laubbedeckten Hang und einige rutschige Wurzeln ging es nach oben zur Schmiedberghöhle (Beitragsbild: Sicht aus der Schmiedberghöhle). Der Regen der letzten Tage machte den Abstieg genauso interessant, aber wir kamen alle Vier unbeschadet wieder auf deWeg am Waldrand, welchem wir nach rechts folgten.

Über einen steilen Hang geht es nach oben zur Schmiedberghöhle.
Die Schmiedberghöhle.

Als wir auf einen Fahrweg trafen, ging unser Weg über ein paar Wurzeln links weiter. Wir blieben auf dem Weg mit der 3, hatten aber wohl eine Markierung übersehen. Zum Glück lief die App Komoot im Hintergrund mit, sodass wir nach ein paar hundert Meter umgekehrt hatten, denn die Cäciliengrotte liegt weiter links. Leider haben wir, trotz intensiver Suche, die Cäciliengrotte nicht gefunden, aber wir kommen mit Sicherheit nochmal.

Der weitere Wegverlauf führt uns zum Prellstein. Mit ein bisschen Kletter-Geschick kann man sich bestimmt nach oben arbeiten. Da wir aber ja die Hunde dabei hatten und ich den Aufstieg nicht kenne, war mir das Risiko zu groß. Wir blieben lieber unten und machten eine kurze Pause auf der Bank gegenüber.

Der Prellstein.
Freya wäre ja am liebsten auf den Prellstein, aber das war mir dann doch etwas zu gefährlich.

Nun ging es links an der Bergwachthütte vorbei und bei der nächsten Abzweigung links zur Frankenkammer. Alleine der Name ist schon klasse, aber die Location ist auch prima, um ein paar Schnappschüsse zu machen. Die Frankenkammer ist ein Ende des Höhenglücksteigs – einem Klettersteig – und im Inneren befinden sich Auf- bzw. Abstiegmöglichkeiten zum/vom Steig.

Da gehts zur Frankenkammer – Ja, da!

Weiter bergauf geht es über Wurzeln und Felsen zum Aussichtspunkt bei einem anderen Ende des Höhenglücksteigs. Die Aussicht ist traumhaft und hat uns scheinbar so „betüdelt“, dass wir gleich ein weiteres Mal den falschen Weg gegangen waren.

Von hier oben hat man eine tolle Aussicht.
Da mussten die beiden unbedingt auch mal schauen.

Während wir der Meinung waren, wir müssten einen Teil des Weges zurück, bemerkte ich erst bei einem weiteren Blick auf mein Handy, dass der Weg rechts neben dem Aussichtspunkt weiter geht. Also wieder zurück und rechts vorbei.

Es ging bergab. Wir gelangten auf einen Schotterweg und wir folgten diesem Weg (# 3) vorbei an Maisfeldern, bis wir bei einem (hässlichen) Sendemast wieder auf einen schmalen Pfad kamen und irgendwann auf eine (wenig befahrene) Teerstraße gelangten.

Kleine Abkürzung

Hier hielten wir uns rechts, damit wir bei nächster Gelegenheit wieder links gehen konnten und vor einer Weggabelung standen. Die 3 zeigt hier den linken Weg an. Da auf der Karte aber ersichtlich war, dass es sich nur um eine Schlaufe handelt und der Weg danach sowieso hier weitergeht, entschieden wir uns gleich für den rechten. Nach einem kurzen Stück auf dem Feldweg geht es wieder rechts auf einen Waldpfad.

Unser nächstes Ziel war das Schlossberg-Felsentor und die Schlossberg-Durchgangshöhle. Die beiden liegen direkt nebeneinander und so begutachteten wir zuerst das Felsentor und setzten unseren Weg durch die Schlossberg-Durchgangshöhle fort. Große Personen müssen hier schon ziemlich den Kopf einziehen und auch wir machten es uns fast unseren Hunden nach und „liefen auf allen Vieren“ durch die Höhle (was aber durchaus Spaß gemacht hat :-)). Wer nicht durch die Höhle gehen möchte, kann diese selbstverständlich auch umgehen. Der Spaßfaktor der gesamten Tour sinkt jedoch erheblich ;-).

Links der Eingang in die Schlossberghöhle, rechts das Schlossberg-Felsentor.
Auf dem Weg durch die Schlossberg-Durchgangshöhle.
Eher krabbelnd geht es durch die Schlossberg-Durchgangshöhle. Ein absolutes Highlight.

Obwohl man aufgrund der vielen Blätter den Pfad manchmal nur erahnen kann, kamen wir dank der guten Wegmarkierung nicht mehr vom richtigen Weg ab.

Über eine Wiese kamen wir auf die Straße bei Hauseck, welcher wir kurz folgten Straße um dann wieder rechts in den Wald zu gehen.

Eine Wegmarkierung führt zum Brünnlesloch. Keine Durchgangshöhle, aber dennoch interessant. Diese Höhle scheint für Fledermäuse ein wichtiger Winterplatz zu sein, denn es befindet sich ein Hinweisschild am Eingang der Höhle zum Thema Fledermausschutz. Dieser gilt ab dem 01. Oktober und endet am 31. März. Da wir uns noch außerhalb diesen Zeitraums befanden, holten wir die Stirnlampen aus dem Rucksack und schauten uns ein wenig im Inneren der Höhle um.

Der Eingang zum Brünnlesloch.
Der erste Flattermann ist schon ins Brünnlesloch eingezogen. Wenn auch keine Fledermaus.

Das Brünnlesloch war ganz nett, aber viel abenteuerlicher war für uns der Weg durch die Dürnberghöhle(n). Genauer gesagt führt der Weg durch EINE der Dürnberghöhlen und hier mussten wir sogar unsere Rucksäcke abnehmen, um hindurch zu passen. Sehr große oder auch sehr korpulente Personen sollten vielleicht wirklich lieber den Weg um die Höhlen nutzen, aber für uns war es Abenteuer pur. Wir brauchten zwar keine Stirnlampen, weil der Ausgang nicht weit ist, aber es hat richtig Spaß gemacht.

Durchs Brünnlesloch. Nix für Leute mit Platzangst. Aufrecht laufen? Fehlanzeige.
Unsere Begleitung schlängelt sich durch die Dürnberghöhle.

Auf der anderen Seite befindet sich noch eine kleine Höhle. Diese ähnelt mehr einem Felsvorsprung. Hier scheinen wohl schon einige ein Lager aufgebaut zu haben, denn es ist ein Hinweis angebracht, dass ein weiteres Lagerfeuer zur Anzeige gebracht wird. Wirklich schade, dass sich manche Leute nicht an Regeln und Gesetze halten können – denn Wildcampen ist in Deutschland verboten und außerdem herrscht gerade nach solch langer Trockenheit wie in den letzten Jahren akute Waldbrandgefahr.

Noch völlig „hin und weg“ von den Dürnberghöhlen führte uns der Weg steil hinauf. Es ging zur Bodenberghöhle.

Fast geschafft – gleich erreichen wir die Bodenberghöhle.

Wer diese Höhle betreten möchte, der braucht ein wenig Kraxelgeschick, denn der Eingang liegt etwa 3 Meter hoch im Fels. Während einer von uns bei den Hunden blieb, erkundete der andere die Höhle. Da meine Stirnlampe im Rucksack war, schaute ich mir nur den vorderen Teil an, während meine Wanderbegleitung auch etwas weiter hinter die Felsbrocken ging. Sehr beeindruckend.

Der Weg hinter den Felsbrocken führt weiter, wohin genau wissen wir aber nicht.
Wer ins Innere der Bodenberghöhle möchte, sollte ein paar Kletterkünste in der Hinterhand haben. Der Eingang liegt ca. 3 Meter hoch im Fels.

Obwohl der Weg hier eigentlich entlang der Felsen weitergeht, entschieden wir uns, auf den Hauptweg abzusteigen und dann unseren Weg fortzusetzen. Ich bin den Weg entlang der Felsen 2018 gegangen und war froh, dass ich Freya bei Chriss am Hauptweg gelassen hatte. Ohne Hund JA – mit Hund NEIN.

Wechsel auf die weiße 2 auf grünem Untergrund

Unser Weg wäre noch etwas weiter geplant gewesen, aber wir mussten uns langsam auf den Rückweg machen. Also wechselten wir kurze Zeit nach der Bodenberghöhle auf die Wegmarkierung 2. Eine weiße 2 mit grünem Untergrund.

Vorbei an schönen Felsen ging es weiter zum Aussichtspunkt am „Himmel„, welcher oberhalb des Höhenglücksteigs liegt und nach kurzer Rast ging es weiter.

Was für eine Fernsicht am Himmel!

Wir kamen nochmal an der Frankenkammer und am Prellstein vorbei und folgten dem selben Weg wie zu Beginn unserer Tour – die Cäciliengrotte haben wir wieder nicht gefunden – nahmen den Abstieg dann jedoch über den Schotterweg.

Fast geschafft.

Bei den Häusern angekommen, ging es wieder nach unten (ich hatte schon fast die Hasen in einem Garten vergessen, aber Freya nicht ;-)) zur Straße. Am Bächlein beim Gasthaus Goldener Hirsch konnten sich die beiden Hunde noch die Füße abkühlen, sodass wir dann kurz nach 15:30 Uhr wieder am Parkplatz waren.

Die reine Gehzeit betrug 3 Stunden und 16 Minuten. Auf den ersten 10 Kilometern waren wir völlig allein auf dem Weg, später haben wir dann ein paar wenige Wanderer und Klettersteig-Geher getroffen. Die Wege sind abwechslungsreich und führen über verschiedene Wegarten.

Da bei dieser Tour die Wegbeschreibung echt schwierig ist, gibts anbei eine Übersichtskarte.

Höhlenrundwanderweg
Quelle: https://www.hirschbachtal.de/Wanderparadies/Hohlenrundweg/hohlenrundweg.html

Und hier (https://www.hirschbachtal.de/Wanderparadies/Hoehlenweg.pdf) kann man sich noch den Flyer über den Hirschbacher Höhlenrundweg als PDF herunterladen.

Seid ihr auch so höhlenverrückt? Ich liebe sie abgöttisch, da man dort jede Menge Abenteuer erleben kann. Allerdings bin ich ein ziemlicher Angsthase und freue mich natürlich umso mehr, dass das mit unserer Begleitung wieder einmal geklappt hat. Dankeschön :-*

Felsen neben der Schmiedberghöhle.
Das Schlossberg-Felsentor.
Abwechslungsreiche Wege.
Mein Seelenhund.
Trittsicherheit erforderlich – die Wege führen auch über Wurzeln und Steine.

Bis bald!

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Filze und Schachten – Traumtour im Bayerischen Wald

Eine absolut zu empfehlende Tour für alle Wanderbegeisterten – egal ob MIT oder OHNE Hund!

Das Zwieselter Filz.
Hinweis: Beitrag enthält unbezahlte WErbung

Aufgrund dessen, dass wir so viel unterwegs sind und wir schon so viel gesehen haben, gibt es Touren, welche ich zwar schön finde, aber so geflasht wie diese hier, hat mich schon lange (wenn das überhaupt schon einmal der Fall war) keine Wanderung mehr. Selbst jetzt, während ich diesen Beitrag hier tippe, bin ich noch „hin und weg“. Aber fangen wir von vorn an.

Der Plan war, eine längere Tour über 20 Kilometer zu laufen. Und zwar geplant und nicht wie bei unseren mehrtägigen Touren, wo meine Tourenplanung etwas „daneben“ lag. Außerdem sollte es eine Rundtour sein und natürlich auch ein paar Highlights bieten.

Nachdem ich etwas recherchiert hatte, stieß ich auf eine ähnliche Tour, welche ich mithilfe von Komoot noch ein wenig ausgeweitet und aufgepeppt hatte. Am 04. September 2019 um 10 Uhr starteten wir dann unsere Traumtour.

Abwechslungsreiche Wege warten auf dieser Tour.

Infos zur Tour:

  • Gesamtlänge: 22,2 Kilometer
  • Höhenmeter: 580
  • Besonderheiten/Schwierigkeiten: Rundtour; gutes Schuhwerk; Trittsicherheit erforderlich (Wege schmal, wurzlig und steinig); gute Kondition erforderlich; nicht kinderwagengeeignet; viele Wasserstellen für Hunde (ob das jedoch im Hochsommer mit der Trockenheit auch so ist, weiß ich nicht); eher nicht für heiße Tage geeignet, da man viel in der Sonne läuft; Leinenpflicht und Wegegebot (Nationalpark); keine Einkehrmöglichkeiten (zumindest hab ich keine gesehen); Tour kann auch umgekehrt begangen werden, ich empfehle sie jedoch in angegebener Reihenfolge;
  • Highlights: Lindberger Schachten (oder auch Lindbergschachten), Hirschbachschwelle, Zwieselter Filz, Kohlschachten, Latschensee, Hochschachten, Almschachten, Verlorener Schachten
  • Start: Parkplatz an der Trinkwassertalsperre Frauenau
  • Ziel: Parkplatz an der Trinkwassertalsperre Frauenau (der Parkplatz wird auch gern als Übernachtungsplatz genutzt. Zelten ist allerdings verboten. Wohnmobile/Minicamper/Wohnwägen werden wohl geduldet).

(Tourdaten stammen aus Komoot. Dass man am Parkplatz übernachten kann, weiß ich aus der App Park4Night).

Jetzt aber Los!

Wir starteten also um 10 Uhr mit unserer Tour. Vorbei am Toilettenhäuschen (also es ist eigentlich schon eher ein Haus) geht es über eine nette Holzbrücke über den kleine Regen und schon jetzt erwartete uns der erste Aufstieg. Über 500 Meter geht es durch den Wald nach oben und ich komme das erste Mal ins Schwitzen.

Wir landeten auf einem Schotterweg. Hier war gerade eine Frau mit ihrer Fellnase dabei, den richtigen Weg zu suchen – da ich aber mit Komoot unterwegs war, konnten wir einfach unseren Weg nach links fortsetzen (die zwei kamen uns später im Filz entgegen). Bei nächster Gelegenheit führte der Weg zu unserer Rechten weiter und wir verließen den Schotterweg. Ein leicht verwachsener Waldweg, aber immer noch kein Pfad, brachte uns auf den (wieder einmal) geschotterten Radweg, welchem wir geradeaus folgten. Außer zwei Radfahrer, die Dame mit ihrem Hund und ein paar Wanderer am Parkplatz, habe ich bisher niemanden getroffen und so machte sogar der Radweg Spaß zu laufen.

Der Radweg – da aber kaum jemand unterwegs war, war es kein Problem hier zu laufen.

Vorbei an blühendem Springkraut (ich liebe diesen Duft) und ein paar Rindern – alle eingezäunt – gingen wir in Buchenau nach rechts und folgten den Schildern der Rundwege.

Das tolle Wetter, die neugierigen Kühe, das duftende Springkraut und die wenigen Leute machten selbst diesen Weg zum Erlebnis.
Gleich mehrere verschiedene Rassen haben wir gesehen.

Ab jetzt wechselt der Weg wieder in den Wald und die Wege werden mit der Zeit schmaler, bis wir auf die Straßenkreuzung Hochschachten-/Auwaldstraße treffen. Kurz orientieren und ein Blick auf die Karte… Ah ja. Da geht ein Weg paralell zur Hochschachtenstraße nach oben.

An der Kreuzung Hochschachten-/Auwaldstraße.

Diesem Weg folgen wir (auch wenn er Dank der vorangegangenen Forstarbeiten nicht so toll ist) und queren die Pommerbachstraße und anschließend die Steinschachtenstraße (wobei „Straße“ hier etwas übertrieben ist, es sind geschotterte Waldwege). Zwischen der Steinschachtenstraße und dem Lindbergschachten liegt ein steiler Anstieg mit wenig Schatten und ich war froh, dass wir diese Tour nicht (wie ursprüngich geplant am Sonntag) bei 30 Grad gemacht haben.

Kein wirklich schöner Anblick, aber aktuell gibt es schon wieder ein Käferproblem, weshalb die Forstarbeiten teils nötig sind.
Die letzten Meter bis zum ersten Schachten.

Bühne frei für den Lindberger Schachten!

Nach einer erneuten Überquerung der Hochschachtenstraße und einem etwas steinigen Weg, ging es durch einen Buchenwaldabschnitt zum Lindberger Schachten (auch Lindbergschachten genannt).

Der Lindberger Schachten.
Freya im Heidelbeerensträucher-Meer.
Tafel am Lindbergschachten (Lindberger Schachten).

Der Anblick raubte mir fast den Atem. Nichtsahnend steht man vor einer offenen (Weide)Fläche, während man vorher kilometerweit durch Wälder gestapft ist.

Schachten (singul.) bezeichnet meist vom Menschen geschaffene Lichtungen in hoch gelegenen Wäldern fernab von Siedlungen, welche als Weideflächen in der Vergangenheit genutzt wurden und teilweise noch heute beweidet werden. Die hutangerartigen Wiesen befinden sich überwiegend auf Kuppen, Sattellagen und Hochplateus im Böhmerwald, Bayerischen Wald, Sauerland, Bergischen Land und im südlichen Frankenjura. Diese insulären Mittelgebirgshutungen stellen historische Kulturlandschaftselemente dar.

https://de.wikipedia.org/wiki/Schachten

Als ich meinen Mund vor Staunen wieder zubekommen habe, führten wir unseren Weg über den Unteren Gruftsteig (auch ein Teil des Goldsteigs) zur Hirschbachschwelle fort. Typisch „Goldsteig“ geht es über schmale Pfade, mit ein paar Wurzeln, Steinen und Felsen durch abwechslungsreiche Buchenwälder, aber auch käfergeschädigte Waldabschnitte. Ich muss gestehen, beides hat für mich seinen Reiz. Vor allem zu sehen, wie sich die Natur erholt, ist für mich sehr spannend und faszinierend.

Auf dem Weg zur Hirschbachschwelle.
Typisch Goldsteig – verwuchert und steinig sind die Pfade.
Was für ein abwechslungsreicher Steig.
Aus einem Buchenwald wird ein Abschnitt voller Baumleichen. Aber ein kleiner Bach lässt diesen Abschnitt wie eine Oase aussehen und das Grün dominiert inmitten der grauen abgestorbenen Bäume.

Hirschbachschwelle – Badezeit für Freya

Der Untere Gruftsteig bringt uns auf die Kiesseigenstraße. Von hier aus könnte man auch weiter zum Polednik. Aber wir biegen bei nächster Gelegenheit rechts ab und erreichen somit rasch unser zweites Ziel – die Hirschbachschwelle. Für Freya die Zeit um sich abzukühlen (anschließend ging es gleich wieder an die Leine), für mich eine kurze Rast und ein bisschen was zu essen.

Was für ein schöner Ort. Natur und Ruhe pur an der Hirschbachschwelle.
Pause an der Hirschbachschwelle.

Gestärkt und nach kurzer Rast schulterte ich wieder den Rucksack. Schließlich haben wir noch nicht einmal die Hälfte der Tour geschafft.

Also folgten wir dem Weg am See vorbei und hätten fast die Abzweigung nach links, direkt hinter dem See übersehen. Da müssen wir also weiter.

Noch ein letzter Blick auf den kleinen See und dann geht es weiter.

Hätte hier nicht in den 1990ern der Borkenkäfer gewütet, wäre an dieser Stelle vermutlich ein Wald mit hohen Fichten. Aber jetzt stehen und liegen hier die Baumleichen und Schatten gibt es kaum bzw. überhaupt nicht.

Übrigens befinden wir uns hier paralell zum Grenzsteig nach Tschechien. Eine tolle Gegend ist das hier.

Auf dem Weg zum Zwieselter Filz. Schatten? Fehlanzeige.

Über Bohlenstege durchs Zwieselter Filz

Als absoluter Moor-Liebhaber freute ich mich ganz besonders auf die Strecke durchs Zwieselter Filz.

Filze = Regenmoore, auch ombrotrophe Moore oder Hochmoore genannt, sind mineralsalzarme, saure und nasse Lebensräume mit einer an diese extremen Bedingungen angepassten Flora und Fauna. Regenmoore werden im Gegensatz zu Niedermooren ausschließlich aus Niederschlägen (Ombrotrophie) und durch aus der Luft eingetragene Mineralsalze versorgt und stellen damit einen speziellen hydrologischen, ökologischen und entwicklungsgeschichtlichen Moortyp dar, bei dessen Jahrhunderte bis Jahrtausende währendem Wachstum Torfmoose als Torfbildner eine entscheidende Rolle spielen.
Regenmoore sind durch Torfabbau und Mineralsalzeinträge aus der Umgebung (Landwirtschaft, Industrie) stark gefährdet. Lebende und noch wachsende Regenmoore gibt es heute kaum noch. Die letzten großen Regenmoorgebiete befinden sich in Westsibirien und Kanada.

https://de.wikipedia.org/wiki/Regenmoor
Im Zwieselter Filz.

An die 2 Kilometer führt uns der Bretterweg (Vorsicht! Teilweise sind die Abstände zwischen den Bohlen so groß, dass die Hunde mit ihren Pfoten durchrutschen können. Das erfordert etwas Konzentration bei den Fellnasen) durch die Moor-Landschaft. Mooraugen, Heide, abgestorbene querliegende Bäume… Was für den einen gruselig wirkt, ist für mich „Faszination pur“.

Was ist denn da? Freya hatte eine kleine Eidechse entdeckt.
Moorauge.
Ein etwas größerer „See“ im Zwieselter Filz.

Vom Zwieselter Filz geht es, diesmal wieder über weichen Boden, zum Kohlschachten. Hier sind mir (ausnahmsweise) zu viele Leute (obwohl 5 jetzt nicht wirklich viele sind, aber ich wollte meine Ruhe ;-)) und so setzen wir unseren Weg gleich wieder auf Brettern fort. Ein weiterer Holzweg führt vom Hauptweg nach links. Man erreicht nach ein paar Metern den Latschensee (welcher auf den Fotos viel größer aussieht, als er ist, aber schön ist es hier trotzdem).

Der Weg zum Kohlschachten.
Wie in der Steppe sieht es am Kohlschachten aus.
Der Latschensee.

Da auch hier eine Familie vor Ort war, gabs ein paar Schnappschüsse und einen Schluck Moorwasser für Freya (trinken eure Hunde das auch so gern?) und schon gings weiter.

Halbzeit und eine Pause am Hochschachten

Die Hälfte der Strecke (11 Km) war geschafft und so langsam grummelten unsere Mägen. Ein geeigneter Pausenplatz musste her. Weil der Picknickplatz am Hochschachten bereits besetzt war und ich keine Lust auf Konversation hatte, suchten wir uns ein schattiges Plätzchen unter 2 großen Fichten und machten hier unsere (wieder mal kurze) Mittagspause. Wir waren so gut versteckt, dass uns andere Wanderer nicht einmal bemerkt hatten :-).

Blick über den Hochschachten zu einem Gipfel. Welcher? – Das weiß ich leider nicht genau.
Update 13. September: Dank der Hilfe einer lieben Blog-Leserin(vielen Dank) weiß ich nun – es ist der
Große Arber,
welcher hier über die Baumkronen tront!!!
Und nochmal der Hochschachten. Hier erkennt man deutlich, dass es sich um (frühere) Weideflächen handelt.

Erst als wir weiter in Richtung Almschachten gelaufen sind, sah ich eine Bank am Abzweig zum Hochschachten (eigentlich dachte ich, dass dies bereits der Hochschachten ist, aber vielleicht gibt es dort nochmal einen besseren Aussichtspunkt. Ich habe keine Ahnung). Den Weg nach oben ersparte ich uns aber und wir liefen gleich weiter zum Almschachten. Ein schmaler Pfad führt kurz durch dichte Heide und wechselt dann wieder in einen lichten Buchenwald.

Pilze auf dem Weg zum Almschachten.
Auf dem Weg zum Almschachten.
Buchenwald in Richtung Almschachten. Abwechslungsreicher könnten die Wege kaum sein.

Der Almschachten

Einer schöner als der andere. Ich hätte nie gedacht, dass Schachten eine solch magische Anziehungskraft auf mich ausüben können. Aber sie tun es. Diese Orte scheinen wie ein Magnet zu sein. Am Almschachten befindet sich eine kleine Schutzhütte, welche wir aber nicht betreten hatten, denn ich wollte weiter. Wir hatten noch knapp 9 Kilometer vor uns. Zum Glück waren aber die Höhenmeter (fast) geschafft.

Zwischen dem Alm- und dem Verlorenen Schachten trafen wir auf ein älteres Ehepaar. Mittlerweile war ich mehr in Redelaune und nach einem ausgiebigen Plausch über die Gegend ging es weiter.

Der Almschachten.
Eine kleine Hütte am Almschachten.
Blick zum Stausee auf dem Weg zum Verlorenen Schachten.

Noch ein kurzer Anstieg zum Verlorenen Schachten

Ich hatte mir ernsthaft überlegt, den Verlorenen Schachten wegzulassen, aber dann hätte ich die schöne Hütte verpasst und außerdem auch nur ein paar Meter gespart. Also ging es über einen Wiesenweg zum Verlorenen Schachten.

Auf dem Weg zum Verlorenen Schachten.
Riecht Freya etwa schon den nahenden Bach?
Endlich Wasser – und natürlich wieder eine Abkühlung.
Die Hütte am verlorenen Schachten. Ich habe gelesen, dass man diese wohl auch mieten kann, ob es stimmt? Das weiß ich leider nicht, lässt sich aber mit Sicherheit herausfinden.
Nette Sitzgruppe bei der Hütte am Verlorenen Schachten.

Fast geschafft – die letzten Kilometer

Ziemlich verwachsen und kaum erkennbar ist der Weg bis zum Waldrand. Hier führt ein kleiner Pfad durch den Wald und wir gelangen auf den Weg, welchen wir gegangen wären, wenn wir nicht zum Schachten gelaufen wären.

Von hier aus führt uns der Weg, teils steil bergab, über den Judenweg zur Schachtenstraße, weiter auf eine Teerstraße.

Hier meinte Komoot, wir sollen links hinauf. Ich wollte nicht mehr bergauf laufen und entschied mich für den unteren Weg. Weil dies jedoch ein beliebter Weg für Radfahrer ist, biegen wir bei nächster Gelegenheit nach links auf einen Wanderweg ab.

Die Teerstraße ist fast schon angenehm, nach den ganzen Wurzeln und Stegen. Außerdem sind wir bereits knapp 19 Kilometer gelaufen und kommen hier schnell voran.

Spätestens beim nächsten Wegweiser dachte ich mir dann „da hättest du ja gleich die Teerstraße hoch laufen können“, denn jetzt mussten wir über den schmalen Wanderweg nach oben…

Neben uns der Alte Triftkanal (dieser führt kein Wasser), geht es vorbei an einem kleinen Wasserfall (Wasserfall ist schon ein bisschen übertrieben ;-)) und über ein paar Wurzeln ging es, glücklicherweise neben der „Radl-Straße“, zur Talsperre hinab. Von hier aus waren es nur noch 900 Meter. Gleich nach der Straße folgten wir rechts den Stufen hinab und über einen Weg gelangten wir zu einer weiteren Teerstraße. Hier sind wir kurz 5 Meter in die falsche Richtung und haben dann aber gleich den (noch steileren) Abstieg zum Parkplatz entdeckt.

Links der alte Triftkanal – rechts der wurzlige Weg. Die letzten Kilometer sind nochmal etwas anspruchsvoll.
Wasserfall.
Blick zum Stausee. Fast geschafft.
Die Bank nutzten wir nicht mehr.
Geschafft! Die Holzbrücke über den Kleinen Regen war unser Start der 22 Kilometer langen Tour.

Wir erreichten um 17:30 Uhr das Auto und waren mit Pausen ziemlich genau 7,5 Stunden unterwegs. Die reine Gehzeit lag bei 5 Stunden und 15 Minuten.

Mehr Abwechslung gibt es wohl kaum

Die gesamte Tour ist so abwechslungsreich, dass es einem, trotz der 22 Kilometer, nicht zu lange erscheint – oder es geht euch wie mir. Ich hatte den Eindruck, wochenlang unterwegs gewesen zu sein, aber nicht weil es so langwierig war, sondern weil ich so viele Eindrücke gesammelt hatte.

Eine gute Grundkondition und gewisse Trittsicherheit sind jedoch Voraussetzung, um diesen Weg zu meistern. Weil man nicht nur Buchenwälder, sondern eben auch die käfergeschädigten Flächen durchläuft und dadurch wenig Schatten hat, sollte man diese Tour an etwas kühleren Tagen gehen.

Wir waren fast allein unterwegs, aber die wenigen Leute, welche wir unterwegs getroffen haben, waren alle sehr freundlich.

Noch ein paar Impressionen:

Hier gehts zum Latschensee.
Ein toller Abschnitt durchs Filz.
Wälzen muss sein.
Wuzeln.
Am Goldsteig.
Tafel Kohlschachten.
Tafel Hochschachten.
Tafel Almschachten.
Der Verlorene Schachten.
Bald haben wir es geschafft.
Auf dem Goldsteig Richtung Hirschbachschwelle.
Steiler Aufstieg in Richtung Lindberger Schachten.
Hier kann man auch auf den Polednik wandern.
Wollgras.
Erklärung Latschenfilz.
Baumpilz 😉
Bis bald 🙂
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Durch die Oswaldhöhle zum Quackenschloss – Wandern mit Hund in der Fränkischen Schweiz

Taschenlampe nicht vergessen! 😉

Unsere Sonntagstour (01. September 2019) führte uns durch das Wanderparadies Fränkische Schweiz. Genauer gesagt ging es zum Quackenschloss. Auf dem Weg dorthin gab es so einiges zu entdecken.

Wir waren bei dieser Tour nicht alleine unterwegs und so verabredeten wir uns für 9 Uhr am Treffpunkt… Was ich bei der Planung nicht gesehen hatte, war der Marathon rund um Muggendorf und Gößweinstein, weshalb wir unseren Treffpunkt kurzfristig zum Bahnhof Muggendorf auslagerten und auch die Uhrzeit verspätete sich (dank einiger Umleitungen) ein paar Minuten.

Infos zur Tour:

  • Gesamtlänge: 10 Kilometer
  • Höhenmeter: 410 bergauf, 420 bergab
  • Besonderheiten/Schwierigkeiten: gutes Schuhwerk; keine Wasserstellen, außer an der Wiesent; Treppen (nicht kinderwagengeeignet); Gittertreppen (wer den Aussichtsturm besteigen möchte); Höhlendurchgang 1,60 m durch die Oswaldhöhle (Wanderweg führt durch die Höhle – Taschenlampe ratsam); Wundershöhle (Eingang ist ein kleines Loch, durch das man hindurchkriechen muss – wir sind nicht hinein); Aussichtsfelsen Adlerstein – steile Treppe (definitiv nicht für alle Hunde geeignet); Vorsicht bei Nässe – Rutschgefahr auf einigen Pfaden); Einkehrmöglichkeiten in Muggendorf vorhanden; Rundtour
  • Start: Bahnhof Muggendorf – Am Bahnhof, 91346 Wiesenttal
  • Ziel: Bahnhof Muggendorf

(Daten stammen aus Komoot)

Wanderwege rund um Muggendorf. Wir hielten uns hauptsächlich an den gelben Kreis.

Wir starteten also um halb 10 mit unserer Tour und zu Fuß konnten wir über die Brücke der Wiesent und problemlos die, für Autos gesperrte, B470 queren. Von der Forchheimer Straße sind wir dann rechts in den Marktplatz abgebogen und an einer Mauer unterhalb der Kirche „begegneten“ wir schon dem ersten Wegweiser.

Wir hielten uns Links, bogen in die Straße Lindenberg ab und von hier aus ging es weiter den Dooser Berg hinauf, wo wir in der Kurve dann in einen Waldweg wechselten und der Beschilderung zum Mehlbeerensteig folgten.

Nach einem kurzen, aber knackigen Anstieg über ein paar Stufen erreichten wir einen schönen Aussichtspunkt.

Wunderschöne Sichts ins Wiesenttal.

Den Mehlbeerensteig „ließen wir links – ähm rechts liegen“ und entschieden uns für den linken Weg in Richtung Oswaldhöhle. Wer nicht durch die Höhle gehen kann oder möchte, der sollte an dieser Stelle die anderen Wege nutzen.

Die maximale Höhe der Höhle beträgt 160 cm. Um nirgendwo dran zu stoßen, hatte ich extra noch meine Stirnlampe dabei.

Höhlenforscher – Eine Taschen- oder Stirnlampe bringt gewisse Vorteile mit sich

Der Wanderweg verläuft DURCH die Oswaldhöhle. Hier heißt es für größere Personen „Kopf einziehen“, denn die maximale Höhe beträgt 1,60 Meter. Außerdem sollte zum Schutz der Fledermäuse auf eine Begehung in den Wintermonaten (etwa Oktober – Ende März/Anfang April) verzichtet werden.

Noch ein kurzer Blick nach draußen und dann wird es dunkel.

Wer mit einer Taschen- oder Stirnlampe ausgestattet ist, der kann sich im Inneren der Höhle etwas umsehen. Es ist wirklich faszinierend, auch wenn es keine Besonderheiten, wie Stalagniten oder ähnliches gibt. Dazu weht einem immer ein leichtes Lüftchen um die Nase, denn der Ausgang ist nicht weit.

In der Oswaldhöhle.
Im inneren der Oswaldhöhle.
Auch auf der anderen Seite der Höhle befindet sich der Hinweis.
Links der Eingang zur Wundershöhle.

Direkt neben dem Ausgang der Oswaldhöhle befindet sich der (unscheinbare) Eingang zur Wundershöhle. Wer diese Höhle betreten möchte, der muss sich zuerst durch eine schmale Öffnung, kriechend, hindurch „quetschen“. Auf dieses Abenteuer hatten wir jedoch verzichtet ;-), denn wir hatten noch ein bisschen was vor uns.

Hoch hinaus

Der weitere Weg führte uns, linkerhand durch abwechslungsreiche Wälder zum Aussichtsturm Hohes Kreuz oberhalb des Hohlen Bergs.

Hier machten wir, obwohl wir gerade erst 2 Kilometer geschafft hatten, die erste Rast. Eine schöne Bank hat förmlich dazu eingeladen.

Nach unserer kleinen Pause wartete der Aufstieg auf den Aussichtsturm. Vier Gittertreppen warteten auf uns, aber die Hunde machten das super. Für mich wäre es vor 3 Jahren undenkbar gewesen, diesen Turm zu besteigen. Treppen durch die man hindurchsehen kann und dann noch diese Höhe – das war für meine Höhenangst nichts. Aber so langsam wird es besser und die Aussicht von dort oben ist einfach sagenhaft.

Der Aussichtsturm „Hohes Kreuz“.

Den Turm ließen wir hinter uns und über einen breiten aber steilen Abstieg gelangten wir auf einen Pfad in Richtung Quackenschloss.

Der Weg verlief abwechslungsreich. Während im Wald einige Felsen aus dem Waldboden ragten, standen wir im nächsten Moment vor einer großen Wiese.

Zwei Mountainbiker kamen entgegen, blieben aber auf dem breiten Forstweg, während wir auf einen kleinen Pfad nach rechts abgebogen sind. Nach etwa 5 Kilometer erreichten wir das Quackenschloss.

Das Quackenschloss.

Die kleine Höhle (eigentlich ähnelt es mehr einem Felsentor) hat auch eine eigene Sage…

Die Sage des Quackenschlosses.

Wir begutachteten das Quackenschloss von innen, aber der Weg nach oben interessierte uns ebenfalls und so konnten wir vom Aussichtspunkt oberhalb des Quackenschlosses noch eine top Fernsicht genießen. Eine zweite, jetzt aber etwas längere Pause, machten wir genau an dieser Stelle. Einfach nur schön.

Auf gehts zur schönen Aussicht.
Freya hoch oben. Oberhalb des Quackenschloss.
Ein schöner Ort, für unsere zweite Pause.

Steiler Aufstieg zum Adlerstein

Als wir wieder auf dem Weg waren, entschieden wir uns, den Adlerstein noch zu „erwandern“ und dann den Rückweg anzutreten. Also folgten wir dem Wanderweg weiter. Mitten aus dem Nichts tauchen zwei große Felsen auf. Der Adlerstein kann über eine STEILE Treppe (nichts für „Jederhund“) bestiegen werden. Freya wollte unbedingt nach oben und so kraxelten wir beide nach oben. Mit ein bisschen Hilfe und Schieben schaffte sie es auch. Allerdings sollte man hier direkt hinter seinem Hund laufen, da ein „nach hinten Kippen“ jederzeit möglich wäre.

Auf dem Weg zum Adlerstein.
Und da soll ich jetzt wieder runter?

Oben angekommen staunten 4 weitere Personen nicht schlecht. Für sie war es faszinierend, dass Freya diese Treppen überhaupt hochgekommen ist. Da unsere Begleitung unten wartete, gabs nur einen kurzen Knipser und schon machten wir uns wieder an die Treppe. Die 4 Wanderer standen oben am Geländer und schauten zu, wie Freya die Treppe hinabstieg. Wir verabschiedeten uns und setzten unsere Wanderung fort.

Über einen Schotterweg gelangten wir zu einer Teerstraße, wo wir links gingen. Aber bereits nach etwa 200 Meter ging es wieder auf einen Waldweg. Breiter als ein Pfad, aber angenehm zu laufen. Nach rund einem Kilometer, ein paar Eichhörnchen und drei Rehe, welche die Hunde schon weit vorher gerochen hatten, erreichten wir den Weg, den wir vorher schon einmal gegangen waren. Da wir allerdings nicht den völlig gleichen Rückweg antreten wollten, entschieden wir uns dann für den Abstieg zur Wiesent. Es war warm und die Hunde hatten sich definitv eine Abkühlung verdient.

Weil die beiden völlig aufgedreht waren, als sie die Rehe flitzen sahen, musste eine kurze „Sitz-Pause“ für die zwei eingelegt werden. Beide Hunde waren während der kompletten Wanderung angeleint und so konnten wir alle unbeschadet unseren Wegen folgen.
Die Wiesent.

Über einen steilen Weg ging es nach unten. Wir überquerten die B470 und nachdem die Hunde ihre Abkühlung bekommen hatten, ging es über die Brücke und die Bahngleise auf einen Schotterweg. Dieser Weg ist Teil eines Lehrpfads.

Bei nächster Gelegenheit querten wir wieder auf die andere Seite der Straße und da durch den Marathon die Bundesstraße gesperrt war, konnten wir ohne Probleme auf dem Radweg (es sind ja alle auf der Straße gefahren) unsere Tour bis zum Bahnhof fortsetzen. Um 14:30 Uhr erreichten wir nach vielen tollen Eindrücken und einer super Wanderung dann wieder unseren Ausgangspunkt.

Höhlenhund.
Auf dem Weg zum Quackenschloss.
Baumpilze.
Bis zum nächsten Mal.

Vielen Dank an unsere tolle Begleitung :-), von welcher ich auch einige Bilder für den Beitrag verwenden durfte.

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Wanderung durch die „Starzlachklamm“

Kein Vergleich zu den „großen Geschwistern“

Hinweis: Beitrag enthält unbezahlte Werbung
Die Starzlach.

Chriss hat seinen Gleitschirmkurs in der Nähe von Oberstaufen weitergemacht und ich wollte die „Gunst der Stunde“ nutzen und mit Freya durch die Starzlachklamm wandern. Schließlich stand diese schon ewig auf meiner „Da-will-ich-hin-Liste“ und da ich anschließend die Nacht noch in unserem Wohni verbringen konnte, war die Anfahrt nicht so wild.

Das Wetter war herrlich – blauer Himmel, Sonnenschein und warme Temperaturen – aber die Ferien hatten in Bayern noch nicht begonnen, es war unter der Woche (Donnerstag, der 18. Juli 2019) und ich hatte gehofft, dass deshalb nicht so viele Menschen die gleiche Idee hatten wie ich. Denkste…

Die Anreise verlief noch gut. Kein Stau und auch das Navi hat mich direkt zum richtigen Parkplatz geführt (unbedingt bis zum Ende der Straße fahren, auch wenn man unten ebenfalls parken könnte). Das Hinweisschild „Parken mit Parkschein“ wollte ich nicht ignorieren und so bekam ich schon den ersten Schockmoment am Parkautomaten. Bitte?? 3 Euro für 3 Stunden parken?!? „Naja, ich bin scheinbar verwöhnt und parke wohl zu oft kostenlos“ dachte ich mir und bezahlte mein Parkticket und habe es fein säuberlich hinter der Autoscheibe platziert. Rucksack rauf und los.

Wasserfall in der Starzlachklamm.

Infos zur Tour:

  • Gesamtlänge: 5,87 Km
  • Höhenmeter: 280 bergauf, 270 bergab
  • Besonderheiten/Schwierigkeiten: gutes Schuhwerk erforderlich, Rundweg, viele Wurzeln und Stufen, nicht kinderwagengeeignet, bei schönem Wetter ziemlich überlaufen, teils enge und felsige Wege (Rutschgefahr), Weideviehbetrieb auf den umliegenden Wiesen, Wasser gibts zwar in der Klamm, ist aber nicht immer erreichbar (deshalb selbst nochmal was für die Fellnase mitnehmen), Highlight ist der große Wasserfall beim Klammwirt, Einkehr möglich beim Klammwirt oder der Alpe Topfen (Öffnungszeiten beachten), mehrere Varianten möglich (Bsp. Start am Parkplatz beim Berggasthof Alpenblick oder nach der Klamm rechts abbiegen und über den Weg rechts zurück)
  • Start: Parkplatz zur Starzlachklamm in Winkel (3 Euro Parkgebühr, Automat wechselt nicht (!), es gibt aber einen Geldwechsler daneben, Toiletten 50 Cent)
  • Ziel: = Start

(Daten stammen aus der Komoot-App)

Freya in der Starzlach, bevor die Tour los ging.

Weil es bereits jetzt schon ziemlich warm war, gönnte sich Freya gleich zu Beginn eine Abkühlung in der Starzlach. Anschließend querten wir eine Brücke, einen weiteren Parkplatz und folgten einem geschotterten Weg bis es rechts durch ein Drehkreuz auf einen Waldpfad ging.

Hier wären wir besser gleich geblieben

Nach etwa 700 Meter erreichten wir ein schönes Plätzchen an der Starzlach, aber bereits hier tummelten sich Familien im Bachbett und die Bänke waren alle besetzt. Also kühlte Freya nur schnell ihre Füße und wir gingen weiter. Der Weg führt über Wurzeln und auch ein paar Treppenstufen, ist aber nicht allzu anstrengend.

Hier hätten wir am besten gleich bleiben sollen.

Knappe 300 Meter später kamen wir zu einem schönen großen Wasserfall und beobachteten kurz die Canyoning-Verrückten, welche sich hier ins Wasser stürzen. Aber auch hier ist einiges los und so ging ich rasch zum Eingang der Klamm, bevor die Seniorengruppe mit knapp 15 Mann/Frau sich ebenfalls in die Klamm begab.

Großer Wasserfall am Eingang zur Starzlachklamm.

Ein weiteres Mal wird zur Kasse gebeten

3,50 Euro Eintritt. „Okay, jede Klamm kostet Eintritt, warum also nicht auch die Starzlachklamm“ (dass ich das Eintrittsgeld noch für unangemessen anpreisen würde, hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht gedacht).

Die Klamm kann von beiden Richtungen begangen werden. Sonderbar ist (und das ist mir jetzt gerade erst aufgefallen, als ich diesen Bericht hier schreibe), dass sich aber nur am unteren Eingang (beim Wasserfall) eine Kasse befindet, nicht aber, wenn man von „oben“ kommt.

Enge Wege, viele Leute

Enge Wege und viele Menschen ergeben eine Kombination, die mit Hund (aber auch ohne) nichts für mich sind. Die Strecke durch die Starzlachklamm ähnelt teils mehr einem Parcours den es zu bewältigen gilt, als einem schönen Naturerlebnis. Dass die Klamm aus beiden Richtungen durchwandert werden kann, macht das ganze noch viel schlimmer.

An einigen Stellen musste ich Freya zwischen meine Beine und eine Felswand „quetschen“ um zu verhindern, dass ihr die entgegenkommenden Menschenmassen auf die Pfoten treten. Hinzu kamen glitschige Felsen auf dem Weg, an denen das Geländer gerade recht kam, weil man sonst kaum hinauf gekommen wäre.

Ziemlich eng wird es bei einem Durchgang durch einen Felsen.

Während ausgerechnet immer an den engsten Wegpunkten dann auch noch die Leute standen, um beim Canyoning zuzusehen, war ich eigentlich nur noch damit beschäftigt, uns heil und ohne Absturz durch diese Klamm zu bringen.

Wenn hier noch „Gegenverkehr“ herrscht, dann wird es ziemlich eng.
Auch schmale Brücken gibt es in der Klamm.

Endlich wirds ruhiger, oder doch nicht?

Die Starzlachklamm selbst, ist nur etwa 1,5 Kilometer lang und der Wasserfall beim Klammwirt ist eigentich das einzige Highlight, vielleicht noch ein paar Stellen – aber ich war ja mehr damit beschäftigt, mich an Zuschauern vorbeizuschlängeln und aufzupassen, dass Freya nicht getreten wird – als die Klamm richtig anzuschauen.

Umso mehr hatte ich mich eigentlich auf eine ruhige „Zurück-zum-Auto-Strecke“ gefreut. Aber auch der restliche Weg hinauf auf den Berg in Richtung Alm war nicht viel besser.

Die Gitter können seitlich vom Hund umgangen werden.
Vorsicht! Manche Stufen sind Morsch. Eigentlich kenne ich es so, dass die Eintrittsgelder für den Erhalt der Wege genutzt werden. Scheinbar in dieser Klamm nicht.

Die Wege wurden zwar etwas breiter und die Menschenmassen etwas weniger , dafür waren diese umso lauter. Geschrei und Herumgetolle begleiteten uns auf dem weiteren Weg, bis wir endlich auf einer Wiese und am Ende des Klammwegs (Vorsicht, hier stehen manchmal Kühe) ankamen. Den Weg zur Alpe Topfen ersparte ich uns und so gingen wir geradeaus weiter, Richtung Berggasthof Alpenblick. Hier steht die „Eis-Hiddé“ – ein Automat mit Eis.

Nicht alle Kühe sind eingezäunt, also Vorsicht bitte.

Über die Teerstraße gelangten wir zu einem Parkplatz. Hier sind wir links abgebogen und folgten einem Pfad über eine Weide, bis es in den Wald hinein ging. Bei einer Gabelung hielten wir uns rechts (vermutlich wäre es auf dem linken Weg sogar besser gewesen) und über ein paar ausgesetzte Stellen sowie eine ziemliche Kraxelei entlang der Kletterfelsen gelangten wir auf eine weitere Weide samt Viehbetrieb.

Auf dem Rückweg wurde es dschungelartig.

Ich behielt Freya nah bei mir und beobachtete die weit entfernte Kuhherde. So kamen wir unbeschadet und ohne Zwischenfall wieder auf den Weg, den wir zu Beginn gegangen waren. Ich weiß leider nicht, wie der Weg rechts neben der Klamm aussieht, vermutlich könnte dies aber der schönere Weg sein und eventuell wird dieser irgendwann getestet (bei schlechterem Wetter oder außerhalb jeglicher Ferien oder so ;-)).

Links sind ein paar Kühe zu erkennen. Die Wiese ist aber groß genug, um die Herde zu umgehen.

Nach einer erneuten und wesentlich entspannteren Abkühlung für Freya in Starzlach ging es zurück zum Auto. Eigentlich wollte ich am Parkplatz noch die Toilette aufsuchen, weil hier aber auch noch 50 Cent verlangt wurden, habe ich es mir „verkniffen“.

Am Ende der Tour wurde nochmal ausgiebig in der Starzlach gebadet.

Fazit:

Die Tour durch die Starzlachklamm ist keinesfalls vergleichbar mit der Breitach- oder Partnachklamm – quasi den Geschwistern der Starzlachklamm. Vermutlich hat es auch deshalb so lange gedauert, bis ich mich zum Tourenbericht durchringen konnte. Kennt ihr das? – Man schreibt ungern über Dinge, die einem nicht so gut gefallen haben?!

Vielleicht wäre es besser gewesen, zu einer anderen Tageszeit oder bei schlechterem Wetter zu gehen bzw. wirklich außerhalb jeglicher Ferien (falls es diesen Zeitpunkt überhaupt gibt), aber schon die Kosten (ja ich weiß, sie sind verhältnismäßig klein, aber für solch eine Strecke in meinen Augen zu hoch) scheuen mich vorerst vor einem erneuten Besuch.

Welche Klamm ist euer Favorit? Ich freue mich auf eure Kommentare.

Bildausschnitt vom Flyer der Starzlachklamm (erhältlich am Parkautomaten).
Diese Infotafel befindet sich am Ende des Aufstiegs in Richtung Alpe Topfen bzw. Berggasthof.
Nichts für Fußkranke oder Kinderwägen.
Gleich zu Beginn wird es eng und wurzelig.
Kleiner Wasserfall in der Klamm.
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2 Tage „Ilztal“ – unterwegs mit Kajak, Rucksack, Zelt und Hund

Die Ilz.
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Ab und zu werde ich gefragt, wie ich das mit dem Auto mache, wenn ich paddeln gehe. Schließlich sind die wenigsten Bootswandertouren Rundwege. In solchen Situationen ist Chriss dann immer da. Er holt uns am Ziel der Tour ab und bringt uns wieder zum Ausgangspunkt.

Bei dieser Tour verbinden Freya und ich eine Wanderung mit einer Paddeltour, um selbst wieder zum Auto zu gelangen. Während die Wanderung am ersten Tag ein voller Erfolg war, entpuppte sich die Kajak-Tour-Idee am zweiten Tag als – sagen wir mal – kleiner Horror-Trip ;-).

Idee, Planung, Vorbereitung

Die Idee:

Mir kam der Gedanke, eine Bootstour mit einer Wanderung zu kombinieren.

Die Schwarze Perle, wie die Ilz genannt wird, hat es mir bereits 2015 bei einem kurzen Campingurlaub angetan und ich war der Meinung, dass das Ilztal für diese Kombination aus Wanderung und Paddeltour ideal wäre…

Die Ilz, auch Schwarze Perle genannt.

Die Planung:

Die Planung bestand aus dem Üblichen. Den Campingplatz Schrottenbaummühle https://www.schrottenbaummuehle.de/camping.html anfragen, eine Packliste erstellen, den Wetterbericht checken (was mit das Schwierigste war, weil der sich im 5-Minuten-Takt änderte) und natürlich die Routen planen.

Die Wanderung habe ich mit Komoot geplant, die Kajaktour mit der Canua-App. Die Pegel hatte ich mit der River-App gecheckt, was nicht so ideal war, aber dazu komme ich später.

Vorbereitung:

Zur Vorbereitung gehörte:

  • fehlende Ausrüstung sowie Lebensmittel besorgen
  • Ausrüstung checken
  • packen
  • alle Akkus aufladen

Da ich ja mittlerweile schon etwas geübter bin, lief die Vorbereitung etwas schneller und ruhiger ab, als bei den ersten Touren :-).

Genug Bla Bla…

Das Zelt steht, dann kann es weitergehen.

Zuerst sind wir morgens am Campingplatz vorbei. Dort habe ich uns angemeldet, Kermit am Baum angekettet und das Zelt aufgebaut (somit konnten wir den Abend genießen). Anschließend noch das Auto komplett ausgeräumt – außer meinen Rucksack – der blieb drin – und dann ging es mit dem Auto zum Startpunkt unserer Wanderungknapp 20 Kilometer flussabwärts – zum Parkplatz an der Oberilzmühle.

Hier startete unsere Wanderung an Land.

Tag 1: Eine lange Wanderung steht uns bevor

Übersichtskarte am Startpunkt unserer knapp 20 Kilometer langen Wanderung.

Etwas später als gedacht, starteten wir gegen 12 Uhr am Wanderparkplatz der Oberilzmühle.

Nach kurzer Gehzeit erreichten wir bereits den Ilz-Stausee, entschieden uns für den Weg am rechten Ufer und gelangten auf den Ilztalwanderweg.

Blick auf den Stausee.
Ilztalwanderweg

Der Ilztalwanderweg führt uns (beinahe) ausschließlich über weiche Waldpfade. Doch ab und kommen wir auch ans Ufer der Ilz und durchwandern ein blumengesäumtes Ufer und können die Sonnenstrahlen genießen. Und Freya kühlt sich in der Ilz ab.

Ein wunderschöner Uferpfad.
Erste Abkühlung für Freya.
Eine Bank für Sonnenhungrige.

Unsere Pause fällt nur kurz aus, denn wir haben noch einige Kilometer vor uns. Ich wollte bis spätestens 18 Uhr wieder auf dem Campingplatz sein. Sollten wir das schaffen?

Nachdem wir den Pfad durch die Blumen verlassen hatten, ging es über eine kurze Steigung in den Wald. Die Ilz begleitete uns im Tal aber weiter.

Ein kleiner Wasserfall im Wald.

Im Bayerischen Wald sind aktuell einige Forstarbeiten zugange, welche auch im Ilztal nicht komplett spurlos stattfinden. Und so müssen auch manche Wegmarkierungen erstmal gefunden werden…

Manchmal liegen die Wegmarkierungen einfach am Boden…
…ein anderes Mal stehen sie direkt auf einem Baum.

Wir kamen zügig voran, erreichten nach etwa zwei Stunden die Ortschaft Fischhaus (7 Kilometer geschafft) und nach knapp 4 Stunden und 13 geschafften Kilometern, wechselten wir in Kalteneck die Uferseite und somit auf den Goldsteig. Von nun hatten wir noch gute 6 Kilometer bis zur Schrottenbaummühle vor uns.

Unterwegs hatten wir noch den Peilstein „bestiegen“ (beim Abstieg endete der Weg dann auf einmal auf den Gleisen der Ilztalbahn, wir haben den richtigen Weg aber gleich wieder gefunden) und kurz vor Kalteneck mussten wir unsere Route kurz verlassen, um Forstarbeitern nicht in die Quere zu kommen. Nachdem wir uns durch Gestrüpp gekämpft und eine kleine Kletterpassage eingelegt hatten, kamen wir schließlich wieder auf den Wanderweg.

Dann gehen wir halt anders herum.
„Spiderman“-Feeling. Auf allen Vieren sind wir (auch ich) hochgekraxelt um den Forstarbeitern nicht in die Quere zu kommen.

Wieder auf dem richtigen Weg gings weiter. Wie bereits geschrieben, querten wir in Kalteneck eine Brücke und liefen nun auf der linken Seite der Ilz weiter. Ein Teilstück des Goldsteigs (welchen Chriss ja so liebt 😉 ) war nun unser Begleiter.

Ab Kalteneck bzw. auch schon ab Fischhaus wurde der Pegel der Ilz flussaufwärts gefährlich niedrig. Einige Felsbrocken ragten aus dem Wasser. Dennoch war ich der Meinung, dass das mit Kermit überhaupt kein Problem sein sollte und wir den morgigen Tag definitiv auf dem Wasser verbringen würden…

Niedriger Wasserstand – schlecht für Kermit, gut für Freya, um ihre Füße zu kühlen.

Nach 4,5 Stunden legten wir an einer kleinen Hütte eine kurze Pause ein.

Eine kleine Hütte zwischen Kalteneck und der Schrottenbaummühle entlang des Goldsteigs.
Im Inneren befinden sich Bänke und ein Tisch – ein optimaler Platz für eine kurze Pause bei Regen.

Und schon ging es weiter. Wir lagen so gut in der Zeit, dass mein Ehrgeiz geweckt war, die Tour unter 6 Stunden zu schaffen.

Wir erreichten den Poststeg, welchen wir überquerten. Nun waren wir wieder rechts der Ilz.

Während der gesamten Tour haben wir bis Kalteneck kaum Leute getroffen, aber jetzt kamen uns einige Jogger und Spaziergänger entgegen. Es musste also nicht mehr weit bis zum Campingplatz sein.

Der Poststeg – aktuell die einzige Möglichkeit, um zwischen Kalteneck und der Schrottenbaummühle über die Ilz zu kommen.

Etwa 2 km nach dem Poststeg erreichten wir die Schrottenbaummühle und hatten für die 19,7 Kilometer 5 Stunden und 18 Minuten benötigt, Pausen inklusive. Ein guter Schnitt für uns und so kehrten wir erst einmal im Gasthaus ein und gönnten uns eine Stärkung nach unserer Wanderung.

Anschließend ging ich duschen, noch eine Pipi-Runde mit Freya und nach einem ausgiebigen Plausch mit dem Wirt ging es dann ins Zelt.

Auch jetzt hatte ich noch keine Zweifel und war voller Vorfreude auf unsere Kajak-Tour am nächsten Tag…

Zusammenfassung Wanderung Tag 1:

Für die 19,7 Kilometer waren wir insgesamt 5 Stunden und 18 Minuten unterwegs, davon waren 4 Stunden und 22 Minuten reine Gehzeit.

Die Höhenunterschiede betrugen 410 Meter bergauf und 370 Meter bergab, wobei die Anstiege keinesfalls steil waren.

Der Weg war sehr abwechslungsreich und verlief größtenteils über Waldpfade fernab jeglichen Verkehrs (Radfahren meistens verboten), aber auch Straßen, Wiesen und Ortschaften wurden gequert.

Die Ilz ist nie weit weg (wenn man nicht gerade sowieso direkt daneben läuft) und bietet vor allem für den Vierbeiner genügend Wasser.

Der Ilztalwanderweg hat uns nicht das letzte Mal gesehen.

Tag 2: Nie wieder!

Die Nacht verlief ohne Probleme, auch wenn Freya anfangs ziemlich „unentspannt“ war, da unsere Nachbarn ein Lagerfeuer hatten und sie tierische Angst vorm Knacken des brennenden Holzes hatte.

Nachdem die Morgenroutine erledigt war, machte ich mich ans Packen und „sattelte“ Kermit. Es war noch ziemlich kühl und so gab es bis ca. 11 Uhr noch einen netten Plausch mit einem Zeltnachbarn, bis wir dann endlich los sind. Direkt hinterm Zelt ging es in die Ilz.

Bereits die ersten Meter waren nicht gerade der Hit. Die Ilz führte weniger Wasser als die River-App anzeigte (wo der Pegel von 40 cm gemessen wurde? – keine Ahnung, auf jeden Fall nicht hier) und so „kollidierten wir mit einigen Felsbrocken“ und „strandeten“ oft. Ich war nur damit beschäftigt, uns irgendwie über die Steine zu bringen.

Bei Niedrigwasser macht das wirklich keinen Spaß.

Erster Stop: Poststeg. Die ersten Kilometer bis zum Poststeg waren für meinen Geschmack genug (spätestens jetzt wusste ich schon, warum es keinerlei Infos zu dieser Tour gibt, sondern erst ab Fischhaus). Ich entschied mich dazu, Kermit ein Stück an Land zu ziehen. Zum Glück hatte ich den Bootswagen eingepackt.

Also versuchte ich irgendwie, das Boot aus dem Wasser zu bekommen und zog es über das Ufer auf den Weg. Aufgeladen auf den Bootswagen ging es weiter. Eigentlich wollte ich nicht wieder auf die andere Seite, aber ein Blick auf die Karte (da waren wir schon ein paar hundert Meter gelaufen) verriet mir, dass wir uns von der Ilz entfernen würden… Umkehren und ab über den Poststeg (ich war genervt).

Der Poststeg ist ohne sperriges 236 cm langes Boot definitiv einfacher zu laufen. Immer wieder blieb ich mit den Reifen vom Wagen am Geländer hängen. Und dann kam da noch eine kleine, ziemlich schmale Brücke über einen Graben (na super). An dieser Stelle „Vielen Dank an den aufmerksamen Radfahrer, der mir hier geholfen hat, das Boot über den Steg zu tragen!„.

Vom Vortag wusste ich, dass der Weg bis Kalteneck immerhin angenehm zu laufen und ohne große Steigungen war. Also lagen nun ca. 4 Kilometer Fußweg vor uns und ich kam mir wie eine ausgebrochene Irre aus der Anstalt vor. Bekleidet mit Bikini und Badelatschen und einem Boot im Schlepptau, lief ich den Wanderweg lang. Was müssen sich nur die Leute gedacht haben?!

Meine Euphorie war längst Geschichte. Aber kurz vor Kalteneck versuchte ich mein Glück erneut und setzte das Boot ins Wasser. Aber auch hier war ich mehr am Ziehen, als am Paddeln.

Der Wasserpegel ist schlichtweg zu niedrig und die Felsbrocken unter Wasser bremsen ganz schön.

Nachdem wir die Schinderei bis Fischhaus geschafft hatten, wurde der Wasserstand sichtlich besser und die Ilz ruhier. Endlich geschafft!!! Jetzt kann der Paddelspaß beginnen – dachte ich.

Bootsanlegestelle bei Fischhaus. Ab hier hat die Ilz endlich mehr Wasser.

Der Fluß hatte zwar mehr Wasser, dafür aber weniger Strömung. Die Tatsache, dass ich das Boot bereits schon einige Kilometer hinter mir hergezogen hatte, machte sich auch in meinen Armen bemerkbar. Aber egal. Ich wollte die Tour durchziehen. Bis zum Ende.

Die Ilz wurde breiter, ruhiger und tiefer. Ich kam teilweise an den selben Stellen vorbei, welche ich am Vortag zu Fuß gegangen war und so langsam kam meine Motivation zurück, obwohl ich mehr Pausen einlegen musste, als bei unserer Wanderung.

Die Brücke bei Fischhaus von der Ilz aus fotografiert…
…und am Vortag vom Ufer aus.

Gemütlich paddelte ich weiter und erhoffte mir, dass nach der nächsten Kurve (diesen Gedanken hatte ich viel zu oft) das Stauwehr des Sees zu sehen ist…

Volle Kraft voraus!

Aber es kam und kam nicht. Meine Arme wurden immer müder und schmerzten sehr. Jede geeignete Stelle am Ufer nutze ich, um die Streckenlänge zu checken und eine kurze Rast einzulegen. Meine Nerven lagen blank und Freya war mittlerweile auch nicht mehr so fit.

Freya – genervt oder müde? Ich tippe auf das erste, denn laufen ging wunderbar.

Als ich nicht mehr konnte, weil meine Arme bereits zu krampfen begonnen hatten, stieg ich am Steg bei der Mausmühle aus. Unsere Fahrt auf der Ilz sollte hier ihr Ende finden und mein nächstes Martyrium beginnen…

Eine Familie half mir, Kermit an Land zu ziehen und auf den Bootswagen zu wuchten. „Danke!

Ich brauchte eine kurze Pause, musste meine Nerven und mich sammeln und zog Kermit den Hang hinauf. Dort traf ich auf ein junges Pärchen, welches mit Komoot wanderte. Weil mein Handyempfang miserabel war und mein Internet gleich dreimal, fragte ich sie, ob ich einen Blick auf die Karte werfen könnte (Danke). Ab hier hatte ich zwei Möglichkeiten. Entweder ich folgte dem Goldsteig, welcher sich aber bereits nach den ersten Metern als „unmachbar“ herausstellte, oder ich nehme den Weg, den ich dann auch gegangen bin (eigentlich genauso unmachbar, aber das merkte ich erst später).

Ich tat Buße. Mit Boot 3 Kilometern über Wurzeln und durch den Wald!

Ein Boot gehört ins Wasser und nicht auf einen Waldpfad!!! Das bemerkte ich auch, aber es war zu spät.

Sollte ich Chriss anrufen und mich abholen lassen?“ – Guter Witz, er kommt mit dem Auto gar nicht hierher. Außerdem wollte ich diese Tour endlich durchziehen und nicht auf den letzten (Kilo)Metern versagen.

„Sollte ich Kermit stehen lassen und ohne ihn das Auto holen?“ – genauso dämliche Idee, ich komm ja auch nicht mit dem Auto hierher.

Ich habe Kermit also knapp 3 Kilometer quer durch den Wald gezogen. Dabei hatte ich nur meine Badelatschen an, welche absolut nicht für eine Wanderung und schon gar nicht auf solchen Wegen, geeignet sind. Ich war einem Heulkrampf nahe und alles tat mir weh.

Endlich, endlich, endlich erreichte ich das Wehr. Jetzt musste ich nur noch dem Weg folgen… und Kermit irgendwie durch den 90 Grad-Winkel am Ende des Weges bringen (ich habe ihn dann etwas übers Geländer geschoben, denn sonst wäre ich nicht um die Kurve gekommen) und die letzten Meter bis zum Auto waren dann auch schnell geschafft.

Hätte ich noch die Kraft gehabt, dann hätte ich vermutlich einen Freudentanz vorgeführt. Aber so packte ich alles ins Auto, fuhr nochmal beim Campingplatz vorbei um mich zu verabschieden und fuhr nach Hause.

Endlich erreichten wir das Wehr des Stausees.

Zusammenfassung Kajak-Tour Tag 2:

Wie lange die gesamte Strecke war, kann ich euch gar nicht mehr genau sagen. Die reine Wasserstrecke wäre auf 17,3 Kilometer gekommen, da wir aber sehr viel an Land gelaufen sind, tippe auf 20 Kilometer (+) insgesamt. (Sollte ich die Route finden, dann gibts hier noch ein Update).

Die Ilz ist oberhalb von Fischhaus mit einem Kajak (egal ob Sit-on-Top oder Wildwasser) kaum befahrbar. Die langen Trockenperioden in diesem Jahr haben hier sicherlich auch ihren Beitrag geleistet.

Ab Fischhaus gibt es noch vereinzelt ein paar Passagen mit Niedrigwasser, aber wenn diese überwunden sind, wird die Ilz zum Paddelfluß – meine Erfahrung: erst ab Fischhaus mit dem Boot (und die Moral von der Geschicht: Wenn du keine Infos zu deiner geplanten Tour findest, dann mache sie auch nicht!).

Lange Strecken mit Badelatschen zu laufen ist mega besch… und kann ich niemandem raten. Auch ein Boot quer durch den Wald zu ziehen macht wirklich keinen Spaß!

Fazit zur gesamten Tour inklusive Campingplatz:

Nun, das gesamte Fazit fällt besser aus, als das Fazit für die Kajak-Tour.

Der Weg durchs Ilztal ist atemberaubend schön und abwechslungsreich. Das Ilztal hat uns nicht zum letzten Mal gesehen, denn bereits jetzt plane ich schon meine nächsten Routen. Ich kann dieses Naturjuwel nur jedem ans Herz legen, der gerne seine Ruhe hat und dem Rauschen der Ilz lauschen möchte. Jedoch (!) macht das dann lieber zu Fuß.

Die Wege sind gut beschildert – trotz Forstarbeiten – und gut begehbar, jedoch nicht kinderwagen- oder hundebuggytauglich (zu viele Wurzeln und Treppen).

Der Weg übers Wasser ist beschwerlich und macht nur wenig Spaß.

Und noch ein paar Worte zum Campingplatz.

Den Campingplatz Schrottenbaummühle habe ich hiermit bereits zum zweiten Mal besucht (was schon ein klein wenig für sich spricht. Ich fahre nämlich kein zweites Mal irgenwohin, wo es mir nicht gefallen hat ;-)).

Zuerst einmal sind Hunde hier willkommen. Wie auf jedem Campingplatz sollte die Leinenpflicht aber beachtet werden (ich mag es nämlich auch nicht, wenn ein fremder Hund frei auf dem Platz herumläuft).

Der Platz ist sauber, ebenso wie die Sanitäranlagen. Die Ilz fließt direkt am Campingplatz vorbei (bzw. durch), was gerade im Sommer für eine schöne Abkühlung sorgt (Mückenspray vorausgesetzt).

Am (extra angelegten) Zeltplatz gibt es mehrere Lagerfeuerstellen – das Holz dafür kann beim Wirt gekauft werden. Romantik pur, wenn man nicht gerade so einen Angsthasen hat, wie Freya ist.

Das Essen im Gasthaus war sehr, sehr lecker und die Speisekarte bietet für jeden was.

Die Nacht auf dem Campingplatz hat uns 8 Euro gekostet (kleines Zelt, 1 Hund, 1 Person), Duschen und WC inklusive. Das Auto hatten wir ja an der Oberilzmühle.

Der einzige Nachteil (für manche vielleicht auch ein Vorteil) ist der fehlende Handyempfang. Dieser zieht sich aber durch einen Großteil des Ilztals und ist nicht nur auf den Campingplatz bezogen. Wer freundlich fragt, kann jedoch das Gast-WLAN nutzen (Empfang allerdings ausschließlich vor dem Gasthaus).

Danke:

Vielen Dank an den Campingplatz Schrottenbaummühle.

Vielen Dank an die vielen Unbekannten, die mir mit dem Kajak geholfen haben oder mich einen Blick auf die Wanderkarte werfen ließen.

Vielen Dank an Chriss, der sich wieder einmal als „Trail-Angel“ angeboten hat.

Vielen Dank an meine Freunde, die mit mir mitgefiebert und mich aufmunternd während dem Horror-Trip am 2. Tag begleitet haben.

Und natürlich vielen Dank an meine Leser dieses Blogs und meine Fans (sowohl bei Facebook, wie auch bei Instagram).

Neben einem Reh (zu schnell für die Kamera) und einigen Eichhörnchen haben wir auch diesen Frosch gesehen.
Wunderschöne wilde Pfade…
Aber auch Straßen gehören bei 20 Kilometer irgendwo dazu.
„Über sieben Brücken musst du gehen“ – ich glaube, es waren mehr als sieben.
Wir sind auch einen Teil des Via Nova gelaufen.
Manchmal gibts keine Brücke.
An Tag 2 kamen wir auch an der kleinen Fuchshöhle vorbei.
Die Ilztalbahn fährt nur Samstag und Sonntag.
Das Hundeverbotsschild am Ilz-Stausee haben wir erst gesehen, als wir schon einmal über die komplette Badewiese gegangen waren…

Habt ihr auch schon so einen Trip hinter euch? Schreibt mir doch eure Erfahrung einfach als Kommentar unter den Beitrag und wir machen uns in der Zwischenzeit auf zu neuen Abenteuern! Bis bald.

Teilen erwünscht!

Eine Seefahrt, die ist lustig – eine Seefahrt die ist schön…

…oder doch nicht?

Mit Freya und Kermit paddeln auf dem Bodensee.
Hinweis: Beitrag enthält unbezahlte Werbung

Freya und ich waren am Sonntag (11.08.19) auf dem Bodensee paddeln.

Wie es ist, nicht auf einem Fluss, sondern auf einem riesigen See, mit einem winzigen Kajak unterwegs zu sein, das möchte ich euch hier erzählen. Außerdem gibt es eine wichtige Info für Hundebesitzer.

Kurzurlaub am Bodensee

Wir (ja, Chriss war auch dabei) waren für ein paar Tage mit unserem Wohnwagen auf dem Gebhardshof in Wallhausen. Der Hof liegt nur etwa 250 Meter vom Bodensee entfernt und so hatten wir natürlich Kermit und Elliot (zwei Sit-on-Top Kajaks) dabei. Während Elliot im Schatten unter den Obstbäumen faulenzen durfte, musste Kermit mit Freya und mir ins Wasser.

Hunde verboten

Vom Parkplatz geht es über einen Weg am Strandbad entlang. Die Hundeverbots-Schilder rund ums Bad beunruhigten mich etwas, da sich dort (zwar am Ende, aber innerhalb) auch die Anlegestelle befindet. Und auch bei diesem Eingang gibt es dieses Schild!

Chriss versicherte mir, dass es überhaupt kein Problem wäre, mit Freya durch das Strandbad zur Anlegestelle gehen. Schließlich hätte er sich am Abend zuvor noch erkundigt… Und so bin ich mit meinem mulmigen Gefühl und Freya an der ganz kurzen Leine hinter Chriss und Kermit hinterher gegangen.

Am See angekommen, legte ich Freya direkt neben mir ab (ich wollte in keinster Weise irgendwie bemerkt werden) und wir arbeiteten sofort daran, Kermit startklar zu machen.

Die Badegäste direkt neben uns, hat es nicht gestört, dass ein Hund (ruhig liegend, nicht bellend oder in irgendeiner Weise störend) geduldig darauf wartete, dass ihr Frauchen (also ich) endlich das Kajak ins Wasser schubste und sie freudig hineinspringen konnte, ABER

… irgendein anderer Badegast, welcher weit weit weg war, schien sich gestört zu fühlen und so kam auch schon der Bademeister zu uns.

Er fragte im ruhigen Ton, ob wir mit dem Hund aufs Boot wollen und wir antworteten beinahe im Chor: „Ja, so ist der Plan“. Auf das „Okay, denn eigentlich sind hier am Strand Hunde verboten“ antwortete Chriss nur, dass er gefragt hätte (wen er gefragt hat weiß ich bis heute nicht) und es okay sei und von mir kam nur ein mürrisches „Wir sind gleich weg!“.

Der Bademeister wünschte uns viel Spaß und ging wieder.

Eine Möwe zeigt uns den Weg.

Nichts wie weg

Bereits jetzt war ich sichtlich genervt, schob mein Kajak ins Wasser, „platzierte“ Freya und mich darin und suchte den Weg in die Weiten des Bodensees. Zumindest hatten die Badegäste, welche neben uns waren, sichtlich Freude daran, einen Hund im Boot zu sehen und wünschten uns viel Spaß und einen schönen Tag. Ich werde sie vermutlich nie vergessen, wieso? Dazu komme ich später.

Die ersten Meter waren super. Zuerst mussten wir um den, für Festboote gesperrten, Schwimmerbereich paddeln. Alles kein Problem. Es war am frühen Vormittag und der Wind hielt sich in Grenzen. Somit war der Wellengang angenehm und die Paddelei lief super…

…bis der erste Motorboot-Macho meinte, er müsste mit seinem Motorboot und gefühlten 250 Sachen über den See brettern.

Wir waren gerade auf Höhe des Hafens, wo ich sowieso ein ungutes Gefühl hatte. Schließlich fahren hier Boote ein und aus, die teils 100 Mal größer sind als mein Kermit. Ich hatte ein bisschen Bedenken, dass uns jemand übersehen könnte.

Wellen, Wellen, Wellen

Der Gedanke war allerdings vom einen auf den anderen Moment Nebensache, denn der Macho mit seinem Motorboot erzeugte ziemliche Wellen, welche, wie ich merken musste, in Ufernähe ziemlich hoch werden können (deshalb fällt auch die Bilderreihe eher rar aus). Ich lernte allerdings auch dazu, dass sie im tieferen Wasser, fernab vom Ufer, kaum spürbar sind.

Nachdem ich uns heil aus den Wellen befreit hatte, ging es weiter Richtung Marienschlucht. Das sollte eigentlich das Ziel unserer Tour sein, ist sie doch nur 3 Kilometer entfernt. Ich war im Glauben, dass 3 Kilometer auf dem See mindestens genauso einfach sind, wie auf einem Fluss.

Die Marienschlucht ist seit einem tragischen Erdrutsch mit Todesfolge gesperrt und kann nicht begangen werden!

Auf dem Weg zur Marienschlucht.
Karibikfeeling pur, dank türkisfarbenem Wasser.

Selbsterkenntnis ist der beste Weg zur Besserung

Bereits auf dem Hinweg musste ich mehrere Pausen am Ufer einlegen, da ich zum einen ziemlich von den Motorbooten und deren Wellengang genervt war, Freya war auch ziemlich angespannt, was ich an ihrem Zittern gemerkt habe und zum anderen meine Arme nicht mehr konnten.

Hatte ich die Tour etwa falsch eingeschätzt?

Nach etwa 1,5 Kilometer gestand ich mir ein, dass wir die restlichen 1,5 Kilometer UND den Rückweg nicht schaffen würden. Ich drehte um. Damit sich Freya ein wenig beruhigen und vor allem abkühlen konnte, legten wir einen Stop am Ufer ein. Während die großen Motor- und Segelboote nicht bis ans Ufer konnten und ihre Anker mehr Richtung See warfen, konnten wir mit unserem kleinen Kajak direkt an den „Strand“.

Als wäre Freya froh gewesen, endlich wieder an Land zu sein, wurde sich zuerst ausgiebig gewälzt.

Laaaaand!!!

Anschließend legte sie einige Schwimmrunden mit ihrer neuen Schwimmweste ein und wie man im Video sehen kann, kommt sie sehr gut damit zurecht. Ich habe sogar den Eindruck gehabt, als wüsste sie genau, dass sie damit länger und besser schwimmen kann, denn normalerweise schwimmt sie nicht so weit hinaus.

Beinahe „abgesoffen“ – Turbulenzen auf dem Rückweg

Ich wartete die Wellenfront ab. Mittlerweile rasten immer mehr Motorboote über den See und die Wellen waren für mein kleines Kajak etwas zu viel. Als gerade kein Raser in Sicht war, paddelte ich so schnell wie möglich in Richtung Seemitte um vom wellenanfälligen Ufer wegzukommen.

Die Aussicht vom Bodensee aus ist herrlich und die Farbe des Wassers wechselt von türkis zu dunkelblau. Manchmal sieht es aus, als wäre eine Klippe unter Wasser. Einfach wunderschön. Wir haben viele Fische gesehen, natürlich auch einige Enten und eine Möwe (im Altmühltal sieht man Möwen eher selten ;-), weshalb ich mich tierisch gefreut habe).

Die türkise Farbe, welche der Bodensee stellenweise hat, ist wirklich der Wahnsinn.

Ausstieg mit Hindernissen

Erschöpft, durchgeschaukelt und mit einem, ziemlich voll Wasser gelaufenen Boot (die Wellen der Fähre waren dann doch zu viel) waren wir nur noch wenige Meter von der Anlegestelle entfernt. Chriss wartete bereits mit dem Bootswagen am Ufer, da brüllte eine Frau aus dem Wasser „Da würde ich mit dem Hund nicht rausgehen. Da sind Hunde verboten und da regen sich die Leute auf!“. Meinen Einwand, dass ich dort aber anlegen MUSS, wollte sie nicht hören und beharrte auf ihre Aussage.

Da wusste Freya noch nicht, dass unsere Tour noch etwas ausgiebiger werden sollte…

Was mach ich denn jetzt?

Sollte ich den Ärger riskieren oder lieber doch eine andere Stelle suchen?

Ich entschied mich für das Zweite. Und so rief ich Chriss zu, dass ich eine andere Stelle suchen würde, weil sich hier schon die ersten Badegäste aufregen. Die Gäste vom Morgen standen gerade im See und meinten nur, dass sie sich nicht aufregen würden und wir gern hier an Land gehen könnten. (Ich finde es nach wie vor lustig, dass sie scheinbar von sich, auf die anderen ca. 200 Gäste im Bad geschlossen haben.) Sie waren sichtlich enttäuscht, als ich weiterpaddelte.

Auf dem Weg zum nächsten Strand musste ich feststellen, dass mir das Wasser bis zum Hals ähm zur Hüfte stand. Kurzerhand steuerte ich in Richtung Schilf, wo ich eine Kiesbank entdeckte (ja ich weiß, es ist verboten) damit ich das Wasser ablassen konnte. Wir wären sonst vermutlich untergegangen.

Endlich geschafft!

Erschöpft und erleichtert gleichzeitig erreichten wir den Strand des Campingplatzes Klausenhorn. Und siehe da, auch hier sind Hunde verboten.

Ich drückte Chriss schnell die Leine von Freya in die Hand und sagte ihm, er solle sie so schnell wie möglich „aus der Schusslinie“ bringen. Gleich lief er mit ihr zum Weg. Natürlich war auch hier scheinbar schon eine Dame am Luftholen und wollte wohl etwas zum Hundeverbot sagen, da entdeckte sie die T-Shirt-Aufschrift der Wasserwacht und meinte nur „ach, ein Rettungshund, na dann“.

Ich hiefte Kermit auf den Bootswagen und machte mich ebenfalls auf den Weg. Froh, endlich wieder am Auto zu sein, war unsere Seefahrt hiermit beendet.

Fazit:

Die Aussicht vom See ist herrlich und auch die Uferabschnitte laden förmlich zu einer Rast ein.

Aber leider überschatten die negativen Eindrücke, das schöne Erlebnis.

Ich weiß nicht, wie es an anderen Stellen rund um den See ist, aber eine Anlegestelle in ein Strandbad zu legen, bei welchem Hundeverbot herrscht, finde ich total bekloppt. Hier ist der Ärger mit Badegästen vorprogrammiert, auch wenn es Ausnahmen gibt (wie ich sie ja angetroffen habe).

Auch der zweite Strand war offiziell nicht mit Hund möglich und hätte Chriss nicht Dienst mit der Wasserwacht gehabt, wären auch hier Diskussionen entstanden.

Ich habe zwar bei einem Gespräch am nächsten Morgen mit der DLRG und dem Bademeister erfahren, dass es wohl einen (inoffiziellen) Hundestrand hinter dem Strandbad Klausenhorn gibt, wo wir auch problemlos anlanden hätten können, aber so weit hätten wir es nicht mehr geschafft.

Wir bleiben in Zukunft auf kleinen Flüssen wie unsere Altmühl. Dort gibt es keine nervigen Motorboot-Machos, welche dafür sorgen, dass mein Kermit beinahe absäuft und es ist an (fast) jeder Stelle möglich, mit Hund ein- und auszusteigen.

Schwimmen ist ihr dann wohl doch lieber, als das Geschaukel im Boot.
Frisch gebadet geht es zurück.
Hundepfoten unter Wasser.
Strandbad Wallhausen, Achtung Hundeverbot!
Es sieht aus, als wäre eine Klippe unter Wasser.
In Ufernähe sollte auf Felsen unter Wasser geachtet werden.
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Kleines Zelt für „kleines“ Geld!

Meine Erfahrung mit dem „Overmont 1-2 Personen-Zelt“.

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Kompakt, einfach aufzubauen und leicht…

…so sollte mein neues Zelt sein. Es sollte aber nicht nur o. g. Kriterien erfüllen, sondern auch bezahlbar sein. Und mit bezahlbar meine ich, am besten unter der 100-Euro-Grenze. Aber gibt es so ein Zelt überhaupt? Die Suche nach der „eierlegenden Wollmilchsau“ beginnt!

Ich habe mit der Suche nach meinem perfekten Zelt einige Stunden im Internet verbracht und auch sämtliche Fachhändler vor Ort „abgeklappert“.

Aber kein Zelt entsprach meiner Vorstellung. „Zu schwer“, „zu großes Packmaß“, „komplizierter Aufbau“, „zu teuer“ – um es auf den Punkt zu bringen. Und dann entdeckte ich das Overmont 1-2 Personen-Zelt.

Warum hat mich das Overmont 1-2 Personen-Zelt überzeugt?

DER PREIS:

Der UVP liegt bei 69,99 €. Ich hatte Glück und habe das Zelt für 45,99 € ergattert.

Der Preis von 45,99 € (ja ich weiß, im Angebot) war für mich einfach unschlagbar. Sieht man sich vergleichbare Zelte an, dann bewegen sich diese weit über der 100-Euro-Grenze. Auch für 69,99 € liegt es preislich um einiges günstiger, als das MSR Hubba Hubba NX (359 € war der günstigste Preis, den ich finden konnte), welches wohl die Vorlage für das Overmont sein soll.

Ein Zelt für wenig Geld – das Overmont 1-2 Personen Zelt.
DAS GEWICHT:

Das Zelt von Overmont bringt gerade einmal 1939 Gramm (Herstellerangabe: 1,5 Kg) auf die Waage. Wobei sich hier mit Sicherheit noch ein paar Gramm einsparen ließen, wenn man die Abspannseile und Heringe austauscht. Aber für mich passt es (zumindest vorerst) so.

Ich habe bisher kein Zelt gefunden, welches weniger wiegt – ausgenommen Zelte in (viel) höheren Preisklassen. Aber selbst einige hochpreisige Zelte sind gleich schwer oder sogar schwerer. Deshalb bietet das Overmont ein gutes Verhältnis zwischen Preis – Gewicht.

DER AUFBAU:

Wer alleine wandert, kennt das Problem mit dem Aufbau. Man ist müde und kaputt, das Wetter verschlechtert sich, es muss schnell gehen und niemand ist da, der einem das Zelt aufstellt.

Der Aufbau ist binnen weniger Minuten erledigt – und das ganz allein. 2 Stangen werden in Tunnel am Innenzelt gefädelt und dann wird das Ganze aufgespannt. Außenzelt darüber, Heringe und Abspannseile befestigen – fertig! Und beinahe genauso schnell ist der Abbau und das Einpacken erledigt. Die Zeltstangen, Heringe und Abspannseile, sowie das Außen- und Innenzelt sind im Lieferumfang bereits enthalten. Auch eine Transport-Tasche gibt es dazu.

Man muss nur zwei Stangen in die Tunnel fädeln und das Zelt aufstellen.
DIE GRÖßE:

Das Packmaß bewegt sich (meiner Meinung nach) im Mittelfeld. Mit 48×14 cm würde es zwar gerade noch in meinen Rucksack passen, aber ich befestige es lieber außen. So habe ich innen Platz für andere Dinge.

Das Overmont-Zelt bekommt man wieder gut in den Packsack.

Innen bietet das Zelt 210×140 cm (das ist aber am Boden. Ich würde also eher 200×130 cm sagen). Für mich (163 cm groß, schlank) und Freya ist diese Größe vollkommen ausreichend. Rucksack und Schuhe finden ebenfalls im Inneren des Zelts Platz und müssen nicht in den – doch etwas klein geratenen – Apsiden bleiben. Dank einer Höhe von 115 cm kann man gut im Zelt sitzen.

Da ich das Zelt bisher nur bei schönem Wetter – also kein Regen – getestet habe, kann ich zur Dichte noch nicht viel sagen. Es hat aber die Nässe vom Boden gut abgehalten. Bei Regen wird es bestimmt auch irgendwann (eher unfreiwillig) getestet und dann wird es in diesem Beitrag ein Update dazu geben.

Das Innenzelt kann auch ohne das Außenzelt genutzt werden und dient als Moskitonetz.

Optimal für warme Sommernächte – das Innenzelt lässt sich alleine verwenden und dient als Moskitonetz/Mückenschutz.

Mein Fazit:

Das kleine Zelt von Overmont eignet sich für Freya und mich super. Der schnelle Aufbau ist perfekt, vor allem, wenn man nach einer langen Wanderung „hundemüde“ ist. Auch das Gewicht – Preisverhältnis ist unschlagbar. Wer seine ersten Versuche mit Zelt, Rucksack und Hund startet und wer alleine wandert, ist bei diesem Zelt an der richtigen Adresse, um für die „ersten Schritte“ kein halbes Vermögen für die Ausrüstung auszugeben.

Im Vergleich zu unserem (sauteuren) O4G Sumas 3.0 hat sich in meinem günstigen Zelt kein bzw. nur sehr, sehr wenig Kondenswasser gebildet.

Obwohl ich bereits über meine erste Zelt-Tour hinaus bin, wird dieses Zelt nun mein ständiger Begleiter bei Trekkingtouren sein und ich spreche eine klare Kaufempfehlung (für etwas kleinere Personen, bis 170 cm) aus.

(Auch wenn der Hersteller mit, bis zu 4 Jahreszeiten wirbt, so würde ich für Wintertouren ein hochwertigeres Expeditionszelt verwenden).

Das Overmont 1-2 Personen-Zelt ist leider online nur noch sporadisch und nach längerer Suche nach einem Händler, welcher den Artikel noch auf Lager hat, erhältlich. Eine Alternative bietet das Azarxis Kuppelzelt. Es ist, bis auf ein paar Gramm mehr, identisch mit dem Overmont-Zelt.

Mit welchem Zelt seid ihr unterwegs? Nach welchen Kriterien habt ihr euch für euer Zelt entschieden? Ihr dürft mir eure Erfahrungen und Favoriten gerne als Kommentar hinterlassen!

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„Tausche Wanderstiefel gegen Wasserschuhe“ – unsere erste Bootswanderung auf der Altmühl

Von Walting nach Böhming

Ja, ihr habt richtig gelesen. Ich habe für eine ganz spezielle Wanderung meine Wanderstiefel gegen Wasserschuhe getauscht (grins).

Kapitän Freya an Bord von „Kermit“ – unserem neuen Kajak.
Hinweis: Beitrag enthält unbezahlte WErbung

Unsere erste Bootswanderung mit dem eigenen Kajak. Was macht man wohl sonst, bei 35 Grad im Schatten?!

Ich bin nun seit dem 23. Juli 19 stolze Besitzerin eines Kajaks.

Lange habe ich nach einem Sit on Top Kajak gesucht, aber irgendwie war nie das richtige dabei. Schließlich soll es genügend Platz bieten, damit Freya und ich damit über die „See schippern“ können, jedoch muss es INS Auto passen und allzu schwer darf es auch nicht sein, da ich ja alleine damit unterwegs bin und „das Teil“ ab und an auch tragen muss.

Die Temperaturen passten am 24. Juli, genau genommen geht es fast nicht besser. und der richtige Fluss ist quasi vor der Haustür. Ich nehme euch mit auf unsere erste gemeinsame Bootswanderung auf einen der langsamsten Flüsse Deutschlands – der Altmühl – von Walting nach Böhming.

Übersichtskarte bei Arnsberg.

Infos zur Tour:

  • Gesamtlänge: 14,94 km
  • Höhenmeter: entfallen
  • Besonderheiten/Schwierigkeiten: der Einstieg bzw. die Treppen an der Anlegestelle in Walting ist/sind ziemlich steil; stellenweise ist etwas wenig Wasser in der Altmühl (bedingt durch die lange Trockenheit); Strecke OHNE Wehr (Einstieg unterhalb des Wehrs; nächstes Wehr kommt bei der Kratzmühle), mehrere Rastmöglichkeiten in Form von Gaststätten (bitte Öffnungszeiten beachten), Bootsratsplätzen und Kiesbänken;
  • Start: Anlegestelle Walting
  • Koordinaten (Start): 48°54’34.99“N 11°18’13.82“E
  • Ziel: Bootsrastplatz Böhming
  • Koordinaten (Ziel): 48°56’55.7″N 11°21’59.2″E

Aufgezeichnet wurde die Tour mit der Canua-App

Und so sieht die Aufzeichnung bei Canua aus. (Bilder: Screenshots aus der App)

Am Abend zuvor habe ich bereits alles im Auto verstaut, sodass wir um 10 Uhr am Startpunkt waren. Zuerst einmal musste alles wieder ausgepackt werden, was einfacher war, als das gedacht. Dann ging es daran, das Kajak ins Wasser zu bekommen. Die Anlegestelle ist hier ziemlich weit unten und ich habe zuerst daran gedacht, das Boot zu tragen. Da der Hang ziemlich steil ist, die Treppen nicht gerade sonderlich breit und 16 Kg bei schlechter Sicht auf die Stufen nicht gerade vorteilhaft sind, habe ich mich dazu entschieden, es am Rand der Treppe Richtung Wasser zu ziehen.

Das Ufer ist ziemlich steinig, weshalb man aufpassen sollte, dass man das Boot nicht direkt auf einen Stein auflegt. Aber auch das hat gut geklappt.

Freya konnte es kaum erwarten und mit dem Kommando „Hopp“ saß sie auch schon im Boot. Dann kam der lustigere Teil. Ich musste ja schließlich auch noch hinein. Zum Glück ist „Kermit“ sehr kippstabil und so hüpfte ich (eher unelegant) „an Deck“. Die richtige Sitzposition gefunden, Paddel in die Hände – und los gehts!

Die ersten Meter waren herrlich! Genüßlich paddelte ich vor mich hin. Es war noch niemand unterwegs und ich hatte die gesamte Altmühl für mich alleine. Die Eindrücke, welche sich AUF dem Wasser einem bieten sind ganz anders, als beim Wandern zu Fuß. Bis…

Uferpflanzen. In Wirklichkeit sehen sie noch viel schöner aus.

…Tja, bis meine Augen angefangen haben zu tränen. Ich hab kaum noch was gesehen, so haben sie gebrannt. Irgendetwas „fliegt“ wohl im Moment und so wurde gleich die erste „Raststelle“ angefahren.

Eine tolle Kiesbank kurz nach dem Start bei Walting bietet einen genialen Rastplatz.
Und Freya nutzte die Pause für eine Schwimmrunde. Abkühlung ist auch, oder vor allem (?) beim Paddeln wichtig.

Nachdem ich mir das Handtuch aus meinem Drybag geholt und die Augen ausgewischt habe, gings weiter. (Die tränenden Augen hatten sich dann, Gott sei Dank, erledigt).

Freya lag entspannt auf „ihrem Platz“ und selbst vorbeischwimmende Enten brachten sie nicht aus der Ruhe (sie findet Enten eigentlich super toll, falls ihr wisst, was ich meine).

Schwimmkurs mit der ganzen Familie.

Gemütlich paddelten wir weiter. Und wenn ich gemütlich schreibe, dann meine ich das auch so. Unser Tempo glich nämlich dem einer Schnecke mit Krückstock.

Direkt an der Altmühl entlang gibt es sogar ein paar Gaststätten, welche man (mehr oder weniger) direkt ansteuern kann.

Einkehrmöglichkeiten gibt es viele entlang der Altmühl. Bitte beachtet die Öffnungszeiten.

Der wenige Regen der letzten Wochen macht sich auch im Altmühltal bemerkbar und obwohl der Wasserstand der Altmühl reguliert wird, führt sie aktuell stellenweise sehr wenig Wasser. Wer dann mehr mit der Aussicht und sich selber beschäftigt ist, muss darauf achten, dass die idyllische Ruhe nicht durch ein „krchchchchch…“ gestört wird, was zu einer abrupten Vollbremsung führt. Die heimischen Altmühl-Kiesbänke lauern nämlich unter der Wasseroberfläche und warten nur darauf, ein Boot anzuspringen 😉

Nachdem wir „Opfer“ einer solchen Altmühl-Kiesbank wurden, mussten wir Kirmet aus ihren Klauen befreien und ein Stück im Wasser LAUFEN. Vermutlich kommt daher der Begriff „Bootswandern“…

Wegweiser unter Wasser – wo sich viele sichtbare Unterwasserpflanzen befinden, ist das Wasser erfahrungsgemäß nicht sehr tief.
Erfrischt gings weiter.

Bereits bei Gungolding kam dann der nächste Stop. Kurz vor einer Brücke ist der Wasserstand sehr niedrig und die Kiesbänke verwandeln sich in kleinere Felsen, weshalb wir auch hier Kermit „an die Leine nahmen“ und erstmal zu Fuß weitergingen.

Wo gehts denn da hin?

Den Rastplatz bei Gungolding ließen wir aus, grüßten aber freundlich eine Gruppe Radfahrer, welche dort verblüfft und begeistert waren, wie entspannt Freya im Boot lag.

Freya fand es richtig cool, nicht laufen zu müssen…

Die Gungoldinger Wacholderheide ließen wir hinter uns und peilten Arnsberg an. Und nachdem wir ja sehr langsam unterwegs waren und die Sonne an diesem Tag einfach viel zu viel Kraft hatte, machten wir hier unsere nächste und letzte Pause. Geplant war am Anfang bis Kinding zu paddeln. Aber es war zu heiß und so langsam ahnte ich, wie sich der Muskelkater in den Armen am nächsten Tag einstellen sollte.

Am Bootsrastplatz setzten wir uns in den Schatten und blieben dort einige Zeit. Das tat gut.

Da, gleich hinter der Brücke wartet die nächste Pause…
Blick zur Burg Arnsberg.
Bootsrastplatz Arnsberg.

Nach der schattigen Rast lassen wir bald die Arnsberger Leite hinter uns und erreichen nach knapp 15 Kilometern und über 5 Stunden den Rastplatz in Böhming.

Blick zur Arnsberger Leite. Ganz in der Nähe befinden sich 3 super Steige zum Wandern.

In Böhming angekommen, stieg ich aus dem Boot und auch Freya nutzte gleich wieder die Gelegenheit sich abzukühlen. Während ich Kirmet an Land zog, entdeckte ein rastender Bootswanderer eine (ca. 50 cm große) Wasserschlange – omg. Bevor Freya sie entdeckte war sie verschwunden.

Ich suchte uns ein schattiges Plätzchen unter einem Baum und dort warteten wir auf unser „Taxi“. An dieser Stelle nochmals Vielen Dank an meinen Freund, der uns hier eingesammelt und wieder zum Auto gebracht hat. Das ist nämlich, wie ich finde, der einzige Nachteil am Bootswandern – Rundwanderungen gestalten sich sehr, sehr schwierig.

Im Schatten warten wir darauf, dass wir abgeholt werden.

Und wie war nun unsere erste Bootswanderung?

Unser Fazit lautet:

Das war definitv nicht unsere letzte Bootswanderung!!! Man „entdeckt“ die Welt mit anderen Augen und teilweise neu. Alle Paddler die wir getroffen haben, sind freundlich und grüßen – wie bei einer Wanderung zu Fuß auch – und für viele scheint es ein absolutes Highlight zu sein, dass auch Hunde (in meinem Fall eben Freya) ein Abenteuer in Form einer Bootswanderung genießen.

Freya nutzte wirklich jede Gelegenheit, um im Wasser zu planschen und Gelegenheiten gibt es bei solch einer Tour viele. Selbst Riesenkröten, Fische von 2 cm bis zu einem halben Meter und XXL-Schwärme von Libellen hielten sie nicht davon ab.

Obwohl die Altmühl sehr langsam fließt, merkte ich jedoch schnell, dass das Fotografieren auf dem Wasser gar nicht so einfach ist. Während man zu Fuß einfach an Ort und Stelle stehen bleibt, hat man hier u. a. „Problemchen“ wie ein „sich drehendes Boot“ oder „Strömung im falschen Moment“. Ich werde auf jeden Fall weiter üben und meine Olympus Tough TG-5 hat mir auch einige (meist unfreiwillige) Tauchgänge problemlos verziehen.

Sonnencreme nicht vergessen!

Habt ihr Lust bekommen, das auch einmal mit eurem Hund auszuprobieren oder seid ihr schon Profis? Auf der Homepage des Naturpark Altmühltal gibt es viele Infos über Bootswanderungen im Altmühltal und ich erzähle euch gern in weiteren Beiträgen von unseren Touren und meinen Erfahrungen rund ums Thema „Bootswandern mit Hund“.

Wie? Die nächste Tour dauert noch???

Wenn euch unsere Bootswanderung gefallen hat, dann hinterlasst doch einen Kommentar. Ich freue mich über euer Feedback.

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„Grenzgänger“

2-Tages-Trekkingtour im Dreiländereck D, A, CZ – und eine Nacht im Zelt im Narodni park Sumava

Narodni park Sumava
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Unsere „Grenzgänger“ 2-Tages-Trekkingtour führt uns vom Bayerischen Wald übers Dreiländereck, entlang der Grenze zu Österreich in den Narodni park Sumava. 2 Tage waren wir unterwegs und hier ist unser Bericht.

Der Národní park Šumava ist das tschechische Gegenstück zum, auf deutscher Seite angrenzenden Nationalpark Bayerischer Wald.

Rastplatz am Dreiländereck

IDEE UND PLANUNG

Vor einiger Zeit entdeckte ich im Internet ein Foto. Unberührte Natur und eine „wilde“ Landschaft war zu sehen. Darunter stand nur „Narodni park Sumava„. Meine Neugier war geweckt und sofort suchte ich nach mehr Infos. Auf der offiziellen Website des tschechischen Nationalparks (hier finden sich auch sämtliche Verhaltensregeln im Nationalpark) bin ich auf die Möglichkeit der Notübernachtungsplätze gestoßen. Insgesamt 7 solcher Plätze erlauben es einem, im Nationalpark zu zelten – übrigens ist es der einzige Nationalpark den ich gefunden habe, bei dem das geht (Wildes Zelten ist verboten!). „Das ist genau meins, da muss ich hin„, dachte ich mir. Und so ging es ein Jahr später endlich los.

Hinter dem überdachten Rastplatz liegt der Zeltplatz Pod Plesnym jezerom (leider habe ich aufgrund der einbrechenden Dunkelheit davon kein Foto gemacht)

Die Planung war ziemlich einfach, obwohl es verhältnismäßig wenig Berichte über Trekkingtouren dort gibt. Es gibt eine Übersichtskarte mit allen Zeltplätzen und Komoot kennt diese Plätze zum Glück auch. Das gestaltete die Routenplanung gleich viel einfacher.

Dank meiner Packliste für die 12-Gipfel-Tour war alles schon vorbereitet und ich habe nur ein paar Dinge geändert (was genau erfahrt ihr im Beitrag).

DIE ROUTE

Obwohl wir nur etwa 48 Stunden unterwegs waren, hatten wir doch ein paar Highlights unterwegs.

Tag 1 (12.07.2019) – Von Frauenberg nach Pod Plešným jezerem

Wir starteten auf deutscher Seite und zwar im Bayerischen Wald in Frauenberg bei Haidmühle. Der Weg beginnt direkt am Parkplatz und führte zuerst über einen Forstweg zur Kanalstraße – eine ziemlich unbefahrene Nebenstraße. Von hier aus wanderten wir bergauf und überquerten die Straße zur Dreisesselalm.

Die ersten Meter auf dem Weg zum Dreisessel.
Und ja, ich bin auch dabei.

Über eine Hofeinfahrt eines Chalets (Betreten für Wanderer nicht gestattet! Den Hinweis haben wir aber erst gesehen, als wir schon durchgelaufen waren) kommen wir wieder auf eine Forststraße.

Manchmal fragt man sich dann schon, was Komoot unter der Bezeichnung „Weg“ versteht, denn von hier aus ging es weiter den Berg hinauf. Allerdings nicht über den Forstweg, sondern eine verwilderte, mit sehr hohem Gras bewachsene Rückegasse. „Naja, hilft nichts, da müssen wir jetzt durch!“ – dachten wir uns.

Auf diesem Wanderweg ist wohl schon lange niemand mehr gegangen…
Chriss schaute mehrmals, ob wir WIRKLICH auf dem richtigen Weg sind. Aber scheinbar war er richtig.

Am Ende des verwilderten Weges kommt man wieder auf einen Schotterweg. Eine Bank und ein Wegweiser zeigen einem zumindest, dass man richtig ist. Wir folgten der Beschilderung zum Dreisessel (nicht dem Dreisessel-Rundweg!) und bewältigten, über teils steinige Pfade, weitere Höhenmeter bis wir zum Hochstein gelangten. Da es ziemlich windig war, haben wir nur kurz den Gipfel bestiegen und machten uns auf den Weg zum Berggasthof Dreisessel, wo wir uns eine Pause und eine warme Mahlzeit gönnten.

Am Hochstein.
Ein traumhaftes Panorama vom Gipfel des Hochsteins.
Wir waren oben – auf dem Gipfel des Hochsteins.
Angekommen am Berggasthof Dreisessel – endlich gibts Essen, dachte sich Chriss wohl.

Danach folgten wir dem Weg paralell zur Grenze in Richtung Steinernes Meer. Insgesamt 3 solcher Blockhalden müssen überquert werden – sehr zum Leidwesen von Chriss. Für ihn ist es wirklich anstrengend gewesen, während Freya nahezu über die Steine schwebte. (Man folgt hier übrigens einer Teilstrecke des Goldsteigs). Ein steiniger Weg führt hinauf auf eine freie Fläche – diese ist aber keine Almwiese, sondern es sind die Überreste der vom Borkenkäferbefall abgestorbenen Bäume. Der „neue“ Wald wächst gerade erst nach.

Ja, das ist der Weg und die dazugehörige Markierung.
Überquerung einer Blockhalde am Steinernen Meer – Freya macht das mit einer Leichtigkeit.
Okay – Chriss schwebt beinahe (aber nur beinahe) so wie Freya über die Felsen…
Blockhalden sind durchaus nützlich, auch wenn sie manchmal schwierig zu laufen sind.
Keine Wiese, sondern ein „noch toter“ Wald. Dennoch ist es hier traumhaft.

Nach knapp 7 Stunden erreichten wir den Grenzstein im Dreiländereck. Hier treffen sich die Landesgrenzen Deutschland, Österreich und Tschechien. Nach kurzer Rast, ging es über den Grenzsteig (wandern zwischen Tschechien und Österreich), weiter zum Plöckenstein. Um von hier aus weiterzukommen, muss man am Plöckenstein vorbei – dahinter befinden sich weitere Wegweiser in verschiedene Richtungen. Wir folgten noch etwa einen Kilometer dem Grenzsteig, bis wir vom Pod Plechym nach Tschechien hinabstiegen.

Die „Rückseite“ vom Plöckenstein.

Der Abstieg zum Zeltplatz Pod Plešným jezerem war schwierig und steil (bei Nässe nicht zu empfehlen!). Chriss war mit seinen Kräften am Ende und wir legten einige Pausen ein. Kurz vor dem Zeltplatz (direkt am Platz gibt es kein Wasser) füllten wir an einem Rinnsal (es Bach zu nennen wäre übertrieben) unsere Wasservorräte auf. Hierfür hatten wir unseren Katadyn Hiker Pro Wasserfilter dabei. Und da mir die Culinario-Flaschen für ihr geringes Volumen etwas zu schwer sind, hatten wir uns eine leichtere Flasche besorgt. Ich werde mir definitv noch eine zweite (oder dritte) besorgen, da ich von dieser Flasche ziemlich begeistert bin.

Hier haben wir noch eine schöne Aussicht gehabt, bevor der schwierige Abstieg zum Zeltplatz kam.
Stellenweise fühlt man sich hier wie im Urwald. Farn – beinahe größer als ich (nicht schwer bei 1,63 cm).
Hier haben wir noch unseren Wasservorrat aufgefüllt, bevor es ins „Lager“ ging.

Nach 8,5 Stunden erreichten wir den Zeltplatz und stellten zuerst unser Zelt (O4G Sumas 3.0) auf. Wir waren nicht die einzigen. Ein Zelt, ebenfalls mit zwei Personen und einem Hund (gesehen haben wir zwar keinen, aber gehört), stand bereits auf dem Platz. Anschließend gab es Abendessen, welches wir bei der überdachten Sitzgruppe vor dem Platz einnahmen.

Am Platz befinden sich auch „Dixie-Klos“, welche jedoch scheinbar eher als Mülleimer genutzt werden. Jede Menge Toilettenpapier und Taschentücher finden sich rund um die Toiletten. Da jedoch Toilettenpapier rar ist, sollte man auf jeden Fall selbst eines mitnehmen.

Um etwas Wasser zu erhitzen hatte ich vor kurzem einen kleinen Topf gekauft. Da jeder von uns einen Bugaboo Cup dabei hatte, blieb die Schüssel des Kochsets zuhause und wir haben nur noch einen zweiten Göffel besorgt.

Unsere Bugaboo Cups.

Nach dem Abendessen krochen wir in unser Zelt und wollten eigentlich(!!!) schlafen. Und warum schreibe ich jetzt „EIGENTLICH“?!

Tag 1:

14 Kilometer, 650 Meter bergauf – 560 Meter bergab, reine Gehzeit 4 Stunden

Highlights: Hochstein, Dreisessel, Steinernes Meer, Grenzstein Dreiländereck, Plöckenstein

Daten aus Komoot
„Dieser Weg, wird kein leichter sein. Dieser Weg wird steinig und schwer.“ – Da bekommt das Lied von Xavier Neidoo eine ganz andere Bedeutung (ich muss gerade irgendwie lachen).
Herrliche Weitsicht auf dem Weg zum Dreiländereck-Grenzstein.
Drei Seiten hat der Grenzstein – Deutschland, Österreich und Tschechien
Chriss wäre am liebsten sitzen geblieben. Wenn er gewusst hätte, was für ein Abstieg folgt, hätte er das wahrscheinlich auch gemacht.
Nicht nur tote Bäume, sondern auch Blumen.
Die Wege sind genauso wechselhaft, wie das Wetter.
Füße kühlen im „Moorbad“.

Tag 2 (13.07.2019) – Von Pod Plešným jezerem nach Frauenberg

Die Nacht war extrem kurz, was aber defnitiv nicht an meiner neuen Nordisk Grip 3.8 Isomatte lag. Zwei heftige Gewitter mit starkem Regen haben uns den Schlaf geraubt und…? …und unser Zelt etwas durchnässt. Wir waren am Abend zu faul, das Zelt komplett abzuspannen – obwohl Regen angesagt war. Die eigene Faulheit (wir haben aus unserem Fehler gelernt) hat dazu geführt, dass das Außenzelt auf das Innenzelt drückte, was die Feuchtigkeit schön (schön wars natürlich nicht, also Ironie aus) ins Innere geleitet hat. Es war ziemlich feucht, genau genommen nass.

Wir krabbelten aus dem Zelt und machten uns erst einmal ans Frühstück. Es sollten Rühreier werden. Dafür hatte ich extra Volleipulver bestellt. Tja, beim „sollten es werden“ ist es geblieben. Das Pulver löste sich im kalten Wasser schlecht auf und als wir es erhitzten, brannte das Pulver-Wasser-Gemisch sofort an. Noch dazu wollte es ohne Hitze nicht fest werden, sodass es nicht im Geringsten die Konsistenz von Rührei erreichte. Geschmacklich soll es laut Chriss okay gewesen sein, aber Rührei in Trinkform war nichts für mich – schon gar nicht am Morgen. So gab es für mich dann später ein paar Müsliriegel.

Der Versuch, ein gelungenes Frühstück zuzubereiten…
…hat nicht so ganz geklappt.
Vielleicht würde es mit einer Pfanne besser gehen – für den Topf scheint das Eipulver wohl ungeeignet zu sein.
Beim nächsten Mal teste ich das Milchpulver und dann gibts hoffentlich Müsli zum Frühstück.

Nach dem missglückten Versuch eines gelungenen Frühstücks packten wir zuerst unsere Rucksäcke. Anschließend kam das klitschnasse Zelt dran. Ich hasse es Zelte einzupacken, aber noch viel mehr hasse ich es, ein nasses Zelt einzupacken.

Eingemummelt in unsere Regenkleidung ging es los. Wir hatten beide keine Lust den gleichen steilen und steinigen Weg zurück zugehen, weshalb wir Richtung Nové Údolí gestartet sind. (Hätten wir eine weitere Nacht im Nationalpark verbracht, wäre das unser zweiter Zeltplatz gewesen).

„Es regnet, es regnet, es regnet seinen Lauf. Und wenns genug geregnet hat, dann hörts auch wieder auf!“ (Kinderlied)
Aber wer entscheidet, wann es genug geregnet hat?

Der Weg führt anfangs über eine Teerstraße, was aber gar nicht so schlecht war. So kamen wir schneller voran als am Vortag – und außerdem wurden wir (zumindest von unten) nicht so nass. Sehr zu Freyas Freude war der kleine Bach, welcher unseren Weg ein gutes Stück begleitete, gut mit Wasser gefüllt. Mit ein Grund, warum wir mehr Kilometer in weniger Zeit geschafft hatten, sind die moderaten Höhenmeter. Man läuft zwar immer leicht bergauf, aber das merkt man kaum – hier konnte auch Chriss etwas „beflügelter“ laufen. Allerdings war sein Ansporn eher das nahende Auto, welches den Heimweg versprach (grins).

Auch einer unserer Rastplätze. Es gibt auch eine Hütte, wo man sich zumindest unter das Dach setzen kann.
Durch den Regen entstanden an Tag 2 nur wenig Bilder.

Bis zum Rosenauer Denkmal wechselt der Weg zwischen Teer und Schotter und führt größtenteils entlang des Schwarzenberg Kanals. Dieser ist allerdings, trotz Regen, nicht immer gefüllt. Obwohl das Wetter um einiges schlechter ist als am Tag zuvor, sind deutlich mehr Leute unterwegs. Radfahrer, Wanderer, Spaziergänger – heute ist einiges los. Zuvor hatten wir lediglich am Hochstein, am Dreisessel und auf dem Weg zum Plöckstein andere Personen getroffen (ausgenommen das zweite Zelt am Zeltplatz).

Am Rosenauer Denkmal.
Trotz nasser Bänke machten wir hier eine kleine Pause.

Die Landschaft im Narodni park Sumava ist, meiner Meinung nach, einzigartig. Man wandert durch abwechslungsreiche Wälder. Mal sind es Buchen, im nächsten Moment Fichten. Die Spuren des Borkenkäfers sind hauptsächlich nur in der 1. Zone des Nationalparks zu sehen. Wobei sich auch hier der Wald, etwa 20 Jahre nach der „Verwüstung durch den Forstschädling“, wieder erholt. In der 1. Zone gilt absolutes Wegegebot, d. h. die Wege dürfen nicht verlassen werden; außerdem ist in dieser Zone das menschliche Eingreifen nahezu ausnahmslos verboten und es besteht im gesamten Nationalparkgebiet Leinenpflicht!

Vom Rosenauer Denkmal geht der Weg in einen schmalen Waldpfad über. Wir wandern ein kurzes Stück den Grenzsteig (Grenzgänger zwischen Deutschland und Tschechien) entlang, bis wir links auf einen Schotterweg abbiegen. Ein bisschen erinnert der Grenzsteig an die verwucherte Rückegasse (diese Wege scheinen wirklich nicht oft begangen zu werden), aber es handelt sich um einen offiziellen Wanderweg.

Als wir die Fahrstraße zum Dreisessel erreichten, war für Chriss die Tour geschafft. Ich ging die restlichen knappen 5 Kilometer allein bis zum Auto und holte die beiden ab. Da ich ohne Freya schneller vorankomme, habe ich sie bei Chriss gelassen.

Auf den letzten Kilometern kam ich (allerdings unfreiwillig, da meine Internetverbindung noch nicht wieder so wollte wie ich und ich deshalb einen Umweg gelaufen bin) bei der Kreuzbachklause vorbei. Weil ich aufgrund des nächsten anstehenden Regenschauers unter Zeitdruck stand, war für ein Foto keine Zeit – sorry, wird irgendwann nachgeholt.

Anschließend war nochmals ein kurzer aber knackiger Anstieg durch hohes Gras zu bewältigen, nur damit ich dann wieder die (jetzt noch nassere) Rückegasse hinunterlaufen konnte (Augenroll und Jaaaa, da war ich tatsächlich leicht genervt). Allerdings war ich schlau genug, einmal nicht auf Komoot zu hören, sondern meinen eigenen Weg zu wählen und habe mir zumindest dazwischen einen „Kampf“ mitten durch den Wald erspart (manchmal muss man auch einfach auf seine weibliche Intuition hören).

Der Weg war mir dann doch lieber, als wieder mitten durch den Wald.

Knapp 7 Stunden nach unserem Aufbruch am Morgen, erreichte ich gegen 15:30 Uhr das Auto und „düste“ los, um meine zwei müden Krieger am Straßenrand einzusammeln.

Chriss hatte für Freya einen „Unterstand“ gebastelt, damit sie nicht nass wird und nicht friert (total süß, findet ihr nicht auch?).

Freya blieb dankbar darunter liegen, auch wenn ihr Blick eher genervt aussieht.

Tag 2:

bis zur Straße Richtung Dreisessel => 16,4 Kilometer, 210 Meter bergauf – 230 Meter bergab, 3:40 Stunden reine Gehzeit; dazu noch rund 5 Kilometer und 1 Stunde bis zum Auto zurück

Daten aus Komoot

Und wie war die Tour jetzt sonst so?

EMPFEHLUNGEN UND FAZIT:

Ich fange Mal mit den positiven Eindrücken an:

  • Der Ausblick vom Hochstein ist einfach nur grandios
  • Das Essen beim Berggasthof Dreisessel ist sehr lecker und auch günstig, außerdem sind die Bedienungen sehr nett => eine Einkehr kann ich wirklich empfehlen
  • Wer den Anblick von „unberührter“ Natur liebt, der kommt bei dieser Tour „voll und ganz auf seine Kosten“
  • Das Steinerne Meer ist ein absolutes Highlight für jeden, der Blockhalden liebt (ich mag sie ja besonders gern, seitdem ich auf dem Plattengipfel im Fichtelgebirge war)
  • Dreiländereck: Die „Ecke“ bei der sich drei Ländergrenzen treffen => muss ich mehr dazu sagen? – Ich denke nicht
  • Der Zeltplatz Pod Plesnym jezerem => obwohl der Platz etwas klein gehalten ist, ist er toll. Quasi mitten im Wald, was für Naturfreaks wie mich ein absoluter Traum ist
  • Auch wenn Chriss die Wege zu anspruchsvoll fand, so waren die Pfade für Freya und mich super zu laufen (wir sind diese Art Weg aber auch schon vom Fichtelgebirge gewohnt)
Ich liebe diese Landschaft.
Junge Bäumchen kommen nach.

Und was war jetzt nicht so toll?

Einstimmig haben wir beschlossen, dass es nichts gab, was nicht toll war… Okay, die 100.000 Mücken am Zeltplatz waren dann doch nicht so toll.

Ich werde auf jeden Fall noch den kompletten Nationalpark Sumava durchwandern. Zwar nicht mehr in diesem Jahr, aber im nächsten. Ein paar Tagestouren wird es auch noch im Dreiländereck geben. Die Landschaft ist ein Traum und ich bin immer noch total „geflasht“. Natürlich erhoffe ich mir dann auch, ein paar „wilde“ Tiere zu Gesicht zu bekommen, diesmal waren nämlich die Mücken die einzigen, die wir auf unserer Tour gesehen haben. Chriss wird uns vermutlich, zumindest bei solchen Touren, nicht mehr so schnell begleiten.

Chriss an der Grenze Deutschland – Tschechien
Hinter mir liegt der Nationalpark Sumava.
„Hintem Horizont gleich rechts?“ – nicht ganz. Aber hinter dem nächsten Hügel befindet sich bald der Berggasthof Dreisessel.
Bald ist der Aufstieg geschafft.
Wald, soweit das Auge reicht.
Zugegeben, bei 30 Grad wäre es hier ziemlich warm geworden.
Wälzen muss sein.
Rückblick zum Hochstein.
Der Weg zum Hochstein.
Ein Nachbar von Hochstein und Dreisessel.
Und noch einer.
Aber auch sowas findet man auf der Tour. Außerhalb der 1. Zone wird dennoch mit Harvestern gearbeitet…

Ich hatte dieses Mal einiges an „Zeug“ aussortiert, was ich bei der letzten Tour sowieso nicht gebraucht hatte oder was wettertechnisch sinnfrei erschien: kein Inlett für den Schlafsack, kein Sitzkissen, keine Schleppleine, keine kurze Hose. Wäre das Zelt noch dazu gekommen (das hatte jedoch Chriss am Rucksack) wäre mein Rucksack immer noch unter 15 Kg gewesen. Ich bin nämlich mit 12,9 Kg gestartet (nicht schlecht, oder?). Chriss sein Gepäck brachte 16,8 Kg auf die Waage, davon waren aber fast 3 Kg Getränke. Wir hatten Essen und Kleidung für 3 Tage dabei, falls das Wetter besser gewesen wäre, wären wir noch eine Nacht auf dem Zeltplatz bei Nove Udoli geblieben.

Apropos! Dank meinen neuen Schuhen (ich hatte mich ja trotzdem wieder für meine Lowa Renegade entschieden) gab es weder eine Blase, noch einen schmerzenden Knöchel, was die Tour gleich noch angenehmer machte. Manchmal hilft es eben schon, das ausgelatschte Paar einfach nur durch ein neues Paar zu ersetzen (freu).

Mal sehen, wo uns die nächste Tour hinführt. Wer war denn auch schon im Nationalpark Sumava oder im Grenzgebiet D, A, CZ unterwegs? Wie hat es euch gefallen? Schreibt doch einfach einen Kommentar – ich würde mich freuen.

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